Das mag es immer geben

In den Stunden großer Nähe
Bleibt das Ferne auch präsent,
Wo man nur das Leben säe
Und den Morgen köstlich nennt.

Wissen wir um jenen Schatz,
Der nun unsere Tage füllt,
Mit Teilhabe und Besatz,
Wenn die Freude erst anschwillt?

Immer wird es das auch geben:
Trennung u n d Vereinigung.
Treibholz bleibt ja unser Leben,
Gibt uns niemals Mäßigung.

Wille stimmt für unser Sinnen,
Wünsche stehen oft banal,
Können dadurch nicht gewinnen:
Manche Sehnsucht wird uns schal.

Trennendes zu überwinden,
Das entzieht so manche Macht.
Ob wir dann noch Liebe finden,
Bleibt das immer wohl bedacht?

Nur wo Herzen sich anstrengen,
Stete Nähe pflegen können,
Werden Freuden sich nicht engen,
Können wir uns gut versöhnen.

Immer wird es Trennung geben,
Immer auch das Nähefinden,
Wenn wir ehrlich danach streben
Und Distanzen überwinden.


©Hans Hartmut Karg
2020

*