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    Amalie von Helvig: Die Schale

    Der folgende Text wird nach diesem gescannten Original erstellt.


    Glücklich gelandet im Port von Tarentum, trat mit Erwartung

    Kallias heiter ans Land, die nährende Erde begrüßend.

    Aber wo eilender schon die Wogen nahe der Mündung

    Rasch der Galesus wälzt, und mischet der salzigen Meerflut,

    5 Dahin lenkte der Jüngling den Schritt, ihm lachten die Hügel,

    Welche die schimmernde Stadt umzieh'n, im freundlichen Halbkreis.

    Purpurn glühte beim Licht der Abendsonne die Landschaft,

    Welche der farbige Herbst mit buntem Wechsel geschmücket;

    Goldene Wolken schwammen im heiteren Blau und es glänzten

    10 Golden die Wipfel der Pappeln; vom Widerscheine gerötet

    Glühte der Ulme Stamm am leis gewundenen Fußpfad.

    Aber gedankenvoll verfolgt ihn langsam der Jüngling,

    Sinnend der Sendung Zweck und ungewisseren Ausgang,

    Auch des Vaters Befehl bei sich im Stillen erwägend.

    15 Denn ihm wohnten die Eltern, die liebenden, güterbegabet,

    Fern im reichen Korinth, es freuten jene mit Recht sich

    Stolz des einzigen Sohnes; denn strahlend herrscht' er an Schönheit

    Dort in der Jünglinge Kreis, zugleich an Sitte das Vorbild.

    Jetzo gelangt' er zum Fuße der reich bepflanzeten Hügel,

    20 Wo der Städter sich gern vergnügt im üppichen Landhaus,

    Wenn zum schwärmenden Fest die Traubenlese herbeiruft.

    Auch des ärmeren Bürgers Vergnügen, der mit den Seinen,

    Froh nach des Tages Mühe, in grünenden Lauben hier ausruht.

    Also sah man noch manchen in Heiterkeit heue beschäftigt:

    25 Dort band einer geschickt die schwankenden Reben am Stab auf,

    Welche der Trauben Last herabgezogen; ein and'rer

    Schnitt von jeglichem Stock, mit krummem Messer, behutsam

    Schon die reifenden ab, die dicht von purpurnen Beeren

    Prangten, so wie sie zuerst der milde, durchglühende Strahl traf.

    30 Und wie Kallias noch hinschaut auf die lachende Landschaft,

    Welche der Heimat Bild in erfreulicher Täuschung zurückrief,

    Siehe, da zeigte sich ihm gegenüber ein Mädchen,

    Wie sie aus einem der Keller im Felsen eben emporstieg,

    Wo in kühliger Tiefe der Winzer frischer den Most hält;

    35 Zwei gehenkelte Krüg' an den Händen, trat sie behutsam

    Dort aus umgebenden Schatten, Haupt gebücket mit Vorsicht,

    An dem Gemäuer hervor in wallende Gluten des Spätrots.

    Aber die schlanke Gestalt stieg weiter die steinernen Stufen

    Jetzo behend hinan, im Gleichgewicht sich bewegend.

    40 Doch dem erstaunten Wand'rer erschien die blühende Bildung

    Nicht wie sterblicher Reiz; verloren ganz in ihr Anschau'n

    Rief er also entzückt: „Ha! Waltet eine der Nymphen

    Dieser Fluren, und bringt so reich Gedeihen der Pflanzung!

    Wie, oder trat Persephona gar aus den Pforten des Orkus

    45 Hier in das heitere Licht? Sie hasset die finstere Wohnung,

    Wo sie gezwungen weilt, besieget vom mächtigen Schicksal.

    Ja, dort stieg sie empor, der Mutter hold zu begegnen,

    Welche traurend verweilt in der seligen Götter Versammlung.

    Und ihr bringet zugleich Geschenke sie (sic), wie man dem Liebsten

    50 Froh sie bietet, das Fest des Wiedersehens zu feiern;

    Gaben, wie sie Demeter erfreuen, beut ihr die Göttin:

    Denn es pfleget Persephona stets die verborgenen Keime,

    Welche jene der Erde vertraut, sie waltet und wärmet,

    Drunten das lichtlose Reich beherrscht die Tochter der Deo.“

    55 Aber verschwunden indes schon wich die holde Erscheinung

    Dort an dem niedrigen Dach, umgeben vom Traubengeländer;

    Zeigte nimmer sich ihm, wie lang auf die Stelle gebannet,

    Wo er zuerst sie erblickt, erwartend harrte der Jüngling.

    Und wie er traurig steht und träumend vor sich dahinstarrt,

    60 Weckt ein freundlicher Ruf, der nah aus den dichten Gesträuchen

    Wiederholt ihm ertönt, den Wanderer jetzt zur Besinnung;

    Lebhaft wendet er sich zu gehn, da steht an des Weinbergs

    Fuß ein freundlicher Greis, die Trauben hielt er im Binskorb;

    Dieser rufet ihm zu mit froh gutmütiger Neugier:

    65 „Sei mir gegrüßt, mein Sohn! Nicht lästig nenne den Zuspruch.

    Sage, Lieber, mir an, was heut zu diesen Gehegen

    Dich geführet; mir zeigt's das Kleid, du seiest ein Fremdling.

    Ließ ein Zufall vielleicht an dieser Küste dich landen,

    Wo aus fernesten Reichen oft Äolus Männer uns zuführt?

    70 Kommst du aber, die Stadt zu sehen, das reiche Tarentum,

    Zeig' ich den Weg dahin dir an, mein Lieber, und wärst du

    Dort ein Fremdling noch, und ungewiss des Empfanges,

    Sei mir willkommen als Gast in meiner eigenen Wohnung.“

    Und ihm erwidert darauf mit fliegenden Worten der Jüngling:

    75 „Nicht so freundlichen Grußes war ich von euch mir gewärtig,

    Dem ich ein irrender Mann erscheinen musste, doch glaubt mir,

    Nicht unwürdig auch kam der Wandrer des gastlichen Obdachs,

    Welches ihr bietet – er geht von dieser Stelle nur ungern.

    Doch gen Tarent hin eil' ich, in seinen freundlichen Straßen

    80 Aufzusuchen noch heute des edelsten Bürgers Behausung;

    Denn mich sandte der Vater hieher zu dem biederen Gastfreund,

    Um die einzige Tochter bei diesem zu werben, sie führ ich

    Dann als Weib alsbald mit mit mir zu der freundlichen Heimat.

    Darum sage mir, Alter, auf dass ich nicht irre, den Weg an,

    85 Der in kürzerer Frist sogleich zur Stadt mich zurückführt.“

    Aber der Greis versetzte, der muntere, dieses dem Jüngling:

    „Wie, und kommst du als freier hieher, und raubest der Jungfrau'n

    Schönste vielleicht, die Zier der blühenden Töchter Tarentums?

    Traun! So magst du sie finden, damit dein würdig die Gattin

    90 Sei, wie du selber mit doch erscheinst, ein trefflicher Jüngling.

    Sollt' ich sagen indes, was mich bedünket das Beste,

    Riet' ich, dass du nicht heute des Schwähers Wohnung zu suchen

    Gingest; schon sinket die Nacht hochher, und hüllet in Dunkelglatten

    Rings den einsamen Pfad, du irrest leichtlich am Kreuzweg.

    95 Auch nicht jedem behagt's, so spät zu empfangen die Gäste:

    Ja die alte Schaffnerin schmollt, wenn die häusliche Mahlzeit

    Schon vor dem Herde bereit, auf's neu zu bedenken den Fremdling.

    Darum ziemet sich's besser, mein Sohn, du suchest den Gastfreund,

    Dort, wenn der neue Tag mit günstigen Zeichen uns anbricht,

    100 Und wir den Göttern geopfert, vor allen Zeus und dem Hermes:

    Dieser den Reisenden hold, und jener Beschützer des Gastrechts.

    Selber geleit' ich alsdann, gefällt es dir anders, zur Stadt dich;

    Und wir fragen zusammen dort nach der gastlichen Wohnung.

    Ja, ich möchte vielleicht dir nützlich sein bei der Werbung,

    105 Wäre der Mann mir bekannt, den schon als Schwäher du ansiehst.

    Denn nicht fremd ist mein Name den ersten Männern Tarentums,

    Und ob Reichtum auch das Glück mir versagte, gewann ich

    Manchen trefflichen Freund, und rühme mich jeglichen Zutrauns.

    Lass dir, für diese Nacht, indes ein bescheidenes Obdach

    110 Freundlich gefallen, mein eigen ist hier am Felsen der Weinberg;

    Und genügt dir die mäßige Kost, wie der eigenen Reben

    Lauterer Saft, so sei mir Gast bei der heiteren Mahlzeit.“

    Also der Alte. Die Worte bewegeten freudig den Jüngling,

    Was er in innerster Seele verborgen wünschte, das riet ihm

    115 Als das Beste der Greis, und dienlich seiner Bewerbung.

    So beschloss er getrost, nur erst am folgenden Morgen,

    Festlich gekleidet, dort zu erscheinen gemäß der Gewohnheit;

    Und, von der Liebe besiegt, betrog er selber sich willig

    Über den tieferen Grund des ihm willkommenen Säumens.

    120 Denn ihm lüstete nimmer, die Braut zu seh'n, die bestimmte,

    Seit er jene Gestalt von Fern' erblicket mit Sehnsucht.

    Und schon trat er zum grünen Gehege, wo sich das Pförtchen,

    Wild mit Jasmin umfasst und Myrthen, traulich ihm auftat.

    Ihm bot gastlich die Hand der Greis, zu lenken die Schritte,

    125 Wo der gemauerte Weg am Rebengeländer hinabführt.

    Und es fühlete dieser in seiner Rechten des Jünglings

    Leise zitternde Hand: er deutete irrig ein Zeichen

    Jugendlich blöder Scheu die ahndungsvolle Bewegung.

    Jetzt tief atmend erreichten sie beide den Gipfel, erwartend

    130 Stumm stand Kallias noch an der Seite des rüstigen Alten.

    Da rief dieser ihm zu: „O schau, wie im Dufte des Abends

    Schweigend in dämmernder Tiefe die fernher schimmernde Stadt ruht,

    Tausend Flammen entglimmen im bunten Glanze von dorther,

    Hell beim lärmenden Feste dem üppigen Städter zu leuchten.

    135 Doch mich erfreu'n hier oben die strahlenden Lichter des Himmels,

    Die in ewigem Reigen sich stet und freundlich umherdrehn.

    Und so kleinlich die Fackeln, von Menschen drunten entzündet,

    Hier erscheinen dem Blick, so dünkt ihr Ergötzen mir nichtig:

    Denn ich genieße fürwahr des schönern Glückes, indessen

    140 Nur die einzige Lampe das ländlich heit're Gemach mir

    Sparsam drinnen erhellt. Zwar ärmlich erscheinet die Wohnung,

    Doch nicht mehr bedarf es zum Glück, und immer noch bietet

    Mir das Hüttchen auch Raum für den stets willkommenen Fremdling.

    Aber da naht schon die Tochter, die gleich dem Apfel des Auges

    145 Lieb und erfreulich mir ist, und hold mein Alter erheitert.“

    Und den Männern entgegen nun trat die junge Leptossa,

    In der niedrigen Tür erschien sie von höherer Bildung,

    Kaum noch drang das weiße Gewand durch die Hülle der Dämm'rung;

    Dennoch erkannte sie schnell der tief betroffene Jüngling:

    150 Denn ihm sagt' es das Herz, das leichte Schweben der Tritte

    Zeigte dieselbige nun, die kurz ihm die Seele bewegt hat;

    Doch wie die Ferne vorher ihm barg das liebliche Antlitz,

    Konnt' er im Schleier der Nacht die tief beschatteten Züge

    Nicht erkennen genau; und so verweigerte noch sich

    155 Neidisch dem forschenden Blicke des sehnenden Wunsches Gewährung.

    Aber es sprach der Vater alsbald zu der blühenden Jungfrau:

    „Sieh! Ich brachte den Gast, indes du bereitet die Mahlzeit,

    Wie es mir oft wohl geschieht; doch lange hieß ich so fröhlich

    Keinen willkommen wie diesen, als führt' ich einen der Götter

    160 Heut' an den gastlichen Herd; es ist, o Sohn, mir dein Antlitz

    Still erfreulich anjetzt ein Zeichen glücklicher Deutung.“

    Aber schon war den beiden vorausgeeilet die Jungfrau;

    Und es harrte, bereitet für ihn bei Kallias Eintritt,

    Hier das lauliche Bad der Füße; still und geschäftig

    165 Schickte sich, ihn zu bedienen, auch an das sittige Mägdlein.

    Aber der Jüngling gehorchte verstummend, wie er geneiget

    Sah die holde Gestalt vor sich in lieblicher Stellung.

    Erdwärts bog sie das Köpfchen, die reichen Locken verhüllten

    Zwar die blendende Stirne, die rosigen Wangen des Mädchens;

    170 Aber wohl sah er entzückt der geschmeidigen Arme Bewegung,

    Schaute die rosigen Finger von Narden duftend und Balsam.

    Tief im innersten Busen erbebte jetzo das Herz ihm,

    Wie im die weichliche Wolle des Tuches die Füße berührte.

    Doch als nach stummer Verwaltung des freundlichen Dienstes die Jungfrau

    175 Nun vor ihm sich erhob, da traf ihn ihr leuchtendes Auge;

    Und tief drang in die Seele des Eros Pfeil mit der Allmacht

    Ihres Blickes; da stand verwirrt der verwundete Jüngling.

    Doch sie selber empfand, die blühend holde Leptossa,

    Auch des Gottes Gewalt, der sicher immer und schnell trifft;

    180 Denn ihn zierte wie sie, der jetzt gefangen vor ihr stand,

    Blühender Jugend Reiz; er prangt' in männlicher Schönheit;

    Aber beide verstummten vom gleichen Gefühle bemeistert,

    Eros sprach aus dem Blick, doch hielt er die Zungen gefesselt.

    Jetzt zu dem mäßigen Mahl lud dringender endlich der Vater

    185 Munter den säumenden Gast, auf schwellende Polster gelagert.

    Und in Gedanken vertieft saß neben dem alten der Jüngling,

    Blieb bei des Wirtes Gespräch in sich verloren und sprachlos.

    Da trat näher der Tafel die blühende Tochter des Hauses,

    Hielt in der Rechten den Krug, den irdenen, welchen der Rebe

    190 Biegsamer Zweig umschlang, doch hoch in der Linken erhob sie

    Zierlich ein golden Gefäß, es hätte dieses nicht leichtlich

    Wohl auf den ersten Zug der tapferste Zecher geleeret.

    Fromm nun goss sie zuerst den Göttern blinkenden Wein aus,

    Reichete frisch gefüllet sodann die Schale dem Fremdling.

    195 Aber es wandte sich dieser zu ihr, die ihm eben den Trank bot,

    Und mit leuchtenden Blicken so redet' er: „Wahrlich dir ähnlich

    Wandelt Hebe einher beim Male seliger Götter,

    Beut die duftende Schale gefüllt mit himmlischem Nektar.

    Aber erfreulich vor allen dem hohen Dulder Herakles,

    200 Ihrem unsterblichen Gatten, dem Zeus sie gab zur Genossin.

    Ja, so wie du den Saft der Purpurtraube mir einschenkst,

    Wird er zum himmlischen Trank, die Hütte mir zum Olympos.“

    So der Jüngling entzückt von des Mädchens seltenem Liebreiz.

    Aber schamhaft zog und schweigend jene zurück sich

    205 Still in das tiefe Gemach, so wie es geziemet den Jungfrau'n.

    Jetzt beschaute die Schale, die ihm von dem Mädchen gereicht ward,

    Kallias sinnigen Blicks, so wie in der Hand sie zurückblieb.

    Da mit Staunen entdeckt' er in ihr ein köstliches Kunstwerk,

    Überraschend ihn, hier verträglich nicht mit der Einfalt,

    210 Wie sie genugsam der Gast, ja dürftig fast ihm erschienen.

    Und zu dem Alten wandt' er mit fragenden Worten sich also:

    „Sagt, o Vater, woher, da rings der übrige Hausrat

    Zeigt den einfachen Sinn, verschmähend üppigen Aufwand,

    Wie doch kam die Schale zu euch in die ländliche Wohnung?

    215 Wohl bewahrt mir daheim in Korinth die häusliche Mutter

    Zierliches Silbergeschirr und schön geformte Gefäße,

    Die aus getriebenem Erz mit künstlichem Sinne gebildet;

    Aber keines fürwahr vergleicht sich diesem; noch sah ich

    Selbst in den Tempeln der Götter, wie viel ich derer besuchte,

    220 Was ich an Kunstwert diesem entgegenzustellen geneigt sei.“

    Freundlich nickte der Alte zu dieser Rede; der Lobspruch

    Schien im Innersten recht ihn zu erfreuen, und liebreich

    Froh dem werten Gast sich näher lagernd, versetzt er:

    „Traun, mein Sohn, mir zeigt anjetzt dein treffliches Urteil,

    225 Dass du maches gesehen, da wohl dein Auge geübt ist,

    Klug zu sondern vom schlechten Gefäß das höhere Kunstwerk.

    Rühmlich zieret fürwahr den gebildeten Jüngling die Kenntnis

    Jeder trefflichen Kunst, die das Leben schmückt und erheitert.

    Ja, schon manches Jahr erfreuet der Schale Besitz mich,

    230 Und ich betrachte noch jetzt mit stets erneuerter Lust sie,

    Wenn ich am festlichen Tage sie ausleer', oder dem Fremdling

    Wohl, wie ich pflege zu tun, darin gereicht die Erquickung.

    Denn es bewähret allein die Zeit den Wert des Besitztums,

    Welcher Art es auch sei, so schaut verdrossen der Reiche

    235 Bald gleichgültigen Blickes den Schatz der schimmernden Steine,

    Die er zum prahlenden Schmuck mit vielem Golde gehäuft hat;

    Überdruss und Ekel erreget seelloser Reichtum

    Seinem Eigner zuletzt, so wie im Beginn er ergötzte.

    Doch, was aus blühenden Zeiten der Kunst, ein schönes Gedächtnis,

    240 Uns der bildende Sinn in zarten Gestalten zurückließ,

    Bleibet das einzig köstliche stets; der Menschen Gedanke

    Gibt erst jeglichem Gute den Wert; so dünket allein mir

    Schätzbar das, wo er selbst, der Götterfunke, sich eindrückt.

    Mag von Ton das Gefäß, mag's von vollwichtigem Gold sein,

    245 Gleichviel, wenn nur bei diesem das Auge gefällig verweilet,

    Und aus der zierlichen Form sinnvolle Bedeutung uns anspricht.“

    So der gesprächige Greis; nachdem er aber den Jüngling

    Heiter zum Trinken ermahnt, ihm selber gebend das Beispiel,

    Nahm er die Schale, die dieser noch still betrachtete, jetzo

    250 Lebhaft ihm aus der Hand. Dann sprach der Alte mit Eifer:

    „Ha! Ich seh', es erfreut der kunstverständige Trinker

    Mehr des Bechers sich noch als des Weins, der schäumend ihn anfüllt;

    Wohl so vergönne mir denn, dir selbst genauer zu zeigen,

    Was ich mit prüfendem Blick darauf entdeckt; dir entgeht ja,

    255 Mein' ich, das Kleinste nicht, ist's anders wert der Betrachtung.

    Aber das schönste zuerst; du siehst ein ruhendes Weib hier.

    Ariadne ist es, die hin zur felsigen Naxos

    Jenem Helden gefolgt, der siegesfroh gen Athen kehrt.

    Schau, wie gelinde der Schlummer die zierlichen Glieder gelöst hat;

    260 Seitwärts sinket ihr Arm, du erkennest die goldenen Spänglein

    Deutlich, die schimmernde Binde, so zart um die Stirne sich windet.

    Auf der Linken ruhet das Haupt, das lockenumflossne,

    Leis, wie in lieblichen Träumen gewiegt, still heiter und sorglos.

    Aber vorüber dort schwebt am fernen Saume der Fluten

    265 Schon das schwärzliche Schiff, dass den tapferen Sohn des Ägeus,

    Doch nicht zur guten Stunde, dem heimischen Hafen zurückführt.

    Und es nahet zugleich ein Gott sich hier der Verlass'nen,

    Bacchos, der freundliche, naht; ihm zieh'n wild taumelnde Faunen

    Rebenumkränzet voran, und ausgelass'ne Mänaden.

    270 Scherzend huldigt die Schar der Schlafenden; aber betroffen

    Sieht Dionysos von ferne, gerührt von so seltener Schönheit;

    Sprachlos weilet der Gott mit schwarzen Locken, er sieht nicht,

    Wie die fleckigten Panther sich zahm an die Kule (?) geschmieget;

    Denn die mächtige Liebe beherrscht ihm die Seele: schon sinnt er,

    275 Wie er das sterbliche Weib erhebe sich zur Genossin,

    Und ihr verleih unsterblichen Reiz, die Krone der Gottheit.

    Aber zur anderen Seite“, so redete ferner der Alte,

    „Weiterhin entdeckst du den Zug der jubelnden Knaben,

    Wie sie im kindischen Spiel das Fest begeh'n des Lyäus.

    280 Lustig schwinget der Erste den weinumschlungenen Thyrsus.

    Keck, als Führer, schreitet er frisch voran den Gesellen.

    Hier die Trauben im Korbe, dem zierlich geflochtenen, tragend,

    Folgt ihm ein anderer dicht auf der Ferse; sieh, wie er schwanket!

    Denn von Wein wohl ist, und nicht von der Last, ihm das Haupt schwer.

    285 Diesem hat sich der kleinst mit leisem Tritte genähert,

    Schlau von den purpurnen Trauben im vollen Korbe zu naschen;

    Zwar nicht ohne Müh, es erhebt auf die Zehen der Schalk sich.

    Aber jetzo gewahrte der Knaben einer des Diebstahls,

    Springet eilig hervor, den Täter zu strafen: doch siehe,

    290 Täppisch fällt er, und stürzt mit vollem Gewicht auf den Weinschlauch,

    Den er mühsam schleppte; da schallt ein lautes Gelächter

    Aller Gespielen um ihn, es blitzt mit den Augen der Näscher

    Schadenfroh; ihm gilt die geballte Faust des Gefall'nen.

    Zarteres bildete nicht fürwahr in glühender Werkstatt

    295 Je Hephaistos, so scheint es mit einem Gusse vollendet.

    Aber Efeu umschlingt die zierlichen Henkel und windet

    An des Gefäßes Fuß in biegsamen Ranken hinab sich.

    Und wie die Schale der Greis vor ihn gelassener hinstellt,

    Richtet er weiter mit Ernst die Rede jetzt an den Jüngling:

    300 „Ja, wie kostbar dir auch erscheinen möge dies Kleinod,

    Hätt' ich für klingendes Gold es selber gehandelt, nicht hielt ich's

    Hoch und teuer wie nun; ein wertes Pfand der Erinn'rung

    Bleibt dies Gefäß mir, und stellet sogleich ein heit'res Ereignis

    Stets vor die Seele, das noch seither in dem Laufe der Tage

    305 Keine tiefere Spur bedeutend sonst mir zurückließ.

    Gar verschieden, mit Recht wohl, nennt man der Taten Geschicke;

    Größeres wirket zu Zeiten Geringeres, wenn es vom Ratschluss

    Hoher Götter gelenkt zu weiten Folgen den Grund legt.

    Anderer Taten Frucht reift langsam ruhig der Zukunft

    310 Leise waltende Macht; so sind der späteren Sonne

    Milde Strahlen wohl oft den zögernden Früchten gedeihlich.

    Aber auch manche Blüte, sie fällt vom geschmücketen Zweig ab,

    Leicht im Weste verweht und unfruchtbar; ihr vergleichet

    So sich am besten die Tat, durch keine Folge bekrönet;

    315 Nicht die schlechtere doch deshalb; von jener bewahret

    Nur die eigene Brust das unverfälschte Verzeichnis.“

    Aber lebhaft hier entgegnete diesem der Jüngling:

    „Lasst, o Vater, mich denn erfahren jenes Ereignis,

    Dass der gepriesenen Schale Besitz euch günstig verschafft hat.

    320 Traun, es konnte die Tat gewiss nur ehrend für den sein,

    Welchem dies Angedenken von ihr, das seltne, zurückblieb.

    Drum zeigt meinem Begehren geneigt euch, dass sich der Fremdling

    Doch nicht sehe beschämt, wohin ihn führte die Neigung.

    Ja, verschweiget mir nicht das Kleineste; traun, nicht die eitle

    325 Neugier reizet, mich treibt ein tiefer inniger Anteil.“

    So lag Kallias dringend mit schmeichelnden Bitten dem Greis an,

    Bis, nicht länger den Wunsch des werten Gastes verweigernd,

    Dieser nach kurzem Besinnen sich also sprechend zu ihm kehrt:

    „Wie ich nun die Erzählung beginne, muss ich, o Jüngling,

    330 Weit in vergangene Zeiten dich führen; wo selbst ich

    Gar ein anderer Mann dir wohl erschienen; denn noch nicht

    Hatte das beugende Alter nich dort erreichet, mir blühte

    Noch das täuschende Glück, das nun mir den Rcken gekehrt hat.

    Damals aber geschah es, zur Zeit, als gleich mit der Schwester

    335 Phöbus teilend den Tag abwechselnd strahlte dem Erdkreis,

    Wenn der kühlere Herbst dem nahen Winter vorangeht,

    Dass auf dem Meere die Wut der losgelassenene Winde

    Heftiger jetzt sich erhob, den sicher'n Piloten erschreckend.

    Furchtbar zürnte den Armen der blaugelockte Poseidon,

    340 Und kein Opfer wollt' ihn besänftigen, kein's der Gelübde,

    Wie der geängstete Schiffer in fährlicher Stunde sie darbringt,

    Nur den geübtesten Führern gelang's, noch durch die empörten

    Wellen steuernd, am Ufer die rettenden Anker zu werfen.

    Manches beschädigte Schiff nahm bald der gedoppelte Port auf.

    345 Doch hier sah man das eine der Segel beraubt mit gebroch'nen

    Masten, ein and'res, vom Sturm an schroffe Klippen geschleudert,

    Drohte zu sinken, gefüllt mit der salzigen Woge des Meeres.

    Doch verderblicher wütete dort der verzehrende Hunger,

    Dieser grimmige Feind des Menschengeschlechtes, verschmachtend

    350 Lag, von Plagen erschöpft, die übergebliebene Mannschaft.

    Und wie auf Erden mitunter es eintrifft, also auch diesmal

    Diente das Leiden der einen den ander'n jetzo zum Schauspiel.

    Zahllos drängten die Bürger zum Strand sich hinzu, doch bedachte

    Keiner, ob Beistand wohl er möchte bringen; es trieb sie

    355 Frommes Mitleid nicht, nur allein die müßige Neugier.

    Aber am Ufer zerstreuet erschien das getröstete Schiffsvolk,

    Und mit gesprächigem Mute den eitelen Fragen begegnend;

    Denn es ergötzet, wenn kaum der Gefahr entronnen, der Mensch sich

    An der Erinnerung dann, wenn er vergrößernd sie darstellt;

    360 Auch ich folgte dem Haufen dahin; lebendig im Busen

    Regte sich jetzo der Wunsch, dass so ich den Fremdlingen hülfreich

    Möcht' erscheinen. Doch wandt' ich umsonst mich hierhin und dorthin,

    Jene Bedrängten zu seh'n, für die mir spräche das Mitleid.

    Ungebundener Jubel nur rast' in allen und Freude,

    365 Welche zügellos schwärmt mit ausgelassenem Toben –

    Und schon ging ich, erbittert im Herzen über den Leichtsinn

    Dieses rohen Geschlechtes, als ernst von männlichem Ansehn

    Noch der Piloten einer mit fliegenden Worten mich antrat:

    „Nicht gleich jenen“, so sprach er, „die herzlos müßig herumsteh'n,

    370 Scheint Ihr gekommen zu sein, nur die Armen ruhig zu schauen,

    Die in dem schützenden Port gemeinsamer Jammer vereint hat.

    Aber nicht lasst es geschehen, dass nun euch im Busen des Mitleids

    Zarte Stimme verstumme beim roh ausschweifenden Jubel,

    Der aus den trunk'nen Haufen der kaum Gelandeten herschallt;

    375 Was dem sicher'n Bewohner des Lands ein ruhig Besitztum

    Scheinet, das Leben, ist auch, wie jeder andere Reichtum,

    Den er den Fluten vertraut, die flüchtige Beute dem Seemann.

    Nimmer dem friedlichen Bürger vergleicht ihn, den ein Gewerbe

    Sicher, das ruhige, nährt; dem abgemessenen Tagwerk

    380 Dankt er ein mäßiges Glück, und sparet tätig besonnen

    So für das ruhige Alter, das selten dem Schiffer zu Teil wird;

    Denn was dieser genießt, das nennet er sein nur, es fordern

    Gierige Wellen den Zoll, und wie der Krieger im Kampf nur

    Feindlichen Boden gewinnt, so befährt auch jener ein falsches

    385 Element, das tückisch auf spiegelndem Rücken ihn hinträgt.

    Ja, viel Elend noch verbirgt der innere Schiffraum,

    Unsichtbar dem Blick, vor allem der Hülfe bedürftig

    Also lieget erschöpft mir schwer darnieder ein Mann dort,

    Dem das beschädigte Schiff die traurige Wohnung gewähret.

    390 Krank schon nahm ich ihn auch; von Syracuse gedacht' ich

    Ohne Säumen zu steuern nach Gräcien, aber ein and'res

    Hatten die Götter verhängt; nun lieg ich harrend im Port hier.

    Doch Euch leg' ich die Sorg' ans Herz für den hülflosen Fremdling,

    Ob Ihr ihm Pflege vor jetzt vergönnen wollet und Obdach,

    395 Welcher der Bürger keinem befreundet ist durch das Gastrecht.

    Nicht von Geschlecht, mir dünkt er ein Niederer, aber Ihr stiftet

    Sein erbarmend Euch selbst vielleicht ein glückliches Bündnis.“

    Dieses sagte zu mir der verständige Führer des Schiffes,

    Und ich verhieß ihm sogleich des redlichen Wunsches Gewährung,

    400 Ordnete eilig daheim das Nötigste für die Bewirtung

    Meines leidenden Gastes; ihn brachte der bied're Pilot mir.

    Als ich die ziemenden Opfer nun dargebracht für den Kranken,

    Übergab ich der Pflege sodann ihn der sorgsamen Hausfrau.

    Eines Sinns ja waren wir stets; so hielt sie den Mann auch

    405 Hoch, als weilte bei uns ein Gast, der Unsterblichen einer,

    Wie sie es vormals taten, die weite die Erde umwandelnd.

    Als nach geraumer Zeit sich endlich nun der Genesung

    Dieser erfreute, nicht mehr der Frauen Wartung bedürfend,

    Jetzo besucht' ich selber den fremden Mann und versucht' es,

    410 So ihm durch aufgewecktes Gespräch die Stunden zu kürzen.

    Auch ihn hört' ich mit Lust, und richtig fand ich sein Urteil

    Über jegliches Ding, es mochte vom Handel zum Kunstfleiß

    Unser Gespräch sich lenken, wie ferner Staaten Verwaltung.

    Stets begegnete sich in allem unsre Gesinnung,

    415 Ja die Freundschaft schloss, je länger je fester, das Bündnis.

    Wie nun gekommen die Stunde des Abschieds und an dem Hafen

    Lautes Jauchzen erscholl, das sichere Zeichen der Abfahrt:

    Da ergriff mir der Bied're die Hand, und sagte mit Rührung:

    „Hört Ihr vom Ufer her das lärmende Rufen der Mannschaft?

    420 Nicht willkommen mir heut! Dieweil es von Euch mich hinwegzieht.

    Aber es mahnet mich auch an jene bangere Stunde,

    Als vom breiten Verdeck es herab laut jubelnd ertönte,

    Wie aus bläulicher Flut Italiens Ufer emporstieg;

    Allen das Ende der Fahrt, der fährlichen, freundlich verheißend.

    425 Da auf traurigem Lager im hohlen Bauche des Schiffes

    Liegend, gelobt' ich still: wenn dort an der rettenden Küste

    Hülfe vielleicht mir bereitet, und so von dem Übel Genesung,

    Fromm im Tempel des Zeus, dem hohen Beschützer des Gastrechts,

    Diese Schale zu stiften; in Syrakusa nur hatt' ich

    430 Selber sie kürzlich gekauft, ich hielt sie hoch als ein Kleinod.

    Aber jetzo erscheinet der Sinn des Gelübdes mir deutlich.

    Und ich erfüll' es alsbald, so wie ein Gott es mir eingab;

    Euch hier lass ich die Schale, denn wo ist heilig dem Gastrecht

    Würdiger sonst ein Tempel erbaut und geweihet ein Altar,

    435 Als der gastliche Herd in des Biederen wirtlicher Wohnung.

    Ja wenn in künftiger Zeit aus dieser Schale der Fremdling

    Fröhlich mit labendem Trunk sich erquickt, wenn sie an der Tafel

    Heiter beim mäßigen Mahl im Kreis der Gäste umhergeht,

    Bringt ihr das Opfer daraus vor allen gefällig der Gottheit.“

    440 So der treffliche Mann, und als ich zum Schiff ihn geleitet,

    Da zerbrach er den Ring, den goldenen, reichte die Hälfte

    Mir mit den Worten noch dar, die letzten waren's des Abschieds:

    „Dieses Zeichen verbind' hinfort uns zu bleibender Freudschaft,

    Und geschieht es dereinst, dass Ihr zum reichen Korinth kommt,

    445 Fraget Timokles nach, er ist nicht dorten der letzte;

    Zeiget Euch aber vielleicht, nach Jahren, einer der Meinen

    Dieses zweite Hälfte des Reifes, erfreu' er von Euch sich

    Dann des gleichen Empfanges, der einst mir selber zu Teil ward,

    Eingedenk des Freundes und seiner Bitte; dies Pfand sei

    450 Zwischen Euch und mir die ewig geltende Bürgschaft.“

    Sprach's, so schied er von mir, ihn führten die Wogen von hinnen.

    Dieses erzählte der Greis nicht ohne tiefere Rührung,

    Und er verstummte bewegt, versenkt in den Traum des Vergang'nen.

    (wird fortgesetzt)
    Geändert von Ferdi (Gestern um 11:05 Uhr)

  2. #2
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    Hallo!

    Der Hexameter-Text, den ich mir gerade erschließe, ist Amalie von Helvigs (geb. von Imhoff) kurze Idylle "Die Schale". Imhoff (ich benutze meistens den "Mädchennamen") schreibt einen sehr gepflegten, ausgeglichenen Hexameter, der ungeachtet der Tatsache, dass Rezensenten ihr eine gewisse inhaltliche Weitschweifigkeit bescheinigt haben, eine gute Möglichkeit ist, sich lesend mit den Grundlagen des Verses vertraut zu machen; weswegen ich den Beginn des Textes jetzt hier einstelle und nach und nach ergänzen werde.

    Edit: Der Text ist um 50 Hexameter gewachsen, neu sind 116 – 155.

    Gruß,

    Ferdi

  3. #3
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    Hallo!

    Der Text ist ein wenig gewachsen, um die Verse 156 – 202. Geschildert wird eine "Liebe auf den ersten Blick"; aber das ist ja für eine Idylle nichts ungewöhnliches, mit größeren Komplikationen ist jedenfalls nicht zu rechnen ...

    Gruß,

    Ferdi

  4. #4
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    Hallo!

    In den dazugekommenen Versen, 203 – 255, tritt die titelgebende "Schale" ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

    Gruß,

    Ferdi

  5. #5
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    Hallo!

    Neu sind die Verse 256 - 297, darin beschrieben: die auf der Schale befindliche bildliche Darstellung. Wem das verdächtig ausführlich erscheint, sei an die Ilias verwiesen – am Ende des 18. Gesangs schildert Homer (am Ende führt jeder Weg zu Homer) ausführlichst, wie Hephaistos Achilles' Schild herstellt und schmückt. In der Übersetzung von Voss:

    Erst nun formt' er den Schild, den ungeheuren und starken,

    Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande,

    Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.

    Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun

    Bildet' er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande.

    Die "gebildete, ausschmückende Kunst", die bildliche Darstellung, nimmt 130 Verse in Anspruch – da ist die "Schale" noch bescheiden, und sie schildert eine zur Gattung Idylle passende Szene, während sich auf dem Schild, passend zum Epos, eine Schlachtszene findet. Daneben sind aber auch Alltagsszenen vertreten, wie zum Beispiel diese:

    Weiter schuf er darauf ein Brachfeld, locker und fruchtbar,

    Breit, zum dritten gepflügt, und viel der ackernden Männer

    Trieben die Joch' umher und lenketen hiehin und dorthin.

    Aber sooft sie kehrend des Ackers Ende gewannen,

    Reicht' ein Mann den Becher des herzerfreuenden Weines

    Jeglichem dar nach der Ordnung; sie wandten sich dann zu den Furchen,

    Freudigen Muts, das Ende der tiefen Flur zu erreichen.

    Aber es dunkelte hinten das Land, und geackertem ähnlich

    Schien es, obgleich von Gold; so wunderbar hatt' er's bereitet.


    Die ganze Darstellung lohnt einen Blick – wer also Zeit und Muße hat ... Ich denke jedenfalls, Imhoffs Hephaistos-Verweis aus V294f steht da nicht zufällig?!

    Gruß,

    Ferdi
    Geändert von Ferdi (03.03.2021 um 20:27 Uhr)

  6. #6
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    Hallo!

    Nach der Beschreibung der Schale beginnt in 298 – 350 die Erzählung, wie sie in den Besitz des Alten gelangt ist.

    Gruß,

    Ferdi

  7. #7
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    Hallo!

    Neu sind 351 – 403; die Erzählung scheint mir dabei um 360 herum ein klein wenig unklar ...

    Gruß,

    Ferdi

  8. #8
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    Hallo!

    Heute sind die Verse 404 – 453 hinzugekommen, und damit ist die Erzählung des alten Herrn abgeschlossen: sein Gast weiß nun, wie die Schale in des Alten Besitz gelangt ist.

    Gruß,

    Ferdi

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