Eine Zeit

Kinder werden geboren.
Zinnoberrot und unsichtbar.
Mütter tragen wieder Minikleider.

Hier und da schreien die Katzen.
Ich erbreche mich über deine Brüste
und rezitiere Ringelnatz.

Der Himmel ist dunkler als 1985
und die Vögel fliegen blind umher.
Kirchtürme betteln um Aufmerksamkeit.

Wir heiraten und sterben nicht sofort.
Eine Zeit liegt dazwischen.
Manche nennen das die eigene Geschichte.
Ich nicht.

Marienkäfer singen Soldatenlieder.
Ich verfluche den Sommer.
Nur verschwitzte Uniformen und kein Wind.

Und dann diese Gedichte.
Forenschreier und Poesiealbumfetischisten.
Sie buhlen um mich.
Und ich lese sie.
Immer wieder.
Immer wieder.
Immer wieder.

Das Schaf ist tot.
Sagt es dem Schäfer.