Der Mensch glaubt leider oft

Der Mensch glaubt leider oft,
Die Welt sei stets nur SEIN,
Er sei da ganz mit ihr allein
Und alles sei nur SEIN, nur SEIN!

Er glaubt dabei, er sei so wichtig,
Er sei allein des Schöpfers Krone.
In Wirklichkeit ist er doch nichtig,
Selbst wenn er alle Welt bewohne.

Er sieht den Auftrag her von Gott:
„Macht Euch die Erde untertan!“
Ist's nicht die Macht, die ihn bedroht,
Verquer durch seinen Größenwahn?

Luft, Erde, Wasser und das Feuer
Meint er für sich nutzen zu müssen.
Wird er da nicht zum Ungeheuer,
Für dessen Folgen er muss büßen?

Badend flutet er die Strände,
Raubt der Natur die letzten Kräfte,
Holt Holz, Gestein aus dem Gelände,
Nimmt Fisch und Rind die Lebenssäfte.

Mit Lärm und Licht wird überschwemmt,
Was Abgasluft schon vorbereitet.
Doch er vermehrt sich ungehemmt,
Denn er ist vielfach triebgeleitet.

Dann wundert er sich leider sehr,
Wenn die Natur viral zuschlägt,
Wo er nur rucht und immer mehr
Kaum die Verantwortung noch trägt.


©Hans Hartmut Karg
2020

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