1. #1
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    Rilke Herbsttag

    In einem der Kommentare zum Artikel “Der Gipfel von Goethe” wurde das Gedicht von Rilke “Der Herbsttag” erwaehnt.
    Auf den ersten Blick scheinen die drei Strophen des Gedichtes nichts Gemeinsames zu haben. Zum Beispiel, wenn der Sommer lang war, wozu braucht man noch zwei “suedlichere Tage” damit die Fruechte vollstaendig werden koennten? Und was hat es mit den Gedanken ueber das Schicksal des einsamen obdachloser Wanderers, wie Rilke in seinem wirklichen Leben war, zu tun?
    Es ist selbstverstaendlich nicht wahr. Ich glaube, der Dichter hat zweimal dieselben Worte ausgelassen. Welche Worte, wo und wozu? Wie ist die wirkliche Bedeutung dieses wunderbaren Gedichtes?

    Es scheint mir, dass der Ausdruck "Aber wenn" am Anfang der zweiten und dritten Strophe zweimal weggelassen wird. Der Dichter brach absichtlich die Gedankenfolge ab, so dass der Leser sie selbst ergaenzen koennte. Modernisten verwenden oft diese Technik. Zum Beispiel, der Russische Dichter anfangs des 20 Jahrhunderts Osip Mandelstamm, der es am haufigsten verwandt hat.
    Und die Bedeutung des Gedichts scheint mir so zu sein:
    „Herr, der Sommer meiner Schoepfung war lang und Du kannst mir schon auf meine letzte Stunde weisen.
    Aber wenn Du mir noch zwei Jahre Schoepfungsleben gibst, werden die Früchte meiner Arbeit Vollstaendigkeit und einen delikaten Geschmack von gereiftem Wein erreichen.
    Und wenn nicht, werde ich für immer ein elender obdachloser Wanderer bleiben."

  2. #2
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    Zitat Zitat von Adolf Goman Beitrag anzeigen
    In einem der Kommentare zum Artikel “Der Gipfel von Goethe” wurde das Gedicht von Rilke “Der Herbsttag” erwaehnt.
    Auf den ersten Blick scheinen die drei Strophen des Gedichtes nichts Gemeinsames zu haben. Zum Beispiel, wenn der Sommer lang war, wozu braucht man noch zwei “suedlichere Tage” damit die Fruechte vollstaendig werden koennten? Und was hat es mit den Gedanken ueber das Schicksal des einsamen obdachloser Wanderers, wie Rilke in seinem wirklichen Leben war, zu tun?
    Es ist selbstverstaendlich nicht wahr. Ich glaube, der Dichter hat zweimal dieselben Worte ausgelassen. Welche Worte, wo und wozu? Wie ist die wirkliche Bedeutung dieses wunderbaren Gedichtes?

    Es scheint mir, dass der Ausdruck "Aber wenn" am Anfang der zweiten und dritten Strophe zweimal weggelassen wird. Der Dichter brach absichtlich die Gedankenfolge ab, so dass der Leser sie selbst ergaenzen koennte. Modernisten verwenden oft diese Technik. Zum Beispiel, der Russische Dichter anfangs des 20 Jahrhunderts Osip Mandelstamm, der es am haufigsten verwandt hat.
    Und die Bedeutung des Gedichts scheint mir so zu sein:
    „Herr, der Sommer meiner Schoepfung war lang und Du kannst mir schon auf meine letzte Stunde weisen.
    Aber wenn Du mir noch zwei Jahre Schoepfungsleben gibst, werden die Früchte meiner Arbeit Vollstaendigkeit und einen delikaten Geschmack von gereiftem Wein erreichen.
    Und wenn nicht, werde ich für immer ein elender obdachloser Wanderer bleiben."

    Grüße,

    Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. / Beschreibung eines sehr warmen Sommers
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, / doch jetzt sollte es genug sein, längere Schatten =Herbst
    und auf den Fluren laß die Winde los. / Winde loslassen= Herbst

    Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
    gieb ihnen noch zwei südlichere Tage, / Metapher für Sommertage, warme Sonnen-reiche Tage
    dränge sie zur Vollendung hin und jage / Und dann noch etwas Wärme und Sonne für den wein
    die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. /der herbst nähert sich, das Haus wird vor dem Winter nicht fertig
    Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, /und wer bis jetzt keine Frau gefunden hat (früher gabs den Sommertanz, Erntetanz usw,Keine Disko oder sowas. Der wird kein Mädchen mehr kennen lernen, aus vorbei warten bis zum Sommer.

    wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    und wird in den Alleen hin und her
    unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. /und ohne Mädchen, Liebchen sein bis zum nächsten Jahr (Blüten treiben= Frühling)

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