Thema: Frhstcksglck

  1. #1
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    Frhstcksglck


    Frhstcksglck


    Aus stiller Nacht erwacht,
    beginnt der Morgen
    mit flammend rotem Angesicht
    ein Wunder zu entfalten.
    Ein Strahlen folgt,
    das dunkle Flecken bricht.

    Lchelnd schickt er einen Gru
    aus elysischen Gefilden,
    heit die Gefhrtin sich leis
    dem Schlafenden zu nhern,
    um wortlos seine Grubotschaft
    mit ihm zu teilen.

    Schlafend, wachend glaubt er,
    die Schnste aller Rosen zu umarmen,
    die ihn im Garten Eden
    eindringlich mit ihrem Duft betrt.
    Erwacht schaut er etwas verstrt
    auf seine Armbanduhr: "Mein Gott,
    wo war ich, bin ich nur?

    Sie strahlt ihn an, er strahlt zurck.
    Der Rest ist Frhstcksglck.

  2. #2
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    (wenige Worte haben so viele 's und das noch dazu als einzige Vokale) werter Carolus,

    ein schnes in deinem Stil geschriebenes Gedicht.

    Mir gelingt es zwar nicht, das schne Poem auf die bliche Leseschnelle hin zu entrtseln.
    Aber irgendwie bilde ich mir ein, dass sich Sonne und Mond hier kuscheln, knnte das nicht sein?

    Die Sonne knnte zumindest in meiner minderbegabten Interpretation die schnste aller Rosen sein ...
    Wenn sie so schn untergeht, oder aufgeht ...

    Die Rose der Morgenrthe, siehe z.B. Nietzsche - An den Mistral:
    "Wie ein Goldstrahl durch die Rosen/erster Morgenrthen strzt." (Sonnenaufgang)

    Geht die Interpretation also auf, dass es Sonne und Mond sind, oder doch zwei Geliebte?
    Nun es ist ja so geschrieben, dass es zwei Gefhrten sind ... geklappt hats fr mich, ich fand es gut.
    Ja: Typisch dein Stil und damit sicher gelungen.

    Dir werde ich mich hten grere nderungen zu empfehlen, denn manchmal sitzen die Puzzleteile wirklich gut, auch wenn das dichterische Bild auch nicht meine Lieblings-Stanz-Rckstnde trgt, so sieht es doch unbersehbar nach einem kunstvoll gestalteten Gemlde aus – und darauf kommt es eben an.

    Liebe Gre,
    Werner.

  3. #3
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    Lieber Werner,

    vielen Dank fr deine Mhe mit dem Text.
    Ich versuche gerade herauszufinden, wie du zu der Meinung gekommen bist, "Dass sich Sonne und. Mond hier kuscheln". Beeindruckend der Gedanke, , die Sonne "knnte die schnste alle Rosen sein", betrachtet man sie bei Auf- und Abgang, aber dieser Ansatz hilft kaum weiter.

    Im ersten Vers tritt der Morgen mit seiner Schwester, die Sonne ("mit flammend rotem Angersicht"), auf. Nach Auroras Auftritt strahlt sie mit gleiendem Licht in jeden Winkel ("Ein Strahlen folgt, das jeden Schatten bricht.").
    Der Morgen lsst die Geliebte frher aufwachen und veranlasst sie, mit dem Geliebten zu kuscheln. Dieser im Tagtraum zwischen seinem Himmel und seiner Erde versunken, erlebt die Umarmung als paradiesisch schn. Leicht verstrt ("wo war ich, bin ich nur?") findet er zur morgendlichen
    Realitt zurck. Dieses Mal strahlt sie, nicht die Sonne, ihn an.Widerstandslos strahlt er zurck, "der Rest ist...".

    Hoffentlich helfen diese Stze etwas weiter im Verstehen..
    Nochmals herzlichen Dank!

    Liebe Gre
    Carolus

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