Thema: Glashaus

  1. #1
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    Glashaus

    Machst mich zum Opfer
    Mutter deiner Opfer-
    rolle den roten Teppich
    unter mein Gewissen aus.
    Geändert von Hoya (24.02.2020 um 22:42 Uhr) Grund: Anregung ARCHE
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

  2. #2
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    Hallo Hoya;
    Warum dieser Titel? Wenn ich diesen lese, denke ich direkt an das Sprichwort „wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen“, doch ich sehe keine alzu große Korrelation mit dem Inhalt dieses Gedichts. Wieso also? Und wen sprichst du hierin an, wenn ich fragen darf?
    Beste Grüße
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  3. #3
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    Hallo, ARCHE,

    das LI spricht die Mutter an, die es pflegt. Es geht um beiderseitige Verletzlichkeit und darum, dass sich beide als Opfer sehen.

    Ich habe "Mutter" nicht als Angesprochene zwischen Kommata gesetzt (in dem Fall hättest Du es besser erkannt), damit ich auch noch eine weitere Bedeutung hervorheben kann: "Du selbst, Mutter, bist die "Mutter/Erzeugerin deiner Opferrolle"

    In gewissem Sinn bezieht sich der Titel auf das Sprichwort (z.B.: Wirf mir nichts vor, was du nicht auch tust). Wenn ich im Glashaus sitze, bin ich nicht nur durch das Glas verletzlicher, sondern auch selbst fast aus Glas und kann meine Befindlichkeiten nicht verbergen, was m.E. besonders in einem Pflegeverhältnis innerhalb der Familie der Fall ist.

    Danke, dass Du vorbeigeschaut hast!

    LG Hoya
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  4. #4
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    Welch spannende Hintergrundgeschichte! Jetzt bin ich mir der Bedeutungen auch bewusst, danke dir für die Erklärung.
    Wenn ich aber etwas Kritik doch einwenden darf, so wäre es auch einfacher, auf die tatsächliche Bedeutung zu kommen, wenn die zweite Zeile
    Mutter deiner Opferrolle
    lautete, da damit klar wäre, worum es geht, ohne den „Muttereffekt“ zu zerstören, aber gleichzeitig mögliche Missverständnisse wie Mutter deiner Opfer (im Sinne von Geopferten, oder im Sinne von Geschädigten/Leidragenden), woran ich nämlich ohne deine Erklärung fälschlicherweise denken musste. Kannste dir ja mal durch den Kopf gehen lassen.
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  5. #5
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    Hallo, ARCHE,

    es kommt vor, dass ich selbst nicht mehr weiß, was ich mit einem Gedicht sagen wollte, wenn ich es nach Jahren wieder lese; so ganz in Ordnung ist es sicher nicht, dass ich es einem Leser erklären muss (gelobe Besserung! )

    Du hast recht: "Opferrolle" sollte als ein Wort hier stehen. Damit das darauf Folgende
    rolle den roten Teppich
    unter mein Gewissen aus
    aber auch noch einen Sinn ergibt, werde ich einen Trennungsstrich setzen.

    Danke für die Anregung!

    LG, Hoya
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  6. #6
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    Ah! Jetzt erst verstehe ich, dass das „rolle“ der nächsten Zeile zu der vorherigen, sowie zu der nächsten gehört: clever! Und der Bindestrich ist ein wunderbarer Kompromiss!
    (Übrigens: das mit dem Erklären ist nicht zwingend schlimm, und verständlich zu schreiben sollte (bzw muss nicht) ein Ziel sein. Meiner Meinung nach ist der Effekt, dh. die Wirkung das einzig wichtige, um das sich zu kümmern ist; und mag dem Verständlichkeit in manchen Fällen helfen, so, wie alle Gebote und Muster, muss sie das nicht; es kommt auf die Effektziele an.)
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