Thema: Applaus (WB)

  1. #1
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    Applaus (WB)

    Der Autor, der bin ich,
    ein Narr, ein Schelm.
    Was wär ich ohne dich,
    Freund Publikum?
    Ein Pantomime nur,
    voll Gram und Grimm.
    Und schwieg auch der Kretik,
    gäbs kein Kriterium.
    All mein Empfinden
    ward nur Selbstgespräch.
    All meine Freude - laut!
    Verhallt dir stumm.
    Hab ich doch weiter nichts,
    Freund Publikum!
    Als deine schalle Freud,
    zum Dank im Sinn.



    Folgendes Kurzgedicht von Johann Wolfgang von Goethe war Themenaufgabe:


    Der Autor

    Was wär ich
    Ohne dich,
    Freund Publikum!
    All mein Empfinden Selbstgespräch,
    All meine Freude stumm.
    Geändert von Mythenfreund (19.05.2020 um 06:29 Uhr) Grund: rechtschreibfehler
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  2. #2
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    Hallo Mythenfreund!

    Erstmal Gratulation zu deinen Versen, denn ich finde sie sprachlich ausgesprochen schön und stilistisch auch sehr gut auf das Thema "Goethe" bezogen. Man hört das 18. Jahrhundert deutlich nachhallen.

    Ich habe allerdings auch einige Fragen: Was ist ein "Kretik"? Warum wechselst du nach anfänglichem Indikativ Präsens und später dem von Goethe vorgegebenen Konjunktiv Präsens plötzlich in den Indikativ Imperfekt "All mein Empfinden / ward nur Selbstgespräch."? Um danach umgehend wieder in den anfänglichen Indikativ Präsens überzugehen? Ich verstehe vor allem die Wahl des Imperfekts nicht.

    Das ist übrigens keine Kritik, sondern Verständnisfragen, die mir helfen sollen, die mittleren Zeilen zu verstehen. Der Rest ist eigentlich ziemlich eindeutig.

    Gruß
    Majolu

  3. #3
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    hallo Majolu

    danke für deine antwort

    den Kretik habe ich mal wieder selbst erfunden, wie es scheint, sorry dafür
    er ist eine Mischung aus Kretin und Kritiker und der text ist wechselnd in 3 und 2 Versfüßen geschrieben, ich dachte der Kretikus kommt durch, auch wenn er gegensätzlich betont ist, begleitet von einem Dijambus

    Der Autor, der bin ich,
    ein Narr, ein Schelm.
    Was wär ich ohne dich,
    Freund Publikum?

    xXxXxX
    xXxX

    das ward hat für mich eine besondere Stellung da es das Empfinden in das hinterfragen der eigenen Auffassung und dem inneren Disput darstellt, der durch das ward unbestimmt und zeitlos wird

    All mein Empfinden (chorjambus)
    ward nur Selbstgespräch. (kretisches kolon)

    es war, es ist, es wird (kurz = ward)
    ein immer da gewesenes Selbstgespräch ums eigene Empfinden vor dem Publikum
    es ist etwas, das für mich den konsens des dichtens bestimmt
    wie weit darf ich als dichter gehen um Publikum für mich einzunehmen oder sogar abzuschrecken, wo ist meine grenze und wann wird auf beiden seiten diese grenze überschritten, wenn ich von jenem Publikum existiere?
    und das Selbstgespräch vor einem Publikum, welches auf Poesie bezogen ist und noch so fern ab des lyr.ich zum Autoren steht, ist dennoch immer ein vorgang des selbstkritischen strukturierten blank ziehens vor dem Publikum, da es immer ein empfinden übertragen soll

    vielen dank
    lg mythenfreund
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  4. #4
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    Hallo Mythenfreund,
    wenn man deine Zeilen liest, wird einem ganz warm ums Herz.
    Eine Frage hätte ich noch, hast du das Wort 'Gram' absichtlich mit 'h' geschrieben.
    LG Alfredo

  5. #5
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    war ein Schreibfehler, habe es ausgebessert, vielen dank
    lg mythenfreund
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  6. #6
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    Freut mich, dass wir uns wieder verstehen.
    LG Alfredo

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