Meine Blicke streifen jeden Winkel des selbstgewählten Gefängnisses. Die linearen Konturen von Gemälden und Postern, von Schränken und Regalen werden zu Gitterstäben. Der mich umgebende Materialismus schalt meinen Verstand und betoniert die Sinne, während innere Wackersteine ihre felsenfeste Überzeugung an situativem Missmut auf meinen Brustkorb richten. Die alphabetisch sortierten CD’s, die DVD’s im Resterampenlicht einstiger Wühltischmaustage, ja, auch Bücher, mit ihrer stockbefleckten Unschuld schweigen mich mittlerweile an, obwohl wir doch sowas wie best buddys, friends forever oder vielleicht wenigstens Zwingerpärchen sein müssten.
Dann haltet doch euer Maul oder tragt euren Maulkorb selbst.
Von den 20 Sneakerkartons mit highend-kickz, die mich fünfmal zur Sonne und zurück tragen könnten, bis sie verschlissen auf den Basaren der 3. Welt landen, erwarte ich entgegengesetzt keinen Mucks, nur die Zweckerfüllung ihrer Daseinsbestimmung: tragt mich hinauf in Sphären, bis meine Gedanken an Wolken kratzen… oder take me high bis ein Nimbozirrus meine Lungenflügel zerkratzt…whatever. Uptempo, Flight, Airmax, alles Landebahnen auf dem Centercourt eines mitlaufenden Teenies aus Erinnerung, mit mehr Luft in den Sohlen, wie jedes Beatmungsgerät, das die Bronchien der harten Brutalität dieser Tage fist-bumpt. Ohnehin, neben Camus und Ovid verblasst die Erstausgabe von Jay Double U, auch wenn ich Werther’s Echte nicht wirklich schmecken kann, ….die Zeiten vom Gaumenkino sind scheinbar vorbei.
Der denglische Patient in mir ist eine Persona non gratis, die versucht den großen Oxford Mustang Mach 1 auf die Straße des Konsums zu lenken. Dieser spezielle Sound bleibt in meiner Garageband, solange die Moral auf der Überholspur crasht und crasht und crasht…
Du willst es doch auch, jenen Knebel im Kopf, der jedes Nascar-Rennen auf asphaltierten Nazca-Linien ad absurdum führt. Trümmer zerbersten zu Licht.
Finden wir uns nicht im Hagel wieder, wenn aller Atem im Himmel kondensiert? Ein Baldachin aus Baum und Zeit reanimiert die Traumhäuser der Vergangenheit. Unsere Wände wurden mit Logik tapeziert und vom Aberglauben überstrichen, wo doch verkalkter Rigips so leicht brüchig au contraire zu Mauern in uns selbst bröckelt. Und Senna sitzt, als Copilot, neben uns im Sessel, soufliert nur doucement die Dialoge von Brad und Edward, während Florfliegen mit ihrem Flügelschlag am Fenster um Einlass betteln.
Draußen wittern Spinnen ein Festmahl, weben Netze mit dem Wind. Mein Geist geht um die Kaaba, fliegt fix einhundertmalundmehr um den Keilash und verstreut Asche von Mönchen mit burnout -rage against the machine- die Sonne sei unser Obdach. Los, zügel deine Bequemlichkeit, Renovatio bedeutet heilige Dreimannigfaltigkeit: ein gehörntes Europa und ein hupender Outdooractivist mit Martinshorn zwitschert mano-a-mano aus meinen betenden Händen.
Die Welt lässt mich glauben. Ich bin BIG, stolzier zum Friedhof um Auspuff-Daddy zu huldigen, verpuppte Schmetterlinge entsteigen meinem Mund, der nur ein Schlüsselloch zur Zukunft sein kann. Sterne scheinen und scheinen sich zu entfalten, entfaltete Scheine verlieren ihren Halt im Halbmond, giclée-bedrückt auf ungerahmten Einwänden.

Mit Raureif am Ringfinger wirkt euer Abakuss auf die Stirn als würde mein Herz unter dem ganzen Druck zum Diamanten werden.