Thema: Geistesflug

  1. #1
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    Geistesflug

    Wir starten als Maus, hier im halmigen Gras,
    wir richten uns auf und wir rennen zum Spaß,
    erreichen die Nuss und erbringen sie gleich,
    den niedlichen Jungen im Wartebereich.

    Erblindet, nach oben führt uns dieser Weg,
    wir schaufeln als Maulwurf die Erde hinweg,
    erblicken das Licht, und wir hüpfen darauf,
    als hoppelnder Hase den Hügel hinauf.

    Zum blattgrünen Wald mit dem heulenden Wind,
    gemeinsam mit Blättern - die Symphonie klingt.
    Beschleunigter Lauf, wir erwachen als Fuchs,
    die Ohren sind spitz und die Form wird zum Luchs.

    Ein Knacken, ein Schreck, und wir richten uns auf,
    geschmeidig, geschwind, wie ein Reh schnell im Lauf,
    erreichen wir Lichtung aus saftigem Grün,
    erwittern die Düfte und bleiben kurz stehn.

    Es startet libellenbeflügelt der Flug,
    geschmeidige, sanfte Propeller, mit Mut.
    So fliegen wir hin, mit dem Bach, zu dem See,
    es riecht hier nach Fisch, und was ich auch noch seh,

    dass dieser im Sprung sehr gekonnt nach uns schnappt -
    ein wiegender Schilfkolben rettet den Tag.
    Als Grashüpfer springen wir weiterhin fort,
    das Eichhörnchen trägt uns zu höherem Ort,

    die Rinde empor, auf den Wipfel des Baums.
    Als Adler entschweben wir sanft dieses Traums,
    der weiterhin Horizontweiten genießt,
    und mit Musenwinden in jeden Geist fließt.
    Geändert von Lightning (13.01.2021 um 11:17 Uhr) Grund: Interpunktionskrise ^^
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  2. #2
    Salseda ist offline wie ist das passiert? jetzt bin ich plissiert
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    Einen guten Morgen und hallo Lightning,
    bin noch etwas verschlafen und schon auf so einem rasanten Flug verschiedener Inkarnationen geschickt, unangeschnallt. Mir gefällt deine Traumreise durch verschiedene Körper, die Verwandlungen reitend auf dem Musenwind.
    Ein paar Turbulenzen hat der Flug allerdings, ich klingel mal nach der Stewardess.....

    1. geschmeidig, geschwind, wie ein Reh schnell im Lauf,... ich verstehe ja dass du nicht immer "als" schreiben willst, aber wie ein Reh oder als Reh ist schon ein Unterschied und nachdem wir uns vorher ja immer so schon verwandelt hatten, will ich auf meinem Flug nicht auf den Rehkörper verzichten. .....? im rehschnellen Lauf?

    2. erreichen wir Lichtung aus saftigem Grün, ...der fehlende Artikel schmerzt....lieber aufs Wir verzichten?

    3. erspähen die Düfte und bleiben kurz stehn..... interessant, wusste ich noch nicht dass Rehe Düfte sehen können, würde ich auch gerne, aber ist wohl nur in einer Traumreise so, da du aber ansonsten sehr realitätsnah bleibst, frage ich dich ob du es hier auch sein kannst?

    Ein Knacken, ein Schreck, und wir richten uns auf,
    geschmeidig, geschwind, im Rehschnellen Lauf,
    erreichen die Lichtung aus saftigem Grün,
    erwittern die Düfte und bleiben kurz stehn. oder so ähnlich.... die erste Zeile finde ich übrigens sehr stark


    Die nächste Flugetappe kannst du so lassen, habe aber trotzdem dem Kapitän in die Navigation gegriffen, ich hoffe das ist ok.


    es riecht hier nach Fisch, und was ich auch da seh, müsste hier "was wir noch sehn" stehn

    ist, dass er im Sprung sehr gekonnt nach uns schnappt -
    Ein wiegender Schilfkolben rettet den Tag.
    Als Grashüpfer springen wir weiterhin fort,
    das Eichhörnchen trägt uns zum höheren Ort,


    Den Schluss, sorry wollte sagen die Landung könnte ohne den starken Seitenwind geschmeidiger sein.

    die Rinde empor bis zum Wipfel im Baum.
    Als Adler entschweben wir sanft diesem Traum,


    so hier wirds echt holprig auf der Piste:

    der weiterhin Horizontweiten genießt, .......wir entschwebten ja, das heißt dann wohl dass der Adler ohne uns weiter fliegt , aber leider bezieht sich das "der weiterhin" auf den Traum nicht auf den Adler.
    und mit Musenwinden in euren Geist fließt. ...bisher waren wir doch immer ein wir, warum am Schluss dann euer? weil der Adler ohne uns fliegt?......


    Ich hab da jetzt ne Weile rumgeknobelt um den Schluss mit Horizontweiten und Musenwinden hinzubekommen und habe jetzt einen Geistwindmuskelkater... ist knifflig aber: das Gedicht ist einen guten Abschluss wert! Du kriegst das bestimmt noch hin.


    Mit den Kommata geh ich auch sehr eigenwillig um, aber dir fehlt da irgendwo eins, das an anderer Stelle zuviel sitzt
    ich probiere es mal, wird dann halt Salsedalike:

    Wir starten als Maus, hier im halmigen Gras,
    wir richten uns auf und rennen zum Spaß,
    erreichen die Nuss und bringen sie gleich
    den niedlichen Jungen im Wartebereich.

    Erblindet, nach oben führt uns der Weg,
    wir schaufeln, als Maulwurf, die Erde hinweg,
    erblicken das Licht und hüpfen darauf
    als hoppelnder Hase den Hügel hinauf.

    Zum blattgrünen Wald, in dem heulend der Wind,
    gemeinsam mit Blättern als Symphonie klingt.
    Beschleunigter Lauf, wir erwachen als Fuchs,
    die Ohren sind spitz, die Form wird zum Luchs.

    Ein Knacken, ein Schreck und wir richten uns auf,
    geschmeidig, geschwind, im rehschnellen Lauf,
    erreichen die Lichtung aus saftigem Grün,
    erwittern dort Düfte und bleiben kurz stehn.

    Es startet, libellenbeflügelt der Flug,
    geschmeidige sanfte Propeller, mit Mut
    fliegen wir hin, mit dem Bach zu dem See,
    es riecht hier nach Fisch und was ich da seh,

    ist, dass er im Sprung sehr gekonnt nach uns schnappt -
    Ein wiegender Schilfkolben rettet den Tag.
    Als Grashüpfer springen wir weiterhin fort,
    ein Eichhörnchen trägt uns zu höherem Ort,

    die Rinde empor bis zum Wipfel im Baum,
    als Adler entschweben wir sanft diesem Traum


    in dem wir die Horizontweiten genießen
    und auf Musenwinden den Geist durchfliegen.............ist noch das was ich noch zustande gebracht habe...aber leider ein unreiner Reim und es müsste dann auch die Vergangenheitsform sein, Präsens passt da nicht.... grrr Haare rauf

    Liebe Grüße Sali
    Geändert von Salseda (13.01.2021 um 09:55 Uhr)

  3. #3
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    Huhu Sali!

    Vielen Dank für die hilfreichen Vorschläge.
    Ja.. man merkt, dass ich teilweise uuunbedingt die 11 Silben haben wollte. Freut mich, dass du dennoch großteils gerne mitgeflogen bist. Ich hoffe, du bist nach dem Halbschlaf auch wieder als menschliches Wesen erwacht, nicht, dass du noch schlafwandelnd im Wald umher läufst *g* Hatte die Zeilen, in welchen du z.B. 10 Silben vorgeschlagen hast, und ein paar mehr.. auch schon mit 10 geschrieben.
    Und das eigentliche Ende der Version, die ohne Metrik aus dem Bauch heraus kam, war:

    "die Rinde empor auf den höchsten Baumwipfel,
    als Adler entschweben wir von dessen Gipfel,
    um Horizontweiten im Blick zu genießen,
    der Geist ist stets frei, so lasset ihn fließen."

    Problem war.. sind 12 Silben.. die erste Strophe in meiner ersten Version hatte 10..
    die dazwischen häufig 11.. also nahm ich die Mitte. Obwohl mir diese Strophe einzeln viel besser gefällt x)

    Die Stelle mit dem Reh hat mir "danach" auch nicht mehr so gefallen.
    Ursprünglich schrieb ich:

    "Ein Knacken, ein Schreck, wir richten uns auf,
    geschmeidig, geschwind, wie ein Reh im Wettlauf,
    erreichen die Lichtung im saftigen Grün,
    genießen die Düfte, und bleiben kurz stehn."

    Bei "Wettlauf" war ich mir nicht sicher, ob die Betonung nicht anders wäre..
    würde mir persönlich aber trotzdem besser gefallen. Dennoch hab ichs im Forum geändert x)
    Deine Version gefällt mir auch besser, hätte aber auch wieder nur 10 Silben.
    Dass wir rein Bezugsmäßig nicht im Rehkörper sind.. dachte ich, könne man - falls man kein Luchs sein möchte - geistig überwinden, und sich einfach als Reh fühlen, da wir ja bis dahin in jeden Körper "geschlüpft" sind. Gleiches am Ende beim Eichhörnchen. Wobei man sich dort auch als Grashüpfer tragen lassen könnte. Bleibt dem Geist wohl selbst überlassen. Der rehschnelle Lauf würde rein bezüglich der grammatischen Bezüge auch nichts ändern. Das "wie" würde allerdings entfallen, was die "Vorstellung" evtl. leichter ins Reh übergehen lässt.

    Ja.. keine Ahnung.. da stellt sich eben wieder die Frage.. Silbenzahlen durchgehend einhalten.. oder nicht. Ich denke.. zukünftig werde ich wieder mehr nach Gefühl schreiben. Glaub bis auf 2-3 Worte gefallen mir auch meine ursprünglichen Zeilen besser. Geht halt von 10 über 11 bis 12 Silben, so verändert sich die Geistreise im Verlauf, und wird "intensiver". Hier würden die Zeilen wohl eher kritisiert werden, wenn sie zu sehr "schwanken", wie du oben an den beiden Strophen siehst, könnte man sie aus metrischer Sicht als verschiedene Gedichte betrachten, daher habe ich sie auch nicht geschickt. Bleibt meine persönliche Version, mit der ich im eigenen "Takt" auf Reise gehe *g*

    Wie man an meiner "Änderung" evtl. gesehen hat.. war es dann auch fast 4:00 .. daher habe ich die Interpunktion irgendwann aufgegeben.
    Finde deine an einigen Stellen besser, daher vielen Dank auch dafür

    "Zum blattgrünen Wald, in dem heulend der Wind," -> dort habe ich "mit dem heulenden Wind" gewählt, weil wir uns dann evtl. schneller fühlen.
    Fehlt evtl. auch ein Komma. Man könnte die Stelle also auch so betrachten, dass wir mit dem Wind auf oder mit Blättern hoppeln, und selbst die Symphonie spielen. Muss man aber nicht.

    Den wiegenden Schilfkolben finde ich super, daher werde ich diesen sehr gerne übernehmen

    Das Ende.. ja.. das gefällt mir so auch nicht mehr wirklich. Hab daran auch bis zur letzten Änderung rumgefummelt.
    War dann wahrscheinlich so im Halbschlaf, dass ich "euer" gewählt habe. Werde es gleich ändern,
    muss aber auch gleich wieder los. Daher bin ich jetzt evtl. auch etwas chaotisch auf deine Nachricht eingegangen.

    genießen.. (um-/ver-)fließen.. begrüßen.. damit hatte ich ein paar verschiedene Reimvarianten gemacht - aufs Ende bezogen. Wollte nur die Musenwinde irgendwie nicht aufgeben. Da gefällt mir deine Variante auch (bis zu den letzten 2 Zeilen natürlich ^^). Müsste später nochmal drüber schauen, wenn ich mehr ändern wollte. Evtl. auch mit etwas mehr Abstand. Gerade bei der Stelle mit dem Reh, und beim Ende. Gibt mit den genannten Worten noch ein paar nette Varianten.. vor allem, wenn man die Musenwinde aufgeben, oder trennen würde.

    Soo.. Kaffee, Dusche, und weiterfliegen.. mit dem Einkaufswagen :/
    Liebe Grüße, und nochmal besten Dank,
    Stefan
    Geändert von Lightning (13.01.2021 um 12:18 Uhr)
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  4. #4
    Salseda ist offline wie ist das passiert? jetzt bin ich plissiert
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    Hi Stefan,,

    nach ein paar arbeitsreichen Stunden bin ich wieder völlig geerdet und der Knoten im Hirn, ob beiden Schlussverse, ist gelöst, obwohl ich keine Lösung für sie habe. Aber eins weiß ich: so wie es ist, sollte es nicht bleiben, das zerbricht den gesamten Fluss.

    Das ist ja das tolle an dem Gedicht: es treibt einen mit den Protagonisten pfeilgerade durch die Zeilen, das ist schön und ehrlich, (ich sag das jetzt ganz leise, damits sonst niemand hört, flüster: ich würd auf die Silbenzahl pfeifen, solange sie sich zwischen 10 und 12 bewegt. Zwischen 10 und 11 wäre wohl besser, aber wenns partout nicht klappt: was solls), wichtig ist das flugähnliche Tempo, das du gut eingehalten hast, bis , eben leider, zum bis jetzt noch vertrackten Schluss.
    Mir gefallen deine ursprünglichen Verse tatsächlich besser, glaube ich, müsste die mal im Gedicht sehen. Der Wettlauf haut allerdings wirklich so nicht hin.

    Mit den Reimen am Schluss des Gedichtes ging es mir auch so, verschiedene ..ießen etc Vergangenheit, Gegenwart, nichts wollte sich sinnig zusammenfügen, aber ich war da auch unter Zeitdruck weil ich zur Arbeit musste. Und ja den Musenwind finde ich auch schön, bläst der doch durchs ganze Gedicht (du hast eine wunderbare Fantasie).

    Manche Gedichte bedürfen längerer Arbeit, also knabbere da ruhig noch ein paar Tage dran herum, da wird sicherlich noch die eine oder andere und am Schluss die beste Lösung geistflugartig ankommen, vielleicht sogar mit den richtigen Silbenzahlen.
    Ich drück dir jedenfalls ganz fest die Daumen dafür.

    Liebe Grüße
    Sali

  5. #5
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    Hi Sali!

    Ja, ich denke auch, dass die Zeilen es wohl Wert wären, die 2-3 Problemchen noch in den Griff zu bekommen. Werde sie mir mit einigen Tagen Abstand nochmal ansehen. Ich bin jetzt so oft durchgeflogen, dass ich mich zu keiner Möglichkeit mehr durchringen kann, weil alle seltsam wirken. Taktgefühl vorerst weg, für diese Zeilen. Das passiert mir leider häufiger, wenn ich zu lange an einem Gedicht herumfummle.. da habe ich es dann so oft gelesen, dass ich es betonen kann, wie ich will.. dann passt auf einmal "alles".. und ne Stunde später hänge ich beim erneuten Lesen mehr, als vorher. Ab dem Punkt.. lasse ich die Gedichte erstmal ruhen. Aber wie gesagt, werde mir das sicher nochmal ansehen, da du ja die Stellen aufgezeigt hast, die auch mir nicht gefallen

    Liebe Grüße,
    und vielen Dank nochmal,
    Stefan
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