1. #1
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    Abenddämmerung (Pantun)

    geänderte Version:

    Abenddämmerung - meine Heimat (Pantun)

    Der späte Sommertag neigt sich dem Ende.
    Mit letzter Kraft erstrahlt das Sonnenlicht,
    bemalt in rot-orange die Wolkenwände.
    Ein Kunstwerk hoch am Himmel ist in Sicht.

    Mit letzter Kraft erstrahlt das Sonnenlicht.
    Die Sonne sinkt am Weinberg still hernieder.
    Ein Kunstwerk hoch am Himmel ist in Sicht.
    Die Grillen zirpen ihre Sommerlieder.

    Die Sonne sinkt am Weinberg still hernieder.
    Harmonisch plätschern Wellen hin und her.
    Die Grillen zirpen ihre Sommerlieder.
    Mich kümmern nicht die Ferne und das Meer.

    Harmonisch plätschern Wellen hin und her.
    Warum denn immer in die Ferne schweifen?
    Mich kümmern nicht die Ferne und das Meer.
    Das Gute liegt so nah, Du kannst es greifen.

    Warum denn immer in die Ferne schweifen?
    Genüsslich nippe ich am goldnen Wein.
    Das Gute liegt so nah, Du kannst es greifen.
    Es ist so wunderschön am Vater Rhein.

    Genüsslich nippe ich am goldnen Wein.
    Bemalt in rot-orange sind Wolkenwände.
    Es ist so wunderschön am Vater Rhein.
    Der späte Sommertag neigt sich dem Ende.


    1. Version: Abenddämmerung (Pantun)

    Der späte Sommertag neigt sich dem Ende.
    Mit letzter Kraft erstrahlt das Sonnenlicht,
    bemalt in rot-orange die Wolkenwände.
    Ein Kunstwerk hoch am Himmel ist in Sicht.

    Mit letzter Kraft erstrahlt das Sonnenlicht.
    Die Sonne sinkt am Weinberg still hernieder.
    Ein Kunstwerk hoch am Himmel ist in Sicht
    und Grillen zirpen klangvoll Sommerlieder.

    Die Sonne sinkt am Weinberg still hernieder.
    Harmonisch plätschern Wellen hin und her
    und Grillen zirpen klangvoll Sommerlieder.
    Mich kümmern nicht die Ferne und das Meer.

    Harmonisch plätschern Wellen hin und her.
    Warum denn immer in die Ferne schweifen?
    Mich kümmern nicht die Ferne und das Meer.
    Das Gute liegt so nah, Du kannst es greifen.

    Warum denn immer in die Ferne schweifen?
    Genüsslich nippe ich am goldnen Wein.
    Das Gute liegt so nah, Du kannst es greifen.
    Es ist so wunderschön am Vater Rhein.

    Genüsslich nippe ich am goldnen Wein.
    Bemalt in rot-orange sind Wolkenwände.
    Es ist so wunderschön am Vater Rhein.
    Der späte Sommertag neigt sich dem Ende.
    Geändert von Dabschi (Gestern um 11:37 Uhr) Grund: Vorschlag von gugol
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  2. #2
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    Liebe Datschi,

    wie schön, mal wieder ein Pantum zu lesen, und, wie nicht anders von Dir zu erwarten, ist es sauber ausgeführt. Und hat sogar einen aktuellen Bezug: Schluss mit den Fernreisen! Da wirkt die Doppelung von „Mich kümmert nicht die Ferne und das Meer“ fast wie eine Selbstbeschwörung.

    Aber insgesamt sehe ich keinen Vorteil, dem Thema die Wiederholungen eines Pantums angedeihen zu lassen. Da finde ich andere Pantums von Dir überzeugender, z.B.:

    https://www.gedichte.com/showthread....ghlight=pantun

    https://www.gedichte.com/showthread....ghlight=pantun

    Weiter also!

    Michael

  3. #3
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    Hey Dabschi, Naturbeschreibungen eignen sich gut für ein Pantun, weil es dabei nicht so sehr um eine Geschichte geht, die sich entwickeln muss. Es ist dir gut gelungen, den Anfang wieder ins Ende hineinzupacken, und ich kann mir diesen Abend lebhaft vorstellen. Wirklich schade finde ich die bereits von Michael angemerkten zusätzlichen Wiederholungen zweier Hauptnomen (Ferne und Sonne). Ansonsten fliesst es so lieblich dahin wie der Rhein in Basel. LG gugol

    P.S.: Müsste es nicht heissen "mich kümmern nicht die Ferne und das Meer"? Es sind ja zwei Dinge, die nicht kümmern.
    Geändert von Gugol (14.09.2020 um 07:07 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Dabschi,

    Du hattest in einem anderen Faden darum gebeten, auf metrische Wackler hingewiesen zu werden. Deswegen hier meine Rückmeldung zu

    Der späte Sommertag neigt sich dem Ende.

    Mit viel Wohlwollen kann man den Vers jambisch lesen. Das Verb in die Senkung zu drücken und statt dessen "sich" zu betonen, ist aber schon ziemlich schmerzhaft für meine Ohren. Schade, dass es ausgerechnet der erste Vers ist, der ja auch später den Abschluss bildet. Die natürliche Betonung der zweiten Vershälfte wäre:

    neigt sich dem Ende.

    Ich würde da nochmal rangehen. Eine Alternative mit exakt gleicher Aussage kann ich Dir leider nicht anbieten. Da müsstest Du selbst nochmal schauen.

    LG Claudi
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  5. #5
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    hallo dabschi,

    dein pantun habe ich sehr gern gelesen.

    wie gugol schon erwähnte, fließen die verse schön ruhig ineinander und hinterlassen eine ausgeglichene stimmung, die sich auf den leser übertragen kann, wenn er sich darauf einlassen mag.

    lg
    lilisarah

  6. #6
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    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure freundlichen Kommentare und Veränderungsvorschläge, die ich gerne umsetze bzw. umzusetzen versuche.

    @ Michael,

    Pantune sind nicht jedermanns Sache. Umso mehr freut es mich, wenn Du sie gerne liest. Vielen Dank für Dein Lob.

    Aber insgesamt sehe ich keinen Vorteil, dem Thema die Wiederholungen eines Pantums angedeihen zu lassen.
    Hm … Eigentlich sehe ich kein Problem darin. Es ist ja nun mal so, da gibt es nichts zu beschönigen. Aber ich weiß, was Du meinst.

    Wir sahen uns z.B. auch veranlasst, unsere Kroatienreise aufgrund der Reisewarnung für unsere gebuchte Region kurzfristig zu stornieren, um eine anschließende Quarantäne nicht zu riskieren und entschieden uns genauso kurzfristig für andere Reiseziele in Deutschland. Ein paar Tage Ostsee, ein paar Tage am Rhein. Ich habe festgestellt, dass man wirklich nicht immer in die Ferne schweifen muss, um einen tollen Urlaub zu verbringen. Wenn nur das Deutschlandwetter nicht immer so unbeständig wäre … Aber wir hatten Glück.

    @ gugol,

    Es ist dir gut gelungen, den Anfang wieder ins Ende hineinzupacken, und ich kann mir diesen Abend lebhaft vorstellen.
    Auch Dir lieben Dank für Dein Lob. Ich freue mich. Ja, ich erinnere mich sehr gerne an diesen Abend. Es waren phantastische Bilder, die uns die Natur bot, dazu das liebliche Plätschern der Wellen, das Zirpen der Grillen usw.
    Meine Gedanken waren sofort, „das musst du verdichten“. Während des Urlaubs habe ich überhaupt nix zustande gebracht, da war ich einfach nur faul. Gestern trieb mich dann aber mein Ehrgeiz voran.

    Dass es ein Pantun wird, wusste ich auch erst, nachdem mein Zettel mit endlos handschriftlichen Änderungen übersät und kaum noch lesbar war. Ein neuer Zettel, eine neue Idee und dann lief es einigermaßen.

    P.S.: Müsste es nicht heissen "mich kümmern nicht die Ferne und das Meer"? Es sind ja zwei Dinge, die nicht kümmern.
    Darüber hatte ich beim Schreiben tatsächlich auch nachgedacht und war mir unsicher. Du hast sicher recht und ich nehme Deinen Korrekturvorschlag gerne an.

    @ Claudi,

    Du hattest in einem anderen Faden darum gebeten, auf metrische Wackler hingewiesen zu werden.
    Du beziehst Dich sicher auf meine Antwort an Vita Minima im Faden „Süße Träume“, #26, unterer Absatz. Genauso wie ich schrieb, meinte ich es auch. Ich lasse mich gerne auf Veränderungsvorschläge ein, wenn ich sie überzeugend finde und Deine Beurteilung für den ersten und letzten Vers in meinem Gedicht überzeugt mich auf jeden Fall, nachdem ich diese Verse mit Deinen Ohren hörte - habe ich vorher gar nicht so wahrgenommen.

    Ich würde da nochmal rangehen. Eine Alternative mit exakt gleicher Aussage kann ich Dir leider nicht anbieten. Da müsstest Du selbst nochmal schauen.
    Oje, da stellst Du mich aber vor eine Herausforderung. Wenn Du keine Alternative findest, wie soll ich dann eine finden? Du bist mir in der Dichtkunst ja weit voraus.

    Die einzige Möglichkeit, die mir nach langer Überlegung einfiel, wäre:

    Nun neigt sich dieser Sommertag dem Ende.

    Dann fehlt aber der Bezug zum Spätsommer. Ich weiß auch nicht. Ich glaube, dass ich diesen Vers erstmal so stehen lassen muss, behalte ihn aber im Auge und überlege weiter. Vielen Dank jedenfalls für Deinen Hinweis.

    Liebe Grüße an Euch
    Dabschi



    Zitat Zitat von lilisarah Beitrag anzeigen
    hallo dabschi,

    dein pantun habe ich sehr gern gelesen.

    wie gugol schon erwähnte, fließen die verse schön ruhig ineinander und hinterlassen eine ausgeglichene stimmung, die sich auf den leser übertragen kann, wenn er sich darauf einlassen mag.

    lg
    lilisarah
    Liebe lilisarah,

    ups, nun war ich wohl mit meinen Antworten zu den vorherigen Kommentaren zu lange beschäftigt und las Deinen Kommentar erst jetzt.

    Ich freue mich sehr über Deine Zeilen und ich freue mich vor Allem, Dich nach längerer Zeit wieder hier zu lesen.

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  7. #7
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    Hallo Dabschi,


    ich möchte auf ein paar Dinge zu sprechen kommen, die meinen Lesegenuss schmälern und zwar:

    Der Titel verspricht zunächst etwas anderes, als das was tatsächlich zur Sprache kommt. Zwar beschreibst du die Abendstimmung/ Abenddämmerung am Fluss "Vater Rhein" (das ist wohl mit Geschmachssache, aber unabhängig davon ist mir das zu heimatromantisch) wird der Schwerpunkt des Themas, zusammen mit den Wiederholungen "Warum in die Ferne schweifen..." und " Was kümmert mich das Meer" in eine ganz andere Richtung gelenkt. Gut, das halte ich mal so fest.

    Gleichzeitig schwingt auch der Geschmack von sauren Trauben mit. Was kümmert mich das Meer, die Ferne, hier ist es doch auch wunderschön. Gehört das in die Abenddämmerung? Wenn ja, soll die "Abenddämmerung" den Rahmen für die gewonnene heimatromantische Erkenntnis bilden? Endlich dämmert es mir? Hm.


    Was mir auch nicht gefällt ist das "hernieder", das sitzt aber wohl reimgeschuldet fest und "mit letzter Kraft".



    Ansonsten: Handwerklich gut gemacht, bis auf die, von den anderen schon erwähnten, Kleinigkeiten.

    LG,
    Mi

  8. #8
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    Hallo Dabschi,

    Diesmal komme ich ohne Reissbesen (und bin auch weniger anspruchsvoll solange es nicht um Gedichte über Kindesmissbrauch geht) und finde das Dings hier sehr nett. Das hat viel von der Art zu dichten, wo ich dich irgendwie sehe - ich sprach es schon einmal aaO an - nämlich in Richtung von Mascha Kaléko.

    Michael hat da unlängst ein Gedicht von ihr verlinkt:

    ~ Gedicht entfernt - Urheberrecht ~

    Das ist ungekünstelte Kunst und in diesem Sinne könnte man in deinem Pantun auch noch das eine oder andere in diese Richtung lenken, einfacher machen - obwohl es auch so gut funktioniert - , nimm als Beispiel den hier schon metrisch diskutierten ersten und letzten Vers:

    Der späte Sommertag neigt sich dem Ende.

    Das "neigt sich dem Ende" soll lyrisch und "gehoben" klingen, aber tut/braucht es das wirklich? Warum nicht einfach, also ganz einfach und ungekünstelt so im kaléko'schen Sinn:

    Da/nun/schon/bald geht der späte Sommertag zu Ende

    Und wenn man das jetzt auf den gesamten Text anwendet:

    Bald geht der späte Sommertag zu Ende
    Mit aller Kraft erstrahlt das letzte Licht
    Bemalt in rot-orange die Wolkenwände
    Ein Kunstwerk hoch am Himmel ist in Sicht

    Mit aller Kraft erstrahlt das letzte Licht
    Und langsam sinkt die Sonne still und bieder
    Ein Kunstwerk hoch am Himmel ist in Sicht
    Die Grillen zirpen ihre Sommerlieder

    Und langsam sinkt die Sonne still und bieder
    Harmonisch plätschern Wellen hin und her
    Die Grillen zirpen ihre Sommerlieder
    Was kümmern mich die Wüsten und das Meer

    Harmonisch plätschern Wellen hin und her
    Warum denn in die Ferne schweifen?
    Mich kümmern nicht die Alpen , nicht das Meer
    Das Gute liegt so nah, du kannst es greifen

    Warum denn in die Ferne schweifen?
    Genüsslich nippe ich am goldnen Wein
    Das Gute liegt so nah, du kannst es greifen
    Es ist so wunderschön daheim am Rhein

    Genüsslich nippe ich am goldnen Wein
    Bemalt in rot-orange sind Wolkenwände
    Es ist so wunderschön daheim am Rhein
    Bald geht der späte Sommertag zu Ende


    Den Titel würde ich auch ändern, weil er am eigentlichen Thema vorbeigeht, Vorschlag zb: Warum denn in die Ferne schweifen und ich würde dann beim entsprechenden Vers auch das "immer" weglassen; er darf ruhig "aus dem Rahmen fallen".

    Also mit meinen Änderungen gefällt mir dein Dings wirklich ausnehmend gut

    Lieben Gruß
    albaa
    Geändert von Claudi. (15.09.2020 um 22:13 Uhr) Grund: Grundregelverstoß entfernt

  9. #9
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    @ Hallo Mi,

    ich danke Dir für Deine ehrliche Meinung. Dass es unterschiedliche Meinungen gibt, ist mir schon klar, wenn ich ein Gedicht öffentlich poste.

    Der Titel verspricht zunächst etwas anderes, als das was tatsächlich zur Sprache kommt.
    Hauptsächlich geht es in meinem Gedicht ja um die stimmungsvolle Atmosphäre in der Abenddämmerung. Du hast aber insofern recht, weil im Gedicht nicht erwähnt wird, dass es sich um eine Abenddämmerung im gewählten Urlaubsort handelt.

    Zwar beschreibst du die Abendstimmung/ Abenddämmerung am Fluss "Vater Rhein" (das ist wohl mit Geschmachssache, aber unabhängig davon ist mir das zu heimatromantisch) wird der Schwerpunkt des Themas, zusammen mit den Wiederholungen "Warum in die Ferne schweifen..." und " Was kümmert mich das Meer" in eine ganz andere Richtung gelenkt.
    Es ist ein Gedanke, der in der stimmungsvollen Abendatmosphäre als Wahrnehmung miteinfließt, dass es nicht immer die Ferne und das Meer sein müssen, um sich im Urlaubsort rundherum wohl zu fühlen. Hätte ich eine andere Gedichtform gewählt, wäre der Gedanke nur als einmalige kleine Anmerkung aufgetaucht. Eine andere Gedichtform wollte mir aber einfach nicht gelingen. Durch die Wahl eines Pantuns kommen diese Verse nun durch die Wiederholungen für manche Leser zu dominant und unangemessen angesichts des Titels „Abenddämmerung“ rüber. Ich weiß, das verstehe ich auch. Aber nun steht es so da. Beim nächsten Pantun muss ich besser darauf achten, um so ein Fauxpas zu vermeiden.

    Liebe Grüße
    Dabschi

    @ Hallo albaa,

    ich bin ja völlig überrascht, dass Du Dich so ausgiebig mit meinem Gedicht befasst hast. Nicht, dass da noch eine Freundschaftsanfrage kommt – die lehne ich prompt ab.

    Spaß beiseite. Ich bin nicht nachtragend und würde mich freuen, wenn wir uns gegenseitig einfach so akzeptieren, wie wir sind. Zumindest haben wir in lyrischer Hinsicht ähnliche Interessen. Und wir sind ja keine Teenager mehr, die sich beweisen müssen, wer der Klügere, der Stärkere, der Wortgewandtere ist. Wir sitzen in einem Boot! Ich habe absolut nichts gegen konstruktive Kritik. Aber Beleidigungen gehen unter die Gürtellinie. Das wollte ich an dieser Stelle nochmal erwähnen.

    Diesmal komme ich ohne Reissbesen (und bin auch weniger anspruchsvoll solange es nicht um Gedichte über Kindesmissbrauch geht)
    Ich kann und möchte auch keine Rücksicht darauf nehmen, weil Dir das Thema Kindesmissbrauch nicht angenehm ist. Wenn ich das Bedürfnis habe darüber zu schreiben, dann tue ich es, weil mich dieses Thema sehr bewegt.

    Vielen Dank für Deine Veränderungsvorschläge, die ich in Ruhe überdenken und einige dieser gerne übernehmen werde.
    Mit allen Vorschlägen bin ich nicht so ganz einverstanden. Z.B. fehlen mir an dieser Stelle „Warum denn in die Ferne schweifen?“ tatsächlich zwei Silben.

    Ich habe mich auch über das harmonische und gut gelaunte Gedicht von Mascha Kaléko sehr gefreut. Vielen Dank dafür.

    Gute Nacht und liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  10. #10
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    Guten Moregn Dabschi,

    ich genieße gerade die Morgendämmerung bei Tee und Lyrik...

    und so komme ich nun auch dazu etwas zu deinem Gedicht zu schreiben.

    Ein Pantun schreibt sich nicht leicht. Das liegt für mich daran, das neben der Metrik und dem Thema auch noch der Rhythmus der Wiederholung und Zeilenbezüge wirkt. Da braucht es eine guten Dirigenten, um ein optimales Zusammenspiel aller Stimmen zu erzielen. Den so entsteht die Stimmung beim Leser.

    Ich finde das ist dir hier sehr gut gelungen. Zwei Gedanken möchte ich dir aber denn noch hier lassen.

    Ähnlich wie wie schon angemerkt, empfinde ich den Titel etwas irreführend. In welcher Stimmung das Gedicht entstanden ist, und worauf du hinaus willst habe ich verstanden. Gerade da ist aber auch der Haken. Ich hatte (leicht) das Gefühl - gegen meinen Willen - aus der ruhigen Abendstimmung in einen Diskurs und zu einer Meinung genötigt zu werden (Heimturlaub kontra Fernreise). Das Thema wolltest du transportieren. Aber ich denke, du wolltest es eher ansprechen und wirken lassen ohne es zu missionieren.

    Vielleicht nennst du das Gedicht „Abenddämmerung am Rhein“. Dann ist die Wichtigkeit des Ortes gleich klar, und es fügt sich besser zusammen, dass es neben dem Abendlichterlebnis auch um eine bestimmten Ort geht, der dann auch zu anderen Orten (bzw. der Ferne) in Bezug kommen kann. D.h. Ich bin als Leser irgendwie innerlich darauf eingestellt. Abenddämmerung + X.

    Und da es dir an Änderungsvorschlägen nicht mangelt (und ich auch gerade keinen zur Hand habe) füge ich keinen weiteren hinzu. Ganz im Gegenteil.

    Anders als allba empfinde ich den „Vater“ Rhein nicht als störend. Die Bezeichnung mag für „unwissende“ ein wenig (sehr) „altbacken“ daher kommen. Aber hey, der Rhein ist die Wiege der Romantik, und um ihn herum wuchern Märchen und Sagen. Das klingt mit wenn man ihn in der Abenddämmerung betrachtet. Ob man will oder nicht. Und das darf auch beeindrucken und in ein aktuelles Gedicht einfließen.

    Sodele die Morgendämmerung ist bald rum und der Tag ruft zur Tat.

    Liebe Grüße

    vom Gaukel
    ...endlich nahm die Raupe die Wasserpfeife aus dem Mund und redete Alice mit matter, schläfriger Stimme an.

    "Wer bist du?" fragte das Rauptier.

  11. #11
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    Hallo Dabschi,


    klar, Geschmäcker sind verschieden, insofern war das teilweise einfach ein Statement von mir. Was den Titel betrifft, hatte ich erst, wie albaa, an "Warum in die Ferne schweifen..." gedacht, finde aber gaukelworts Vorschlag passender. Mit diesem verändert sich die Atmosphäre und die Rückbesinnung auf die Natur, die nicht nur woanders bezaubernd sein kann, kommt besser zur Geltung.
    Es ist dann immer noch nicht mein Fall, aber das sollte nicht das Kriterium sein.

    LG,
    Mi
    Geändert von Miserabella (16.09.2020 um 13:12 Uhr)

  12. #12
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    @ Hallo Gaukel,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Sorry für meine späte Antwort. Sonntagvormittag, Enkelkind befindet sich auf dem Heimweg und nun finde ich auch ein bisschen Zeit zum Schreiben.

    Dass mein gewählter Titel nicht optimal ist, habe ich Dank Eurer Kritiken erkannt. Ich ließ mich von den Erinnerungen leiten, die ich in der Abenddämmerung am Rhein hatte und ließ sie, wie das Wasser im Rhein, einfach strömen.
    Jahr für Jahr den Sommerurlaub im Ausland verbracht, obwohl Deutschland so ein schönes Fleckchen Erde ist. Das wurde mir in der besagten Abenddämmerung bewusst. Eigentlich traurig, dass uns nur eine Reisewarnung wegen Corona die Schönheit einer Rheinregion erkunden ließ.
    Der Inhalt meines Gedichtes hat aus meiner Sicht seine Berechtigung. Nur der Titel muss geändert werden, da hast Du völlig recht. Dein Vorschlag „Abenddämmerung am Rhein“ wäre eine Option. Ich würde mich dann aber noch lieber auf Deutschland bezogen für den Titel „Abenddämmerung in der Heimat“ oder „Abenddämmerung - meine Heimat“ entscheiden.

    Anders als allba empfinde ich den „Vater“ Rhein nicht als störend.
    Ich wusste gar nicht, dass der Rhein als „Vater Rhein“ bekannt ist bis ich beim Spaziergang las: „Hotel Vater Rhein“.

    Liebe Grüße
    Dabschi

    @ Hallo Mi,

    vielen Dank nochmal für Deine Rückmeldung. Ja, Gaukels Vorschlag ist gut. Ich möchte aber nicht nur auf den Rhein Bezug nehmen, der ja durch weitere 5 Länder fließt, sondern allgemein auf Deutschlands Schönheit. Denn diese Gedanken hatte ich ja in der Abenddämmerung am Rhein (Warum denn immer in die Ferne schweifen …?)

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

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