Eine Woche krank im Bett
knickt den stärksten alten Mann.
Ist es aber dann vorbei,
zeigt er gerne, was er kann.

Sonntags war’s, am späten Abend
auf dem Heimweg steil bergauf.
Seine Ehefrau am Keuchen,
er dagegen super drauf:

"Schau, jetzt mag ich wieder springen!",
tut’s und zack, schon liegt er flach.
Prompt geht’s los mit 'Aua'-Schreien,
Zetern, Klagen, Riesenkrach...

Seine Gattin sieht's pragmatisch:
"Heiri, komm, so klappt das nicht;
geh mal weg da von der Strasse!"
Währenddem sie ernsthaft spricht,

kann sie’s beinah nicht verkneifen,
jeder Wangenmuskel zuckt.
Gleich verplatzt es sie vor Lachen,
derweil Heiri fragend guckt:

"Gehen?! Sag, wie soll das gehen?
Nein, mein armer Fuss ist hin.
Bitte ruf den Krankenwagen,
sieh, wie elend ich hier bin."

"Na, du bist doch angezogen,
also tut’s ein Taxi auch",
findet seine werte Gattin,
zieht das Handy aus der Bauch-

tasche. Aber, ach du Schande,
wo kriegt man die Nummer her?
Diese neue Tele-Technik
macht dem Paar das Leben schwer.

Nach gefühlten sieben Stunden
eilt sie ausser Rand und Band
– denn es bleibt nichts andres übrig –
runter bis zum Taxistand.

Heiri kauert auf der Mauer,
hilflos wie ein kleines Kind.
Tja, wir wussten doch schon immer,
wie so Ehemänner sind.

L.A.F. / gugol