Thema: Grübeleien

  1. #1
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    Grübeleien

    Grübeleien

    Ein Gedanke fährt Karusell in meinem Kopf
    Stößt an andere Einfälle an
    Lässt sich Wort für Wort zerlegen
    Wandert in meinen Gedankengängen um und um
    Klettert durch die immer gleichen Rituale
    Ruckelt schwerfällig über jede abgelegte Idee
    Um sich in meinen Gehirnwindungen
    wie in einem Labyrinth zu verirren
    Wird fast zerquetscht
    im Mahlwerk zermürbender Grübeleien
    Sticht sich an den Spitzen zerbrochener Träume
    Berauscht sich noch einmal an illusionären Plänen
    Lässt sich im Kreis immer wieder herum schleudern
    Die gleichen Worte von vorn und hinten
    Unten und oben
    Stunde um Stunde, Tag und Nacht
    Ohne Fortschritt, ohne Ziel, ohne Ende
    Ein Gedanke fährt Karusell in meinem Kopf

  2. #2
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    Hi Maria Franziska

    Als ich den Text gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass der Titel zu beschreibend ist. Ich glaube dein Text gewänne mehr, wenn du den Titel ändern würdest, denn der engt die Interpreation ein bischen ein. Welchen Gedanken meinst du? Man könnte Liebe vermuten, genauso wie den Gedanken an Selbstmord. Aus dem Titel geht aber hervor, dass du eigentlich nur das Grübeln selbst meinst, so nimmst du diesem sehr gutem Text ein bischen von seiner Vielschichtigkeit.

    L.G
    Patrick

  3. #3
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    Hallo Patrick,
    das scheint ein Problem von mir zu sein.
    Da setze ich mich selbst unter Druck... alles muss einen Namen haben...

    Also grübele ich jetzt ganz in Ruhe nach.
    Wie schön, dass dir mein Text gefällt.
    Schönen Abend und liebe Grüsse
    Maria Franziska

  4. #4
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    Hallo Maria Franziska!

    Ich sehe das erwas anders als 3malS.... Dein Text ist eine Spielerei, die auslotet, wie man das Grübeln als solches alles beschreiben kann. Nicht sehr tiefsinnig, aber von der Idee her vollkommen in Ordnung. Nur fehlt mir eine passende formale und stilistische Umsetzung, denn der Text ist rein prosaisch gehalten. Dabei würde sich dieses Thema und großenteils auch deine Wortwahl geradezu anbieten, hier mit dem ganzen Aufgebot von dichterisch-sprachlichen Handwerkstechniken heranzugehen: Reimarten, Reimschemata, Aliteration, Asonanzen, Vers- und Strophengliederung, Metrum, Wechsel desselben, Hebungen und Senkungen. So wie du die Umschreibungen des Grübelns fantasievoll variierst, solltest du es, natürlich immer passend zum gewählten Bild, auch mit der Form der Zeilen tun.

    Ich weiß, da steckt viel Arbeit hinter, aber dann könnte es richtig gut werden.

    Gruß
    Majolu

  5. #5
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    " Dabei würde sich dieses Thema und großenteils auch deine Wortwahl geradezu anbieten, hier mit dem ganzen Aufgebot von dichterisch-sprachlichen Handwerkstechniken heranzugehen: Reimarten, Reimschemata, Aliteration, Asonanzen, Vers- und Strophengliederung, Metrum, Wechsel desselben, Hebungen und Senkungen. "

    Hallo Majolu,

    ich mag bildliche Vergleiche, Aufzählungen und Synonyme,
    schreibe wirklich was mir durch den Kopf geht.
    Und von dichterischsprachlichen Handwerkstechniken -im Ernst und mit Verlaub- habe ich keine Ahnung.
    Sorry.
    Liebe Grüsse
    Maria Franziska

  6. #6
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    Hallo Maria Franziska!

    Zitat Zitat von Maria Franziska Beitrag anzeigen
    Und von dichterischsprachlichen Handwerkstechniken -im Ernst und mit Verlaub- habe ich keine Ahnung.
    Sorry.
    Mit Verlaub - ich auch nicht. Aber wenn du das reine Aufschreiben hinter dir lässt und bspw. anfängst, auf die Länge deiner Zeilen zu achten, mal laut oder leise nachsprichst und die Hebungen (also die betonten Silben) zählst und versuchst, sie in möglichst gleichmäßigem Rhythmus anzuordnen, dafür auch gerne ein paar Worte umstellst, oder nach besser passenden Synonymen suchst, vielleicht auch mal nach einer neuen Formulierung suchst - mit anderen Worten: wenn du anfängst, an deinen Zeilen und ihrem Klang zu feilen, wirst du bald merken, dass das Ergebnis eine ganz andere Qualität gewinnt. Wie gesagt, Handwerksarbeit.

    Ich dichte regelmäßig erst seit etwa einem Jahr. Und besonders viel Lyrik von berühmten Dichtern habe ich auch noch nicht gelesen, allerdings eine "Deutsche Versschule", von der ich das meiste schon wieder vergessen habe. Meine ersten Gedichte sind zum großen Teil Quatschgedichte über meine Familie. Aber selbst die kann man kunstvoll gestalten. Die ersten ernsteren Gedichte entstanden bei mir unterwegs im Alltagsstreß, gewissermaßen als Ventil, oder wenn ich mir die Zeit vertreiben musste. Ich habe es mir aber von Anfang an nicht nehmen lassen, sie immer wieder wegzulegen und später zu vervollständigen oder zu verbessern. Auch mit den hier präsentierten bin ich meist noch nicht zufrieden, kann sein, dass ich das eine oder andere irgendwann wieder überarbeite.

    Was ich sagen will: Keine Angst und nicht die Flinte ins Korn werfen - Zeilen feilen macht Spaß.

    Gruß
    Majolu

  7. #7
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    Hallo Majolu,

    ja, ich verstehe, was du mir sagen willst.
    nein, die Flinte ins Korn werfen werde ich nicht so schnell.
    Gedichte zu schreiben war anfangs für mich ein Weg, den Tod meines Kindes zu verarbeiten.
    Ausdrücken ohne aussprechen zu müssen. Ich habe eine große Sammlung davon.
    Und nun schaue ich, was sonst noch geht.
    Und jetzt geht mir dieses Gedicht tatsächlich schon seit gestern
    im Kopf um und um
    ich bin nicht dumm
    ich feile dran
    und sehe, was ich ändern kann...
    Liebe Sonntagsgrüsse
    Maria Franziska

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