Thema: Die Schöne

  1. #1
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    Die Schöne

    Die Weide steht am Badestrand,
    und schau, sie trauert nicht,
    ein milder Glanz schmückt ihr Gewand,
    es glänzt im Sommerlicht.

    Ich seh ihr langes wildes Haar,
    das die Gestalt verhüllt,
    und sah sie schon im letzten Jahr,
    mein Herz schlug laut und wild.

    Sie stand im heißen Sonnenwind,
    er wehte leicht ihr Kleid,
    sie schien halb Frau, und halb ein Kind,
    die Seele sprungbereit.

    Der Sommer ging, dann sank mein Herz,
    die Weide hing nun schwer,
    ich wühlte mich in stillen Schmerz,
    ein Winter kam einher.

    Nun steht sie wieder, meine Schöne,
    am lichten Badesee
    mein Herz singt helle Freudentöne,
    wie schön, dass ich sie seh!



    Ursprungsversion der 5. Strophe:

    Nun steht sie wieder, meine Weide,
    am lichten Badesee,
    sie glänzt im Licht wie reine Seide,
    wie schön, dass ich sie seh!
    Geändert von L'étranger (30.07.2020 um 11:49 Uhr)
    "Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten."
    Georg Christoph Lichtenberg


  2. #2
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    Zitat Zitat von L'étranger Beitrag anzeigen

    ich seh ihr langes wildes HaarI,

    !
    Grüße,

    sehr, sehr schön. Aber oben, das gefällt mir nicht ganz.
    was meinst du zu:

    ich seh ihr wildes rotes Haar. (oder schwarz, blond.???

    oder: ich seh ihr rotes wildes Haar??

  3. #3
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    Lieber Horst,

    die Farbe möchte ich nicht gern beschreiben, damit es immer offen bleiben darf, ob ich von einem Baum oder einer Frau spreche .
    Hast du vielleicht noch eine Idee, die das berücksichtigt?

    Gruß Lé.
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  4. #4
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    Zitat Zitat von L'étranger Beitrag anzeigen
    Lieber Horst,

    die Farbe möchte ich nicht gern beschreiben, damit es immer offen bleiben darf, ob ich von einem Baum oder einer Frau spreche .
    Hast du vielleicht noch eine Idee, die das berücksichtigt?

    Gruß Lé.
    Upps, natürlich. Da war ich gaaanz woanders.
    Ich schaue gleich nochmal nach im Text.






    mein Herz schlug laut und wild. /Mein Herz schlug damals wild

    Sie stand im heißen Sonnenwind, /sie trotz dem heißen Sommerwind/ sie träumt im heißen…
    er wehte leicht ihr Kleid,
    sie schien halb Frau, und halb ein Kind,/ sie schien fast Frau war doch nur Kind
    im Herzen sprungbereit.

    Der Sommer ging, dann sank mein Herz, /der Sommer ging, mit ihm mein Herz
    die Weide hing nun schwer,/ die Weide hing bald schwer
    ich wühlte mich in stillen Schmerz,
    ein Winter kam einher.

    Nun steht sie wieder, meine Weide,
    am lichten Badesee,
    sie glänzt im Licht wie reine Seide, /sie glänzt im Licht im neuen Kleide
    wie schön, dass ich sie seh!


    So, alle Anmerkungen sind Geschmacksache, ok.
    Geändert von horstgrosse2 (28.07.2020 um 16:15 Uhr)

  5. #5
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    Hallo Horst,

    da haben wir uns jetzt gründlich missverstanden.

    Mir ging es nur um die von dir erwähnte Zeile mit dem Haar.

    Ansonsten gefällt mir mein Gedicht, und ich sehe keinen Grund, etwas zu ändern, es sei denn, es klänge auch für mich logischer oder schöner.

    Sorry, zu viel gearbeitet.

    Gruß Lé.
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  6. #6
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    Zitat Zitat von L'étranger Beitrag anzeigen
    Hallo Horst,

    da haben wir uns jetzt gründlich missverstanden.

    Mir ging es nur um die von dir erwähnte Zeile mit dem Haar.

    Ansonsten gefällt mir mein Gedicht, und ich sehe keinen Grund, etwas zu ändern, es sei denn, es klänge auch für mich logischer oder schöner.

    Sorry, zu viel gearbeitet.

    Gruß Lé.
    Ja, ok. Ich war anfangs, bei der Beschreibung, bei einem Mädchen bzw. Frau. das hat sich ja dann aufgeklärt.
    Und die Einschübe von mir, später, waren nur "Ansichtssache".

    keine Mängel

  7. #7
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    Hallo Alwa,

    danke fürs Mitdenken.

    Dennoch, deinem Vorschlag folgen möchte ich nicht. Es geht mir darum, die beiden Bilder, das vom Baum, und dss von der schönen jungen Frau, so lange wie möglich in der Schwebe zu halten.

    Bei deinem Vorschlag wäre eindeutig nur der Baum gemeint. Bei meiner Strophe stört eigentlich die Weide; man könnte sie zur Not als liebkosende Bezeichnung ansehen.

    Die Alternative wäre für mich:

    Nun steht sie wieder, meine Schöne,
    am lichten Badesee,
    vom Wasser plätschern frohe Töne,
    wie schön, dass ich sie seh!

    Dass es beim Baum nicht wirklich überraschend ist, dass er im folgenden Sommer wieder da steht, das nehme ich in Kauf.

    Gruß Lé.
    Geändert von L'étranger (29.07.2020 um 12:20 Uhr)
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  8. #8
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    Huhu Létranger,

    ein sehr schönes Gedicht, welches mit der Doppeldeutigkeit von Frau als Augenweide und der Silberweide spielt.

    Der Sommer ging, mein Herz versank,
    die Weide hing nun schwer,
    ich aß nichts mehr und wurde schlank,
    der Winter kam einher.

    .... Herz Schmerz MUSS ja nicht sein
    Aber! Deine Version ist, ehrlich gesagt, rundum sehr sehr gut.

    Gibt ne 1 von mir.

    Liebe Grüße,
    Werner.

  9. #9
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    Hallo lieber Le,
    Wie schön das sich unsere Wege hier auch kreuzen genau wie dein Weg und die Weide / die Schöne
    Ein schönes Gedicht. Ich hab eine Frage dazu wenn ich darf.
    Du sprichst bei der Weide einmal von silberglanz im Kleid das wirkt nach einer älteren Weide älteren Frau aber in der nächsten Strophe von halb Frau halb Kind
    Das du die Doppeldeutigkeit beibehalten möchtest mit der Weide und der Frau ist verständlich und passt sehr gut. Möchtest du das mit dem jung und alt auch?
    Oder sieht du die Weide aufwachsen / wachsen und älter werden.?

    LG Gewitterhexe

  10. #10
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    Hei Lé,

    sehr schön bedichtet, die Schöne, aber ...

    Zitat Zitat von Létranger
    Ich seh ihr langes wildes Haar,
    das die Gestalt verhüllt,
    Und dann frage ich mich, ob die weiblichen Endungen in der letzten Strophe Absicht sind. Zudem finde ich, dass der folgende Vers nicht so recht in dein poetisches Werk passt.

    "vom Wasser plätschern frohe Töne"

    Aber sonst gibt es ein dickes Lob.

    Liebe Grüße
    Sid
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  11. #11
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    Hallo Sid, hallo Hexe

    @/Sid

    ja, du deutest auf zwei Dinge, die mir auch bedenkenswert erscheinen.
    Was die Endungen angeht, bin ich zufrieden, obwohl die letzte Strophe das Muster bricht.
    Entstanden ist es so, weil ich mal Chevy-Chase-Strophen ausprobieren wollte. Allerdings
    Habe ich die Freiheit, nach Belieben auch mal zwei Senkungen hintereinander zu haben, gar
    nicht gebraucht, weil die Geschichte so brav ist, und der Jambus gut dazu passt.
    In der letzten Strophe habe ich mir die Freiheit erlaubt, weich zu landen ...
    Das unscharfe "das" bezieht sich ja auf das Haar; das sollte schon stimmen.

    Der erste und dritte Vers in der letzten Strophe sind dennoch schwierig.
    Wie es enden soll ist ja klar, der erste Vers würde damit auch perfekt in mein Konzept passen,
    weil er die Doppeldeutigkeit aufrecht erhält, und den Kreis schließt.

    Falls dir fur den dritten Vers was genialeres in den Sinn kommt,
    Lass es mich wissen .


    @Hexe

    die Gefahr, das auch noch andere bei der "Silberstrophe" an eine alte
    Dame denken, wollte ich auf alle Fälle vermeiden, und hab die Stelle jetzt
    geändert. Danke für den Hinweis.

    Gruß Lé.
    Geändert von L'étranger (30.07.2020 um 09:07 Uhr)

  12. #12
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    Mal eben zwischendurch:

    Nun steht sie wieder, mir zur Freude,
    am lichten Badesee -
    die Schöne, meine Augenweide -
    wie schön, dass ich sie seh!

    Das mit dem "dass" bzw. "das" ist lustig! Denn so steht es in deinem Original:

    dass die Gestalt verhüllt,

    LG Sid
    Geändert von Sidgrani (30.07.2020 um 11:06 Uhr)
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  13. #13
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    Danke Sid,

    manche Stellen wirken einfach, sind aber knifflig.

    Ich habe mich jetzt doch für das Reimpaar "Schöne" und "Töne" entschieden, aber mit einem anderen dritten Vers.

    Gruß Lé.
    "Die Leute die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten."
    Georg Christoph Lichtenberg


  14. #14
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    Jawohl, das klingt viel besser!

    LG Sid
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  15. #15
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    Hallo lieber le,
    Sehr gerne und ja jetzt ist es viel eindeutiger.
    Schöne Töne von dir zu lesen jetzt ist es noch besser��
    LG Enya

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