Thema: Gedicht

  1. #1
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    Gedicht

    Sehnsucht


    Mein Blick allein soll Dich erglühen lassen:
    Von einer unsichtbaren Hand geführt
    und noch bevor Du weißt, wer Dich berührt
    und welche Kräfte sich mit Dir befassen,

    reicht mein Verlangen aus, um Dir zu schmeicheln:
    Es sagt schon alles, was Du wissen mußt
    von meinem Hang zu einer ganz gewissen Lust,
    Dir mehr als nur den schönen Leib zu streicheln,

    und diese Phantasie bricht alle Schranken:
    Sie umzusetzen, das ist unerhört,
    die Welt versinkt, und wir sind ungestört
    dabei, als reine Menschen abzudanken,

    und die Verwirklichung sprengt alle Normen:
    Für unser Handeln gibt es kein Tabu,
    Du spürst den Reiz bei jedem Rendezvous
    auf einem Wellenritt mit Deinen Formen,

    und meine Arme werden Dich umschließen,
    bevor Du mich als Liebenden erkennst,
    bevor die Welt um Dich herum erglänzt,
    seit wir des Abends ineinanderfließen.

  2. #2
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    Hallo Egbert,
    deine Verse spielen mit der erotischen Fantasie eines Li, männlich, Objekt seiner Begierde, eine Frau. Gewiß: meine Lesart, meine Interpretation.
    Der Ton ist ein aufdringlicher, ein auf mich unerotisch wirkender Text, mehr Angstmachend als verführend.

    und diese Phantasie bricht alle Schranken:
    xXxXxXxXxXx (etwas was alle Schranken bricht? Schranken haben etwas sinnvolles)
    Sie umzusetzen, das ist unerhört,
    die Welt versinkt, und wir sind ungestört
    dabei, als reine Menschen abzudanken, (als Mensch abzudanken, eine traurige Vorstellung ohne benannten Ersatz)

    und die Verwirklichung sprengt alle Normen:
    Für unser Handeln gibt es kein Tabu,
    Du spürst den Reiz bei jedem Rendezvous
    auf einem Wellenritt mit Deinen Formen,

    und meine Arme werden Dich umschließen,
    bevor Du mich als Liebenden erkennst,
    bevor die Welt um Dich herum erglänzt,
    seit wir des Abends ineinanderfließen. (der inhaltliche Aufbau funzt nicht wirklich in dieser Passage/Widerspruch)

    Unheimliche Verse, passender wäre die Rubrik: Horror .

    Deine Taktung ist standhaft, iambisch, abba. Man mag es als unnett empfinden, ein Gedicht "nur" wegen seines Inhaltes abzuwatschen, aber meinen Geschmack trifft es nicht. Aber: Gedicht hinsichtlich technischer Umsetzung gut, der Rest Geschmacksache.

    Lg

    Fietje Butenlänner

  3. #3
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    Hallo, Butenlänner,
    Zitat Zitat von Butenlänner Beitrag anzeigen
    Man mag es als unnett empfinden, ein Gedicht "nur" wegen seines Inhaltes abzuwatschen
    Kein Problem. Für diese Art von Gedankenaustausch ist das Forum da.
    Zitat Zitat von Butenlänner Beitrag anzeigen
    Der Ton ist ein aufdringlicher, ein auf mich unerotisch wirkender Text, mehr Angstmachend als verführend.
    Stimmt, das ist ein Aspekt des Gedichts. Was hinzukommt: Das LI monologisiert und phantasiert nur, spricht kein Gegenüber an, falls es überhaupt ein Gegenüber gibt (und das Ganze nicht eine Wachphantasie ist). Du kannst also auch sagen: Das Gedicht ist eine Studie der Selbstbezogenheit, der Einsamkeit.
    Zitat Zitat von Butenlänner Beitrag anzeigen
    und meine Arme werden Dich umschließen,
    bevor Du mich als Liebenden erkennst,
    bevor die Welt um Dich herum erglänzt,
    seit wir des Abends ineinanderfließen. (der inhaltliche Aufbau funzt nicht wirklich in dieser Passage/Widerspruch)
    Das Ineinanderfließen der Zeitzonen ist Absicht: sozusagen orgasmisch, wenn auch nur imaginiert.
    Zitat Zitat von Butenlänner Beitrag anzeigen
    Unheimliche Verse, passender wäre die Rubrik: Horror.
    Das ist übertrieben. Wenn das LI nun doch gebunden ist und eine Erinnerung rekapituliert? Oder seine Vorfreude ausspricht? Sexualität ist abgründig.

    MfG
    Egbert

  4. #4
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    Hi die rubrik dafür ist hier: https://www.gedichte.com/forumdisplay.php/28-Erotik laß die moderation das gedicht umziehen, OK? lg W.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  5. #5
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    Lieber Egbert,

    Du kannst was. Und wenn Butenlänner Dir rät, Dein „Gedicht“ unter „Horror“ zu stellen, und Walther himself aber unter „Erotik“, das ist ja schon einige Bandbreite.

    Aber auf mich wirkt es, als hättest Du Dein Talent verschleudert an etwas, was Du dann auch noch „eine Studie der Selbstbezogenheit, der Einsamkeit.“ nennst. Nur träumt das Gedicht aber davon, dass „wir des Abends ineinanderfließen“, so oder so ist es also ein Liebesgedicht und hast Du es ja auch in diese Rubrik gestellt.
    Dann geh die Sache aber doch etwas ernsthafter und konsequenter an. Dass z.B. die ganze „Angstmacherei“ (Butenlänner) in dieses „ineinanderfließen“ mündet, hat schon Butenlänner kritisiert, der Berg kreißt und gebiert ein Mäuschen.

    Neben den von Butenlänner markierten Unstimmigkeiten fiel mir noch auf:
    S1, Wie kann „ein Blick erglühen lassen, wenn er doch wie die berührende Hand „unsichtbar“ bleibt.
    S2: Es geht nicht um gewisse Lüste oder Phantasien, sondern um „eine ganz gewisse Lust“. Welche denn?
    „Dir mehr als nur den schönen Leib zu streicheln,“ Was sonst außer dem Leib, kann noch gestreichelt werden? Oder ist gemeint, dass der Leib nicht nur gestreichelet wird?
    S3: „Wellenritt mit Deinen Formen“. Da denk ich an BH-Größen statt an Tabubrüche.
    S5: „und meine Arme werden Dich umschließen, / bevor Du mich als Liebenden erkennst“, wie geht das? Oder ist gemeint, dass der, der als „reiner Menschen abgedankt“ hat, sich nun doch als Liebender erweist.

    Kurzum, der Text klingt für mich, als habest Du „Normensprengendes“ schreiben wollen, dann aber den Mut verloren.

    Wenn schon, denn schon!

    Michael

  6. #6
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    Hi, Michael hat recht, du kannst das - erotik oder nicht. lg W.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  7. #7
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    WegWendung
    Du warst nie
    Was ich wollte
    Steht mir bevor

  8. #8
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    @Egbert

    Grüße,

    die Anteilnahme ist bisher groß. Die Bandbreite der Echogewürze sehr breit.

    Ich glaube du gehst mehr in die übersinnliche Spur hinein und in dem, was du machen könntest, wenn du es darfst.

    Und paar Ausdrücke, Zitat:

    „reicht mein Verlangen aus, um Dir zu „schmeicheln“// von meinem Hang zu einer ganz „gewissen Lust“,// dabei, als reine Menschen abzudanken.

    Alles Gefühle, Gedanken, die man sensibler rüberbringen kann. /Aber Ansichtssache)

    Der Ganze zweite Vers, ist nicht mein Ding.

    Meiner wäre so ungefähr:

    Reicht mein Verlangen aus, um dich zu binden?
    Zerstören deine Altagskost, den Frust.
    Spür, meinen endlos Traum der warmen Lust.
    So liv zu fühlen, diesen Rausch, dies Winden
    .

    Return.

    Aber wie gesagt, tausend Menschen, tausend Ansichten.

    Tschüss.

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