1. #1
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    Blumen atmen dich

    Blumen atmen dich
    zehren deinen Lebensfrühling
    in Synthese auf

  2. #2
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    Hallo Mythenfreund

    Das ist mir ein bischen zu abstrakt geraten.
    Durch die Komplexität der Zeilen, will sich bei mir gar kein Bild einstellen, aber zumindest ein fassbares Bild, irgendeinen Augenblick, der sich verstehen lässt, würde ich bei so kurzen Texten erwarten. Unabhängig von der Diskussion, ob das jetzt ein Haiku ist, oder nicht, glaube ich, dass kurze Texte griffiger sein sollten. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

    L.G
    Patrick

  3. #3
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    hallo 3malSuppenBrot

    irgendwie hast du recht, beim nochmaligen lesen empfinde ich den Wortlaut selber fast schon als zu steril
    eventuell habe ich zu sehr auf die Chiffrierung bzw die Metaphorik geachtet? obwohl es eigentlich nur die Photosynthese der Pflanzen und unseren beitrag darin wieder geben sollte...hm
    danke für deine Meinung
    lg mythenfreund

  4. #4
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    Lb. Mythenfreund,

    die Beziehung von Blumen zu Menschen lässt sich nur vermuten. Hier lese ich eine gewisse Vorstellung heraus, die jedoch verschiedentlich interpretierbar ist. Das Einatmen zeugt von einem Genuss und somit von einer positiven Beziehung. Es könnte jedoch auch negativ, als Raub am Menschen gedeutet werden. Hier bleibt die Auslegung dem Leser überlassen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    @Mythenfreund


    grüße.



    Die erste Zeile ist unausgegoren:
    Bei mir kommt das so rüber, wie wenn Blumen dich zu atmen brauchen.

    Ich habe das gefunden:

    Blumen füllen dich
    färben deinen Lebensfrühling
    In Symbiose auf


    tschüss.

  6. #6
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    hallo hans plonka

    die Beziehung von Blumen zu Menschen lässt sich nur vermuten. Hier lese ich eine gewisse Vorstellung heraus, die jedoch verschiedentlich interpretierbar ist. Das Einatmen zeugt von einem Genuss und somit von einer positiven Beziehung. Es könnte jedoch auch negativ, als Raub am Menschen gedeutet werden. Hier bleibt die Auslegung dem Leser überlassen.
    mein ziel war es tatsächlich das veratmet werden von pflanzen indirekt darzustellen, also mehr das aufgenommen werden in den Organismus der Pflanze um diese zu unterstützen
    wir menschen sind abhängig von der uns umgebenden faune, durch sie erhalten wir Sauerstoff den wir atmen, die Photosynthese ist im winter gering, aber im frühling beginnt sie erst in vollen zügen, Nährstoffe für pflanzen werden aus dem boden, der luft und der sonne gewonnen
    was wir ausatmen ist kohlenmonoxid und das nehmen pflanzen ebenfalls als Nährstoff in sich auf, selbst unser Körper ist nach dem ableben ein reiner Nährstoff, wir stehen mit den pflanzen um uns also in einer Symbiose
    wie unser Abfallprodukt (kohlenmonoxid) verwertet wird, ist tatsächlich auslegungssache
    vielen dank für deinen reflektierenden kommentar

    hallo horstgrosse


    Die erste Zeile ist unausgegoren:
    Bei mir kommt das so rüber, wie wenn Blumen dich zu atmen brauchen.
    ansich gebe ich dir recht, eine pflanze braucht keinen menschen für ihre Photosynthese oder zum erhalt ihrer art, die pflanze ist von uns unabhängig, dennoch nutzt sie unseren kohlenmonoxid ausstoß zur kraft Gewinnung, je höher unser ausstoß desto höher der Treibhauseffekt
    das aufzehren des lebensfrühlings kann danach auch weiterführend verstanden werden. es wird nicht gesagt ob es der letzte lebensfrühling, oder der erhalt des lebensfrühlings ist, das wort hat für mich im bezug mehrere Bedeutungen
    das eigene ableben, den fortbestand des lebens, eine Synthese von Leben und Klima Erhaltung, zukünftige Frühlinge des lebens etc

    Ich habe das gefunden:

    Blumen füllen dich
    färben deinen Lebensfrühling
    In Symbiose auf
    da muss ich gestehen, verstehe ich den Sinngehalt nicht, Blumen füllen meine lungen ja, aber Blumen färben mich nicht, allenfalls erhellen sie mein Gemüt und die Symbiose wird zum reinen nutzen einseitiger Natur des Menschen, da gibt es keine Symbiose, keinen beidseitigen nutzen

    lg an euch beide und vielen dank für die Kommentare
    lg mythenfreund

  7. #7
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    Moin Mythenfreund,

    es gab ja zuletzt hier einige angeregte Diskussionen um das Haiku, seine japanischen Wurzeln, die Formalia und die inhaltliche Aussage.
    Vor diesem Hintergrund ist es natürlich nur gut und richtig, auch deinen Text dahingehend unter die Lupe zu nehmen

    Formales:
    Hier war ein Thema die Übertragung der japanischen 5-7-5 Moren auf das deutsche Silbensystem.
    Viele sprachen sich für eine freiere Übertragung aus, da Silben eben nicht den japanischen Moren entsprechen.
    Zumeist sieht man deutsche Haiku allerdings mit einer 5-7-5 Silbenstruktur.

    Hier bei dir zähle ich 5-8-5 Silben.
    Dein zweiter Vers ist ohnehin ein kleiner Knackpunkt, den ich gleich nochmal thematisiere.

    Natur- und Jahreszeitenbezug:
    Du erwähnst wie "gefordert" die Blumen als Ding der Natur.
    Der jahreszeitliche Bezug wird durch diesen sehr allgemeinen Begriff aber nicht deutlich.
    Auch dein zweiter Vers lässt die Jahreszeit offen, denn:
    "Lebensfrühling" ist eine Metapher.
    Hier wird nicht der natürliche Frühling beschrieben, sondern die frühen, jungen Lebensjahre eines lyrDu.

    Die Metapher ist etwas, das glaube ich, in einem Haiku oder auch einem Senryu eher weniger zu suchen hat.
    Du sagtest ja selbst schon, du hast vielleicht zu sehr chiffriert^^

    Bildliche Einfachheit:
    Ganz ab vom Haikucharakter finde ich das Bild, das du darstellst, schon ansprechend.
    Hinter der Metapher steckt ja ein sehr natürlicher Prozess:
    In der Tat "atmen" die Blumen "uns" ja, genauer, sie wandeln unseren Atem, bzw. das CO2 darin um, damit sie wachsen können. Du benennst es anschließend ja auch konkret mit der "Synthese". Ich denk dabei natürlich sofort an Photosynthese, im Zuge der die Pflanze durch Sonnenlicht angetrieben die Stoffe in sich in andere Stoffe umwandelt. Wie genau der "Lebensfrühling" des lyrDu dabei helfen kann, ist mir aber ein Rätsel.
    In deiner Version klingt es fast parasitär und die Blume bedient sich der Lebenskraft des lyrDu.
    Da drängt sich mir der Gedanke auf, dass selbst die Blume nur ein Bild ist: Etwas unwiderstehlich Schönes, das mir meine Lebenssäfte aussaugt: Der Vampir? Na ich weiß ja nicht.

    Hinzu kommen weitere Bedeutung des Begriffs Synthese:
    • Wie im Sonett die Vereinigung gegensätzlicher Aspekte (These+Antithese=Synthese).
    • Sprachwissenschaftlich oder philosophisch beschreibt die Synthese den Prozess aus Einfachem oder Grundsätzlichem (Natürlichem?) etwas Komplexes, Abstraktes zu schaffen. Ganz genau so etwa, wie beim Erschaffen einer Metapher.

    Nun, das was du hier bildlich nutzt, beschreibt sich also selbst.
    Das find ich an sich eigentlich ganz cool. Fragt sich nur, ob all das nicht viel zu viel für ein Haiku ist^^.

    Momentcharakter:
    Wichtig für das Haiku ist weiterhin, einen flüchtigen Augenblick zu beschreiben.
    Auch das finde ich so hier nicht (nur in meiner Interpretationsinterpretation des vampirischen Bisses XD ).
    Die Photosynthese ist ja kein flüchtiger, sondern ein recht andauernder Prozess.

    Also zusammenfassend:
    Ich finde hierin einige spannende Dinge, gerade mit dem Begriff Synthese verbunden ergeben sich hier auch viele Interpretationsmöglichkeiten. Im Sinne eines Haiku passt das für mich aber nicht zusammen und du hättest vielleicht eine andere minimallyrische Form nutzen sollen, da 18 Silben plus dieser starken Verdichtung vielleicht doch etwas zu viel des Guten sind.

    LG AC
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