Seite 1 von 2 12 Letzte
  1. #1
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    Berlin, PrenzlBerg
    Beiträge
    1.812
    Ich bereue nicht

    *für J.W.

    Ich trachte, Liebste, nicht danach, den Grund zu kennen,
    daß Er mich wohl geformt nach ungewohntem Maß,
    daß Ungewolltes in mir keimte, mich zerfraß
    und ich mich scheute, edle Liebe so zu nennen.

    Ach, Liebste, meine Träume nährte mein Begehren,
    das deine zarte Hand in meiner ruhen sah,
    dein Kuss der Schnitter meiner blutgen Lippen war.
    Welch grausam Schicksal konnte mir dies' Glück verwehren!

    Und doch, dass mich nun Leid für Liebe straft und quält,
    daß mein Sonett nicht Liebe wider mich erzählt,
    das reut mich nicht, an keinem Tag in meinem Leben -

    denn niemals hab so tief, so ehrlich ich gefühlt.
    Die Krone einer Liebe, die mich aufgewühlt,
    würd', Liebste, ich für keines Dichters Lorbeer geben.


    © LeVampyre | VII, Feb. 2004

    Dieser Text kann als mp3 auf meiner Homepage angehört werden.
    Bitte beachtet auch die besonderen Lizenzbestimmungen an meinen kreativen Werken!
    Eine Liste meiner bei Gedichte.com veröffentlichten Texte gibt es u.a. in meinem Sammelfaden.
    Geändert von levampyre (19.03.2006 um 23:26 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Feb 2004
    Beiträge
    143
    Ursprünglich eingetragen von levampyre
    Kurze Anmerkungen zum Gedicht:

    Ich trachte, Liebste, nicht danach, den Grund zu kennen,
    Daß Er mich wohl geformt nach ungewohntem Maß,

    das daß ist an dieser Stelle ziemlich merkwürdig, passt in dem Fall weder grammatisch, noch sinngemäß. Es sei denn Du läßt als Zwischentext Deine Gedanken in diesem Moment mit einfließen, dann würde ich aber die Form anders wählen.

    Ach, Liebste, meine Träume nährte mein Begehren,
    wohl eher nährten, aber das ist eher trivial.
    Ansonsten bin ich doch sehr angetan, Dein Gedicht hat eine ungemeine emotionale Tiefe, die einen beim lesen nicht schier erschlägt.

    [/B]

  3. #3
    Registriert seit
    Jan 2002
    Beiträge
    1.758
    Genau das hat auch mich an diesem Gedicht so sehr begeistert: Die Tiefe der Gefühle, die mich als Leserin berühren, einbeziehen, aber dennoch auf eine elegante Weise auf Distanz halten...

    Lieben Gruß
    Herbstzeitlose
    Dem Anschein nach bin ich zugleich in meiner Seele und außerhalb meiner Seele, weit ab von der Glasscheibe und dicht davor, gestorbener Steinbrech. Meine Begierde ist unendlich. Ich bin nur vom Leben besessen.

    Rene Char

  4. #4
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    münchen
    Beiträge
    891
    Ich tobe. Du wählst so schöne Worte, schöne Bilder, schöne Reime. Noch verwehrst du dich gegen die zwei Reimpaare für beide Quartinen, aber ich bearbeite dich schon noch
    es ist übrigens nett, dass du für unbedarfte den hinweis eingebaut hast, dass das ein sonett ist
    Besucht mich auf meiner Insel des Infantilen
    Letztes Werk:
    Der Makel der Rose

  5. #5
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    Berlin, PrenzlBerg
    Beiträge
    1.812
    @xipulli
    Wie schön dich im Forum begrüßen zu dürfen. Ich danke dir für Lob und Kritk. Also zunächst zum mir verständlicheren Teil deines Kommentars.
    "Meine Träume nährte mein Begehren" ist völlig korrekt, nur ist das Subjekt nach hinten gerutscht. Es müßte heißen: Mein Begehren nährte meine Träume. Mein Begehren sah deine Hand in meiner et cetera. Es ist eine Aufzählung.
    Zum ersten Duplett bleibt zu sagen, daß ich die "Liebste" hätte rauslassen können, um nach dem "Grund" ein "dafür" einzusetzen. Dann mußt du die Satzglieder wieder etwas schieben. "Daß er mich nach ungewohntem Maß wohl geformt hat." Aber das soll ja keine Geschichte werden.

    Was daran nicht sinngemäß sein soll, frag ich mich allerdings. Woher weißt du denn, was das lyr. Ich im Sinn hat? Vielleicht begehst du den Fehler und verwechselst den Autor mit dem lyr. Ich. Davor kann ich dich nur warnen!
    Die Gedanken des Autors fließen immer in seine Arbeit mit ein. Das passiert selbst, wenn man einen wissenschaftlichen Text über Trennverfahren oder weiß der Kukuck schreibt. In ästhetischen Texten ist es schier unmöglich, es zu vermeiden. Aber in diesen Texten gleich eine autobiographische Offenbarung sehen zu wollen, das ist mehr als heikel.

    @Herbstzeitlose
    Schön, das es dir gefällt. Das mit dem Abstand ist immer eine Frage des Bezuges, den man zu dem Text hat. Jeder, der in kommunizierter Gefühlssituation gerade selber steckt, kann sie natürlich unmittelbar nachvollziehen und fühlt sich vielleicht schon dadurch erschüttert.

    @konnOr
    Ich kann mich nicht verwehren, mein lyr. Ich scheint Dichter zu sein. Ich liebe performative Metatextualität. Aber ich bitte dich, verfalle nicht dem Glauben, du könntest mich irgendwie verbiegen! Das haben schon ganz andere probiert...

    LG LeVampyre

    [Geändert durch levampyre am 26-02-2004 um 11:38]
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  6. #6
    Registriert seit
    Feb 2004
    Beiträge
    143
    Ursprünglich eingetragen von levampyre
    @levampyre: Sei versichert, dass ich das lyr. ich keineswegs mit dem Autor verwechselt habe. Es ist mir nur eindeutig schwer gefallen, der Zeile einen Sinn zu entnehmen, und der, der mir (als Mensch und Leser) am nächsten lag konnte sich mit dem Stil nicht so recht anfreunden. Daher nixe siingemääß.
    @alle die´sso lesen, mir ist mein Kommentar etwas verrutscht. Im letzten Satz meines ersten K. kann man das "nicht" getrost rausstreichen

  7. #7
    Registriert seit
    Feb 2004
    Beiträge
    153
    Ich muss sagen das mir das Gedicht unter die Haut gehe,
    es sind sehr schöne Bilder, ich fand es ganz einfach toll.

    Gruß
    Nelly

  8. #8
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    Berlin, PrenzlBerg
    Beiträge
    1.812
    @xipulli
    Warum gibts du deine Kommentare eigentlich immer als QUOTE ab, wenn es doch gar keine Zitate sind?
    Ich kann nochimmer nicht nachvollziehen, warum du V2 nicht nachvollziehen kannst.

    @Nelli19
    Ich danke dir für deine positive Resonanz, wenn sie auch nicht so konstruktiv ausfiel, wie ich es mir stets erhoffe.

    LG Vampyre
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  9. #9
    Registriert seit
    Aug 2004
    Ort
    Bonn
    Beiträge
    701
    Hallo Levampyre,

    durch einen Querverweis aus dem Wohnzimmer fand ich hierher, las das Gedicht und stellte mit Erstaunen fest, dass es noch keine wirklich ausführliche Antwort bekommen hat. Da mich dien Sonett vom Inhalt her gleich angesprochen hat, möchte ich jetzt mal alte Kamellen wieder hochspammen, und mich näher damit beschäftigen - ich hoffe, du verzeihst mir das

    Zum Gedicht, es handelt sich hier um ein Sonett im Jambus. Die Kadenzen wechseln zwischen männlich und weiblich, die Silbenzahlen wechseln zwischen 12 und 13.
    Dein Reimschema in den Quartinen:
    a (weibliche Kadenz; 13 Silben)
    b (männliche Kadenz; 12 Silben)
    b (s.o.)
    A (weibliche Kadenz, 13 Silben)

    und selbiges in der Terzinen:
    c (männliche Kadenz; 12 Silben)
    c (s.o.)
    d (weibliche Kadenz; 13 Silben)

    Soweit die Eckdaten erstmal für mich.


    Ich trachte, Liebste, nicht danach, den Grund zu kennen,
    daß Er mich wohl geformt nach ungewohntem Maß,
    daß Ungewolltes in mir keimte, mich zerfraß
    und ich mich scheute, edle Liebe so zu nennen.


    Die Personen, die an dieser ersten Strophe beteiligt sind, sind ein lyr. ich, ein lyr. Du, welches als "Liebste" angesprochen wird und ein lyr. Er. Das lyr. Du scheint also eine gleichgeschlechtliche Liebe zu sein (mehr dazu später), das lyr. Du eine andersgeschlechtliche. Das lyr. Er drängte das lyr. Ich aus irgendwelchen Gründen in eine für dieses ungewohnte Form. Diese ungewohnte Form begann nach einiger Zeit, Unmut im lyr. Ich zu wecken. Das sonst zu nichts gezwungene lyr. Ich fühlte sich eingeengt und ging zunehmend an diesem Gefühl kaputt. Das lyr. Ich glaubte zwar die ganze Zeit über, ihre wahre Liebe gefunden zu haben, doch es scheute sich aufgrund diesen Unwohlseins, diese Liebe auch wirklich zu bekennen. Daraus schließe ich, dass das lyr. Er das lyr. Ich nur unbewusst so eingeengt hat, weil diesen versuchte, sich für ihn so zu verbiegen, dass er Interesse entwickeln kann.

    Ach, Liebste, meine Träume nährte mein Begehren,
    das deine zarte Hand in meiner ruhen sah,
    dein Kuss der Schnitter meiner blutgen Lippen war.
    Welch grausam Schicksal konnte mir dies' Glück verwehren!


    Die Träume des lyr. Ich nährten das Begehren des lyr. Ich. Ein begehren, welches in der Hand des lyr. Ich ruhte und von dem lyr. Du beobachtet wurde. Das Begehren, welches hier angesprochen wurde ist der Kuss des lyr. Du. Ich überlege noch, ob er Schnitter der blutigen Lippen ist, weil diese sich nach seinen berührungen öffnen und die rote Schleimhaut preisgeben, oder ob tatsächliche Verletzungen gemeint sind. Jedenfalls hatte sich das lyr. Ich in seinen träumen diesen Kuss viel schöner vorgestellt, als er nun schlussendlich wirklich war. In seinen Träumen malte das lyr. Ich diesen Kuss, also das Begehren immer wieder schöner, als er wirklich war und wünschte sich, in dieser Illusion glücklich zu werden. Irgendwann wurden die Schmerzen allerdings so aufdringlich, dass das lyr. Ich sie nicht mehr übertönen konnte. Durch dieses als grausam empfundene Schicksal wurde ihm das Glück des Glücklichseins verwehrt, da es nicht mehr in seiner Träumewelt weiterleben konnte.

    Und doch, dass mich nun Leid für Liebe straft und quält,
    daß mein Sonett nicht Liebe wider mich erzählt,
    das reut mich nicht, an keinem Tag in meinem Leben -


    Nach all diesen Träumen hat das lyr. Ich Leid anstelle von Liebe. Es fühlt sich von diesem Leid gestraft für seine Gedanken, mit Liebe leben zu wollen.
    In der zweiten Zeile dieser Terzine scheint das lyr. Ich plötzlich aufzuwachen und spricht tatsähclich an, dass dies ein gedicht ist. Er stellt fest, dass dieses Gedicht nicht Liebe erzählt, sondern einfach nur sein Leid. Also, dass er sich hat gleiten lassen. Jedoch stellt das lyr. Ich fest, dass es diese ganze Geschichte mit den Liebschaften nicht bereut und auch nicht bereuen wird.

    denn niemals hab so tief, so ehrlich ich gefühlt.
    Die Krone einer Liebe, die mich aufgewühlt,
    würd', Liebste, ich für keines Dichters Lorbeer geben.


    Die Liebe zu dem lyr. Er und dem lyr. Du wird von ihm immer noch als ehrlich und tief empfunden, trotz der ganzen Schmerzen und Verletzungen, die es aus der Beziehung mit dem lyr. Du ertragen musste. Als Abschluss des Gedichtes stellt das lyr. Ich noch einmal fest, dass es eine Liebe, die es geschafft hat, es innerlich derart aufzuwühlen nicht einmal für eine lorbeere als Dichter wieder hergeben würde. Als Lorbeere ist hier wohl ein romantisches Liebesgedicht gemeint, die das lyr. ich aber nicht erringen konnte, weil es sich einfach keine romantischen gefühle von der Seele schreiben konnte.

    So, liebe Levampyre. Ich hoffe mal, dass du mir ungefähr folgen konntest und ich vielleicht in etwa deine Intention herauskriseln konnte.

    Mit lieben Grüßen,
    Littleshine
    "Multiple exclamation marks", he went on, shaking his head, "are a sure sign of a
    diseased mind."
    (Terry Pratchett)

  10. #10
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    Berlin, PrenzlBerg
    Beiträge
    1.812
    Na ja, Shine, über meine Intentionen an dem Text haben wir ja noch gar nicht gesprochen (die werde ich auch nicht verraten, denn das ist was Privates). Du hast mir aber eine schöne Interpretation gegeben, die für mich allerdings nicht wirklich logisch klingt, da sie von meiner eigenen ziemlich abweicht. Aber ich möchte dich da nicht einschränken. Du weißt ja, daß ich dem Autor in seiner Interpretation keinerlei Autorität zuschreibe. Daher stelle ich nur ein paar Fragen zu Stellen, an denen deine Interpretation nicht am Text zu greifen scheint. Dies freilich nicht als nörgelnder Autor , sondern als gleichberechtigter Diskutant.

    Dieses Er, welches du ansprichst, ist im Text das einzig großgeschriebene Pronomen. Seine Attributierung spielt auf einen Schöpfungsakt (das Formen) an. Von einer Liebe zwischen "Er" und "Ich" scheint an keiner Stelle die Rede. Was läßt dich daran glauben und wer ist dieser "Er" überhaupt? Was ist das Ungewollte und wer will es nicht?

    Nun sprichst du in der zweiten Strophe davon, daß es unabhängig vom Traum einen realen Ort für die Einlösung des Begehrens gab, nur daß selbiges durch die Realität nicht gestillt wurde. Was läßt dich glauben, daß es wirklich einen Kuß gab, der das Ich enttäuschen konnte? Liegt nicht die Enttäuschung gerade darin, daß es keinen realen Ort für die Erlösung des Begehrens gab und daß gerade deshalb ja die Traumebene zum Ersatzmittel geworden ist?

    In der dritten Strophe wird klar, die Liebe scheitert. Was genau bringt sie denn zum Scheitern und warum bereut das lyr. Ich seine Liebe dennoch nicht? Das lyr. Ich würde die Myrthenkrone (klassisches Symbol für den durch die Liebe erhöhten Liebenden) nicht gegen die Lorbeerkrone (klassisches Symbol für den durch die Kunstfertigkeit seiner Dichtung erhöhten Dichter) eintauschen wollen, trotzdem es sich deutlich im ersten Terzett als Dichter geoutet hat. Erscheint das nicht aufgrund des Scheiterns seiner Liebe geradezu absurd?
    __________
    ps.: Wegen des "Hochpushens alter Kamellen" mach dir keine Sorgen. Ich freue mich immer darüber, wenn meine Texte besprochen werden. Ich habe sie ja nicht hier eingestellt, damit sie im Orkus dieses Forums klanglos untergehen.

    [Geändert durch levampyre am 21-06-2005 um 12:23]
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  11. #11
    Registriert seit
    Jun 2005
    Beiträge
    5
    ich kann da leider nicht mitreden. für mich steht aber fest, dass mir dieses werk ziemlich gut gefallen hat!

    lieben gruss vom
    highlander

  12. #12
    Registriert seit
    Aug 2004
    Ort
    Bonn
    Beiträge
    701
    Dieses Er, welches du ansprichst, ist im Text das einzig großgeschriebene Pronomen. Seine Attributierung spielt auf einen Schöpfungsakt (das Formen) an. Von einer Liebe zwischen "Er" und "Ich" scheint an keiner Stelle die Rede. Was läßt dich daran glauben und wer ist dieser "Er" überhaupt? Was ist das Ungewollte und wer will es nicht?
    Doch, eine Liebe wird in S1Z4 angesprochen. Das lyr. Ich scheut sich, die edle Liebe auch als eine solche zu bezeichnen. Dies beruht hauptsächlich darauf, dass das lyr. Ich sich vom lyr. Er geformt fühlt, was seinen Unwillen erregt.

    Nun sprichst du in der zweiten Strophe davon, daß es unabhängig vom Traum einen realen Ort für die Einlösung des Begehrens gab, nur daß selbiges durch die Realität nicht gestillt wurde. Was läßt dich glauben, daß es wirklich einen Kuß gab, der das Ich enttäuschen konnte? Liegt nicht die Enttäuschung gerade darin, daß es keinen realen Ort für die Erlösung des Begehrens gab und daß gerade deshalb ja die Traumebene zum Ersatzmittel geworden ist?
    Theoretisch könnte ich diur da Recht geben, praktisch hast du geschrieben, dass der Kuss der Schnitter der blutigen Lippen war --> somit gehe ich davon aus, dass etwas, was diese Schnitte bewirken soll erstmal vorhanden gewesen sein muss. Erst durch die Enttäuschung dieses Kusses lässt sich das lyr Ich zu der Traumwelt verleiten, die, wie du sagst zum Ersatzmittel wird.

    In der dritten Strophe wird klar, die Liebe scheitert. Was genau bringt sie denn zum Scheitern und warum bereut das lyr. Ich seine Liebe dennoch nicht? Das lyr. Ich würde die Myrthenkrone (klassisches Symbol für den durch die Liebe erhöhten Liebenden) nicht gegen die Lorbeerkrone (klassisches Symbol für den durch die Kunstfertigkeit seiner Dichtung erhöhten Dichter) eintauschen wollen, trotzdem es sich deutlich im ersten Terzett als Dichter geoutet hat. Erscheint das nicht aufgrund des Scheiterns seiner Liebe geradezu absurd?
    Vermutlich hat das lyr. Ich in der Zeit, wo es schon den Kuss geniessen durfte die situation sehr genossen und will dieses Gefühl auch im Hinblick auf die späteren Leiden nicht mehr missen.

    Ich hoffe, einiges etwas mehr gelichtet zu haben?!

    Danke für deine ausführliche Antwort,
    Littleshine
    "Multiple exclamation marks", he went on, shaking his head, "are a sure sign of a
    diseased mind."
    (Terry Pratchett)

  13. #13
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    Berlin, PrenzlBerg
    Beiträge
    1.812
    @highlander:
    Klasse, thanks for the info!
    Übrigens, lies mal hier, besonders den dritten Absatz!


    @Shine:
    Hm, ich möchte dich durch das Beharren auf meinen Fragen am Text ungerne in eine Richtung lenken, die der Text selbst für dich nicht her gibt. Wenn er dir mit deiner Interpretation logisch erscheint und für dich keine Fragen mehr offen bleiben, dann sollte ich es vielleicht einfach darauf beruhen lassen.

    Doch es kribbelt natürlich in mir, wenn ich andererseits sehe, daß du zu Schlüssen am Text kommst, die der Text in meinen Augen nicht hergibt. Schließlich bin ich derjenige, der dafür zu sorgen hat, daß der Text wenigstens auch das hergibt, was ich will. Da frage ich mich dann, war ich zu ungeschickt, ihn auch so zu schreiben?

    Mein Lateinlehrer sagte immer: "Guckt genau, was dasteht und schreibt nicht einfach, wovon ihr denkt oder möchtet, daß es dastünde." Dabei ging es ihm natürlich um Übersetzungen, aber eine Interpretation ist ja so etwas ähnliches wie eine Übersetzung. Daher ist die Befragung des Textes für mich Zentrum jeder Interpretation.


    @Leser:
    Mich würde sehr interessieren, wie andere Leser diesen Text verstehen, ob sie ihn verstehen und warum sie ihn so und nicht anders verstehen. Shines Interpretation geht natürlich in die "richtige" (offensichtliche) Richtung, daß es um eine gescheiterte Liebe geht. Aber das trifft so bestimmt auf 50% des in dieser Rubrik vorhandenen Materials zu. Es gibt da gewisse Nuancen, um die es mir leid täte, wenn ich sie so stiefmütterlich ausgearbeitet hätte, daß kein Leser sie mehr wahrnimmt.

    Wer ist "Er"?
    Was ist das "Ungewollte"?
    Wer liebt wen?
    Was ist Traum, was Realität?
    Warum scheitert die Liebe?
    Warum triumphiert das Ich trotz seines Leides?

    Ich hoffte, diese Dinge wären am Text erkennbar.
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  14. #14
    Registriert seit
    Mar 2003
    Ort
    ch - bei bern
    Beiträge
    7.070
    non rrrrrien de rrrrrrrrien....non, je ne rrrrrrregrrrrrrrrrette rrrrrrrien ach edith!

    über deine inahlte, bzw. wer in deinen gedichten was zu wem sagt, zerbreche ich mir den kopf nicht mehr.
    der text ist herrrrrrrrrlich zu lesen, ich habe mich ur gefragt, ob man bei dem innigen text die "liebte" wirklich 3mal ansprechen muss? sie wird dir ganz sicher zuhören, keine angst. oder ob es beim 2. und 3.mal nicht doch eher füller sind..
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  15. #15
    Registriert seit
    Aug 2004
    Ort
    Bonn
    Beiträge
    701
    Demnach ist es für dich nach wie vor nicht klar, wie ich zu meinen Schlüssen kam? Leider kann ich auch beim erneuten Lesen meiner INterpretation nicht sagen, dass ich sie daneben finde.
    Tut mir Leid, wenn ich nicht das daraus sehe, was du gerne hättest.. Vielleicht male ich mir hier aber wirklich zu viel bunt.

    Aber dennoch bleibe ich dabei, dass mir dieses Gedicht außerordentlich gut gefallen hat.

    Lieben Gruß,
    Littleshine

    [offopic]
    P.S.: Stimmt irgendwas mit meinem oder deinem ICQ nicht, oder warum antwortest du mir da nicht mehr? Wenn das Absicht war, entschuldige die Nachfrage.[offtopic-ende]
    "Multiple exclamation marks", he went on, shaking his head, "are a sure sign of a
    diseased mind."
    (Terry Pratchett)

Seite 1 von 2 12 Letzte

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Ich bereue nichts!
    Von dream of death im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 06.08.2010, 14:40
  2. Ich bereue es nicht!
    Von Kepptn im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 29.12.2008, 01:03
  3. Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 17.09.2006, 10:21
  4. Fehler die ich Bereue!
    Von Kalter EngeL <'3 im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 26.03.2006, 22:51
  5. No je ne regrette rien ( Nein, ich bereue nichts)
    Von Vallentin im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 20.08.2004, 19:10

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden