1. #1
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    Streiten (Sonett in Distichen)

    Heiß und hart oft ein Streit, ein wildes Hauen und Stechen.
    Schlagfertig wär man da gern, tobt erst das wilde Gefecht.
    Siegen ist alles, was zählt. Was heißt am Ende Gewinn im
    zähen Ringen und Kampf? lohnt der zermürbende Krieg?

    Aufschlag Return, auf Hieb folgt Stich, das pro ruft nach contra.
    Wirbel um nichts - und du ahnst, alles vergebliches Tun.
    Siehst im lebenden Wald die Bäume nicht mehr. Du verirrst dich,
    schließt deine Augen und suchst innen nach Wahrheit und Ruh.

    Achte den Weisen, der schweigt, um Wort und Gedanken zu hüten.
    Klug auch der Stier, der weiß: Mauern verletzen das Horn.
    Zügle die Wut, und frage: was nützt mir das Streiten und Toben?
    Weisheit bedeutet zuletzt wissen, wann Kampf es dir lohnt.

    Zukunft wartet im Dunkel, erst morgen tritt sie ans Licht, was
    heute sicherlich wahr, morgen ist's Trugbild und Staub.
    Geändert von L'étranger (12.07.2020 um 16:31 Uhr)
    "Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten."
    Georg Christoph Lichtenberg


  2. #2
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    Huch , Lé verkündet allgemeingültige Weisheiten? Spontanes? Egal, von mir, vlt. etwas zu schnell und voreilig, ein erstes und letztes meckern, denn formal lässt sich nur ein Punkt in Bezug auf die Melodei anmerken:

    im zähen Ringen und Kampf? lohnt der zermürbende Krieg?

    Aufschlag Return, auf Hieb folgt Stich, das pro ruft nach contra.
    Wirbel um nichts - und du ahnst, alles vergebliches Tun.
    Siehst im lebenden Wald die Bäume nicht mehr. Du verirrst dich,
    schließt deine Augen und suchst innen nach Wahrheit und Ruh.


    Q1V4: hier ist der Verseingang tonal unklar, dazu ein funktionierender Verseingang im Vergleich, ebenda Q2V4. Selbst wenn ich als Leser diese Stelle zurückspule und nachlese, nein, "im zähen" bleibt seiner natürlichen Sprechvorlage treu: xXx.

    Ansonsten, inhaltlich gehe ich d'accord. Oder sagt man: ich bin d'accord?

    lg



    ☺️
    Fietje Butenlänner
    .

    .

    . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
    Hexameter Festival Sommer 2020 click on it

  3. #3
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    Hi Fietje,

    Ja .

    die schnelle Änderung zum Schluss in der Vers 3 der dritten Strophe war Murks - so wars nicht gedacht. Habs gebessert.

    Wie wars mit "schließt deine Augen" - funktioniert das?

    Inhaltlich etwas direkt - leider. Aber ich wollte so gerne mal ein hexametrisches Sonett schreiben,
    auch wenn es sicher von den Verteidigern des Sonetts verfolgt werden wird .

    Gruß Lé.
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    Georg Christoph Lichtenberg


  4. #4
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    zähen Ringen und Kampf? lohnt der zermürbende Krieg?



    Ich habe gemeckert, obwohl es nichts zu meckern gab. Zufälligerweise ist das "im" einen Vers höher gerutscht.

    Ich fühle mich getäuscht von dir, ich werde Anzeige bei der Mod. erstatten.

    Spaß beiseite, parke das "im" nur wieder um, es ist ein verflixtes "im". Ich habe das Gefühl, ich bin dir auf dem Leim gegangen, herrlich.
    lg

    . . . Fietje

  5. #5
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    Hi Fietje,

    nein, so "hinterfotzig" (sagt der Bayer) bin ich nicht. Vorher stand da noch "was heißt am Ende gewinn(en) im". Das war wirklich unfein !!!

    Ich hatte mich ja hier für die korrekte klassische Versdarstellung entschieden,, um die ("englische") Sonettstruktur (4+4+4+2 Zeilen) hervorzuheben. Jetzt suchen wir nur noch dem Kreuzreim .

    Gruß Lé.

    P.S. was meinst du. Kann man das den beiden Sommerfäden zumuten?
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  6. #6
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    Zitat Zitat von L'étranger Beitrag anzeigen
    Heiß und hart oft ein Streit, ein wildes Hauen und Stechen.
    Schlagfertig wär man da gern, tobt erst das wilde Gefecht.
    Siegen ist alles, was zählt. Was heißt am Ende Gewinn im
    zähen Ringen und Kampf? lohnt der zermürbende Krieg?

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    Wirbel um nichts - und du ahnst, alles vergebliches Tun.
    Siehst im lebenden Wald die Bäume nicht mehr. Du verirrst dich,
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    Achte den Weisen, der schweigt, um Wort und Gedanken zu hüten.
    Klug auch der Stier, der weiß: Mauern verletzen das Horn.
    Zügle die Wut, und frage: was nützt mir das Streiten und Toben?
    Weisheit bedeutet zuletzt wissen, wann Kampf es dir lohnt.

    Zukunft wartet im Dunkel, erst morgen tritt sie ans Licht, was
    heute sicherlich wahr, morgen ist's Trugbild und Staub.

    Grüße,

    auch wenn ich mich vermutlich wiederhole mit der Frage,

    Zitat:
    Heiß und hart oft ein Streit, ein wildes Hauen und Stechen.
    X x X x x X, x Xx Xx x Xx

    Schlagfertig wär man da gern, tobt erst das wilde Gefecht.
    Xxx X x x X, X x x Xx xX

    und

    Siegen ist alles, was zählt. Was heißt am Ende Gewinn im
    Xx x Xx, x X. x X x Xx xX x

    zähen Ringen und Kampf? lohnt der zermürbende Krieg?

    Xx Xx x X? X x xXxx X?

    und

    Achte den Weisen, der schweigt, um Wort und Gedanken zu hüten.
    Xx x Xx, x X, x X x xXx x Xx

    Klug auch der Stier, der weiß: Mauern verletzen das Horn.

    X x x X, x X: Xx xXx x X.

    Liege ich mit den Betonungen richtig? Aber warum manchmal zwei Unbetonte zwischen den Hebungen und oft nur eine Unbetonte. ist das hier freigestellt, egal?

    tschüss.

  7. #7
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    Ha, logen Lè! Aber, diese 1. Version, eben mit unregelmäßigen Zeilenbruch in Q1, die war doch genial! Sowieso, einen unregelmäßigen Zeilenbruch, im Hexa, im Penta, im Sonett, fände ich sehr reizvoll.

    Beispiele fänden sich auch diesbezgl. in deinen Hexagedichten, oder?
    Nähmen wir ein perfekt komponiertes Sonett nach der feinen englischer Art, nur die Zeilenbrüche bringen die wohlige Ordnung durcheinander, mal ist der Verseingang betont, mal unbetont, schön unregelmäßig, jo!
    Ob aber die Großkopfernen' der Sonetterei hiesige Verse als Sonett durchgehen ließen, vermag ich nicht zu beurteilen, für die Sommerfäden als avantgardistischer Beitrag erscheint mir dieses Gedicht perfekt. Ach, bliebe nur die Frage, mit dem Sonett spielen Festival oder Hexameter Festival? Ich würde sagen wollen, beide Fäden wären perfekt. Überlege doch auch noch einmal, ob diese "im" Verschiebung nach links zum Verseingang nicht irgendwie umsetzbar wäre.
    Wenn du magst, ixe ich die deine Verse noch, wäre kein Problem.

    Lg

    . . . Fietje

    Edit: srry horst falls sich etwas überschneiden sollte, wir hatten zur gleichen Zeit geschrieben und gepostet.

  8. #8
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    Hallo Horst,

    der deutsche Hexameter Xx(x)Xx(x)Xx(x)Xx(x)XxxXx schreibt nur zwischen der 5. Und 6. Hebung zwingend zwei unbetonte Silben vor. An jeder anderen Stelle ist auch ein Trochäus statt des Daktylus erlaubt. Dadurch bleibt mehr Freiheit, den Erzählvers, dem jeweiligen Tempo und Fluss des Inhalts anzupassen. Es wird abwechslungsreicher.
    In der griechischen Sprache war das wohl nicht so notwendig. Weshalb genau das so ist, kann ich nicht sauber erklären - eher Fietje oder Ferdi.

    Beim Pentameter Xx(x)Xx(x)X-XxxXxxX - hier ja auch jede zweite Zeile, darf vor dem Hebungsprall einmal der Trochäus genutzt werden.


    Hallo Fietje,

    meintest du, ich soll das "im" in die nächste Zeile schieben, oder die alte "fehlerhafte" Version wiederherstellen?

    Ansonsten würde ich auch beide Fäden gut finden.

    Gruß Lé.
    Geändert von L'étranger (13.07.2020 um 09:18 Uhr)
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