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  1. #31
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    hi du liebe hoya,

    Ich habe noch mal etwas gespielt, es verliert aber, meine ich, an Übersicht. Den Block mit der einfachen verixung noch einmal hier reinkopiert:

    1Plötzlich, welch ein Segen, da musste ich, hungernd seit Tagen
    Xx(X)xXxxXxxXxxXx
    2schon, an einen saftigen Schlegel und nicht an die Schläge
    XxXxXxxXxxXxxXx
    3meiner geliebten Sprache gemeinhin denken – ein schlagend'
    XxxXxXxxXxXxxXx
    4und mir auch willkomm'ner Beweis: Bei einer recht guten,
    (X)xXxXxxXxXxxXx
    5sprich sehr deftigen, zwischen dem Wort und meinem erlauchten--------
    X(x)Xxx(-)XxxXxXxxXx
    6Bauche ausgetragenen, Schlacht der streitenden Gegner-
    XxXxXxxX-xXxxXx
    7muss der Schlagabtausch nicht zugunsten der holdesten Sprache
    (X)xXxXxxXxxXxxXx
    8ausfallen, denn sie kann auch mal ruhig verlieren, die Sprache!
    XxxXxXxxXxxXxxXx

    Die schwächsten Verse sind klar V5 (Zäsur, Strafverfahren wurde eingeleitet ), V7: vlt: Könnte statt muss, ich meine eine Silbe mehr würde den daktylischen Fluss besser wahren. Schlagabtausch lt. Dudi Xxx, aber eben auch schnell Kretikus oder Spondäus, auch haben wir bis dato nur eine schwache Zäsur, eher erscheint mir der gesammte Vers als eine nicht trennbare Sinneinheit, womit wir dann eigentl. gar keine Zäsur hätten.
    7Könnte der Schlagabtausch nicht zugunsten der holdesten Sprache
    XxxXxX-xxXxxXxxXx
    XxxXxx-xxXxxXxxXx
    XxxXxX-xxXxxXxxXx
    najanaja, der Vers ist zu ungenau für einen Hexa.
    Ich meine, ich würde versuchen mich zu trennen: Ab über Bord damit!
    Vlt andere Begrifflichkeiten, den Vers neu aufbauen:
    Diskussion
    Beinandersein
    ein Beinandersein
    Gespräch
    Auseinandersetzung



    .
    .
    .

    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .





    :



    .
    .

    .
    .
    .

    ..
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
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    .
    .
    .
    :
    .
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    .
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    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .

    Ich habs -

    Ein Beieinandersein könnte, der Sprache zuliebe, ein Spiel sein.
    .
    .

    Na was sagst du dazu?

    -------------------------------------------------------------------------------------

    5sprich sehr deftigen, zwischen dem Wort und meinem erlauchten--------
    X(x)Xxx(-)XxxXxXxxXx
    6Bauche ausgetragenen,(-) Schlacht der streitenden Gegner-

    Gedankenfetzen, vlt ist etwas inspirierendes dabei:
    Sprich, der zu deftig - mir zwischen Wort und meinem erlauchten
    Bauche geführten Schlacht-der keifenden Gegner (vlt. anderer Begriff für Gegner, Dichter, Kämpfer, Kinder etcpp

    Erst einmal genug, meine ich. Vlt legst du eine Gesamt-Zwischenbilanz vor? Dann blicke ich besser durch..
    Also das kommplette Werk als Fragment hier nochmals eintragen. Würde mich sehr freuen.

    lg

    .
    .
    .-------
    Fietje

  2. #32
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    Arrow

    Liebe Hoya,

    ich nehme jetzt auch nochmal die Verse 5-8, die ich ja schon "abgesegnet" hatte, weil 5 und 8 dem Herrn der Klammern anscheinend die größten Probleme machen.

    5 sprich sehr deftigen, zwischen dem Wort || und meinem erlauchten
    X xXxx XxxX - xXx xXx

    Naja, das Komma zwischen zweitem und dritten Fuß ist vielleicht nicht ideal, aber die Verszäsur ist ja hinter Wort und damit im vierten Versfuß.

    6 Bauche ausgetragenen, Schlacht || der streitenden Gegner
    Xx XxXxxX - xXxx Xx

    7 muss der Schlagabtausch || nicht zugunsten der holdesten Sprache
    X xXxX - xxXx xXxx Xx

    8 ausfallen, denn sie kann auch mal ruhig verlieren, die Sprache!
    Xxx XxX - xxXxxXx xXx

    Das Wort "ausfallen" ist mehr XXx als Xxx und deswegen stehen hier zwei sehr ungleichgewichtige Silben in der Doppelsenkung. An anderer Stelle, erinnere ich mich gerade, hattest Du das Wort "gewalttätig", bei dem ich gleich nochmal suchen muss, ob Ihr eine bessere Lösung dafür gefunden habt. Für Vers 8 ginge vielleicht:

    enden. Sie dürfte den Krieg || von mir aus gerne verlieren.
    Xx xXxxX - xXx Xx xXx

    LG Claudi
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  3. #33
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    Hallo ihr,

    In Bezug auf die Verse 5 und 6 habe ich festgestellt, dass man durch eine Satzumstellung gute Zäsuren bekäme, aber auch einen Halbvers zurücklässt, den man sinnvoll füllen müsste.

    So:

    5mutmaßlich deftigen Schlacht, ausgetragen zwischen dem Wort und
    X(X)x Xxx X - (X)xXx XxxXx
    6meinem erlauchten Bauche, beachte die streitenden Gegner -
    Xx xXx Xx - xXx xXxxXx
    7muss der Schlagabtausch nicht zugunsten der holdesten Sprache
    (X)xXxXxxXxxXxxXx

    Ich habe die kritischen Stellen bei diesem Lösungsversuch fett markiert, aber vielleicht bietet das auch noch Ansätze ...

    Gruß Lé.
    Geändert von L'étranger (16.05.2020 um 16:20 Uhr)
    Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.
    Georg Christoph Lichtenberg

  4. #34
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    Ich freue mich aufs fertige Werk.

    Gruß Ĺé.
    Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.
    Georg Christoph Lichtenberg

  5. #35
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    Santamaria, gelobet sei Hoya, graziös linearis !
    XxxXx-xXx x Xx- xxX xxXx

    Ich freue mich auch, vielen Dank für die nette Unterhaltung.

    Lg
    .
    .
    .-----
    Fietje

  6. #36
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    Hallo Hoya,

    eines bist du uns aber schon noch schuldig .

    Das ganze Gedicht bitte ohne Nummern ganz oben in den Faden, und dann in eine passende Rubrik verschieben lassen.

    Erst dann ist die Werkstattarbeit zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen.

    Gruß Lé.
    Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.
    Georg Christoph Lichtenberg

  7. #37
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    Liebe Hoya,

    ja, da schließe ich mich Lé an. Ich glaube, bei diesem langen Text brauchst Du nur die fertige Version oben reinzukopieren. Die einzelnen Überarbeitungsschritte werden ja aus dem Verlauf der Dialoge klar. Jetzt, wo ich den gesamten Text im Zusammenhang sehe, fällt mir auf, dass wir einige Verse nicht besprochen hatten. Fehler finde ich da aber nicht, nur kleine "nicht ganz so günstige" Stellen. Du kannst mir ruhig schon sagen, in welcher Rubrik Du das Gedicht gerne hättest. Die letzten Pinselstriche kannst Du ja b.B. auch noch im Kritikforum erledigen.

    Vorschläge und Anregungen aus meinen Kommentaren darfst Du (immer) gerne übernehmen, wenn sie Dir gefallen. Ich schlage noch ein paar kosmetische Verbesserungen (blau) vor und markiere Dir noch einige nicht ganz "saubere" Daktylen (grün):

    01 Neulich, da stolperte ich ganz ordentlich über den Wortstamm
    02 Schlag: Ein Menschenschlag, der rote Hosen mit Schlag trug;
    03 Schlager krochen mir unter die Haut, das Stakkato des Schlagzeugs
    04 schleuderte seine Töne, die Orgien schlagender Trommeln,
    05 gegen mein allzu empfindliches Ohr. Schlagbohrer gesellten
    06 sich dazu, der Hammer besorgte mir schlagend den Rest, und
    07 alle bestürmten mich dreist im Takt wild schlagender Herzen,
    08 kamen so tollkühn angerannt, auf Hufen so hart wie
    09 mindestens tausend Mal mit Teufelseisen beschlagen.
    10 Abgeschlagen und angeschlagen, so trafen sie ein, dann
    11 schlugen sie auf dem Boden auf; als wäre es damit
    12 nicht schon genug: Sie forderten eilends mit Handschlag den fairsten
    13 Zuschlag am Rednerpult und duldeten halsstarrig keine
    14 Widerrede, drohten mit Donner und Blitzschlag, mit Ausschlag
    15 im Gesicht; sogar mit dem Schlagstock bewaffneten sie sich,
    16 bis ich bereit war, mich zu fragen, weshalb ich den Weg hier,
    17 der so offensichtlich mit Pech beschlagen zu sein schien,
    18 heute ging. Ich konnte nur hoffen, von derart bekloppten
    19 Ritterschlägen der Sprache verschont zu bleiben und nicht gar
    20 äußerst tätlich zu werden, pardon! So schlug ich mich hurtig
    21 in die Büsche, wo ich vor ihnen hoffentlich fortan
    22 endlich verschont blieb! Hier, das dachte ich, schlügen sie nicht so
    23 wuchtig und plump auf mich ein, wie berauscht von den eigenen Kräften.
    24 Plötzlich, welch ein Segen, da musste ich, hungernd seit Tagen
    25 schon, an einen saftigen Schlegel, und nicht an die Schläge
    26 meiner geliebten Sprache gemeinhin, denken – ein schlagend'
    27 und mir auch willkomm'ner Beweis:
    Bei einer recht guten,
    28 sprich, sehr deftigen, zwischen dem Wort und meinem erlauchten
    29 Bauche ausgetragenen Schlacht der streitenden Gegner
    30 muss der Schlagabtausch nicht zugunsten der holdesten Sprache
    31 enden: Sie dürfte den Krieg von mir aus gerne verlieren.

    Was mir sprachlich noch nicht gefällt, ist der kursiv gekennzeichnete Teil. Du hast jetzt eine Menge Arbeit in Deine Hexameter gesteckt und ich glaube, das war ein gutes Training. Bitte verzweifle nicht, wenn da jetzt immer noch kleine Unebenheiten zu entdecken sind. Alles auf einen Schlag zu berücksichtigen, ist einfach nicht möglich, wenn man dabei ist, sich in den Vers einzuschreiben. Aber ich habe das Gefühl, dass Du jetzt ein ganzes Stück weiter bist!

    LG Claudi
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  8. #38
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    Das Kursive war von mir. Ich frage mich, ob man den Satz noch etwas günstiger formulieren kann.
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  9. #39
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    Ah, ok! Ja, die beiden Apostrophe sind ungünstig!

    Habe inzwischen deine Worte eingefügt und die unreinen Daktylen ersetzt (hoffe, etwas besser … )

    Das Gedicht steht nun oben. Ich überlege mir demnächst noch etwas zu dem Kursiven - freu mich aber auch über Vorschläge!

    LG
    Geändert von Hoya (24.05.2020 um 11:16 Uhr)
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

  10. #40
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    So, liebe Hoya, ich habe das Gedicht in Deine Wunschrubrik geschoben. Im Eingangsposting würde ich jetzt alles außer dem Gedicht rauslöschen, wenn es mein Faden wäre. Alles, was darunter steht, hat sich ja mittlerweile erledigt? Schade, das zweite "so" hast Du nun durch ein Relativpronomen ersetzt, was mir gar nicht gefällt. Wenn Du die Wiederholung nicht magst, streiche das erste "so" lieber wieder. Ich fand das Spiel mit dem "so" über drei Verse hinweg ganz nett.

    kamen so tollkühn angerannt, auf Hufen, so hart wie
    mindestens tausend Mal mit Teufelseisen beschlagen.
    Abgeschlagen und angeschlagen, so trafen sie ein, dann

    LG Claudi
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  11. #41
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    Hallo Hoya,


    wirklich beachtlich, deine, mit humorvoller Selbstironie garnierten Verse.
    Deinem Schlagabtausch zu folgen war mir eine Freude. Ich hätte noch gerne einen Nachschlag! ; - )


    LG,
    Miserabella

  12. #42
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    Hallo Hoya,

    möge die Dotcom-Hexen/Hexer-Küche doch oft noch so erfrischendes mitgestalten ..

    Gruß Lé.
    Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.
    Georg Christoph Lichtenberg

  13. #43
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    Hallo, liebe Claudi,

    hätte mir denken können, dass das "so" Absicht war, sorry! Ja, es hört sich verspielt an, und das gefällt mir hier!

    Danke und liebe Grüße!



    Liebe Miserabella, lieber Lé,

    danke für die netten Worte!!

    Gruß, Hoya
    Geändert von Hoya (24.05.2020 um 10:55 Uhr)
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

  14. #44
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    Liebe Hoya,

    Ich weiß nicht, wie ich die Antworten der anderen aus der Zeit der Bearbeitung löschen kann.
    warum willst Du sie denn löschen? Dann würde ja viel Lehrreiches fehlen, das für andere Hexa-Einsteiger hilfreich sein könnte. Vielleicht hast Du mich missverstanden? Ich meinte nur Deinen ersten Beitrag, den Du inzwischen ja editiert hast.

    LG Claudi
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  15. #45
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    Hi hoya,
    nach etwas Abstand zu unseren Hexaflashen, lese ich deine Verse erneut, und ich muss sagen, sie sind sehr sehr gut. Ich erinnere mich an eines der Ursprungsfragmente, ich erinnere mich, das die damalige Version etwas anziehendes in der Lesegeschwindigket verursachte, was mir damals gut gefiel. Selbiges nehme ich immer noch war, deine Verse vermitteln einen gewissen Erregungszustand der sich steigert, vermutlich auch bedingt durch die trommelnden Stakkatos die heftiger werden. Diese Verse sind etwas besonderes, inhaltlich besonders und "scheinbar" auch für die Autorin selbst von besonderer Bedeutung: sie wirken wie eine Erkenntnis, die nicht nur dem Li anhaften zu scheint. Ich möchte zu deinen Versen nochmals gratulieren, dieses Schaffen und Wirken in dieser Art und Weise ist ein riesen Gewinn für unser Forum. Das Ergebnis ist von herausragender Stellung und lässt auf weitere Hexaverse deinerseits hoffen.

    lg



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    Fietje

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