1. #1
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    Streitet Euch!

    Der Streit ist heut und Allezeit,
    Wenn man des Zuhörens bereit,
    Ganz wichtig, um ans End gekommen,
    Die Gegensätze überklommen,
    Gemeinsam an dem selben Stricke,
    Zu ziehen für der Welt Geschicke.

    Drum streitet Euch, doch ohne Wut,
    Denn dies bekommt dem Menschen gut.
    Doch Streit, durch Schmerz gebracht zum Sieg,
    Der mündet oft in Hass und Krieg.

    Martin Seidel 2020

    Geändert von Nostradamuß (18.05.2020 um 00:18 Uhr) Grund: Signatur eingefügt
    Dummheit ist eine Erfindung der Empathielosen.

  2. #2
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    nein, nein, sehr guter Ansatz nostra,

    Aber: stimmt die Melodie, vielmehr passt sie? Muss sie stringent sein? Ich weiß es nicht, aber vergleichen wir:

    Der Streit ist heut und Allezeit, (plätschernd, leicht, der gute Jambus halt, der weiche Typ, Softi)
    xXxXxXxX

    Jetzt gebe ich etwas Gas:
    Streit ist heut und alle Zeit!
    XxXxXxX

    was schmeckt besser? Wie könntest du mehr Energie und Eindringlichkeit in die Verse bringen?

    Lg
    .
    .---
    fietje

  3. #3
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    Hallo Butenlänner,

    ich verstehe nicht ganz was Du meinst? Soll es aggressiver klingen?

    mfG
    Dummheit ist eine Erfindung der Empathielosen.

  4. #4
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    Hallo ihr zwei

    Ich finde die Aussage, dass man friedlich Lösungen finden sollte, hier sehr schön verpackt.
    Über die "Melodie" lässt sich meiner Meinung nach fast immer streiten.
    Als Nicht-Profi.. finde ich.. die Zeilen lesen sich gut und flüssig.

    Ob hier mit Jambus oder Trochäus begonnen wird.. ist für mich Geschmackssache. Der Trochäus (Streit ist heut und alle Zeit!) würde der ersten Zeile zwar auch für meinen Geschmack etwas mehr "Kraft" verleihen. Allerdings denke ich.. dass man die Zeile auch jambisch kraftvoll betonen kann, und diese dann etwas mehr mit dem Rest verbunden wirkt. Zumindest auf mich, da auch keine weiteren trochäischen Zeilen vorkommen. Es stellt sich eben die Frage, ob man die ersten 1-2 Zeilen überhaupt so betont vom Rest absetzen möchte, oder ob man das Gedicht eher ruhig und fließend "genießen" will.

    Für mich würde z.B. schon eine Änderung der Satzzeichen (bzw. die Art des Lesens) eine andere Melodie ergeben.

    Der Streit ist heut und Allezeit, (!)
    Wenn man des Zuhörens bereit! (,) <-- selbst dieser "Tausch", bzw. eine andere Betonung hier.. wäre ein großer Unterschied.
    Ganz wichtig, um ans End gekommen,
    Die Gegensätze überklommen,
    Gemeinsam an dem selben Stricke,
    Zu ziehen für der Welt Geschicke!

    Drum streitet Euch, doch ohne Wut,
    Denn dies bekommt dem Menschen gut!
    Doch Streit, durch Schmerz gebracht zum Sieg,
    Der mündet oft in Hass und Krieg.

    Auch dies nur als Beispiel und "Vergleich". Mir gefallen die Zeilen so, wie sie sind.
    Ich persönlich habe sie ruhig und fließend genossen.

    ----------

    Wenn ich etwas ändern würde.. würde ich mir für die Zeile "Denn dies bekommt dem Menschen gut."
    etwas anderes einfallen lassen. Auch wenn sich diese sehr schön einfügt, wirkt sie auf mich ein wenig, wie ein Lückenfüller.
    Wobei ich auf "Wut" auch nur schwer einen Reim finde. Evtl. als Anregung:

    Drum streitet euch, doch ohne Wut,
    denn diese zündet nur die Glut,
    und wenn das Feuer bringt den Sieg,
    dann mündet es in Hass und Krieg.

    Drum streitet euch, doch ohne Wut,
    denn wütend sein entzündet Glut,
    und wenn ein Feuer bringt den Sieg,
    dann schürt es häufig Hass und Krieg.

    Hab versucht diese "Zungenschnallzer", die beim Lesen der vielen N's und D's auftreten.. möglichst beizubehalten

    LG, Stefan
    Geändert von Lightning (18.05.2020 um 05:24 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  5. #5
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    hi light & nostra,
    nostra, du hattest ja dein Gedicht mit den (ich weiß nicht so recht Smiley ) unterlegt, was mich und light dazu bewegte über die Melodei zu sinnen. Ich stellte mir vor, da ist ein grosser Tisch, da sitzen ein dutzend Leute und einer erhebt sich, plötzlich, stellt sich hin und sagt etwas wichtiges, sein Ton: Eindringlich.

    lights Versideen sind für mich annehmbar. Sie gefallen. Auch damit erfüllt sich mein Bild. Aber, es gibt viele Melodien und Möglichkeiten Schwung oder Leichtigkeit, Ernst, Traurigkeit, eben auch Dringlichkeit, vlt auch Weisheit zu untermalen.

    Hier stünde entweder, wie light und du es inzenierten, der Iambus, oder der Trochäus, wie ich ihn vorlegte, zur Auswahl.

    lg
    .
    .
    . . . . .
    fietje

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