Thema: AFDP

  1. #1
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    AFDP

    Ach Kemmerich, ach Kemmerich,
    Das war ja wirklich jämmerlich.
    Dich liberales Zwergelein.
    Erwählten rechte Schergelein,
    Zudem modernen Franz von P.
    Du sagtest "ja", dachtest "Juchhe!
    Ach Kemmerich, ach Kemmerich,
    Das war ja wirklich jämmerlich.

    Ums Propagandaministerium
    Schawänzelt schon Bernd* Höcke rum.
    So lässt es sich nach gestern schaun:
    Von vorne gelb, von hinten braun -
    Das ist das neue Cyan-Blau.
    Selbst Söder (!) fand das nicht so schlau.
    Ach Kemmerich, ach Kemmerich,
    Das war ja wirklich jämmerlich.

    Sie fahrn dein gelbes Wägelein
    Und spannen dich noch vorne ein.
    Die Kurve kriegst du grad noch so
    Und machst damit den Wähler froh.
    Doch ist es einen Tag zu spät
    Und jeder erntet, was er sät.
    Ach Kemmerich, ach Kemmerich,
    Das ist ja wirklich jämmerlich.



    *Björn, er heißt Björn! (Anmerkung des Kängurus)
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  2. #2
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    Hallo Nachteule,

    du schreibst Gedichte! Ich hab glaube noch nie eines von dir gelesen.
    Und das hier ist gut! Aber ohne Textarbeit dürfte ich dir das ja nicht schreiben, also empfehle ich dir:
    Anstelle "ach" -> "Herr", weil dadurch etwas klarer ist, wer gemeint ist, nämlich ein Mann.
    Zudem gewinnst du dadurch an Klang. Außerdem könntest du sowas schreiben wie: "Das war schon/echt ziemlich jämmerlich." (Am Ende dann "das ist echt ziemlich jämmerlich")
    Das war es wirklich.

    Das wort "schawänzelt" ist mir unbekannt, eher "schlawänzelt" (so rumwurschteln/schleichen, betont lässig uninteressiert-aber-interessiert)
    Nach Zwergelein sollte kein "." stehen, meine ich?
    Ich dachte seit ewig Bernd, ist aber Björn, oh man.

    Und ich würde nicht "und jeder erntet" , sondern "denn jeder erntet" schreiben, der Grund: so erhebst du den Zeigefinger noch mehr.

    Liebe Grüße und ... schön aktuell das Thema, juchu!

  3. #3
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    Hallo Nachteule,

    "politische" Gedichte wollen gut überlegt sein. Du gibst hier den Mainstream wieder...mit all seinen Klischees (Vergleich mit A.H), mit erhobenem Zeigefinger - und, für mich grundlegend; mit einer falschen Moral...denn:

    Nur mit den Stimmen der AfD wurde in NRW die Schließung von 1000 KITAS und Schulen verhindert. Diese Partei gestaltet seit Jahren in allen Landtagen dieser Republik die Politik aktiv mit....war bei vielen guten und wichtigen Gesetzen und Beschlüssen das Zünglein an der Waage.

    Hinter der "Linken" versammeln sich mindestens ebenso viele Idioten und Linksfaschisten...wie sich hinter der AfD Idioten und Rechtsfaschisten versammeln. Aber auf das Gros der Mitglieder und Wähler beider Parteien trifft das eben nicht zu.

    Zu Thüringen:

    FDP, CDU und AfD hatten alle "nur" das Ziel eine linke Regierung zu verhindern...was mE legitim ist...denn überall im Land (und fast überall auf der Welt) wo eine linke Regierung an der Macht ist...herrschen Armut und Zerfall.

    Wichtig: die Wahl in Bremen liegt gerade mal ein paar Monate zurück - dort wurde die linke Regierung (SPD/Grüne) mit einem vernichtenden Ergebnis von den Bürgern abgewählt. Und was hat man daraus gemacht? Man nahm die Linke mit dazu...nur um an der Regierung zu bleiben- ganz klar gegen den Willen der Bevölkerung. Hier stimmten auch Linke/Grüne/SPD in geschlossenen Blöcken. Aus moralischer Sicht nichts anderes als in Thüringen.

    Drum: Ball flachhalten und nicht jeden Blödsinn nacherzählen...den linksgrünen Medien verbreiten. Ob NZZ (Neue Züricher Zeitung)...Handlsblatt oder Cicero....jene seriöse Medien...die nicht linksgrün gesteuert sind...erzählen die Geschichte deutlich differenzierter.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #4
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    Hallo Eule und MiauKuh,

    bei Texten dieser Art ist es mir lieber, der Zeigefinger wird nicht ganz so erhoben. Eine Gratwanderung bleibt es immer. Insofern finde ich den eher beschreibend erzählerischen Stil von Eule geschickter. Insofern plädiere ich für "Ach Kemmerich" und "und jeder erntet". Den Schlussvers könnte man tatsächlich besser im Präteritum verfassen (das war nun wirklich jämmerlich).

    Ein bisschen stolpert man über das Propagandaministerium, weil es (entgegen der Propaganda der anderen Verse) fünfhebig ist. Dafür gibt's sicher eine Lösung.

    Schawänzelt bzw. schlawänzelt hätte ich scharwenzelt/scharwänzelt geschrieben - in der gleichen Bedeutung wie von Miaukuh erwähnt. Ist wohl eine Dialektfrage.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  5. #5
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    Hallo Eule,

    ein scharfes Spottlied, das mich gleich mal zum Griff in die Saiten inspirierte. Gesungen ist das Propagandaministerium dann auch kein Problem mehr.

    Zum „bürgerlichen Adolf H.“
    Und du schriest überglücklich „ja!“

    Der Vergleich hinkt gewaltig, da ja eine schwächliche, benutze Figur gezeichnet werden soll, kein Akteur. Historisch gesehen passend wäre da eher F. v. Papen.

    Zum neuerlichen Franz .v. P.
    Du sagtest "ja", dachtest "Juchhe!"

    Das Scharwenzeln wäre hochdeutsch, doch in diesem Stil ist Dialekt kein Problem.

    @AD
    wo eine linke Regierung an der Macht ist...herrschen Armut und Zerfall.
    Stimmt eben für Thüringen nicht. 1 Mrd Euro Schulden abgebaut, die Quellen sprudeln. Ramelows Regierung hat viel geschafft und er selbst ist relativ beliebt gewesen - 64 % Zustimmung und die Linke ist mit Abstand stärkste Kraft. Auch viele konservative Wähler waren über die Abwahl Ramelows verwundert. Seine Vorgängerin Lieberknecht (CDU) hat einen Scherbenhaufen hinterlassen.

    Ramelows MP-Politik war wie die des BW- MPs Kretschmann- eine Liaison aus Wirtschaftspolitik und Partei-Inhalten. Dass er wieder ins Amt kommt, wäre für TH das absolut beste. Wer was anderes sagt, hat sich mit der jüngeren Vergangenheit Thüringens nicht beschäftigt oder polemisiert aus der Schublade.

    LG
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  6. #6
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    Liebe Nachteule,

    als Spottlied bzw. Unmuts- Satire ist mir das Thema zu sehr am tagespolitischen Geschehen aufgehängt. Da sollte es aber nicht beim demokratischen Ärger über eine solche Provinzposse bleiben. Kleiner dummer gelbbrauner Zwerg klingt etwas platt, und fast schon jämmerlich.
    Die Symptomatik jedoch ist mittlerweile ein globales Phänomen und betrifft viele demokratische Staaten. Die Idee eines demokratischen Miteinanders, die sich bislang noch am politischen Gestaltungswillen orientiert hat, verblasst. Es wird zunehmend darauf gesetzt, was machbar ist. Machbar ist die Subversion, die Zersetzung, das Störende und Verstörende. Machbar ist Diktatur, machbar ist ein systematischer Demokratieabbau, wobei Demokratie immer in skelettaler Feigenblattstruktur erhalten bleiben muss. L.G.A.

    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Drum: Ball flachhalten und nicht jeden Blödsinn nacherzählen...den linksgrünen Medien verbreiten.
    Gruß, A.D.
    Bei solch einer Ball- Flachhalte- Parole empfiehlst du dich nicht gerade als Fußballkoryphäe oder ausgewiesener Experte, liebe andereDimension. Viele setzen aber auf genau solche flachen Gemüter, die den Ball flach halten sollen, weil Bremen und Thüringen schließlich moralisch dasselbe sei, und überhaupt.
    Der Zweck scheint die Mittel zu heiligen, der das Machbare feiert, unter Berufung auf des Volkes Stimme. Selbst eine wehrhafte Demokratie kann auch ausgehölt mit Hohlköpfen gelebt werden. Und wenn das so ist, dann ist das schon alles richtig so. Sie wachsen im sicheren Nest einer demokratischen Grundidee heran, die uns im Ergebnis eine ungeahnte Renaissance und Hochkonjunktur von Demagogen und Imperialisten bescheren. Auch ein Adolf Hitler hat urdemokratisch gehandelt. Und er hatte in seinem politischen Handeln kein einziges Gesetz gebrochen. Welch eine demokratischer Übervater! Aber immer schön flach halten, den Ball, alles normal, und moralisch alles dasselbe. Alles andere ist Blödsinn in einer ganz anderen Dimension.

    Dass es einem bei dieser extrem differenzierten Betrachtungsweise schier den Atem verschlägt, mag Trump Claqueuren und Relativierern relativ egal sein. Ist schließlich alles ganz legal, und auf dem Boden von Recht und Ordnung hat das alles schon so seine Ordnung und Berechtigung. Wie abgrundtief naiv muss ein Glaube sein, den normalen tagespolitischen Wahnsinn als völlig normal abzutun, ein Wahnsinn, der darauf setzt, die Demokratie vorzuführen und sie feixend zu verhöhnen. Das kann so absurd werden, dass der Ehrenvorsitzende der AFD seinen Kollegen aus Thüringen eine Steilvorlage vorschlägt, Herrn Ramelow zu wählen- aber wenns doch denkbar ist, dann ist es auch machbar. Wozu letztendlich? - egal, falsche Frage! Macht kaputt, was euch kaputt macht, selbst wenn es sich um eine offene Demokratie mit ihren lästigen toleranten Grundideen handeln sollte, die ordentlich getreten werden muss.
    Nein, der Ball muss im Wachzustand hochgehalten und mit Köpfchen gespielt werden, denn die dahinterstehende Moral will sich mir etwas anders darstellen.
    Das einzig Positive könnte der Lerneffekt sein, dass man immer und überall mit Kemmerichs, Gaulands und vereinfachten Denkstrukturen rechnen sollte.
    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (10.02.2020 um 17:31 Uhr)

  7. #7
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    Hallo liebe/r Nachteule,

    die meiner Meinung nach größte Schwäche dieses Gedichtes ist der Inhalt; das meine ich ganz anders als AD, der seinerseits mit Schlagwörtern und typischen Vorannahmen ("linksgrüne Medien" ... die suche ich im Wortsinne aber vergebens; nicht mal die TAZ) aus seiner politischen Prägung heraus argumentiert.

    Meiner Meinung nach ist der Fehler, es an der Person Kemmerich fest zu machen. Der war doch eher ein Bauer auf dem Spielfeld für ein viel größeres Spiel. Die Strategie, die die AFD verfolgt, ist, sich "bürgerlich" zu machen und deren Begriffswelten zu okkupieren; sie liebäugeln damit, eine CDU der 80er zu sein. In der Auseinandersetzung mit dem Thema ist mir das Lächerlichmachen des "Bauers" daher zu wenig - spannend, aber umso schwieriger (da leicht der Verschwörungstheorie Vorwurf heute im Raum steht), wäre es, sein Handeln in einen größeren Zusammenhang einzubetten.

    Verzeih, dass ich wenig auf die handwerlichen Aspekte eingehe, wobei ich die Referenz zum Känguru ganz gelungen finde. Politische Gedichte und Satiren brillieren ja selten wegen ihrer sprachlichen Schönheit, was auch am Thema liegen mag !

    LG

  8. #8
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    Hallo zusammen,

    danke für eure vielfältigen Kommentare.

    @Miaukuh
    Kann sein, dass du noch nie eines von mir gelesen hast. Ist schon eine Weile her, dass ich das letze eingestellt habe. Aber mein Werkeverzeichnis findest du im Profil als Homepage. Wurde nie was gelöscht...

    Freut mich, dass es dir gefällt.
    Das "Herr" ließ ich extra weg, um zu zeigen, dass er den Respekt verloren hat. Daher Duze ich ihn auch, ohne ihn persönlich zu kennen oder dessen Parteigenosse zu sein.
    Ich schätze, Sch(l)awänzelt ist regional bedingt, da es eher ein umgangssprachliches Wort ist. Ich hatte ehrlich gesagt sogar Angst, dass es nur Süddeutsche oder dergleichen kennen.

    Der Bernd/Björn ist von der Heute-Show so getauft worden. Keine Ahnung, warum und wie. Aber sie haben es geschafft, dass niemand mehr richtig weiß wie er heißt. Ich merke es mir immer nur, dass er den nichtdeutschen Namen hat. Was irgendwie lustig ist.

    Zu deinen anderen Vorschlägen machen ich mir noch Gedanken.

    @AndereDimension
    Nur mit den Stimmen der AfD wurde in NRW die Schließung von 1000 KITAS und Schulen verhindert. Diese Partei gestaltet seit Jahren in allen Landtagen dieser Republik die Politik aktiv mit....war bei vielen guten und wichtigen Gesetzen und Beschlüssen das Zünglein an der Waage.
    Ich habe jetzt mal kurz gegooglet und habe die entsprechende Abstimmung gesucht. Leider habe ich dazu allerdings nichts gefunden, was aber zu Zeiten von Sabine nichts heißt. Nur, dass die AfD keine kostenlose Kindergärten möchte.
    Da die AfD in NRW nur 13 Stimme hat (6,5%), weil sich ja bekanntlich 3 Landtagsmitglieder zu den Blauen abspalteten, da ihnen die AfD zu rechts geworden war, gehe ich davon aus, dass ihr Ausschlag nicht sooo groß sein wird.

    Hinter der "Linken" versammeln sich mindestens ebenso viele Idioten und Linksfaschisten...wie sich hinter der AfD Idioten und Rechtsfaschisten versammeln. Aber auf das Gros der Mitglieder und Wähler beider Parteien trifft das eben nicht zu.
    Es geht ja nicht darum, wer hinter ihnen versammelt ist, sondern wer für sie im Landtag sitzt. Und speziell in Thüringen haben sie einen Mann zum Vorsitzenden gewählt, der nach einer Gerichtsentscheidung aufgrund seines Verhaltens "Faschist" genannt werden darf. Ich bin nicht sicher, ob das mit einem Bodo Ramelow, der am rechten Rand der Linke regiert, also als sozialdemokratisch gilt, gleichzusetzen ist.

    FDP, CDU und AfD hatten alle "nur" das Ziel eine linke Regierung zu verhindern...was mE legitim ist...denn überall im Land (und fast überall auf der Welt) wo eine linke Regierung an der Macht ist...herrschen Armut und Zerfall.
    Siehe Arkadier. Zumal Rechte auch nicht wirklich soooo toll sind.

    Wichtig: die Wahl in Bremen liegt gerade mal ein paar Monate zurück - dort wurde die linke Regierung (SPD/Grüne) mit einem vernichtenden Ergebnis von den Bürgern abgewählt. Und was hat man daraus gemacht? Man nahm die Linke mit dazu...nur um an der Regierung zu bleiben- ganz klar gegen den Willen der Bevölkerung. Hier stimmten auch Linke/Grüne/SPD in geschlossenen Blöcken. Aus moralischer Sicht nichts anderes als in Thüringen.
    Die SPD hatte verloren, die Grünen dazugewonnen. Klar, weniger als die SPD verloren hat, aber das soziale Lager als solches hat 60% der Sitze gesammelt. Also mehr als die Hälfte. So weit am Volkeswille vorbei scheint das nicht zu sein, zumal die Mitterechts-Fraktionen zusammen nur auf 37% der Sitze hat. Und das trotz Zuwächse der CDU.

    Drum: Ball flachhalten und nicht jeden Blödsinn nacherzählen...den linksgrünen Medien verbreiten. Ob NZZ (Neue Züricher Zeitung)...Handlsblatt oder Cicero....jene seriöse Medien...die nicht linksgrün gesteuert sind...erzählen die Geschichte deutlich differenzierter.
    Die NZZ kann das Ganze aus dem Ausland deutlich neutraler sehen. Das Handelsblatt ist, wie der Name schon sagt, wirtschaftlich geprägt, daher der wirtschaftsnahen FDP zugetan.
    Zwischen "Linksgrün gesteuer" und "jene seriösen Medien" zu unterscheiden ist, mit verlaubt, Braun-Weiß-Denken. Dass eine Zeitung eine andere Meinung vertritt, macht sie nicht gleich unseriös. Diese Einschätzung aber schon.

    @Verbalcarpaccio
    bei Texten dieser Art ist es mir lieber, der Zeigefinger wird nicht ganz so erhoben. Eine Gratwanderung bleibt es immer. Insofern finde ich den eher beschreibend erzählerischen Stil von Eule geschickter.
    Das freut mich.

    Insofern plädiere ich für "Ach Kemmerich" und "und jeder erntet". Den Schlussvers könnte man tatsächlich besser im Präteritum verfassen (das war nun wirklich jämmerlich).
    Als ich das Gedicht schrieb, hatte er den Rücktritt in Aussicht gestellt, war aber einen Tag später noch nicht zurückgetreten. Daher war es zu dem Zeitpunkt des Postens noch noch Präsens.

    Ein bisschen stolpert man über das Propagandaministerium, weil es (entgegen der Propaganda der anderen Verse) fünfhebig ist. Dafür gibt's sicher eine Lösung.
    Das ist mir bewusst und ich stimme dir voll und ganz zu, fand es inhaltlich aber passend und habe mich daher bewusst dazu entschieden, das drin zu lassen.

    @Arkadier
    ein scharfes Spottlied, das mich gleich mal zum Griff in die Saiten inspirierte. Gesungen ist das Propagandaministerium dann auch kein Problem mehr.
    Schön, dass ich dich zum Musizieren inspirieren konnte. Zumal ich wirklich unmusikalisch bin. Sollte es ein Erfolg werden, machen wir 50/50.
    Umso schöner, dass der technische Fauxpas dann nicht mehr auffällt.

    Der Vergleich hinkt gewaltig, da ja eine schwächliche, benutze Figur gezeichnet werden soll, kein Akteur. Historisch gesehen passend wäre da eher F. v. Papen.
    Dass es hinkt, fiel mir auch auf, ich fand aber keine passende Alternative. Hindenburg und Baum waren mir auch zu unpassend. Hindenburg, weil er nicht zur Wahl stand und Baum, weil ihn keine Sau kennt. Von Papen ist aber eine sehr gute Idee. Die werde ich auf jeden Fall verwenden. Wie genau, weiß ich zwar noch nicht, aber umsetzen werde ich das.

    @Anjulaenga

    als Spottlied bzw. Unmuts- Satire ist mir das Thema zu sehr am tagespolitischen Geschehen aufgehängt. Da sollte es aber nicht beim demokratischen Ärger über eine solche Provinzposse bleiben. Kleiner dummer gelbbrauner Zwerg klingt etwas platt, und fast schon jämmerlich.
    Irgendeinen Aufhänger braucht das Gedicht. Und da finde ich die Tagespolitik eigentlich schon passend. Da gehen die Geschmäcker auseinander.
    Der gelbbraune Zwerg ist halt nur 5 Prozent groß.

    Die Symptomatik jedoch ist mittlerweile ein globales Phänomen und betrifft viele demokratische Staaten. Die Idee eines demokratischen Miteinanders, die sich bislang noch am politischen Gestaltungswillen orientiert hat, verblasst. Es wird zunehmend darauf gesetzt, was machbar ist. Machbar ist die Subversion, die Zersetzung, das Störende und Verstörende. Machbar ist Diktatur, machbar ist ein systematischer Demokratieabbau, wobei Demokratie immer in skelettaler Feigenblattstruktur erhalten bleiben muss.
    Machbar ist relativ. Solange noch mehr als 50% der Bevölkerung gegen die Zersetzung wählt, dürfte es nicht klappen.

    @GrayNotes
    Meiner Meinung nach ist der Fehler, es an der Person Kemmerich fest zu machen. Der war doch eher ein Bauer auf dem Spielfeld für ein viel größeres Spiel.
    Ob er ein Bauer war oder ein Springer wissen wir nicht. Ich hoffe, er war nur ein Bauer. So oder so war es ein Test, der schallend schief ging und aus dem die Beteiligten hoffentlich gelernt haben.
    Wenn er ein Bauer war, ist er immer noch selbst Schuld an der Miesere. In dem Moment, in dem er realisiert, wer ihn gewählt hat, darf er die Wahl nicht mehr annehmen. Damit macht er sich von rechten Stimmen abhängig. Und dass die AfD ihn gewählt hat, musste ihm sofort klar sein, weil nur mit deren Stimme eine Mehrheit möglich war. Dass er dann auf die Kritik hin zurücktrat, nicht zurücktrat, zurücktrat und wieder nicht zurücktrat macht das ganze noch possenhafter.

    In der Auseinandersetzung mit dem Thema ist mir das Lächerlichmachen des "Bauers" daher zu wenig - spannend, aber umso schwieriger (da leicht der Verschwörungstheorie Vorwurf heute im Raum steht), wäre es, sein Handeln in einen größeren Zusammenhang einzubetten.
    Ums Lächerlichmachen geht es nicht. Nur darum, sein Fehlverhalten zu kritisieren. Zudem war er einer, der sich selbst in die Position des Bauern brachte.

    Verzeih, dass ich wenig auf die handwerlichen Aspekte eingehe, wobei ich die Referenz zum Känguru ganz gelungen finde. Politische Gedichte und Satiren brillieren ja selten wegen ihrer sprachlichen Schönheit, was auch am Thema liegen mag!
    Da ich gerade dabei bin (wieder) alle Kängurus anzuhören, lag das irgendwie nahe.

    Danke noch einmal für eure Kommentare!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
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