Die Kneipe an der Ecke steht,
Für Wollust und Obszönität.
Hier wird gesoffen und gefeiert,
Auch an den Tresen mal gereiert,
Und Prügeleien gibt es auch,
das ist seit Jahren guter Brauch.

Der Laden brummt bis in den Morgen,
Es sind der Gäste einzig Sogen,
Dass mal der Schnaps zur Neige geht,
Und man am Morgen aufrecht steht.
Oder der Wirt noch in der Nacht,
Die Rechnung für den Deckel macht.

Hier ist man gerne frisch und frei,
Moral und Anstand einerlei,
Greift untern Rock der Thekenfrau,
Bekommt von ihr dafür aufs Maul,
Pöbelt zurück mit grosser Fresse,
Das Leben liebt halt die Exzesse.

Das schönste an der Kneipe ist,
Hier kannst Du sein wer Du grad bist.
Was auch die letzte Nacht gebracht,
Welch Sünden du hier auch vollbracht,
Was immer Du auch ausgefressen,
Am nächsten Tag ist es vergessen.

Martin Seidel 2020