1. #1
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    Stumme Schreie

    Traurige Augen
    im blassen Gesicht,
    sie schreit stumm nach Hilfe,
    doch man hört sie hier nicht.

    Sie fühlt sich verlassen,
    ist immer allein,
    sie kann nicht verstehen,
    sie ist noch so klein.

    Nachts findet sie lange
    nicht in den Schlaf,
    war sie denn böse,
    war sie nicht brav?

    Sonst war sie so gerne
    in seiner Näh,
    das ist jetzt anders,
    denn er tut ihr oft weh.

    Sie kann sich nicht wehren,
    er ist stärker als sie.
    Sie darfs nicht erzählen,
    und wüßt auch nicht, wie.

    So kann sie nur hoffen und wünschen,
    dass er sie einmal vergisst,
    und sie eines Tages nie wieder
    Papas kleines Engelchen ist...

  2. #2
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    liebe lichterfee

    dein gedicht hat mich sehr traurig gestimmt.wie kann ein vater seine eigene kleine tochter missbrauchen?
    solche menschen solten nicht frei herrumlaufen dürfen,sie solten für immer weggespert werden ,
    das sie keine kinderseele mehr zerbrechen können.
    der inhalt deines gedichtes bleibt einem länger in erinnerung.

    liebe grüsse margot

  3. #3
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    Hi Lichterfee, ja, sackstark, weil’s glaubwuerdig rueberkommt. Beim zweiten Lesen fragte ich mich, ob’s die ersten 2 Zeilen braucht. Die vielen SIE nehmen den Leser gefangen, kein Entkommen von ihrer Geschichte. Die zwei letzten Zeilen sind brutal-tragisch und offenbaren, dass es ein Leben lang dauern kann, eine solche Rolle/Trauma hinter sich zu lassen. LG L.

    https://www.gedichte.com/showthread.php/217799-P-D-M
    Geändert von L.A.F. (24.02.2020 um 00:29 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Margot und L.A.F.!

    Ich danke euch sehr für eure teilnehmenden Kommentare.
    Ehrlich gesagt, war ich mir nicht sicher, ob ich obiges Gedicht hier einstellen soll. Gerade, weil es ziemlich starker Tobak ist und das Thema Kindesmissbrauch immer noch ein großes Tabuthema ist. Andererseits verherrlicht es die Sache ja nicht, sondern soll den Lesern ein bisschen die Augen öffnen. Ich finde es wichtig, über solche Themen zu sprechen/schreiben. Missbrauch hört nicht auf, wenn wir ihn ignorieren. Wenn wir so tun, als gäbe es sowas nicht. Klar könnte ich auch über Einhörner und Schmetterlinge schreiben, das würde die Welt verschönern, aber auch die dunklen Seiten dürfen nicht totgeschwiegen werden. Wir müssen lernen, hinzusehen, uns nicht abzuwenden, zu helfen.

    LG
    Lichterfee

  5. #5
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    Hallo Lichterfee,

    heftiger Tobak gekonnt umgesetzt. Ein Gedicht, was menschliche Abgründe zeigt und perfekt gereimt inszeniert ist. Die Thematik schmerzt - tut weh, man möchte helfen, was ändern und kann es nicht. Hilflosigkeit beim Betroffenem und beim Leser.
    Es ist traurig und schlimm, das soetwas generell passiert, und die Täter kaum Reuhe zeigen oder sich ihres furchtbaren Handelns bewußt sind.
    Dein Gedicht rüttelt auf, wühlt (mich) menschlich auf und ist auf pravoröse Weise gekonnt umgesetzt - trotz der "dunklen Materie", in die es eingehüllt ist.
    Danke für diesen mutigen Beitrag,

    LG
    Saalenixe
    Blätter fallen - Menschen auch...

  6. #6
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    Hallo Saalenixe!

    "Danke für diesen mutigen Beitrag"

    Und das ist mit das Schlimmste an der Thematik: dass es offenbar immer noch Mut erfordert, als mutig angesehen wird, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es darf keinen Mut erfordern, über Kindesmissbrauch zu schreiben und es anzuprangern. Es sollte/dürfte auch nicht mutiger sein, als ein Gedicht über beispielsweise Blumen oder Schmetterlinge zu schreiben. Es muss selbstverständlich werden. Auch, indem man über etwas nicht schreibt, kann man etwas totschweigen.

    Ich danke dir sehr für deine Auseinandersetzung mit meinem kleinen Text!

    LG
    Lichterfee

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