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Thema: Regen

  1. #16
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    Liebe/r Carolus,

    ein stimmungsvolles Kurzgedicht im Gewand einer japanischen Form ist gelungen, prima, und es regnet Zuspruch. Bäume und Leser reißen gleichermaßen ihre Arme hoch um ein Hallelujah anzustimmen.
    Und auch wenn der kopfschüttelnde Kritikus bereits seine scharfen Beckmesser gewetzt hat und ganz aufgeregt sein unerbittliches Veto einlegen muss, weil er nicht anders kann, weil hier nunmal kein Haiku gegeben ist, so muss man diesen ausgewiesenen Experten unumwunden recht geben. Man darf ihn damit nicht im Regen stehen lassen. Jawohl, es ist kein Haiku, richtig. Und das, obwohl die Vorgabe eines Haikus genau genommen von dir zu keiner Zeit zur Debatte stand.
    Wie dem auch sei, dem Liebhaber von regendichten Schubladen bliebe immerhin noch die Überprüfung einer Senryū- Form, während die anderen ausgelassen im Regen tanzen.
    Gerne gelesen,
    L.G.A.

  2. #17
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    Zitat Zitat von Anjulaenga Beitrag anzeigen
    Liebe/r Carolus,


    Und auch wenn der kopfschüttelnde Kritikus bereits seine scharfen Beckmesser gewetzt hat und ganz aufgeregt sein unerbittliches Veto einlegen muss, weil er nicht anders kann, weil hier nunmal kein Haiku gegeben ist,.
    und genau das, wollte ich vermeiden, diesen Pfeil.
    Sorry.

  3. #18
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    Interessant, was Leute, mit denen ich noch nie etwas zu tun hatte, für "Pfeile" in sich (oder gar anderen!) stecken spüren und demonstrativ mit verbeulten Blechschüsseln ankommen, um das Blut aufzufangen, das aus den von mir so unsachgemäß verletzen Körpern ihrer heiligen Kühe tröpfelt.

    Ich speichere diese Zuschriften alle; sie gehören zum Amüsantesten, was man von deutscher Zunge über das japanensische Dichter(un)wesen je gehört hat. Vielleicht mach ich mal eine Blutwurst daraus. Eine mit 17 Silben, Salz, Pfeffer und ganz, ganz viel Majoran.

    salvelina

  4. #19
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    Zitat Zitat von salvelina Beitrag anzeigen
    Vielleicht mach ich mal eine Blutwurst daraus. Eine mit 17 Silben, Salz, Pfeffer und ganz, ganz viel Majoran.

    salvelina
    Ok, mach das. und vergesse deinen Kommentar bitte nicht,

    Zitat:

    Ja. Und das mit dem Jubeln - das machen Haikühe nicht, die auf sich halten. Solche Gefühlsausbrüche überlassen sie der Vorstellungskraft des Menschen, der den Bäumen zuguckt, während die sich "bloß" im Wind schütteln.

    .

    Schon mal auf die Idee gekommen das das "jubeln" eine Metapher sein könnte??

    Und was Methaphern sind, erklärt dir Googel.

  5. #20
    Frank Reich ist offline Stranger in a strange land
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    Hallo Carolus,

    ich kann durchaus verstehen, dass die jubelnden Bäume im strengen Haikukontext, von manchen als ein wenig bei den Blättern herbeigezogen empfunden werden, obwohl ich das Jubeln der Bäume, auf der anderen Seite, durchaus im übertragenen Sinne als das Rauschen des Waldes interpretieren kann.
    Deshalb hier meine Alternativvorschläge:


    Regen! Regenguss!
    Rauschend tanzen die Bäume
    im stürmischen Wind

    oder:

    Die Tropfen fallen
    zum Regentanz der Bäume
    im stürmischen Wind



    @salvelina

    verstehe nicht ganz, warum du bis heute nicht über meine Beschwerde bezüglich deines gelöschten Themas hinwegkommst, das du als Fortsetzungsgeschichte in einer dafür nicht bestimmten Rubrik einstellen wolltest.
    Du wirst nicht müde, mit unsanftem Nachdruck auf die strenge Einhaltung der Haiku Regeln in dieser Sparte zu pochen, scheinst aber selbst nicht gewillt sein, dir die Grundregeln und -fuktionen dieses LiFos zu Gemüte zu führen. Da passt doch was nicht!?

    LG
    Frank Reich
    Geändert von Frank Reich (24.05.2020 um 11:38 Uhr)

  6. #21
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    Zitat Zitat von salvelina Beitrag anzeigen
    Ich glaub nicht, lieber Gugol, man müsste erst bei dir oder anderen eine Aufnahmeprüfung im Eierlegen bestehen, bevor man berechtigt wäre, ein fremdes zu verfrühstücken und dabei festzustellen, dass es nicht mehr ganz frisch ist.

    Es soll immer wieder, schon vor der Corona-Zeit, Leute gegeben haben, die Sinfoniekonzerte besucht haben und sie kritisierten oder lobten, auch ohne dass sie dirigieren konnten wie der Furtwängler oder Geige spielten wie Hilary Hahn. Man muss kein Maestro sein, um Patzer als solche zu erkennen, und ich finde, es sei einem LiFo dienlich, nicht nur mit eigenem Gedöns anzukommen und das anderer links liegen zu lassen, sondern wohlmeinend dort Kritik anzubringen, wo sie sie einem angemessen und sinnvoll erscheint.
    Hallo liebe Leute,

    wenn jemand einen Text, der in der Rubrik Haiku oder Senryu eingestellt wird, mit der Begründung kritisiert, das er den Regeln dieser Gedichtform nicht entspricht, ist er ja alles andere, als jemand, der unbefangen ein Frühstücksei isst, einer Melodie lauscht, ein Gedicht liest. Er ist jemand der ein Vorwissen, eine Erwartungshaltung, ein Messinstrument hat, an dem er die Wahrnehmung misst.
    Im Spezialfall "Haiku" kommt nach meiner Auffassung hinzu, dass es sich dabei um eine "ZEN- Kunst" handelt, womit es eine ganz speziellen Philosophie und Geisteshaltung voraussetzt.

    Ein impressionistisches deutsches Kurzgedicht bräuchte dergleichen nicht.

    Generell möchte ich zum Thema "Beurteilung von Gedichten" noch folgendes anmerken: es ist sicher
    kein Zufall, dass die Liste der 100 beliebtesten deutschen Gedichte mit den Gedichtanthologien bekannter Literaturkritiker nicht übereinstimmt. Wer da "im Recht" ist, möchte ich nicht entscheiden.
    Ebenso klaffen innerhalb der Welt der Gedichteleser und -schreiber die Kriterien für ein gutes Gedicht meilenweit auseinander. Ich würde niemandem raten, seine Zeit damit zu verschwenden, darüber zu streiten, was ein gutes Gedicht ausmacht.

    Was die Gemüter in dieser Sache unnötig aufheizt, das sind Gestus und Tonfall, die mehr oder weniger deutlich vernehmbar in jedem Beitrag hier mitschwingen. Hier stehe ich auf der Seite derer,
    die freundliche Umgangsformen bevorzugen.

    Von nun ab habe ich nicht mehr die Absicht, mich in ähnliche Auseinandersetzungen hier einzumischen.

    Ich habe fertig.
    Lasst es euch gut gehn,

    Lé.
    Man hat mich ermutigt, zu glauben, ich lebte an einem absurden Ort auf einem unbedeutenden Planeten am Rande einer kleinen Galaxie in einem langsam erkaltenden Universum.

  7. #22
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    Hi Carolus und alle übrigen,

    ein solches Sammelbecken von japanischen Formen, Tankas, Senryus, Haikus, stimmungsvollen Kurzgedichten etc. wird immer aufgewühlt und unklar bleiben. Hier ist nunmal die einzige Rubrik gegeben, welche auf eine Form abhebt, die ständig zu zerbrechen droht. Im Vergleich von Äpfeln und Birnen und in deren Zerfleischung ist der Konflikt bereits im System von Gedichte.com angelegt und vorprogrammiert.
    Eindeutiger wäre es z.B., wenn sich Haiku- Freaks in einer Unterabteilung dem Ideal ihrer geliebten Form näherten und sich untereinander austauschten. Nebenbei wäre dadurch auch Entwicklung und ein Puschen in gegenseitiger Befruchtung zu erwarten.
    Vielleicht könnte der Autor bereits in seiner Überschrift kennzeichnen, für welche Unterkategorie er geschrieben haben wollte, damit sofort jedem klar wird, welcher Kritiker sich für ihn zuständig fühlen muss, um dessen Ansinnen auf den Zahn zu fühlen. Dabei fielen salvelinas belehrende Einwendungen sicherlich auch weitaus sachbezogener aus, weil sie/er es plötzlich auseinanderzuhalten weiß.
    L.G.A.

  8. #23
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    Hallo Anjualenga,

    ich finde deine Anregung wirklich sehr empfehlenswert - jedenfalls zumindest das klare Etikett in der Überschrift.

    Ich stelle mir gerade folgendes vor: ich gehe in die Philharmonie, wo ein bunter Abend mit Kammermusik angekündigt wurde; plötzlich spielt dort ein Jazzmusiker mit seiner kleinen Band "Cool Jazz" - das schafft Unmut, den weder der Jazzmusiker noch der Besucher braucht.

    Gruß Lé.
    Man hat mich ermutigt, zu glauben, ich lebte an einem absurden Ort auf einem unbedeutenden Planeten am Rande einer kleinen Galaxie in einem langsam erkaltenden Universum.

  9. #24
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    Wenn statt des des 85köpfigen Sinfonieorchesters unangekündigt das Jazzkränzchen "Immergrün" zu viert oder zu fünft versucht, den Saal der Phliharmonie zum Kochen zu bringen, kommt's nicht zuletzt auch darauf an, was die Buben (ggf. auch Mädelz) draufhaben.

    Wenn es Stümper sind, die ihre Instrumente nicht beherrschen, keine Ahnung von der Harmonie haben (jaja, die ist auch auch im Cool Jazz essentiell), keine Intonation kennen und der Rhythmus macht, was er will, dann gut Nacht, schöne Großmutter! Wenn es etwa so klingt, wie eine Blutwurst schmeckt von einem, der keine Ahnung hat und statt Pökelsalz Scheuersand ins Brät gerührt hat, dann buht das Publikum die Flaschen aus und will zurecht sein Geld zurück. Es wollte Kunst hören, keinen Mist.

    salvelina
    Geändert von salvelina (24.05.2020 um 20:48 Uhr)

  10. #25
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    Zitat Zitat von salvelina Beitrag anzeigen
    Wenn statt des des 85köpfigen Sinfonieorchesters unangekündigt das Jazzkränzchen "Immergrün" zu viert oder zu fünft versucht, den Saal der Phliharmonie zum Kochen zu bringen, kommt's nicht zuletzt auch darauf an, was die Buben (ggf. auch Mädelz) draufhaben.

    Wenn es Stümper sind, die ihre Instrumente nicht beherrschen, keine Ahnung von der Harmonie haben (jaja, die ist auch auch im Cool Jazz essentiell), keine Intonation kennen und der Rhythmus macht, was er will, dann gut Nacht, schöne Großmutter! Wenn es etwa so klingt, wie eine Blutwurst schmeckt von einem, der keine Ahnung hat und statt Pökelsalz Scheuersand ins Brät gerührt hat, dann buht das Publikum die Flaschen aus und will zurecht sein Geld zurück. Es wollte Kunst hören, keinen Mist.

    salvelina
    Da gib ich dir fast in allen Punkten Recht.

    Aber Gedichte com zahlt schon seit zig Generationen keine Gage mehr, demzufolge bekommt Gedichte Com nur noch Ur-Schriften, die korrigierten Schriften bekommt nur noch der Eulenspiegel und Meica.

  11. #26
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    Hm, lieber horstgrosse2,

    du meinst,
    Aber Gedichte com zahlt schon seit zig Generationen keine Gage mehr, demzufolge bekommt Gedichte Com nur noch Ur-Schriften, die korrigierten Schriften bekommt nur noch der Eulenspiegel und Meica
    und du glaubst nicht, dass es, jedenfalls hie und da, nicht doch noch einen "echten" Schrift-Steller hierher verschlagen haben könne, jedenfalls für eine Weile?

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Viele sind's gewiss nicht, da geb ich dir recht - das ist ja unschwer an dem erkennbar, was dargeboten wird: Keine Sinfonien oder durchkomponierte Sonaten, sondern zumeist einfallsloses, rasch dahingehauenes Zeug; Kalauer und Sprüche. Das, was Dilettanten für "Modern Jazz" halten.

    Aber ein paar Exoten gibt's immer und überall. Das Faszinosum eines Forums der gegenständlichen Art ist seine Öffnung nach außen und der lichtgeschwinde Zugriff, den's draußen im analogen Literaturmarkt, zumindest in dieser Breite und Direktheit, ja nicht gibt. Leider sind diese Foren im Laufe der letzten Jahre immer mehr versumpft; der ursprünglich weite, offene Zugang wurde zusehends zugemüllt. Jetzt tröpfelt's nur noch, und man fragt sich wirklich, ob es Sinn machte, sich zu engagieren - wo obendrein dauernd eine der anderen Krähe das Auge auspicken will.

    Mal sehen, was noch passiert. Wahrscheinlich das, was immer geschieht - über kurz oder lang hat man die Schnauze voll von dem Gequengel und verschwindet wieder, Corona-Krise her oder hin.

    salvelina

  12. #27
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    Lieber horstgrosse2,

    herzlichen Dank für deine Mühe mit dem Text sowie für die einleuchtenden Änderungsvorschläge!
    Spontan würde ich formulieren:

    Stürmischer Regen.
    Jubelnd tanzen die Bäume.
    Blitz erhellt die Szene.

    Ob das die angemessene Lösung ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wenn Bäume "träumen" können, wachen sie auch einmal auf und können "jubelnd tanzen".



    Liebe Anjulaenga,

    vielen Dank für deine einsichtige und ausgewogene Stellungnahme, einschließlich des überzeugenden Änderungsvorschlags ("Vielleicht könnte der Autor bereits in seiner Überschrift kennzeichnen, für welche Unterkategorie er geschrieben haben wollte.")
    Ich denke, die Haikuh ist jetzt vom Eis.

    Herzlichen Gruß
    Carolus

  13. #28
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    Zitat Zitat von Carolus Beitrag anzeigen

    Stürmischer Regen.
    Jubelnd tanzen die Bäume.
    Blitz erhellt die Szene.
    ][/COLOR]
    Ja, nehme es.

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