Thema: Traumstrand

  1. #1
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    Traumstrand

    seicht umspült Wasser
    die Ränder
    geträumter Strände

    ich ufere aus
    feinsandig
    in stetigem Strom

    lege geschwungene Konturen
    wie Schalen
    um einen Kern

    niemand ist eine Insel
    und dieser Niemand
    bin ich

  2. #2
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    Hallo, leuchtendgrau,

    dein "Traumstrand" gefällt mir; so sacht und leise geht er tief!

    Auch die einfache Form (keine Satzzeichen, keine Großbuchstaben - nichts) finde ich passend: Es liest sich leicht, geht runter wie Öl.

    Am Ende habe ich eine Weile nachgedacht, weil das "niemand" oder "der Niemand" es in sich haben: Habe mich gefragt, ob das LI eine Insel ist oder eben keine (nach dem Sinn des V1 der letzten Strophe) und denke, es IST eine Insel, traurigerweise! Dass es eine ist, passt auch zum Ton der restlichen Zeilen.

    Ich kann mir das Bild, das du beschreibst, mühelos vorstellen und sehe das LI sowohl als die (feinsandige) Insel als auch als das Wasser, das stetig die imaginären Strände umspült und dadurch immer neue Konturen zeichnet - mal schwappt es weiter hinaus, mal nicht so weit.

    "Niemand ist eine Insel" - es sollte so sein, dass niemand eine ist, und doch ist manch einer eine Insel. Ich sehe darin nicht nur Negatives (wenn man es nicht übertreibt; schließlich gibt es ja auch größere oder kleinere Inseln, die vom Festland gut oder schlecht zu erreichen sind).

    Liebe Grüße,
    Hoya
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

  3. #3
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    Liebes Leuchtendgrau,
    dein Gedicht gefällt mir, weil es eine interessante innere Atmosphäre schafft.
    Kurze Erinnerung: mich würde es freuen, wenn du dir einmal meine Antwort auf deine Fragen zu meinem Gedicht "Monolog einer Sonne" durchläsest, ich habe nämlich das Gefühl, dass es dort einige Missverständnisse gibt. Und die sollen natürlich ausgeräumt werden, vor allem, weil deine Kritik deshalb nicht besonders gut ausfiel.

    Übrigens ist Grau (Leuchtendgrau) meine Lieblingsfarbe. Wollte ich nur einmal anmerken.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Vogelsucher
    Der Wind ist dem Frierenden ein kalter.

  4. #4
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    Zitat Zitat von leuchtendgrau Beitrag anzeigen
    seicht umspült Wasser
    die Ränder
    geträumter Strände

    ich ufere aus
    feinsandig
    in stetigem Strom

    lege geschwungene Konturen
    wie Schalen
    um einen Kern

    niemand ist eine Insel
    und dieser Niemand
    bin ich
    Grüße,

    bleib hängen bei deiner Fantasie. Ein Wort da drinnen (2,vers) errichtet einen Widerspruch vom Gesamtbild. oder dein "ufere" ,hat eine andere Bedeutung, wie ich es verstehe.
    und 4 Vers. müsste: niemand ist eine Insel und dieses Niemand bin ich.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Hoya Beitrag anzeigen
    "Niemand ist eine Insel" - es sollte so sein, dass niemand eine ist, und doch ist manch einer eine Insel. Ich sehe darin nicht nur Negatives (wenn man es nicht übertreibt; schließlich gibt es ja auch größere oder kleinere Inseln, die vom Festland gut oder schlecht zu erreichen sind).
    Hallo Hoya,
    schön hast du das gesagt.
    Ja, für mich ist dieses Gedicht melancholisch und doch schwingt da etwas Entspanntes mit. Was du über meinen Text schreibst, trifft es gut.
    Vielleicht ist niemand eine Insel, aber es gibt verschiedene Stadien der Verinselung.

    Zitat Zitat von Vogelsucher Beitrag anzeigen
    Übrigens ist Grau (Leuchtendgrau) meine Lieblingsfarbe. Wollte ich nur einmal anmerken.
    Hallo Vogelsucher,
    habe ich hiermit notiert. Und wie wir wissen, gibt es ja mindestens 50 Schattierungen von Grau.
    Anmerkung zu deinem Gedicht kommt gleich.

    Zitat Zitat von horstgrosse2 Beitrag anzeigen
    Ein Wort da drinnen (2,vers) errichtet einen Widerspruch vom Gesamtbild. oder dein "ufere" ,hat eine andere Bedeutung, wie ich es verstehe.
    Hallo horstgrosse2,
    ich schrieb ja "ich ufere aus". Ausufern im Sinne von 'sich verlieren'. Da schwingt für mich ein sich auflösen mit. Und vielleicht als ferner Nachhall ebenfalls ein Anlegen an ein (neues?) Ufer, so wie du es wohl eher verstanden hast.

    Zitat Zitat von horstgrosse2 Beitrag anzeigen
    und 4 Vers. müsste: niemand ist eine Insel und dieses Niemand bin ich.
    Laut Duden ist 'Niemand' maskulin.

    Vielen Dank an euch Drei für die Anmerkungen.

    Gruß,
    leuchtendgrau

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