Thema: Gezwitscher

  1. #1
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    Gezwitscher

    .
    .

    ach Vöglein, Vöglein
    o komme hernieder
    die Hände halt ich dir offen
    geb acht dem zarten Gefieder

    ach Vöglein, Vöglein
    o singe mir Lieder
    mein Herz, du hast es getroffen
    gib Acht! du tollkühner Flieger

    ach Vöglein, Vöglein
    o komme nur wieder
    wer betet, darf es wohl hoffen
    geb acht mein Piepmatz, du Lieber
    .
    .
    .
    .


    Fietje Butenlänner

  2. #2
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    Hi Fietje,

    Wenn ich nicht wüsste, dass du wirklich so ein Vogelliebhaber bist ...

    Gerne gelesen,
    Lé.
    Geändert von L'étranger (10.05.2020 um 16:41 Uhr)
    Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.
    Georg Christoph Lichtenberg

  3. #3
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    hi Le,
    ich wollte doch ein Kindergedicht schreiben. Da ist es nun. Es mag kitschig daherkommen, ballerballer, frühlingshaft. Natürlich wollte ich hier auch das so wichtige O anfassen und mit Silben spielen. Ach... ich mag es.
    lg
    fietje

  4. #4
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    Hallo Fietje,

    ich gab ihn geahnt, aber nicht gleich gesehn, den Hexameter.

    Ich neige ja auch zu solch frevelhaften Fremdeinsätzen - ein Versmaß, das viele Freiheiten lässt.
    Das schmeckt den freiheitsliegenden Bajuwaren.

    Gruß Lé.

    P.S.

    Ich habe euch im Gegenzug auch ein kleines Liedchen eingestellt - flieg Engel flieg.
    Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.
    Georg Christoph Lichtenberg

  5. #5
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    hi le, es sind ja dermaßen viele Hexas im Text, ich habe aufgehört sie zu zählen.
    Aber ich nehme einfach einen heraus:
    Vöglein o singe mir Lieder mein Herz, du hast es getroffen
    Xx -x XxxXx -xX-xXx xXx


    Von den Kommata abgesehen, möchte ich fragen, ob der Text hins. Rechtschreibung stimmig ist? geb acht, gib Acht etc..

    aha Baiuware. Mit bayerischen und anderen Bergbewohnern verstehe ich mich immer sehr gut.

    Grüss Gott

    fietje

  6. #6
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    Hi Lé,

    da musste ich mich jetzt auch im Duden umsehen.

    Das Ergebnis scheint mir merkwürdig ist aber folgendermaßen:

    gib acht und geb acht - klein geschrieben
    Acht geben - großgeschrieben

    D.h. es läge an der Reihenfolge ...

    Gruß Lé.
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    Georg Christoph Lichtenberg

  7. #7
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    Hi,
    ich hatte im Duden gelesen:
    gib Acht! mit Ausrufezeichen..groß!
    geb acht der Gefahr, bzw geb acht dem Gefieder dann wieder klein?!

    Diese Gramatiker, immer wenn man sie braucht sind sie woanders.

  8. #8
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    Hi Ihr Achtsamen,

    lt. Duden darf man sowohl Acht geben, als auch achtgeben. Wenn allerdings ein Adjektiv davor steht, kann es nur achtgeben heißen. Ich geb Acht ist also genauso möglich wie ich geb acht. Auch im Imperativ kann man gleichermaßen gib acht! und gib Acht! schreiben. Erst wenn gut achtgegeben werden soll, kommt nur noch die Kleinschreibung infrage.

    Es wäre also ohne weiteres möglich, die beiden Formen im Gedicht anzugleichen. Ich würde die kleingeschriebene Variante nehmen.

    LG Claudi
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  9. #9
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    Zitat Zitat von Butenlänner Beitrag anzeigen
    .
    .

    ach Vöglein, Vöglein
    [/SIZE]
    Grüße.

    warum nicht "Vögelein"?

    Ist mir so eben eingefallen.

  10. #10
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    hi horst, hi claudi,
    ich denke, meine, sinne, es könnte dann eben derart stehenbleiben. Es zwänge dazu, nachdenken zu müssen, wie es sich mit der Rechtschreibung verhält, und der "Gramatiker" selbst erlebt sein eigenes Grama?
    Warum nicht Vögelchen statt Vöglein? Weil eben Vögelchen nicht im Sinne des Hexameters wäre.
    Beispiel:
    Vöglein o komme hernieder die Hände halt ich dir offen
    XxxXxxXxxXxXxxXx (ok)
    Vögelchen o komme hernieder die Hände halt ich dir offen
    XxxxXxxXxxXxXxxXx (nicht ok)

    Lg fietje

  11. #11
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    Zitat Zitat von Butenlänner Beitrag anzeigen
    Beispiel:
    Vöglein o komme hernieder die Hände halt ich dir offen
    XxxXxxXxxXxXxxXx (ok)
    [/FONT]
    und hier, (rot) wäre ja ein Bruch im Hexameter. Oder gibt es hier ne Ausnahmereglung?

  12. #12
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    Hallo Horstgrosse,

    die Regeln für den Hexameter lassen überall einen eingestreuten Trochaüs zu - also nur eine gesenkte Silbe zu - nur nicht in der letzten Sequenz xXxxXx.

    Dieses Versmaß gibt sehr viel Freiheit, und verpflichtet damit gleichzeitig, klug mit der Freiheit umzugehen.

    Wenn du das Gedicht einfach unvoreingenommen liest, ohne vom geplanten Hexameter zu wissen, kannst du deine Frage selbstverständlich stellen.

    Gruß von Lé.
    Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.
    Georg Christoph Lichtenberg

  13. #13
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    Vöglein o komme hernieder die Hände halt ich dir offen
    Xx x Xx xXx-xXx Xxx Xx

    Horst, ja doch, nur die idealen Hexameter laufen:
    XxxXxxXxxXxxXxxXx
    Trotzdem schreibt man nicht solche Hexameter, in der Regel jedenfalls nicht, wäre erstens zu langweilig in der Taktung und zweitens böte sich ein viel engerer Raum der Entfaltungsmöglichkeiten.
    Was sich immer gut macht, wäre in einem Epos oder Gedicht einen voll daktylen Vers am Anfang, quasi als Einstiegsvers, darzubieten.

    Nun könntest du dir wahllos irgendwelche Brocken, Sinnelemente aus dem Gedicht fischen und erhälst Hexameter:

    Nicht ganz? ging meine Rechnung so auf:
    komme nur wieder wer betet, darf es wohl hoffen
    XxxXx-xXx-XxxXx
    das ist noch ok, oder ?

    Aber man kann sich, wie geschrieben, entnehmen was gerade Fun macht:

    Vöglein/mein Herz/du tollkühner Flieger/o komme/ach Vöglein
    XxxXxXxxXxxXxxXx

    Kannst ja mal einen Vers aus dem Gedicht basteln.

    Da kann man mixen bis der Arzt kommt.

    Lg
    .
    .
    .-----------
    Fietje




    ach Vöglein, Vöglein
    o komme hernieder
    die Hände halt ich dir offen
    geb acht dem zarten Gefieder

    ach Vöglein, Vöglein
    o singe mir Lieder
    mein Herz, du hast es getroffen
    gib Acht! du tollkühner Flieger

    ach Vöglein, Vöglein
    o komme nur wieder
    wer betet, darf es wohl hoffen
    geb acht mein Piepmatz, du Lieber
    .

  14. #14
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    @L'étranger & Butenlänner


    Grüße ihr Zwei, ich wollte nur Wissen ob beim Hexameter der Rhythmus so streng sein muss. Beim Jambus und Trochäus ist es meiner Meinung nach so. Wobei ich die sogenannten Ausnahmen von der Regel, nirgendwo finden kann.

    Egal, dann tschüss und danke.

  15. #15
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    hi horst,
    egal, ja. Das Gedicht will ja auch in erster Linie ein doppeltes Triolett sein, fast eine Tritriolette, oder gar eine Quatrotriolette: die Hände - mein Herz - wer betet?
    man liest sich
    lg fietje

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