1. #1
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    Der schöne Schein


    Der schöne Schein


    des Fortschrittdenkens,
    das Routinelächeln Hochgestellter,
    der Sexappeal der Werbeträger,
    das Protzen mit gerafften Gütern,
    die Siegerposen mit Champagnerduschen...
    alles hinfällig? Hohl, wenn Tag für Tag
    an jeder Tür Krankheit und Tod anklopfen können?

    Tanzten wir zu lange auf dem Vulkan,
    als schon der Boden
    unter unseren Füßen grummelte?
    Genaßen wir den Kitzel, vermeintlich
    glückliche Tage uns mit Sonnenfinsternissen
    vorstellen zu können?

    Warfen wir selbst den Stein
    in den Spiegel, der unser
    geheimes Gesicht abbildete?
    Sahen wir das Bild in unserer Seele
    zerspringen und suchten die Splitter
    wieder zu früherer Ansicht zu fügen?

    Fragen über Fragen.
    Antworten brauchen wir! Keine Klagen!
    Geändert von Carolus (24.07.2020 um 23:18 Uhr) Grund: V4 Z 4/5 "damit" als Ziel, statt "wenn"als Bedingung..

  2. #2
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    Lb. Carolus,

    die Aussagen sind berechtigt. Um uns ist Elend und Tod. Die allgemeine Antwort darauf ist Verdrängung. Mit dem Elend und der Gefahr lässt sich kein gutes Leben führen. Jeder ist bemüht sich positiv selbst zu verwirklichen. Wenn Hilfe dazu beiträgt wird sie auch geleistet am meisten von jenen die sie selbst benötigen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Lieber Hans,

    "Um uns ist Elend und Tod. Die allgemeine Antwort darauf ist Verdrängung." Dieser bedenkenswerten Feststellung kann ich nur zustimmen. Nicht schnell genug konnte es vielen gehen, um den Normalzustand wieder herzustellen, aber angesichts drohender Infektionswellen am Horizont scheint die Ausnahme die Regel zu werden und der Ausnahmezustand für ungewisse Zeit zur alltäglichen Realität.
    Auch deine weitere Feststellung trifft zu: "Wenn Hilfe dazu beiträgt wird sie auch geleistet am meisten von jenen die sie selbst benötigen." Diese kann nicht mit einer Anerkennungsprämie abgegolten werden. Öfter habe ich auf Reisen in armen Ländern die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit gerade der Ärmsten mit verhaltener Beschämung erfahren, wenn ich an das Verhalten vieler meiner Landsleute dachte.

    Danke fürs Reinschauen und deine anregenden Gedanken.

    Lieben Gruß
    Carolus

  4. #4
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    Lb. Carolus,

    Nicht schnell genug konnte es vielen gehen, um den Normalzustand wieder herzustellen,
    Es gab nie eine zwingende Begründung den Normalzustand zu verlassen, es sei denn die überzogenen, angstmachenden Auslegungen, die dann infolge der Maßnahmen zu sehr viel Toten, wirtschaftlichen und psychischen Schäden geführt haben.
    aber angesichts drohender Infektionswellen am Horizont scheint die Ausnahme die Regel zu werden und der Ausnahmezustand für ungewisse Zeit zur alltäglichen Realität.
    Wir hatten im Frühjahr eine Infektionswelle, so wie jedes Jahr und nichts anderes ist zu erwarten. Es bleibt zu hoffen, das dies von der Mehrheit erkannt wird und weitere schädliche Maßnahmen verhindert werden.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Was soll das Gedicht denn sein, wenn keine astreine Klage? Eitelkeiten die dargestellt werden sind doch erst möglich, wenn wir uns trauen Abstand zu nehmen was die Miesepeter ausbrüten.

    Oder woher der Neid kommt war vor diesem Gedicht schon klar. aus mangelnder Fähigkeit zur Selbstdarstellung. Und noch ein bisschen Überfokussierung da alles einen sehr nahen beklemmenden Eindruck machen will.

    Durch inflationären Gebrauch von Suggestivtechniken im Frage-Antwort-Spiel das gerne mal mehr Dynamik vermitteln will als eigentlich da ist.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  6. #6
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    Lieber Lorenz,

    schreib nicht so dunkel und rätselhaft wie die Pythia in Delphi. Ich möchte als geistiger Normalverbraucher deine Aussagen richtig verstehen und frage dich: Warum gehst du nicht auf den Text im einzelnen ein und begründest nachvollziehbar deine Kritik, statt mit pauschalisierenden Feststellungen ex cathedra um dich zu werfen?
    Wer? Was? Wie? Wann? Warum? Wozu?.... "Fragen über Fragen" bleiben, weil wir "Antworten brauchen...! Keine Klagen!"

    Freundliche Grüße
    Carolus

  7. #7
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    Ist es sinnlos mir zu antworten?

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  8. #8
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    Ja, wenn ich dich nicht verstehe.

    Freundliche Grüße!
    Carolus

  9. #9
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    Zitat Zitat von Carolus Beitrag anzeigen
    Lieber Lorenz,

    schreib nicht so dunkel und rätselhaft wie die Pythia in Delphi...
    Wer ist Lorenz?

  10. #10
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    Zitat Zitat von Carolus Beitrag anzeigen
    Ja, wenn ich dich nicht verstehe.

    Freundliche Grüße!
    Carolus
    Glaubst du das geht mir mit dir anders?
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  11. #11
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    Hallo,

    bitte kehrt nun zurück zum Gedicht. Danke.

    LG
    Richmodis

  12. #12
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    Kann ich mir schon vorstellen.
    Da treffen zwei unterschiedliche Welten aufeinander, aber das sollte kein Hindernis sein, sich Schritt für Schritt anzunähern, um den anderen besser zu verstehen.

    Freundlichen Gruß
    Carolus

  13. #13
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    Hi carolus,
    Terrori warf ein, das ein inflationärer Gebrauch von Suggestivtechniken im Frage-Antwort-Spiel gerne mal mehr Dynamik vermitteln möchte, als eigentlich da ist. Übersetzt hieße das: ihm war die Weile im hiesigen Faden zu lang.

    Deine Poetik endet mit den Versen:
    Fragen über Fragen.
    Antworten brauchen wir! Keine Klagen!

    Wie kann man Antworten fordern, die keiner beantworten kann? Vieles in dieser Krise scheint die Welt plötzlich zu verändern, viele Zweifel melden sich bei mir, viele Klagen ertönen aus den Familien, Dörfern und den Städten, aber keiner sog. Antwort könnte ich ohne Zweifel begegnen wollen, alles erscheint wie Science Fiction. Dementsprechend wage ich eine Frage an dich, welche Antworten sollten es denn sein?

    Lg Fietje
    Geändert von Butenlänner (02.08.2020 um 05:03 Uhr)

  14. #14
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    Hallo Fietje,

    mit der Aufzählung dekadenter Phänomene der postindustriellen Gesellschaft in Vers 1 wollte ich den Kontrast zum derzeitigen Elend mit Arbeitslosigkeit, Krankheit, Hoffnungslosigkeit, Sterben und Tod u.a.m. klar herausstellen.

    "Wie kann man Antworten fordern, die keiner beantworten kann?" fragst du.
    Ich meine, kollektive Heilsantworten werden dieser Welt- und Menschheitskrise nicht Herr werden können, allenfalls individuelle jedes Einzelnen, der, ge- und betroffen durch die Pandemie, sich fragt, was ihn in seinem Leben innerlich (!) reifer, zufriedener und damit menschlicher erscheinen lässt.

    In Vers 3 Z. 4-6 möchte das Li darauf hinweisen, wie unsere bisherige Vorstellung vom Leben zerbricht oder zumindest korrigiert wird. Wie wir zur Wiederherstellung unserer scheinbar sicheren Gewohnheiten und Muster neigen.in der Hoffnung, dass dies eine mögliche Antwort auf deine Frage sein könnte: "Welche Antworten sollten es denn sein?" verbleibe ich dankend

    mit liebem Gruß
    Carolus

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