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  1. #121
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    Zitat Zitat von Miserabella Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    neugierig geworden habe ich im 2.Gesang mal darauf geachtet und meine in Vers 72 fündig geworden zu sein:
    Doch er hielt sie im Arm und zürnte: Du bist nicht freundlich!
    X xXxxX || xXx | xXxXx
    Lässt sich das so sehen?

    Übend,
    M
    i
    Ja, ebenfalls irritiert und neugierig. Gibt es viele dieser Verse? Ich werde mehr Acht geben.

    Ich möchte ausholen dürfen, die Bibel, Paulus, eben der ehem. Lover, Freund, Leher, Begleiter, wie auch immer, von Thekla.

    Elberfelder Bibel Apg14

    Aufenthalt in Ikonion
    1 Es geschah aber zu Ikonion, dass sie zusammen in die Synagoge der Juden gingen und so redeten, dass eine große Menge, sowohl von Juden als auch von Griechen, glaubte. 2 Die Juden aber, die nicht gehorchen wollten, reizten und erbitterten die Seelen derer aus den Nationen gegen die Brüder. 3 Sie verweilten nun lange Zeit und sprachen freimütig in dem Herrn, der dem Wort seiner Gnade Zeugnis gab, indem er Zeichen und Wunder geschehen ließ durch ihre Hände. 4 Die Menge der Stadt aber war entzweit, und die einen waren mit den Juden, die anderen mit den Aposteln. 5 Als aber ein heftiges Bestreben entstand, sowohl von denen aus den Nationen als auch von den Juden samt ihren Obersten, sie zu misshandeln und zu steinigen, 6 entflohen sie, als sie es bemerkten, in die Städte von Lykaonien, Lystra und Derbe und die Umgegend; 7 und dort verkündigten sie das Evangelium.

    Heilung eines Lahmen in Lystra - Steinigung des Paulus
    8 Und ein Mann in Lystra saß da, kraftlos an den Füßen, lahm von seiner Mutter Leib an, der niemals umhergegangen war. 9 Dieser hörte Paulus reden; als der ihn fest anblickte und sah, dass er Glauben hatte, geheilt zu werden, 10 sprach er mit lauter Stimme: Stelle dich gerade hin auf deine Füße! Und er sprang auf und ging umher. 11 Als die Volksmengen aber sahen, was Paulus tat, erhoben sie ihre Stimme und sagten auf Lykaonisch: Die Götter sind den Menschen gleich geworden und sind zu uns herabgekommen. 12 Und sie nannten den Barnabas Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er es war, der das Wort führte. 13 Der Priester des Zeustempels aber, der vor der Stadt war, brachte Stiere und Kränze an die Tore und wollte mit den Volksmengen opfern. 14 Als aber die Apostel Barnabas und Paulus es hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen hinaus unter die Volksmenge und riefen 15 und sprachen: Männer, warum tut ihr dies? Auch wir sind Menschen von gleichen Empfindungen wie ihr und verkündigen euch, dass ihr euch von diesen nichtigen Götzen bekehren sollt zu dem lebendigen Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was in ihnen ist. 16 Er ließ in den vergangenen Geschlechtern alle Nationen in ihren eigenen Wegen gehen, 17 obwohl er sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem er Gutes tat und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab und eure Herzen mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte. 18 Und als sie dies sagten, beruhigten sie mit Mühe die Volksmengen, dass sie ihnen nicht opferten. 19 Es kamen aber aus Antiochia und Ikonion Juden an, und nachdem sie die Volksmengen überredet und Paulus gesteinigt hatten, schleiften sie ihn zur Stadt hinaus, da sie meinten, er sei gestorben. 20 Als aber die Jünger ihn umringten, stand er auf und ging in die Stadt hinein; und am folgenden Tag zog er mit Barnabas aus nach Derbe.


    Barnabas und Paulus galten den Lyakoniern' als Zeus und Hermes, alles klar? Sie galten als Götter die "herab kamen" und den Menschen gleich wurden. Dazu gibt es einige Objekte in der Kunst, die diese Bibelpassagen aufnahmen, hier ein wiki commons Angebot, frei für die Nutzung in Foren, es zeigt ein Bild von Adriaen van Stalbemt: Paulus und Barnabas werden in Lystra als Götter verehrt, 17. Jhd, Öl auf Kupfer.

    Ich meine dieser "Umstand" ist nicht unerheblich. Die Griechen, vlt. auch die römischen "Germanicaer'", hielten die beiden für Zeus und Hermes, Zeus wohlbemerkt!! Die andere Hälfte der Bevölkerung, vlt. auch bedeutend weniger, die Juden, steinigten Paulus.

    Paulus und Barnabas galten den Menschen als Götter! Auch wenn Paulus dieser Ehrung verdrießlich gegenüberstand und die Vergöttlichung ablehnte, die gottgleiche Bewunderung kann man lt. Bibel den Paulus in Ikonium nicht absprechen wollen. Ein gottgleicher Superstar, verliebte sich Thekla in Groupiemanier in Paulus? Man bedenke ihr "anzunehmendes Alter". Man bedenke, laut Interpretation der Bibel, wurde Paulus gottgleich verehrt oder abgrundtief gehasst. Die "unchristliche" hohe Verehrung lässt sich lt. Bibel nicht negieren, den Umfang des Hasses kann man m.E. nicht näher umschreiben, vlt. waren es auch nur wenige Pharisär die ihn nachstellten und es wäre nicht angebracht, zu meinen, alle Juden hätten ihn abgrundtief gehasst. Ich vermag auch nicht wirklich abzuschätzen, wie viele Juden in Ikonium 69 n. Chr. lebten, bzw in Lykaonien. Ich nehme an, es war eine Minderheit. Diese Minorität wuchs vermutl. 68/69, man bedenke den judäischen Feldzug Vespasians. Oooo, krasse Sachen die ich mit der Thekla erfahre, Neuland, Spannend, Umwerfend! Interessantes auch zu den Stichwörtern: "Paintings of Saint Barnabas".

    Lg


    ☺️
    Fietje Butenlänner
    .

    .

    . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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    Edit: Srry, während ich schrieb und sinnte gab es neue Einträge von euch, ok, danke wg. den "Versus Spondiacus" Erläuterungen.

  2. #122
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    Hallo!

    @ Butenlänner: Ich verfolge auch sehr interessiert, was du da alles ausgräbst - sehr anregend! Ich habe allerdings so meine Mühe, a) die historische Faktenlage, b) Textzeugen wie die Bibel oder die Thekla-Akten, c) die kulturellen Beinflussungen allgemein, d) Heyses Verserzählung in ihren jeweils eigenen Bezügen und Ansprüchen auseinanderzuhalten dabei ... Was machst du zum Beispiel aus II,202f?

    Als - nun sind's vier Jahr' - ich zuerst, von dem hohen Apostel
    Paulus zu euch gesandt, euch stärkte den wankenden Glauben?


    Da sagt Heyse eindeutig, dass seine Figur nicht Paulus ist!

    Sicher, man kann auf Heyses Autobiographie verweisen, da schreibt er, er habe an anderen Dingen Freude gehabt,

    weit mehr als an zwei anderen poetischen Aufgaben von größerem Gewicht: einem Trauerspiel "Saul", zu dem mich meine fleißigen Bibelstudien angeregt hatte, und dem epischen Gedicht "Thekla", dessen Stoff ich meinem Freund Jakob Bernays verdankte. Er hatte mir die Legende von Paulus und Thekla in einem lateinischen Legendenbuch nach Rom geschickt und mir die Bearbeitung ans Herz gelegt. Zunächst ging ich mit lebhaftem Eifer daran, wagte freilich nicht, die Gestalt des großen und größsten Apostels in meiner Dichtung erscheinen zu lassen, und schob ihm einen apokryphen Tryphon unter. Bald aber, aus verschiedenen Ursachen, erkaltete mein Feuer, nur die anerzogene Pflichttreue gegen eine begonnene Arbeit ließ mich den ersten Entwurf vollenden, und erst nach mehreren Jahren, auch dann nur mit halber Neigung, gewann ich es über mich, wieder daranzugehen.

    - Hervorhebung von mir. Lies: Er hat sehr wohl Paulus gemeint, aber es nicht schreiben wollen, und wir können also ruhig mit der Gleichung "Paulus = Tryphon" in die Textarbeit gehen. Vielleicht; ich, für mich, bin sehr dafür, zumindest eine Gedankenbahn freizuhalten für "den Text an sich", ohne Erklärungshilfen von außerhalb.

    Zum "Versus Spondiacus": In längeren Texten haben im Durchschnitt 2% aller Hexameter diese Form - manche haben keinen einzigen, manche bringen es auf 5%! Versuche die ruhig einmal - man muss aber darauf achten, dass der vierte Fuß ein Daktylus sein muss; und der Trochäus / Spondäus im fünften Fuß wirkt um so besser, je gehaltvoller die beiden Silben sind.

    Gruß,

    Ferdi

  3. #123
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    Ferdi, ich teile deine Einschätzung, Paulus kommt nicht direkt in seinen Versen vor! Nein nein, Paulus ist und bleibt ein "ehem." Bekannter der Thekla, nicht mehr und nicht weniger! Ich halte in Heyses Versen niemanden für Paulus, trotzdem ist bei der Bewertung von Heyses Versen die Historizität von P. und seinen Stationen unverzichtbar. Das ist ja gerade das spannende an seiner "Story", diese stellt ja gewissermaßen ein Verständnis unserer Kultur- und Religionsgeschichte in Frage. Ich habe diese Stelle in der Bibel nicht gekannt und ich war baff, Paulus galt den "Ikoniern" als Hermes, Barnabas als Zeus! Ich halte diesen ""Bibelfakt"" für Unverzichtbar: Heyse and Friends kannten diese Bibelpassage und wussten diese "für sich" zu interpretieren. Vlt. stellen diese Infos einen Verständnisrahmen zur Verfügung, bedenke, ich bin am Anfang von Gesang 3. Äußerst Spannend.
    lg fietje

  4. #124
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    Hallo zum Zweiten!

    @ Miserabella:

    Muss ein / Großes ge- / schehn, || ein Ge- / fährliches. | Streckt er nicht / immer,

    Ich denke, es wird der inneren Notwendigkeit des Verses am ehesten gerecht, wenn man, lässt der Vers es zu, den Haupteinschnitt im dritten Fuß verortet. Wenn du jetzt sagst "Andersrum!", also Haupteinschnitt nach dem vierten Fuß, Nebeneinschnitt im dritten - kann man so sehen, ich widerspräche dir nicht.

    Noch zu "Denn ein Übriges tun ist immer das Klügste": Danke für eure Antworten! Ich kannte den Ausdruck gar nicht, duden.de, wo ich inzwischen nachgeschaut habe, sagt: "mehr tun, als nötig ist." Wieder etwas gelernt ...

    Gruß,

    Ferdi

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