1. #1
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    Der Hoffnungsvolle




    Der Hoffnungsvolle

    Hoffnung, oh, du Allerletzte,
    schon dein Schimmer ist mein Graus!
    Könnt ich, du Zuhochgeschätzte,
    blies ich dir dein Lichtlein aus.

    All mein Zaudern, all mein Zagen,
    all mein Leid verdank ich dir.
    Lächelnd packst du mich am Kragen,
    saugst die letzte Kraft aus mir.

    Deine schmeichelferne Stimme
    rät mir sorgsam zur Geduld.
    Ich verharre, warte, glimme,
    du allein bist daran Schuld!

    Was, Verfluchte, kannst du geben?
    Lebenslust durch Lethargie?
    Nur mein Leid hält dich am Leben;
    weil ich sieche, stirbst du nie.

    Käm sie wirklich, meine Stunde,
    würf ich dich, darauf mein Wort,
    in der ersten Glückssekunde
    ohne zögern über Bord.


    ...endlich nahm die Raupe die Wasserpfeife aus dem Mund und redete Alice mit matter, schläfriger Stimme an.

    "Wer bist du?" fragte das Rauptier.

  2. #2
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    Hallo Gaukelwort, eine sehr interessante Behauptung liegt hier in der Luft: Hoffnung sei, oder führe wenigstens zur, Lethargie?!?

    Hm, klar animiert unerfüllte Hoffnung dazu, sich ewig daran klammern zu wollen. Und Klammern bremst aus, führt deutlich zu einer energiegeladenen Schläfrigkeit. Die Lösung von der Hoffnung empfindest du als Glücksmoment. So ungefähr erahne ich zunächst den Inhalt

    Die Alternative muss der Leser wohl selber entdecken. Sich von seinem Fühlen und Selbstbewusstsein zum aktiven Handeln antreiben zu lassen? Ist das nicht schon wieder Hoffnung?

    Wie auch immer: Das hier ist für mich mehr als ein Kalenderspruch - es ist ein Gedicht!
    Geändert von Artname (17.01.2021 um 11:58 Uhr)
    Genau so, oder eben ganz anders!

  3. #3
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    Hallo Gaukelwort,

    die Hoffnung über Bort werfen, sie als Verfluchte zu bezeichnen, ist schon krasser Unsinn. Was du schön gedichtet hast, ist von der Hoffnung auf das Ende der Hoffnung, also einen performativen Widerspruch, der insgeheim benutzt, was er abschaffen will. Und dazu eigentlich auch sehr dunkel und unrein, weil es die Liebe der Hoffnung und den Trost darin über Bord wirft und damit sich die Essenz des hoffnungsvollen Menschseins nimmt. Du hast zwar das Gedicht "Der Hoffnungsvolle" genannt, aber es müsste anders heißen, weil dieser angeblich Hoffnungsvolle sich in einem handfesten Widerspruch befindet. Wer wirklich hoffnungsvoll ist, redet anders und nimmt sich selbst nicht die Grundlage zur Existenz. Im Grunde ist hier auch fast etwas Suizidales zu erkennen.

    Lyrisch ist es sehr schön geschrieben, aber inhaltlich ist es nicht ausgereift, es erscheint daher auch, wenn man so will, etwas zynisch, gerade weil der Titel anderes verspricht.

    Obwohl es natürlich das Sprichwort gibt: Hoffen und harren hält manchen zum Narren. Vielleicht ist das Gedicht darauf gemünzt?

    Mit besten Wünschen,
    Thomkrates
    Geändert von Thomkrates (17.01.2021 um 11:47 Uhr)
    ---
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    Wer die Leiden erschaut nur im Körper, der irrt.
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    ansonsten das Übel der Welten uns flirrt.

    ---

  4. #4
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    hallo gaukel,
    ich kann das sofort nachvollziehen.
    die hoffnung blieb in der pandora als größtes übel.
    wenn wir doch endlich aufhören würden zu hoffen!
    dann würden wir alles ändern.
    danke, dass du es rausgeholt hast.
    das war mein gedanke zu dem thema: https://www.gedichte.com/showthread....80-hoffnunglos
    liebe grüße
    charlotte
    lyrik ist die fortsetzung der verzweiflung ...

  5. #5
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    Hallo lavendula, über die Büchse der Pandora und Nietzsche komme ich dem vermutlichen Inhalt wohl noch etwas näher. danke für den Hinweis.
    Genau so, oder eben ganz anders!

  6. #6
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    Hallo zusammen,

    wenn ohne Hoffnung erst die Glückssekunde beginnt und sich fortsetzt in Stunden, Tage, Jahre, dann ist das ein hoffnungsloses Glück. Ich zweifle, dass es das gibt, weil ich meine, dass Glück auch immer mit Hoffnung beseelt ist, nämlich die Hoffnung auf Entwicklung hin zu tieferem Glück. Eine Welt, die hoffnungslos im Glück lebt, entwickelt sich nicht, weil der Ansporn - die Hoffnung - fehlt sich zu stetig vertiefendem Glück zu entwickeln. Eine solche Welt ohne Hoffnung wäre gerade keine glückliche Welt, sondern eine gleichgültige, nämlich dem Leid gegenüber. Ich vermute das Nietzsche und die Pandora lediglich Ideale sind, die der idealistische Geist sich ausgedacht hat, das Leid im Leben zu leugnen und sich eine absolut glückliche Welt ohne Hoffnung vorzustellen. Das Leid ist fundamentaler als das Glück und des Geistes idealistische Wünsche. Und genau daher kann die Hoffnung auch nicht ausradiert oder vernichtet werden. Diese beiden bedingen sich.

    Beste Grüße,
    Thomkrates
    ---
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    ---

  7. #7
    Salseda ist offline wie ist das passiert? jetzt bin ich plissiert Sieger des Gedichtwettbewerbs
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    Hi Gaukel,

    so ein kleiner Hoffnungsfunken lässt uns manchmal seltsame Dinge tun und ist das Glück nicht vollkommen, glimmt auch immer die Hoffnung mit. Beim vollkommenen Glück ist allerdings kein Platz mehr für die Hoffnung, die wird einfach überstrahlt da sitzt das dicke fette Glück mit seinem breiten Hintern sich einfach auf die Hoffnung drauf und die liegt dann leicht gequetscht im Dunklen. Um das mal anschaulich (wenn auch etwas unbeholfen vertextet) rüberzubringen :


    Wie so oft
    kam unverhofft,
    (es fiel mir einfach in den Schoß)
    das Glück und das war riesengroß.

    Es setzte sich mit einem Satz
    auf des Hoffnungsfunkens Platz.
    Dieser glomm, wie gemein!
    ein Loch in Glückes Hintern rein.
    Dieses sprang, mit großem Schreck,
    auf und rannte ganz schnell weg.
    Mit viel Gejammer und Geschrei
    war das große Glück vorbei.

    Doch von fern, da bin ich sicher,
    hör ich vom Funken her Gekicher.


    Ja, klar die Aussage in deinem Gedicht ist eine ganz andere, überraschend und zumindest für mich, ein neuartiger Gedankengang und eigentlich hast du da auch recht damit. Hoffnung kann irre sei, unreal und verdrängt nüchternes rationales Denken, manchmal auch Handeln....usw. Anscheinend ist es die Hoffnung die blind macht, nicht die Liebe, und die Liebe lässt uns die Welt sehen wie sie wirklich ist, strahlend freundlich vollkommen, ein Tanz.
    Danke für deine anregende Idee, dem Fesselballon für einen Gedankenausflug ein Stück weit über dem Erdboden...

    Liebe Grüße
    Sali
    Geändert von Salseda (20.01.2021 um 07:43 Uhr)

  8. #8
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    Hi gaukelwort, verstehe ich es richtig, im Poem wird der Wunsch beschrieben, die Hoffnung, gewissermaßen der Traum vom besserem Leben, im bloch'schen Sinne die konkrete Utopie als Lebenskraft, über Bord zu werfen? Ist sie jemals fort gewesen, diese Kraft? Klingt wie Erlösung oder Verdammnis. ... mir fehlt es aber derzeit noch an Fantasie dieses philosophische Feld des Seins und Denkens zu betreten, aber dein metrisch gut strukturiertes Gedicht im Trochäus animierte dazu erstes Denken diesbezüglich zuzulassen. Ist dem Prinzip Hoffnung zu entkommen? Ein Lob für deine Verse von mir, leider nur vom Smartphone... lg

  9. #9
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    Hallo in die Runde,

    ich bin gerade richtig erstaunt und froh über das tolle Feedback. Und es ist höchste Zeit, dass ich auf eure Rückmeldungen antworte.


    Hallo Artname,

    ja du hast Recht, hier geht es um die sehr enge und (viel zu oft) übersehene, unterschätzte oder verleugnete Verbindung zwischen der Hoffnung und der Lethargie, bzw. dem Verharren in einer für die/den Hoffende/n negativen Situation.

    Und das LI, in dessen Haut ich für diese Zeilen geschlüpft bin, ist in der Hoffnung gefangen. Und es leidet darunter.

    „Sich von seinem Fühlen und Selbstbewusstsein zum aktiven Handeln antreiben zu lassen?“...
    ...genau das ist es, was die Hoffnung meinem LI verwehrt. So lange es sich etwas von außen erhofft - egal ob von einer göttlichen Macht, dem Schicksal, dem Universum, oder seinem Mitmenschen usw. – solange besinnt es sich nicht auf sich selbst und seine Handlungsmöglichkeiten. Es vermeidet zu handeln. Und es vermeidet auch die mit dem Handeln verbundene Verantwortung zu übernehmen, indem es sein Schicksal in fremde Mächte/Hände überantwortet... Vielleicht würde das LI falsch handeln, und damit seine Hoffnung auf Erfolg zerstören...

    „Lösung von der Hoffnung empfindest du als Glücksmoment...“
    Nein nicht ganz. Wer sich von der Hoffnung löst, wird wieder entscheidungs- und handlungsfähig. Ob sie/er das nutzt und beginnt an ihrem/seinen Glück zu schmieden, oder ob sie/er dann resigniert und endgültig aufgibt, ist hier nicht angesprochen.

    Allerdings stellt das LI die Behauptung auf, dass seine Hoffnung ihre Daseinsgrundlage verliert, sobald das Glück kommt und es findet. Es selbst bemüht sich jedoch offenbar nicht wirklich um sein Glück. Und es bleibt sogar die Frage offen, ob es das Glück überhaupt erkennen und beim Schopfe packen könnte, solange es noch so auf seine Hoffnung fixiert ist.

    „mehr als ein Kalenderspruch“
    ist ein wirklich tolles Kompliment. Danke dafür.


    Hallo lavendula,

    du triffst mit deinem Hinweis auf die Büchse der Pandora genau den Kern des Gedichts. Die Hoffnung ist in der aktuellen, christlich geprägten Welt etwas sehr positives. Das war aber möglicherweise nicht immer so. Der ursprüngliche Begriff der Hoffnung war eventuell negativ und wurde in seiner ursprünglichen Bedeutung so lange verbogen bis er letztendlich in seine Gegenteil verkehrt wurde, um so in die christliche Weltsicht zu passen. Ich versuche das später in der Antwort an Thomkrates nochmal deutlicher auszuführen.

    Dieser Bickwinkel der Hoffnung zeigt die prekäre Situation die hier angesprochen hast.

    https://www.gedichte.com/showthread....litter-wahllos


    Hallo Thomkrates,

    ich merke, mein hoffnungsvolles LI hat bei dir eine Menge angestoßen. Du empfindest den in meinem Gedicht eingenommenen Blickwinkel sogar als „krassen Unsinn“. Und du hast dich gegen diese Sichtweise der Hoffnung in diesem Faden, aber auch in einigen neuen Gedichten stark zur Wehr gesetzt und dagegen angeschrieben. Dir ist diese Sichtweise fremd. Und sie sind dir scheinbar zugleich sehr unbehaglich.

    Ich versuche dir gleich mal zu erklären von welcher Seite ich an dieses Thema heran gegangen bin. Vorab möchte ich dir aber sagen, dass es mir nicht um ein richtig oder falsch geht. Und ich möchte dir nicht meine Meinung unterjubeln. Mir geht es einzig darum in der Argumentation schlüssig verstanden zu werden. Ob du mit den Argumenten dann was anfangen kannst liegt ganz bei dir. Ich will niemanden überzeugen und sehe mich nicht als Missionar in dieser Angelegenheit.

    Ja, „das Hoffen auf das Ende aller Hoffnung“ ist so etwas wie ein performativer Widerspruch... Daher taugt das Ganze ja auch nicht als sinnvolle Handlungsgrundlage. Ergo, das LI sollte das Hoffen bleiben lassen und sich etwas anderem zuwenden. Das würde es retten. Aber das gelingt ihm nicht. Es kann sich von seiner Hoffnung nicht trennen. Und bleibt daher in ihr gefangen. Endlos.

    Nein, das Gedicht müsste meiner Meinung nach nicht anders heißen. Mein LI ist voller Hoffnung. Diese Hoffnung schadet ihm, er hasst sie, er kann sich ihr nicht erwehren, aber er ist voll von ihr. Du hast jedoch damit Recht, dass der Titel anderes vermuten lässt. Das ist beabsichtigt. Dieses Gedicht will nicht gefällig sein. Es knurrt. Es beißt. Und es will in Köpfe einbrechen, um Gedanken aus gewohnten Sackgassen zu locken und aus Hamsterradkäfigen zu befreien. Das nächste Gedicht dieser Art lauer bereits in den Startlöchern. Es wir wahrscheinlich den harmlos verkitschten Titel „Der Traumprinz„ tragen (müssen).

    Von einem endlosen Glück oder einer Entwicklung zu tiefem Glück ist in dem Gedicht nicht die Rede. An dieser Stell versteigst du dich in eigenen Gedanken, die nichts hiermit zu tun haben. Darauf gehe ich daher nicht ein. Das Gedicht endet mit der Annahme/Hoffnung des LI, dass es die Kraft hätte, sich der Hoffnung zu entledigen, sobald sich sein ersehntes Glück einstellen würde. Es bleibt also passiv und es bleibt in seiner Hoffnung auf Glück gefangen.

    So, - ein großes Stück meiner nachfolgenden Antwort hast du dir hier bereits selbst gegeben.

    „Hoffen und harren hält manchen zum Narren“.
    Der Volksmund ist oft schlau. Auch wenn man tief einsteigen muss, um an den ursprünglichen „Bedeutungskern“ zu gelangen. Mit deiner Vermutung bzw. Deutungsversuch zu Pandora und Nietzsche im Bezug auf eine „absolut Glückliche Welt“ liegst du jedoch sehr daneben. Das Gegenteil ist der Fall und mit der Büchse der Pandora verhält sich laut Nietzsche in etwa so:

    In der Griechischen Tragödie – die Formal immer gleich aufgebaut ist – gibt es keinen Ausweg und keine Rettung für den Akteur. Sie verläuft zeitlich linear und alles verschlimmert sich Schritt für Schritt bis zum eintreten des inneren und äußeren Zusammenbruch des Akteurs. (Wikipedia beschreibt das gut). Wenn man das Muster der griechischen Tragödie auf den Mythos der Büchse der Pandora überträgt, dann ist die Hoffnung, und somit das Letzte was die Büchse noch in sich trägt, das größte aller Übel. An ihm wird der Akteur zerbrechen. Und dem will mein LI entgehen. Aber es sollte eben etwas für sich und sein Glück tun. Denn das größte Unheil liegt im plan- und richtungs- und antriebslosen verharren in der Hoffnung.

    Hey, das war ne Menge, ich hoffe, du hast nun einen weiteren Blickwinkel, der dir das Ganze noch einmal anders vor Augen führt.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Inspiration und die passenden Worte zu deinen Gedanken.


    Heyho Sali,

    schön dich hier zu Besuch zu haben.

    Du triffst die Aussage sehr gut. Die Hoffnungsfunken finden sich dort, wo das Glück nicht vollkommen ist. Hey, und aus Hoffnungsfunken werden bisweilen helle Flamen.

    Solange das Glück alles überstrahlt, brauchen wir die Hoffnung nicht. (Ganz klar, das ist kein dauerhafter Zustand).

    Aber wenn die Hoffnung alles Überstrahlt, dann übersieht man solcherart geblendet das Glück. Und das ist bekanntlich flüchtig und will bisweilen beim Schopfe gepackt werden. Und klebt auch nicht an einem wie Pech und Schwefel und Hoffnung... (Gut, manchen Mensch fällt es gelegetlich in den Schoß )

    Die alten Griechen hatten zwei Götter für die Zeit. Chronos der Gott der im Gleichmaß fließenden Zeit ist ja noch etwas bekannt. Kairos hingegen, der Gott des günstigen Zeitpunkts, wird in unserer durchgetakteten Welt kaum noch wahrgenommen. Viele sind auf ihre 1001 Projekte fixiert. Oder vertrauen blind auf die Hoffnung. Wer hat da schon den Kopf frei, um seine Blicke schweifen zu lassen und so die Stirnlocke von Kairos zu ergreifen. So nämlich packt man das Glück beim Schopf. Von hinten kann man Kairos samt Glück nicht erwischen. Dort hat er eine Glatze. Und man selbst nur das Nachsehen.

    Das Bild/Gedicht vom Glück, dass mit seinem breiten Hintern auf der Hoffnung sitzt ist echt hin- und mitreißend. Und vielleicht hast du damit auch erklärt warum das Glück so flüchtig ist. Prima! Und ich stimme dir auch darin zu. Liebe macht nicht blind. Sie will Klarheit und Wahrheit, um sich sinn(es)voll (hin)geben/verschwenden zu können.

    Neid, Eifersucht, und Gier wollen hingegen nichts geben sondern haben - und sie sind für alles außerhalb ihrem ansinnen oft blind. Die Hoffnung ist vielleicht ihre kleine, klammernde Schwester?


    Hi Butenlänner,


    ich gehe hier mal fantaphilosievoll den ersten Schritt.

    Der Traum oder Wunsch als Quelle der Lebenskraft darf schon erhalten bleiben. Allerdings nicht verbunden mit dem Irrglauben, dass die Erfüllung der Selben hoffend zu erwarten sei. Ärmel hoch, ran ans Werk. Im Geiste von „Yes we can!“. Und nicht etwa im Geiste von „Gott Papa wird’s schon richten“.

    „Ist dem Prinzip Hoffnung zu entkommen?“
    Wenn es um das „Prinzip“ der Hoffnung geht, dann denke wohl eher nicht. Aber man kann ihr vielleicht das Körbchen in die Besenkammer stellen. Will heißen: Wenn ich drei wichtige Dinge zu erledigen habe, mir bleibt aber nur die Zeit für zwei davon und niemand sonst kann helfen... Dann mag es vielleicht nicht schaden, (während ich mich Zweien davon widme) ganz am Rande und nur ein ganz klein wenig darauf zu hoffen, dass sich das Dritte von alleine erledigt...


    Boar, das war viel. Und jetzt rauscht mir vom Nachdenken, Worte angeln und Schreiben der Schädel. Aber es war auch richtig richtig gut. Und eure Kommentare werden noch in mir nachklingen. Und - da bin ich mir sicher,- - neues in mir anstoßen und zu Tage fördern.

    Soweit erst mal

    Vielen vielen Dank und Liebe Grüße

    vom Gaukel
    ...endlich nahm die Raupe die Wasserpfeife aus dem Mund und redete Alice mit matter, schläfriger Stimme an.

    "Wer bist du?" fragte das Rauptier.

  10. #10
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    Hallo Gaukelwort, habe hier selten eine derart aufgeschlossene Reaktion auf Kritik gelesen. Du verteidigst deine Idee, wenn notwendig, dann konsequent - aber ohne Gegenangriffe. Das ist erfahrungsgemäß sehr zeitaufwendig, aber eine vorbildliche Diskussionskultur. Danke.
    Genau so, oder eben ganz anders!

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