Thema: Für Seerosi

  1. #1
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    Für Seerosi

    Seerosi - sie war doch so jung noch und schlank,
    mit Plan für die Ferne, das Meer schien so weit.
    Sie tänzelte schaukelnd mit Tatendrang.
    Zum Auslaufen war sie heut quasi bereit.

    Sie richtete grad ihre Nase gen Wind,
    da traf sie am Rumpf eine Flasche vom Kai.
    Sie wirkte getroffen, das nautische Kind.
    Man brachte ihr grölend die Sprünge nun bei.

    Sie tauften das Schiff, doch in diesem Verlaufe
    - das Loch in dem Rumpfe ließ Härte vermissen-
    begann es zu regnen, schon folgte die Traufe:
    die Bullaugen beide, ganz weit aufgerissen,

    sank Seerosi lautlos ins Becken vom Hafen.
    Der Grund ihres Daseins, den sie inspiziert
    - verfolgt von den Blicken von Gästen und Schafen -
    wird blökend am Rande mit Sekt kommentiert.
    Geändert von Anjulaenga (16.05.2020 um 10:19 Uhr)

  2. #2
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    Wie grausam, der Stahl kam bestimmt aus China.
    Was waren das bloß für Flaschen, die diesen Stapellauf zu verantworten haben. Rosi hat sicher die Schnauze voll.

    LG S
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  3. #3
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    Vergiss mal China! Du bist total auf dem Holzweg, lieber Sidgrani, und damit schon ganz, ganz nahe dran. Seerosi war zugegebenermaßen eine Fehlplanung, wie die Diskussionen und Nachforschungen ergeben haben. Obwohl sie ein Schiff aus edelstem und feinstem Balsaholz gewesen ist! L.G.A.

  4. #4
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    Lb. Anjulaenga,

    eine ungewöhnliche Taufe, bei der ich vermute dass Seerosi ein Kinderspielzeug, eventuell aus Pappe war.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Nun, der eine sagt so, und der andere so. Darüber wird ja überall auf der Welt lebhaft debattiert und gestritten, lieber Hans. Und es muss genaugenommen überprüft werden. Aber hast du schon mal einen Pappkarton zu Wasser gelassen? Dieser Pappkarton hätte sich sicherlich vor seiner Taufe im Hafenbecken völlig aufgelöst & verabschiedet. Zur stilechten Sekttaufe müsste man ihm die Flasche noch ins Wasser hinterherdonnern. Aber von dererlei Gegebenheiten ist ja im Gedicht überhaupt keine Rede. Da bewegen wir uns auf dem vagen Feld der Spekulationen, ganz dünnes Eis. Eis? - im Frühjahr? Bei dem Klimawandel? - Die Befürworter dieser Theorie wüssten natürlich sofort die Eisheiligen ins Feld zu führen. Aber ehrlich, also ich glaube als objektive Beobachter können wir nach gesundem Menschen- Sachverstand diese Kinderspielzeug- Theorie getrost verwerfen, was meinst du? L.G.A.

  6. #6
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    Eine riesengroße Gummiente kann es ja auch nicht gewesen sein, also hat der Bub mit seinem Modellboot zu realistisch gespielt. Thor Heyerdahl hatte, soviel ich weiß, solche Probleme nicht. Wobei mich die Schafe (im Hafen? Gibts die dort?) noch etwas irritieren.

    L.G.S
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  7. #7
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    Gut, die Gummienten Theorie wollen wir dann auch mal ganz schnell streichen, lieber Sidgrani. Aber wir nähern uns trotzdem dem Ort des Geschehens. Wo Meer ist, da gibt es Dämme, besonders in einer Hafeneinfahrt und wo Dämme sind, sind Schafe. Die stehen (meistens in etwas weiterer Entfernung) unbeteiligt als Zaungäste herum, aber ganz bestimmt dann, wenn was los ist, wenn ein ganzes Schiff untergeht. Es muss sich also um eine kleine übersichtliche Hafengemeinde gehandelt haben, eher Nordsee mit Kaimauer und Hochwasserschutz. Kein großes Stahlschiff, wie anfänglich vermutet, aber zumindest so außergewöhnlich, dass ein lokales gesellschaftliches Ereignis mit Bullaugen und Sektempfang beschrieben wird. Ein gewöhnliches Berufs- Schifferboot würde diesen Aufriss wohl kaum nach sich ziehen, es wäre zu klein. Außerdem, so weiß ich aus gesicherter dichterischer Quelle, standen auch einige Schafsköpfe beim Sektempfang als Zeitzeugen umher.
    Er hätte im übrigen ungläubig aus den Bullaugen seiner Kon-Tiki gestiert, soviel Thorheit hätte Heyerdahl auf seinem Floß nur mit einem Kopfschütteln quittiert. Danke für deine Aufklärungsarbeit, L.G.A.

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