Thema: Polarität

  1. #1
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    Polarität

    Alles ist sowohl als auch.
    Insbesondere was lebt,
    weil mit jedem Lebenshauch,
    schwingend hin und her es strebt.

    Gut und schlecht ist Gegensatz.
    Zwei von einer Einigkeit,
    finden wir auf einem Platz,
    überall in Raum und Zeit.

    Pole in der Wirklichkeit,
    stehn als Pfeiler in der Welt.
    Minus ist von Plus nicht weit.
    Eins vom andern Sein erhält.

    Alternative von Glib-Glob.

    Beide weg, wenn einer fällt.
    Geändert von Hans Plonka (13.02.2020 um 14:19 Uhr)
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  2. #2
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    Hi Hans Plonka!

    Ich finde, dass dir hier eine gute Darstellung einer Dualitätstheorie, wie man sie unter anderem auch bei Hegel findet, gelungen ist.
    Allerdings bin ich kein Fan des Dualismus; ich finde, es gibt immer mindestens eine dritte Seite. ^^

    In S1 finde ich die Inversion in V4 etwas unschön.
    Wie wäre es als Beispiel: "es zum Lebensende strebt."?
    Das Schwingen finde ich nicht passend, um einen Dualismus zu beschreiben, wenn man allerdings nach dem Leben in V3 einen Bezug auf den Tod nimmt, ist gleich ein klassisches Gegensatzpaar da.

    Auch in der dritten Strophe ist eine Inversion in V4, die könnte man auch eventuell etwas bügeln, weil sie etwas reimverschuldet klingt und das Sein ohne Artikel irgendwie albern klingt.
    Mir würde inhaltlich eher so eine Richtung in V4 gefallen, als Beispiel: "Beide weg, wenn einer fällt." Sowas Ahnliches würde meiner Meinung nach etwas besser das Wesen von Dualität darstellen: Kein Leben ohne Tod, kein Schatten ohne Licht. etc.

    LG!
    Rick: What? Every hospital claims to have the best doctor in the gal(burp)axy. It's like those pizza places that claim to have the best pizza in the world. What- Do you think they have pizza contests? Have you ever been to a pizza contest?

  3. #3
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    Lb. Glib-Glob,

    im Grundmuster der Welt und speziell allen Lebens sehe ich nur die Schwingung zwischen zwei Gegensätzen. In den größten Einheiten gibt es keinen Gegensatz Leben allgemein ist endlos (ebenso wie alle Dimensionen). Es setzt sich ewig fort, es sei denn die Zeit würde enden, was ich nicht für möglich halte.
    Die beiden Inversionen sind dem Reim geschuldet. Sicher lassen sie sich durch Änderung der Aussage beseitigen. Deine Änderung „ Beide weg, wenn einer fällt“ ist eine gute Alternative. Ich setze sich zur Auswahl unter mein Gedicht. Danke!

    LG Hans
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  4. #4
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    Hi Hans!

    Das ist eine interessante Vorstellung von Dualität - ihr fehlt quasi die zweite Seite.
    Wenn du von Polarität sprichst, braucht dann der Pol Leben nicht einen Gegenpol - den Tod? Zumal es Orte und Zeiten gibt, in denen kein Leben weit und breit war, ist, oder wird. (Z.B. Supernovae, oder Quasare, oder einfach die Leere des perfekten Vakuums.)
    Und wenn die Zeit tatsächlich ein Teil der Raumzeit ist, kann sie durchaus enden, denn sie hat schließlich auch angefangen.

    Du sagst, dass die Inversionen dem Reim verschuldet sind. Das allerdings wertet, wie ich finde, sowohl die Inversionen als auch den Reim herab. Sicher ist es möglich, hier eine Formulierung zu finden, die weniger holpert und deine Aussage beinhaltet.
    Als Beispiel:
    weil mit jedem Lebenshauch
    es in Schwingung vorwärts strebt.
    An dieser Stelle sollte nach "Lebenshauch" übrigens das Komma weg. Und nach "Einigkeit" in S2V2 auch.

    LG!
    Rick: What? Every hospital claims to have the best doctor in the gal(burp)axy. It's like those pizza places that claim to have the best pizza in the world. What- Do you think they have pizza contests? Have you ever been to a pizza contest?

  5. #5
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    Lb. Gib-Glob,

    Ich denke Leben ist alles was sich bewegt, im Mikro- sowie auch im Makrobereich. Es gibt die Theorie, dass unser Weltall einen Anfang hat. Dies ist sogar sehr wahrscheinlich, doch es ist auch sehr wahrscheinlich, dass es in einem Multiversum entstanden ist, in welchem es ein ständiges Geschehen also auch Zeit gibt. Ein Ende der Zeit kann es schon deshalb nicht geben, weil die Vergangenheit ewig ist. Dazu denke ich, dass ein Ende der Zeit, falls es das gibt, in seinen Anfang münden würde. Weiter denke ich, dass Zeit Veränderung ist und so mit Raum und Leben eine zwingende Einheit ist. Ob es ein absolutes Vakuum (Nichts) gibt, ist unbewiesen. Absolutes Vakuum wäre Nichts und Nichts ist Nichts, dies kann es nicht geben.

    weil mit jedem Lebenshauch
    es in Schwingung vorwärts strebt.
    Diese Alternative ist gut, doch ich möchte die Aussage nicht verändern.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  6. #6
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    Hi Hans!

    Du würdest also sagen, dass Kometen, Planeten etc. ebenfalls alle am Leben sind? Und wenn ich zB einen ruhenden Ball habe (relativ gesehen ruhenden natürlich), dann ist er solange tot bis ich ihn werfe, in der Luft am Leben und nach der Landung wieder tot?

    Das mit der Zeit ist so ein Problem, dass sie von Masse beeinflusst wird, es kann also durchaus ein Ende der Zeit geben, zum Beispiel am Ereignishorizont eines schwarzen Lochs.
    Das andere Problem ist deine Hypothese vom Multiversum: So, wie ich das sehe, verschiebst du damit nur die Frage nach der Entstehung.
    Auch wenn es stimmt: Warum muss es im Multiversum Zeit geben? Es ist doch vorstellbar, dass die Zeit nur in unserem Universum existiert. Wie ist das Multiversum entstanden und woher? Wenn es schon immer da war und außerhalb der Zeit existiert (was eine ewige Vergangenheit erklären würde), kann das doch auch für unser Universum gelten, mit der Einschränkung, dass die Zeit erst zusammen mit dem Raum entsteht.

    Und so weiter. Der Punkt ist, dass wir nichts davon beweisen können. Es gibt wissenschaftliche Theorien (wie Relativität von Raum, Masse und Zeit), zu den es erfolgreiche Versuche und Messergebnisse gibt, das bedeutet aber nicht, dass jene Theorien auch stimmen. Meines Erachtens jedoch sind Hypothesen, die auf Hypothesen aufgebaut sind, ein perfektes Vakuum.
    Und natürlich kann es das Nichts geben, es gibt ja auch ein Wort dafür.

    Was deinen Kommentar bezüglich meines Vorschlags angeht: Ich bin überzeugt, dass du selbst eine Formulierung finden kannst, die deine Aussage trifft und weniger gebogen klingt. Mein Beispiel war nur da, um aufzuzeigen, dass eine formale Veränderung möglich ist und dass du als Autor dazu in der Lage bist. Ich, zB, ertape mich oft dabei, dass ich beim Schreiben wie auf einer Schiene festgefahren bin - wenn ich etwas Bestimmtes sagen will und die Form darunter leidet. Mir hilft es, meine Aussage zunächst rein prosaisch festzuhalten und dann passende Formulierungen dafür zu suchen. Vielleicht hilft dir das ja auch. ^^

    LG!
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  7. #7
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    Lb. Glib-Glob,

    Du würdest also sagen, dass Kometen, Planeten etc. ebenfalls alle am Leben sind? Und wenn ich zB einen ruhenden Ball habe (relativ gesehen ruhenden natürlich), dann ist er solange tot bis ich ihn werfe, in der Luft am Leben und nach der Landung wieder tot?
    Ein Ball ist, so wie alles andere auch, eine Informationsordnungseinheit, in welcher Kleinstlebewesen existieren. Desweiteren sind alle seine Atome in Bewegung. Jede Materie besteht aus sich bewegenden Atomen.
    Das mit der Zeit ist so ein Problem, dass sie von Masse beeinflusst wird, es kann also durchaus ein Ende der Zeit geben, zum Beispiel am Ereignishorizont eines schwarzen Lochs.
    In einem schwarzen Loch wird die Singularität vermutet (Ereignislosigkeit), was sich nicht nachweisen läßt. Ich denke dass etwas, auch die Singularität eine Differenz zu etwas anderem benötigt um existent zu sein. Wenn die Differenz besteht gibt es immer auch einen Austausch (Leben), eventuell auch nur auf geistiger Ebene.
    Das andere Problem ist deine Hypothese vom Multiversum: So, wie ich das sehe, verschiebst du damit nur die Frage nach der Entstehung.
    Entstehungen kommen nicht aus dem absoluten Nichts. Alles befindet sich in einem Kreislauf. Nach einem Ende kommt das Neue.
    Auch wenn es stimmt: Warum muss es im Multiversum Zeit geben? Es ist doch vorstellbar, dass die Zeit nur in unserem Universum existiert.
    Das Multiversum besteht aus unendlich vielen Universen, die entstehen und vergehen, das geht nicht ohne Zeit.
    Wie ist das Multiversum entstanden und woher? Wenn es schon immer da war und außerhalb der Zeit existiert (was eine ewige Vergangenheit erklären würde), kann das doch auch für unser Universum gelten, mit der Einschränkung, dass die Zeit erst zusammen mit dem Raum entsteht.
    Raum ist die Differenz von Sein und Zeit ist die Veränderung von Sein und beides gemeinsam ist Leben (nicht organisches Leben). Multiversen kann es viele geben. Es ist alles relativ und Raum und Zeit sind geistige Vorstellungen die sich in ihren Größen je nach Betrachtungsstandpunkt für den Betrachter absolut verändern können. Das gesamte Sein ist nur ein Punkt den die Betrachtung (Geist) zu dem Möglichen erweitert, so dass es in einem unendlichen Kreislauf besteht.
    Und so weiter. Der Punkt ist, dass wir nichts davon beweisen können. Es gibt wissenschaftliche Theorien (wie Relativität von Raum, Masse und Zeit), zu den es erfolgreiche Versuche und Messergebnisse gibt, das bedeutet aber nicht, dass jene Theorien auch stimmen. Meines Erachtens jedoch sind Hypothesen, die auf Hypothesen aufgebaut sind, ein perfektes Vakuum.
    Wir können wissenschaftlich nichts beweisen. Das Einzige, was sich uns beweist ist der Vorgang der erkennenden Wahrnehmung, den wir Bewusstsein nennen. Aus Bewusstsein entsteht alles Sein. Es gibt nur das, was auf irgendeine Weise geistig wahrgenommen wird
    Und natürlich kann es das Nichts geben, es gibt ja auch ein Wort dafür.
    Worte sind Hülsen die mit geistigem Inhalt gefüllt werden. Ein Nichts existiert nur auf rein geistiger Ebene.

    LG Hans
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