1. #1
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    A' meise auf Reise

    Verwandelt in eine ungeheure Ameise-
    Wie Kafferns Käfer - ähnlich‘ Art und Weise
    Mit menschlichem Verstand und Seele
    machte sie sich verwegen auf den Wege

    Ihre Äuglein waren unheimlich groß,
    wenn sie sah ein Menschlein- zack
    saß sie schon unter grünem Moos
    Es fühlte sich an wie in einem Sack

    Geborgen im Dreck
    verloren im Zweck
    Man trug sie hin und her,
    ihre Seele wurde schwer

    Und als der weiche Kessel fiel-
    sieht sie einen herzzerreißenden Koloss
    und als ihr eigener Führer-
    beginnt sie zu reisen-
    zu diesem herzlichen Schloss

    Ihr wurde träger und trüber
    und kälter und kühler
    und müder und düster
    -sie spitzte ihre Fühler-

    Es war Pflaster.
    Zaster lag Luft.
    Es roch prächtig.
    Die Augenkluft,
    sie flimmerte nächtlich-
    bis das Raster ihr
    schier und jetzt zerplatzte

    …Es wurde ein neuer Morgen
    Die Sonnenstrahlen kitzelten
    -verschwunden: all ihre Sorgen-
    durch ihr tiefes, festes Schlafen
    Und Meisen sie bespitzelten
    Als sie pfiff zum Palais des Grafen

    Über Bogenbrücken und
    zwischen Heckenlücken
    Dass die Meisten aus Lüften
    sich ihrer Spur entrückten

    Ihrem Glücke unbewusst-
    erklomm sie Treppenwangen
    und als sie ankam -unbefangen
    fühlte sie dieselbe Anfangslust.

    Ameise, Ameise auf verwegen Reise
    Ludst dir keine Last - Reistest bis zur Rast
    Nun wachtest du auf- vor vier Türmen
    Da packte dich der Wunsch, sie zu erstürmen.

    Brücken und Gärten waren vergangen
    Den Stufen wich sie aus-
    Sandsteine türmten sich hoch
    Ionische Säulen führten herauf
    Und Herab von der Spitze
    gipfelte der Dreiecksgiebel

    Sie kroch herauf die Säulen
    Rutschte ab- fing an zu heulen
    Aber sie gab nie auf, niemals
    Jeder hätte gelacht, vor dieser Farce

    Ameise, Ameise auf verwegen Reise
    Trugst selten Trauer – Meistertest jede Mauer.
    Und ob nun schon Menschen liegen- auf der Lauer
    Sodann dein Lüngchen sticht- übe dich in Ausdauer

    Und alles brannte in ihr immerzu.
    Und sie rannte aus sich - wie im Nu.
    Rüber zur Wand des Prinzgebäudes
    Vorbei an den Tiefen des Gesimsgehäuses
    Getrieben zum Giebel durch die Böe
    Zischend zum Ziegel in die Höhe

    Die Ameise kam erhaben an die Spitze.
    Zum Ersten Male fühlte sie bis Übersee.
    Selbst die Meise sang nunmehr keine Witze-
    Zum Ersten Male über sie

    Ameise, Ameise ewig Reise geh zu Ende
    Verwegen‘ Reise, mach die Wende
    Dreh dich um, denn hungrige Spatzen schreien
    Dreh dich um, denn deine Kindlein wein‘

    Und die Ameise nahm sich ein Herz.
    Auch sie wollte nun abwärts .

    Der weite Grat bereitete ihr einen Pfad.
    Doch sie rutschte lieber die Ziegel
    vorbei an Giebel und Gesimse.
    Sie flog wie eine kleine Linse...

    Wie diese eine Nadel in den Heuhaufen hinein.
    Endlich konnte sie verschnaufen - und irren nach daheim.
    Geändert von Ben um Lenkahn (22.11.2020 um 15:24 Uhr)

  2. #2
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    Hey Ben, willkommen im Forum. Ich kann dir nur folgenden Rat geben: Mach mal eine Nummer kleiner und verzichte auf die Verstümmelung von Wörtern wie "wein', könn', vergönn' ". Das wirkt altbacken und ist teilweise schlichtweg falsch. LG gugol

  3. #3
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    Hey Gogol,

    Ich gebe dir Recht. Es liest sich schlechter und holpriger dadurch. Nehme das raus.

    LG Ben

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