Thema: Augen

  1. #1
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    Augen

    Kannst du es sehen?
    Da reicht heute Nacht
    die Vergangenheit
    der Zukunft eine dunkle Hand.

    Sie malt über schwarze Kleckse
    und alte Schmierereien.
    Sie malt bunte Farbenherzen
    an die graue Wand.

    Sie streut Zuckerstreusel
    und Silberpuder in den Wind.
    Und seit heute weiß ich,
    wo die hellen Strahlen,
    wo sie geblieben sind.

    Kannst du es sehen?
    Die Brücken stehn im Licht.
    Und im Mondschein tanzen Sterne
    siehst du das denn nicht?

    Jahre sind vergangen,
    die Welt steht heute Kopf,
    während ein roter Ball
    durch das Dämmern bricht.

    Wir streun Rosenblätter
    und Lieder in den Wind.
    Denn ich weiß nun endlich
    wo die hellen Strahlen,
    wo sie geblieben sind.
    Geändert von Liara (27.10.2020 um 07:45 Uhr)

  2. #2
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    Liebe Liara,
    bei Deinen optimistischen Text kommt Freude auf!
    Bitte berichtige "Schmiererei", bzw. Schmierereien, oder versuch ein anderes Wort zu finden.
    Ich habe mich gefreut, wieder einmal etwas von Dir zu lesen!
    Liebe Grüße,
    Festival
    Geändert von Festival (27.10.2020 um 07:19 Uhr)

  3. #3
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    Danke Festival,

    ich habe es verbessert. Wenn mir ein besseres Wort einfällt, werde ich auch gerne ändern.
    Und ich habe heute jeden Grund, optimistisch zu sein.

    Sei gegrüßt
    Liara

  4. #4
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    Liebe Liara,
    Du hast immer noch ein "r" zuviel.
    Liebe Grüße,
    Festival

  5. #5
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    Hallo Liara, schöne, ansteckende Bilder... Besonders gefällt mir die (nur scheinbar unbeholfene) Art, "Wind" und "sind" miteinander zu vereinen.

    lg
    Genau so, oder eben ganz anders!

  6. #6
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    Hallo Festival,

    jetzt aber nicht mehr.


    Hallo Artname,

    ein scheinbar unbeholfenes Merci für das für positive Feedback.

    Liebe Grüße für euch
    Liara

  7. #7
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    Liebe Liara,

    Zeit, dass Du hier wieder mitmischst und das Dichten wieder angefangen hast.

    Und gleich stellt Du mich vor ein Rätsel: Wie hat Heinz so schnell geschnallt, dass das ein optimistisches Gedicht ist? An der Rubrik?
    Ist es die Vergangenheit, die „Rosen und Myrten, Schönheit und Lust und Zuckererbsen nicht minder“ (Heinrich Heine) ausstreut? Aber ihre Hand ist doch dunkel. Und seit den vergangen Jahren steht,
    die Welt heute doch Kopf
    (S5).

    Wir streun Rosenblätter / und Lieder in den Wind./ Denn ich weiß nun endlich / wo die hellen Strahlen, / wo sie geblieben sind.
    Wenn ich etwas in den Wind streue, ist es dann nicht weg und vergebens? Und wenn etwas wo geblieben ist, dann ist es doch nicht mehr Gegenwart, oder?

    Nun, Du wirst mich sehen machen

    Michael
    ............................................................................................
    Mehr von mir in "Herzmarinade, Liebesgedichte", Chora Verlag

  8. #8
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    Hallo Michael,

    aha, wie schön, wenn man vermisst wird, aber ich verstehe dein Unverständnis nicht ganz.

    Dieses Gedicht ist tatsächlich absolut optimistisch gemeint. Nach einer dunklen Eiszeit brechen die Strahlen durch. Und wo sie zu finden sind, "ersiehst" du am Titel.

    Und es werden Rosenblätter gestreut und nicht die Dornen. Die waren mal.

    Konnte ich etwas Licht ins Dunkel bringen?

    Sei lieb gegrüßt
    Liara

  9. #9
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    [QUOTE=Michael Domas] Wenn ich etwas in den Wind streue, ist es dann nicht weg und vergebens.[/QUOTE]

    Fakt ist aber, dass man beispielsweise bei Hochzeiten Rosenblätter verstreut. Und bei anderen Anlässen Samen oder Lieder in den Wind wirft. Solche Bilder stimmen (mich jedenfalls) froh, ohne dass es einer schlüssigen Erklärung bedarf. Einspruch?

    Zitat Zitat von Michael Domas
    Und wenn etwas wo geblieben ist, dann ist es doch nicht mehr Gegenwart, oder?
    Wenn heute beispielsweise ein uraltes Lied auf Demonstrationen gesungen wird, nehmen wir heute die Früchte uralter Saat wahr.

    Egal, was Liara wohl zu diesem sehr schönen Gedicht bewegt haben mag - ihr Glücksgefühl darüber, wie sich Gegenwart und Vergangenheit treffen, überträgt sich auf mich.
    Geändert von Artname (03.11.2020 um 07:43 Uhr)
    Genau so, oder eben ganz anders!

  10. #10
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    Egal, was Liara wohl zu diesem sehr schönen Gedicht bewegt haben mag - ihr Glücksgefühl darüber, wie sich Gegenwart und Vergangenheit treffen, überträgt sich auf mich.
    Danke Artname, was für ein tolles Kompliment.

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