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Thema: der Weg

  1. #1
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    der Weg

    Ich gehe dir entgegen,
    auf einem Weg ohne Ende,
    entlang eines Flusses,
    dessen Geflüster ich lausche.
    Im mondzarten Rauschen
    erklingt eine Melodie,
    die den Lärm dieser
    Welt übertönt.
    Geändert von e.horat (03.06.2020 um 16:15 Uhr)

  2. #2
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    Hi eh,

    Ich finde es schon ziemlich gut.

    Ich habe mal ausprobiert, wie es klingt, wenn man den Erzählton durch das Weglassen einiger Verben verlässt, um die Stimmung in den Vordergrund zu rücken.

    dir entgegen,
    auf einem Weg ohne Ende,
    am Fluss entlang
    im sanften Flüstern,
    im mondzarten Rauschen
    eine Melodie,
    die den Lärm dieser
    Welt übertönt.

    Wäre eine Alternative, wie ich finde - muss aber nicht sein.

    Das wäre dann fast schon so ein Gedicht, wo man auch mit dem Weglassen der Satzzeichen spielen kann ..

    Gruß Lé.
    Man hat mich ermutigt, zu glauben, ich lebte an einem absurden Ort auf einem unbedeutenden Planeten am Rande einer kleinen Galaxie in einem langsam erkaltenden Universum.

  3. #3
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    Lb. e.horat,

    wir alle gehen den endlosen Weg entlang unserer Lebenszeit. Die Erlebnisse rauschen verschiedentlich und sie übertönen nicht selten auch unser Streben und unsere Wünsche. Eine gute Aussage.
    Von mir auch noch ein Versuch zu kürzen.
    Dir entgegen
    am Fluss
    mit sanftem Flüstern.
    Mondzartes Rauschen
    überlagert melodisch
    den Lärm
    der Welt.

    LG Hans
    Geändert von Hans Plonka (29.05.2020 um 18:09 Uhr)
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  4. #4
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    danke Lé, ich werde es mir noch überlegen. Eigentlich gefällt mir deine Version ganz gut. Mich persönlich stören die 2x "im" 4-+ 5: Zeile. stören die nicht?
    es ist lustig...gerade hatte ich einen kurzen Austausch mit Hoya...auch sie ist sich nicht sicher wegen den Satzzeichen oder ganz weglassen etc.
    Ich glaube, du hast auch mit ihr darüber diskutiert?

    wann kann man denn die Satzzeichen weglassen?
    ich weiss, du machst das gerne...aber eben gekonnt



    lieber Hans Plonka,

    danke auch für deine Anregung... du siehst, auch L'étranger hat mir eine Möglichkeit vorgeschlagen... ich bin dankbar um jede Kritik. Ich werde es mir nochmals durch den Kopf gehen lassen... manchmal sind so Entscheidungen für mich nicht sehr einfach. Ich werde mal schauen, was gefühlsmässig bei mir stimmig ist.
    LG esther horat

  5. #5
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    Hi eh,

    Du hast recht mit dem 2x im, es ginge z.B. "am Fluss entlang ein sanftes Flüstern", oder so ... .
    Es wäre einfach nur eine Idee, die Bewegung völlig dem Leser zu überlassen ... das bringt die Stimmung nach vorne.

    Die Satzzeichen wegzulassen, und durchweg klein zu schreiben, meistens beides zusammen, das ist ein Stilmittel moderner Lyrik, über das sich die Geschmäcker sehr streiten. Es eignet sich besonders bei Stimmungsgemälden mit wenig Handlung - aus meiner Sicht.

    Was es bewirkt, ist das die Grenzen ein wenig verschwimmen und die Stimmung noch dichter wird. Dafür wird das Lesen mühevoller. Aber man kann sich das ja auch wünschen, dass das Gedicht nicht oberflächlich gelesen wird, sondern in ... Muße.

    Gruß Lé.
    Man hat mich ermutigt, zu glauben, ich lebte an einem absurden Ort auf einem unbedeutenden Planeten am Rande einer kleinen Galaxie in einem langsam erkaltenden Universum.

  6. #6
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    Lb. e.horat,

    es sollte keine Kritik sein. Mir gefällt Deine längere Version gut.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  7. #7
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    Liebe Ester,

    noch ein Gedicht von dir, das mir gefällt! Die äußere Form fällt wieder angenehm auf (bist du darauf bedacht oder ergibt sie sich?). Auch die anderen Angebote hören sich gut an, doch deine Version gefällt mir so, wie sie ist; sie hat etwas Zuversichtliches und nur eine leichte Melancholie. Lés Version klingt mir aus einem unerklärlichen Grund zu traurig. Bei dir, das lange Gehen und das Lauschen auf die Geräusche der Natur, das Versinken - ein Innehalten, vielleicht auch ein Rückblick, und wissen, dass das Leben gut ist; man kann es sich gestalten und das Ohr vom Lärm der Welt abwenden.

    Das "mondzarte Rauschen" ist schön! Ich habe versucht, es mir vorzustellen: das Rauschen des Flusses, vom Mond zum Teil verschluckt, zumindest gedämpft - aber nur so viel, dass eine Melodie übrig bleibt, die den Lärm der Welt übertönt. Es hört sich nach einem weisen Leben an.

    dir entgegen,
    auf einem Weg ohne Ende,
    Über den Weg ohne Ende habe ich etwas gegrübelt (vielleicht meint er, nie ankommen, weil der geliebte Mensch nicht mehr lebt, oder auch nur Müdigkeit, langsames und mühevolles Gehen?). Aber, das kann ja auch offen bleiben!

    Die Form des Gedichtes: eine Vase, ein Gefäß, eine Schale (aufgefangenes Leben …). -

    Ich würde die Kommas hier lassen - mir passen sie; nur hinter "Rauschen" muss es unbedingt weg!

    Ich lasse sie bei meinen Versen auch manchmal weg, wenn der Inhalt verschwommen bleiben soll, mehr Phantasie als Wirklichkeit ist, oder das Gedicht sehr kurz ist, wenige flüchtige Gedanken, Gefühle, eine Momentaufnahme. Aber damit experimentiere ich noch. Oft dann alles klein geschrieben, wie auch Lé sagt. Aber man kann auch das alles gestalten, wie man will, wenn es ein modernes Gedicht ist. Schau dir mal in dieser Hinsicht Perrys Gedichte an. Was ich allerdings bei meinen Gedichten nicht mag, ist, Satzzeichen nur zum Teil setzen. (Ganz oder gar nicht!). Aber das alles ist nur meine ganz persönliche Meinung - es muss so nicht richtig sein, falls es dabei ein Falsch oder Richtig gibt.

    Sehr gerne gelesen und mich vertieft!

    LG, Hoya
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

  8. #8
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    Hei e.horat,

    mir gefällt die Stimmung, die dein Gedicht vermittelt.

    „Der Weg“ ist der Titel, und so beginnt dein Gedicht. Da der Weg kein Ende hat, wird das LI das LD wahrscheinlich niemals erreichen. Der Fluss könnte die stetig fließende Zeit symbolisieren, dessen Geflüster du lauschst, aber nicht belauschst. Man belauscht heimlich und vielleicht sogar versteckt z.B. ein Gespräch. Lauschen kann man dagegen dem Gesang der Vögel oder einer schönen Melodie.

    Nach der dritten Zeile werden Weg bzw. das Gehen des LI auf diesem nicht mehr erwähnt. Die Melodie, die dann erklingt, scheint übernatürlicher Natur zu sein und das LI zu trösten, vielleicht weil es das LD in dieser Welt nicht mehr sehen wird?

    Ich habe in meinem Beispiel eine Zeile hinzugefügt, die den Weg gegen Ende noch einmal ahnen lässt. Vielleicht gefällt es dir.

    Ich gehe dir entgegen,
    auf einem Weg ohne Ende,
    entlang eines Flusses,
    dessen Geflüster ich lausche.
    Im mondzarten Rauschen,
    erklingt eine Meldodie,
    die mich begleitet
    und den Lärm dieser
    Welt übertönt.


    LG
    Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

  9. #9
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    hallo Hoya,

    es freut mich natürlich sehr, dass meine Gedichte gefallen und du meinen von mir gewollten Aussagen sehr nahe kommst.
    mit dem Weg ohne Ende wollte ich "ewiges" Leben (woher kommen wir, wohin gehen wir, phylosophisch gesehn) andeuten.

    ich werde mir bestimmt mal Perry's Gedichte anschauen.
    mit lieben Grüssen
    eh
    PS: wegen der äusseren Form: das ergibt sich bei mir so.

  10. #10
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    Wer im Lärm die Melodie nicht erkennt, wird immer diesen Weg gehen der in Übertönung endet. Und dann als ausgeschmücktes Beiwerk versucht dies dann zu rechtfertigen mit einer sich dabei einstellenden Geruhsamkeit.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  11. #11
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    danke für deinen Kommentar....hat etwas
    LG eh

  12. #12
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    Hei e.horat,

    schau doch bitte einmal auf die #8.

    LG Sidgrani
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  13. #13
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    ums einfach zu sagen die "Meldodie" .

    Lé.
    Man hat mich ermutigt, zu glauben, ich lebte an einem absurden Ort auf einem unbedeutenden Planeten am Rande einer kleinen Galaxie in einem langsam erkaltenden Universum.

  14. #14
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    Zitat Zitat von e.horat Beitrag anzeigen
    Ich gehe dir entgegen,
    auf einem Weg ohne Ende,
    entlang eines Flusses,
    dessen Geflüster ich belausche.
    Im mondzarten Rauschen
    erklingt eine Meldodie,
    die den Lärm dieser
    Welt übertönt.
    Grüße,

    mir gefällt das "mondzarten" nicht. Weil, es gibt keinen Mond der rauscht.

    Aber:

    im monotonen Rauschen

    das wäre besser.also;

    Aus monotonen Rauschen
    wächst eine Meldodie,


    mein Gedanke.

  15. #15
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    hallo Sidgrani,

    danke noch für den Tipp betr. belauschen/lauschen....habs geändert.
    was bedeutedt #8...
    LG eh



    hallo gedankenspringer,

    danke für deine Anregung. ich frage mich, wie ich auf diese Verbindung komme...wahrscheinlich meinte ich nur das Gefühl, das mondzart auslösen kann. dieses feine, unergründliche.
    Monoton ist mir etwas zu "erdig". zu gewöhnlich...
    Werde mir aber noch Gedanken darüber machen.
    danke und lG eh



    hallo Hans Plonka,

    ich liebe konstruktive Kritik. Danke
    LG eh

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