1. #1
    Registriert seit
    Jan 2012
    Ort
    München
    Beiträge
    503

    So ihr nicht werdet wie die Kinder,...

    "Mann, bist Du aber schwarz",
    stellte Max fest.
    "Mann, bist Du aber weiß,"
    antwortete Martin.

    Dann nahmen sie die Legosteine
    und schufen eine Welt
    für Helden und Abenteuer...-
    und ab und zu hörte ich
    ein glockenhelles Kinderlachen,
    welches so bunt und vollkommen
    strahlte wie ein Regenbogen.
    Geändert von macin (06.06.2020 um 17:17 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Apr 2020
    Ort
    Bei Yan
    Beiträge
    651
    Hallo Macin,

    das ist es auf jeden Fall wert, genau so erzählt zu werden.

    Ich hätte im zweiten Teil die Zeilen anders gebrochen,
    doch da folgt jeder seiner Idee.


    "Mann, bist Du aber schwarz",
    stellte Max fest.
    "Mann, bist Du aber weiß,"
    antwortete Martin.

    Dann nahmen sie die Legosteine
    und schufen eine Welt
    für Helden und Abenteuerer ...-
    und ab und zu hörte ich
    ein glockenhelles Kinderlachen,
    welches so bunt und vollkommen
    strahlte wie ein Regenbogen.

    Gruß Lé.

  3. #3
    Registriert seit
    Jan 2012
    Ort
    München
    Beiträge
    503
    Hallo Le',

    Danke für Deinen Kommentar und die Anregungen, die mich überzeugt haben- ich habe also die Umbrüche geändert.

    Lg
    macin

  4. #4
    Registriert seit
    Jun 2018
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    462
    Moin Macin,

    das ist ein schönes Gedicht, wie ich finde. Es regte mich spontan zu folgender Überlegung an:

    Wenn jemandem hierzulande das "glockenhelle Kinderlachen" sehr fehlt, weil es für seinen Geschmack zu wenige Kinder in seiner Umgebung gibt (allgemeine Pädophobie in der deutschen Gesellschaft mit der Folge von Überalterung der Gesellschaft), und wenn dieser Mensch dann beschließt, nach Kenya auszuwandern, denn dort kommt auf einen Erwachsenen mehr als 1 Kind, dann könnte es zwischen diesem Migranten aus Deutschland und den dortigen Einheimischen zum Konflikt kommen, sagen wir mal, weil der Migrant aus Deutschland mit seiner Pension, die er sich in Deutschland sauer verdient hat dort ganz gut für sich lebt, mit schönem Haus und Auto und gutem Essen und weil er eben seine Ruhe haben will, niemandem helfen oder dergleichen, weil er nur eben das Kinderlachen aus der Umgebung und das Familienleben der anderen miterleben will und sonst nicht viel mit den Einheimischen zu tun haben möchte. Wenn also die Einheimischen diese Lebensart des Migranten aus Deutschland vieleicht nicht mögen, wenn der Migrant aus Deutschland zunehmend deswegen angefeindet wird, weil der Eindruck entsteht, dass er nicht in das Dorf passt, dass er irgendwie stört, weil er an dem Kulturleben der Einheimischen nicht teilnimmt und auch kein Interesse in diese Richtung entwickelt, wäre das dann nicht einfach auch nur ein Konflikt unter Menschen? Es wäre meines Erachtens ungerechtfertigt, wenn dieser Migrant aus Deutschland sagen würde, dass er in Kenya rassistisch diskriminiert wird, nur weil er ein weißer ist und weil mal jemand "deutsche Kartoffel" zu ihm gesagt hat. Oder? Genauso ist es meines Erachtens umgekehrt mit den hiesigen Migranten aus Kenya. Nicht jeder Konflikt zwischen den Einheimischen in Deutschland und ihnen ist als Rassismus einzustufen. Klar, wenn Beschimpfungen dabei sind, dann schon. Aber wie oft sind keine Beschimpfungen im Spiel sondern einfach nur normale zwischenmenschliche Konflkte, wegen Kindererziehung. Ruhestörung oder dergleichen. Es ist doch meistens einfach nur ein Konflkt, vielleicht auch aufgrund unterschiedlicher Sozialisation entstanden. Wäre es nicht schlimm, Konflikte nicht auszutragen, aus Angst, wohlmöglich als Rassist diskriminiert zu werden? Dieser "Schwarz-Weiß-Quatsch" interessiert doch heute kaum noch jemanden. Eher die unterschiedliche Lebensart, die jeweils gelernt ist und wo niemand sagen kann, dass das eine besser ist als das andere. Es ist halt nur unterschiedlich. Ich möchte das sagen dürfen, wenn mir zum Beispiel die Üblichkeit in der Heimat eines anderen, wenn dort 2 von 3 Mädchen beschnitten werden, nicht gefällt. Ich möchte deswegen nicht anecken oder als rassistisch betrachtet werden, denn ich meine ja nur DIESE Übrlichkeit in dem entsprechenden Land, unter den Menschen in diesem Land, deren Rechtsordnung in diesem Punkt und vielleicht auch meine Befürchtung, dass das dann auch hier, in meinem Land weiter geführt wird. So wie ich mir auf der anderen Seite auch gerne sagen lasse, dass es aus dortiger Sicht als abartig betrachtet wird, Kinder abzutreiben oder dass Frauen keine Kinder kriegen wollen. Ich muss deswegen nicht gleich sauer werden auch wenn es etwas ist, was meinen Kulturkreis betrifft und kritisch damit umgeht. Es ist doch nur der Standpunkt des anderen, der damit zwar meinen Kulturkreis kritisiert (ca. 5 Millionen Abtreibungen in den letzten 40 Jahren) aber der das eben sagen darf ohne dass ich mich gleich wegen meiner "Rasse" diskriminiert fühlen muss. So wie ich auch im Bezug auf andere Kultur-Gepflogenheiten kritisieren darf, egal ob der Kritisierte nun schwarze oder sonst eine Hautfarbe hat. Sagt der Kritisierte aber, ich würde ihn wegen seiner Hautfarbe kritisieren, wo ich doch nur über die Gepflogenheiten in seinem Land, über das von ihm als Kind Gelernte geredet habe, dann wäre dieser Diskriminierungsvorwurf eine primitive Abwehr und insofern gemein und unfair.

    Liebe Grüße, Henrik
    Geändert von Zärtlichkeit (06.06.2020 um 20:41 Uhr)

  5. #5
    Registriert seit
    Jan 2012
    Ort
    München
    Beiträge
    503
    Hallo Zärtlichkeit,

    Da machst Du ein sehr großes Fass auf und alles was ich dazu sagen will ist, dass es diese Begebenheit genau so gab, ist allerdings schon ein paar Jährchen her.(Nicht mehr als 10)

    Nur eine Anmerkung noch, neben vielen kulturellen und sozialen Ansichten/Unterschieden, die natürlich Konflikte hervorrufen können und ganz sicher Anlass geben sich darüber auseinander zu setzen, sind es leider dennoch auch immer noch körperliche Merkmale, die zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen, auch heute , jetzt und hier.
    Ich bin z.B. in über 50 Jahren noch nie in eine "Verdachtsunabhängige Personenkontrolle" geraten, meine Tochter schon öfter, sie wurde hier geboren, spricht Deutsch und kennt keine andere Kultur als unsere, weil ich sie allein aufzog, allerdings vermachte ihr ihr Vater diese gesunde Hauttönung, die es für sie unmöglich macht hier in diesem unserem Lande als Deutsche wahrgenommen zu werden, auch wenn es in ihrer Geburtsurkunde und in ihrem Pass so steht.
    Wie immer schreibe ich wenig fiktiv, sondern aufgrund von gelebter und erfahrener Realität-und ja Rassismus, Dummheit usw. sind nicht auf eine weiße Minderheit beschränkt, sondern gibt es auch unter allen anderen wie auch immer gearteten Menschen, um so mehr ein Grund Vorurteile zu hinterfragen und wie ein Kind nur die Phänomene neugierig und wertfrei wahrzunehmen. Wie der gute alte Epiktet schon sagte "nicht die Ereignisse stören den Geist des Menschen, sondern seine Beurteilung dieser Ereignisse..."
    LG
    macin
    Geändert von macin (07.06.2020 um 21:59 Uhr)

  6. #6
    Registriert seit
    Jun 2018
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    462
    Hallo Macin,

    ich habe nicht so direkte Erfahrungen mit Rassismus wie du sie erlebt hast. Es ist so unfassbar, wie dumm Menschen sein können. Ich bin aber sicher, dass deine Tochter sich dagegen behaupten kann. Ich wäre sofort an ihrer Seite, wenn sie jenseits normaler zwischenmenschlicher Konflikte angefeindet wird, nur weil sie dunklere Haut hat als die Anfeinder und ich bin ganz zuversichtlich, dass es immer mehr Menschen gibt, die es so sehen wie ich. Ich glaube, du hast verstanden, wovon ich rede. Es geht wirklich nur um den Missbrauch des Rassismusvorwurfs, nur um nicht kritisiert zu werden oder um Konflikte ungelöst zu lassen. Das, was du berichtest ist unabhängig davon scharf zu kritisieren und gehört nicht zu einer zivilierten Menschheit. Ich wünsche mir zum Beispiel, dass in den "besseren" Stadtteilen der großen Metropolen (Hamburg Blankenese etc) nicht so viele Weiße wohnen und dass in den "schlechteren Stadtteilen" ("Ghettos" wie Hamburg Steilshooop) nicht so viele Schwarze. ich möchte, dass es nicht eine Frage des Geldes ist (hohe Miete), ob man unter "seinesgleichen" wohnt oder nicht. Alles gehört durchmischt in einer Gesellschaft, die ja nicht zuletzt wegen der demographischen Entscheidung eine Einwanderungsgesellschaft ist. Gelebter Rassismus ist nämlich auch, wenn stumm, stillschweigend Hebel bemüht werden, um keine Nachbarn mit anderer Hautfarbe im Haus zu haben. Einer dieser Hebel wäre die Bereitschaft, eine sehr hohe Miete zu zahlen, wobei im Gegenzug die Hausverwaltung stets sehr höflich Wohnungsinteressenten mit nicht "alt-einheimischer" Tönung der Haut als Mieter ablehnt, so dass die Weißen schön unter sich bleiben und hinter vorgehaltener Hand sagen, dass die Scharzen ja auch laut sind und mit ihren ganzen Verwandten ständig Besuch haben. Viele von den Bewohnern solcher "feiner" aber eben rassenhomogener Häuser haben in den letzten Tagen auf den Straßen des Landes gegen Rassismus demonstriert, was ich unter diesen Vorzeichen sehr heuchlerisch finde.

    Liebe Grüße, Henrik

  7. #7
    Registriert seit
    Jan 2012
    Ort
    München
    Beiträge
    503
    Hallo Henrik,
    Ja, Gott sei Dank ist vieles heute besser geworden, auch für meine Tochter. Ich sage ihr immer, wenn sie sich beklagt, dass es nie zuvor eine bessere Zeit gab für eine halbschwarze Frau als heute- es gibt da aber noch viel Spielraum für weitere Entwicklungen für Gleichstellung und Humanität.
    (Meine Mutter konnte erst 1974 wieder arbeiten, als das Gesetz fiel, dass der Ehemann einem solchen Ansinnen zustimmen muss...gar nicht meine Welt!) und die jüngeren Generationen sind aufgeklärter und liberaler und aufgeschlossener als je zuvor, jedenfalls wenn sie Zugang zu Bildung und offenem Dialog haben. Dennoch habe ich in meinem langen Leben auch nicht ansatzweise das erreicht was ich mir gewünscht hätte und ich habe während des Studiums zeitweise mehr demonstriert als studiert.
    Also bleibt noch viel zu tun in Sachen Dialog und Weiterentwicklung und deshalb war meine Tochter auf der Kundgebung und ich habe diesen kleinen Text zum Thema eingestellt.
    LG
    macin

  8. #8
    Registriert seit
    Jun 2018
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    462
    Hallo Marcin,

    die Demos gegen Rassismus sollten in den Städten nur durch die Stadtteile führen, in denen wenige Schwarze wohnen, was ja Gründe haben muss. Dann werden viele Teilnehmer der Demos festellen, dass sie bei sich zu Hause vorbei ziehen. Lösbar wäre das. Immerhin könnten die Weißen aus diesen teureren Stadtteilen ja in die günstigeren Stadtteile umziehen, wo mehr Schwarze leben. Dann sparen sie sogar Geld, weil die Mieten da meist sehr viel günstiger sind. Aber... Wollen die das? Wollen die Menschen unterschiedlichen Ursprungs WIRKLICH zusammen kommen? Sind wir alle da WIRKLICH ehrlich mit anderen und mit uns selbst?
    Herzliche Grüße

    Henrik

  9. #9
    Registriert seit
    Jan 2012
    Ort
    München
    Beiträge
    503
    Hi Henrik,
    Hier in München fand die Hauptkundgebung auf dem Königsplatz statt, der von Nazis nach ihren Vorstellungen von heroischer Architektur nach klassischen Vorbildern gestaltet wurde und da wohnen tatsächlich kaum Ausländer, allerdings gibt es eine große Nähe zur technischen Universität und zum Hauptbahnhof...und noch einmal möchte ich erwähnen, dass es mein Lebensinhalt/alltag ist mit sehr verschiedenen Kulturen konfrontiert zu sein und nein das macht mich auch nicht immer glücklich und birgt große Konflikte, die ich sehr anstrengend finde und auf die ich teilweise gern verzichten würde...aber genau darum geht es, wie und ob wir uns dem anstrengenden Dialog aussetzen und um Verständnis und Verständigung ringen oder lieber in unserer Komfortzone, umgeben von Vorurteilen und halbseidenem Wissen gemütlich dahindümpeln und uns über Gott und die Welt aufregen
    LG
    macin
    Geändert von macin (17.06.2020 um 17:47 Uhr)

  10. #10
    Registriert seit
    Jun 2018
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    462
    Danke Macin, für deine Antwort. Jeder Weiße soll sich selbst fragen, ob Schwarze in den direkten Nachbarwohnungen zu seiner Wohnung wohnen und wenn da keine sind soll er sich fragen, warum das so ist und ob er vielleicht selbst oder seine Nachbarn ein (stillschweigendes) Interesse daran hat, dass es so bleibt oder nicht. Und jeder soll sich fragen, ob er bei seiner nächsten Wohnungssuche auch Stadtviertel in Betracht zieht, in denen vorwiegend Schwarze wohnen und wenn nein, warum nicht. Ich habe als Mensch mit Akademikergehalt mit Familie über 20 Jahre lang in entsprechenden Vierteln Hamburgs gewohnt (Steilshoop und Osdorfer Born). Ich darf also solche Fragen stellen Beste Grüße, Henrik
    Geändert von Zärtlichkeit (07.06.2020 um 20:22 Uhr)

  11. #11
    Registriert seit
    Jan 2012
    Ort
    München
    Beiträge
    503
    Hi nochmal,
    Fragen sind nicht verkehrt und ich wohne in so einem günstigen Viertel, in unserem Haus wohnen wesentlich mehr Ausländer als Deutsche, übrigens auch afrikanischer Herkunft. Meine beste Praktikantin bisher war aus Uganda, danach kam gleich ein Uygure. Als ich vor 20 Jahren hierher umzog und einen Nachmieter für meine alte Wohnung suchte, war auch ein dunkelhäutiger Bewerber dabei, woraufhin ich mir anhören mußte, dass Ausländer ja noch gingen, aber nicht solche!
    Noch einmal ist es mir wichtig zu betonen, dass die Hautfarbe oder Herkunft nichts darüber aussagt, wie reflektiert, menschlich oder angenehm ein Mensch im Umgang ist, wobei unterschiedliche Sozialisation, wie schon erwähnt, natürlich ein Konfliktpotential birgt. Generell kann ich sagen, dass ich als weiße Frau überall in der Welt meist freundlich und zuvorkommend behandelt wurde, es sei denn es gab Missverständnisse. Sehr schlechte Erfahrungen machte ich in München in der Nähe des Friedensengels, einer guten und teuren Wohngegend.
    LG
    macin
    Geändert von macin (07.06.2020 um 22:00 Uhr)

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Trollreime - nicht nur für Kinder
    Von Walther im Forum Hoffnung und Fröhliches
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 07.01.2015, 18:09
  2. Und werdet Götter
    Von horstgrosse2 im Forum Mythisches, Religiöses und Spirituelles
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 29.03.2009, 11:56
  3. Gedichte nicht nur für Kinder ;-)
    Von Arwen52 im Forum Diverse
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 27.04.2008, 16:25
  4. Wenn ihr nicht werdet
    Von crux im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 16.01.2007, 16:43
  5. werdet erwachsen!
    Von punkt_strich im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 25.08.2004, 12:37

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden