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  1. #1
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    Goldregen im Mai

    Goldregendolden
    im Licht der Morgensonne -
    kleine Laternen


    Version von Miserabella:

    Goldregenrispen
    im Licht der Morgensonne
    kleine Laternen
    Geändert von ~rosenrot~ (09.05.2020 um 14:06 Uhr)
    Nichts ist mir zu klein und ich lieb es trotzdem
    und mal es auf Goldgrund und groß,
    und halte es hoch, und ich weiß nicht wem
    löst es die Seele los...
    (Rainer Maria Rilke)

  2. #2
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    Jaja, der gold'ne Goldregen und der Frühling!

    Wenn man Haikühe unbedingt mit biologischen Begriffen aufschirren möchte, sollten es jedenfalls die richtigen sein. Der Goldregen prägt seine Blüten nicht in Dolden aus, sondern in Trauben. Das weiß jedes Füchslein, das sauer unten sitzen bleiben muss ...

    salvelina

  3. #3
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    Hallo salvelina,

    wenn das so ist, dann danke ich dir recht schön für deinen freundlichen und höflichen Hinweis.

    Liebe Grüße
    rosenrot
    Nichts ist mir zu klein und ich lieb es trotzdem
    und mal es auf Goldgrund und groß,
    und halte es hoch, und ich weiß nicht wem
    löst es die Seele los...
    (Rainer Maria Rilke)

  4. #4
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    liebe rosenrot

    dein haiku gefällt mir sehr.
    ob nun dolden oder trauben,das kommt auf die betrachtung an.
    hallo salvelina, ich habe mal überlegt ob haikühe eine neue züchtung von rindern ist.
    aber du meintest sicher haikus.

    liebe grüsse margot
    Geändert von Margot (08.05.2020 um 11:40 Uhr)

  5. #5
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    ob nun dolden oder trauben,das kommt auf die betrachtung an.
    Das meinen die Schüler auch immer, wenn ihnen die Lehrerin einen dicken Fehler in der Bioarbeit angestrichen hat und sie nicht durchfallen wollen.

    Aber das hilft nichts. Die Natur, aus der sich die Haikühe nähren, verzeiht keine Fehler. Wer sie trotzdem macht, geht mit ihnen unter und muss, schlimmsten Falles, repetieren.

    salvelina
    Geändert von salvelina (08.05.2020 um 17:48 Uhr)

  6. #6
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    Liebe Margot,

    wie schön, dass du mir geschrieben hast. Auch ich verfolge deine Haiku mit Interesse. Es ist nicht immer leicht und eigentlich auch kaum möglich, das, was uns in der Natur fasziniert und dazu anregt, darüber zu schreiben, auch anderen rüberzubringen. Für mich war es ein besonderer Moment, die Blüten-was-auch-immer des Goldregens im Gegenlicht leuchten zu sehen.

    Liebe Salvelina,

    "Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften" so Shakespeare zu diesem Thema.
    Zum Repetieren bin ich nicht mehr jung genug, aber alt genug, gelassen in der Natur auf- oder unterzugehen

    Liebe Grüße euch beiden
    rosenrot
    Nichts ist mir zu klein und ich lieb es trotzdem
    und mal es auf Goldgrund und groß,
    und halte es hoch, und ich weiß nicht wem
    löst es die Seele los...
    (Rainer Maria Rilke)

  7. #7
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    "Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften,"
    kann man natürlich immer schwurbeln. Aber auch der olle Shakespeare hätte sich davor gehütet, einer Rose den Geruch von Veilchen anzudichten oder einen Hund als Katze zu bezeichnen, auch wenn der ein Fell, so ähnlich wie diese, gehabt haben sollte.

    Haikühe leben nicht zuletzt davon, dass ihre Hirtin ebengerade haargenau weiß, was die Naturstunde geschlagen hat. Wenn sie, so wie hier, keine Ahnung hat, was eine Dolde ist und dem Goldregen eine andichtet, kriegt das Viecherl Kolik und fällt tot um. Bauz!

    Das kann eine gefühlvolle DichterIn doch nicht wollen? Gerade in Krisenzeiten sollte man sehr auf die internationale Stallhygiene achten ...

    salvelina
    Geändert von salvelina (08.05.2020 um 15:02 Uhr)

  8. #8
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    Hallo rosenrot

    dein Haiku gefällt mir sehr. Ich glaube, das liegt auch an den benutzten Vokalen, die alle mehr oder weniger hell klingen (Kein u, kein geschlossenes o). Es finden sich zudem auch kaum hart klingenden KOnsonanten p,t, k. Dazu gibts mit Goldregendolden, Morgensonne Wörter Haupt und Nebenakzent.

    Sehr gerne gelesen

    Onegin
    Love´s not Time´s fool W. S.

  9. #9
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    Hallo rosenrot,

    der Goldregen blüht aus poesiebereinigter botanischer Sicht tatsächlich in Trauben und nicht in Dolden, wie es die literarische Freiheit, die sich auch schoener-wohnen.de, freudengarten.de und der Author Markus Berger in seinem Buch "Von der Heilkraft von Bäumen" nehmen, suggerieren könnte. Ich sehe das deshalb nicht so tragisch, wie es in einigen der Kommentare hier geschildert wird. Na ja, der Goldregen liefert eben nicht nur das Toxikum, sondern dazu auch, neben der Eibe, noch das beste Bogenholz, das es gibt. Deshalb solltest du dich über giftige Pfeile in Form von Kritiksalven in Verbindung mit diesem Haiku nicht wundern. Was die schulmeisterliche, in "setzen-sechs" Manier geschriebene Art der besagten Beiträge, die ohne "grüß Gott und ade" daherkommen, angeht, will ich einfach nur auf ein Zitat von Bernhard Shaw verweisen:
    (s)He who can, does. (s)He who cannot, teaches.
    Bisher sah ich nämlich noch kein Haiku vom eifrigen Kritiker.
    Dein Haiku habe ich, trotz der botanischen Unstimmigkeiten, gerne gelesen.

    Liebe Grüße
    Frank Reich
    Geändert von Rudolf Junginger (09.05.2020 um 12:23 Uhr)

  10. #10
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    Einfaches Rezept gegen Haikuh-Tympanien

    Sieh! Wie rosenrot
    runden die Dolden den
    Ringstaub: Geranien!

    salvelina

  11. #11
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    Ziemlich fiese Zuschrift poetisch-botanischer Art. In ihrer Art trotzedem gut.5-6-6. Mit Tiefseesaiblingen ist schwer diskutieren.
    Sie sind 'straight'. Meint
    ww
    Geändert von Willibald W (09.05.2020 um 10:34 Uhr)
    alis nil gravius, o nycticorax

  12. #12
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    Hallo Onegin,

    vielen Dank für deinen freundlichen Kommentar. Ja, ich muss gestehen, die Vokale haben es mir auch angetan. Ich habe so lange daran gearbeitet, bis der Klang insgesamt für mich zufriedenstellend war.

    Hallo Frank Reich,

    auch dir recht herzlichen Dank! Die Dolden kamen erst ganz zum Schluss zu meinem Haiku hinzu. Zuerst stand auf dem Blatt: "Goldregenblüten im Morgensonnenlicht gelbe Laternen", und damit war ich gar nicht zufrieden. Das Wort "gelbe" war mir vom Klang her zu stark, ebenso die "Blüten", auch das Morgensonnenlicht traf es nicht wirklich. Also ließ ich es erst mal liegen und dachte, es wird schon noch kommen, wie es lauten muss. Die Entscheidung brachte ein Nachbar, der mich auf den Goldregen ansprach und mir sagte, er sei ja dieses Jahr besonders schön, mit reichlichen und kräftigen Dolden. Ich hörte das und dachte "Goldregendolden - das ist das Wort", ging zurück in die Wohnung und schrieb es nieder - und von da aus entwickelte sich das Gesamte. Nun bin ich zufrieden mit dem Rhythmus, dem Klang, der Stimmung, und da ich kein Lehrbuch für junge Hobbybotaniker schreiben wollte, ist es für mich so in Ordnung.

    Liebe Grüße euch beiden, ein schönes Wochenende wünscht
    rosenrot

    Oh, gerade sehe ich, es sind noch zwei Kommentare hinzugekommen. Vielen Dank salvelina und Willibald W. Ja, da hast du wohl recht, deshalb versuche ich es nicht. Es ist selbsterklärend.
    Nichts ist mir zu klein und ich lieb es trotzdem
    und mal es auf Goldgrund und groß,
    und halte es hoch, und ich weiß nicht wem
    löst es die Seele los...
    (Rainer Maria Rilke)

  13. #13
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    Stimmt! Es hieße wohl korrekter:

    Sieh! Wie rosenrot,
    so runden die Dolden den
    Ringstaub: Geranien!

    Ob man nicht bloß auf die wunderschön harmonischen "o"s beim Rosenrot und den Dolden, sondern auch noch auf die hässlichen "r"s hinweisen sollte? Oder hörte man's auch so?

    salvelina

  14. #14
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    Statt eines Herzens
    trägt doch der Tiefseefisch in
    sich die herzhafte Galle.

    Es bleibt die Frage, ob die poetische Lizenz nicht doch die "Dolden" erlaubt.
    Besser keine, meine ich. Aber nun ja.
    Geändert von Willibald W (09.05.2020 um 13:16 Uhr)
    alis nil gravius, o nycticorax

  15. #15
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    Hallo Rosenrot @ all!

    Ich schätze einmal, #13 und #14 sind - egal wie unterhaltsam - Spam!

    Die Blüten des Goldregens sind definitiv keine "Dolden". Das ist ja wirklich so, als schriebe man "Tiefseesaibling", oder man könnte dann (für den Klang) genauso "Goldregenscholle" schreiben.

    Aber meine Frage als Interessierte, aber Unwissende, ist: Ich dachte immer, Haiku ist Beschreibung der Wirklichkeit, aus der sich dann ein tieferer Sinn für unser Dasein herauslesen lässt. Also hier sind weder "Dolde"* noch "Laterne"** "wirklich". Kann man daher falsche Bezeichnungen (*) als Mittel zum Zweck, also hier für den Klang mit den "o"-Vokalen und Metaphern (**) verwenden?

    Sonst finde ich die Idee mit der Laterne im Sonnenlicht originell.

    Lieben Gruß
    albaa
    Geändert von albaa (09.05.2020 um 13:22 Uhr)

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