Träumte von ner heilen Welt
und dass ich fliegen könnte.
Hoch am Himmel in nem Zelt
die schlechte Zeit verpennte.

Wir tanzten auf nem Glitzerstern,
streichelten Wolkenschäfchen.
Sie blökten lieb, hatten uns gern.
Auf dem Mond ein kurzes Schläfchen.

Küssten Sonnenfeen wach,
umarmten die Kometen,
spielten mit Marsmännchen Schach,
konnten sogar juptisch reden.

Arm in Arm am Venusstrand
liegend, staunend, liebend.
Gaben Venusen die Hand,
Veneneinkaufskörbe schiebend.

Badengehn im Sonnenmeer,
dort gibt es UV-Licht-Eis,
das schadete uns längst nicht mehr,
eingecremt und ziemlich heiß.

Und mittendrin ich und du,
ein anerkanntes Paar.
Dazu sagt das Mondkalb „Muh!“,
deshalb ist’s auch wahr.

Du sagtest marsisch dann zu mir,
dass ich deine Mondfee bin.
Alles zog mich hin zu dir
nicht nur unser Jupitkind Finn.

Auf einmal sah ich, dass das Firmament
es nicht mehr gut mit mir meinte.
Das jetzt mehr als mein Herz brennt.
Das Kind in meinen Armen weinte.

Ich stürzte tausend Himmel herab,
fiel tiefer, verzweifelter, weiter.
Die Luft zum Atmen auch so knapp.
Ich fand sie nicht, die Himmelsleiter.


Hart geschleudert auf die Erde,
im Arm mein totes Jupitkind.
Ich sah, ich glaubte ans Verkehrte,
dass die Dinge anders sind.

Geträumt hatte ich viel zu lang,
die Realität - nur verschwommen.
Mit traurig-langsamen Gang
den Weg nach Sachsen in Angriff genommen.

Meine Knie - unendlich müde.
Mein Herz - gebrochen, zerbrochen.
Nix war mehr da vom Friede.
Kein Lächeln wurde mehr gesprochen.

Doch eines hatte ich verstanden:
Ich wollte das Leben nicht mehr träumen.
Den Weg, den meine Füße fanden,
folg ich zum Ziel im Schutz von Bäumen.

Sich der Wirklichkeit zu stellen,
ist zwar oft anstrengend und schwer,
doch der Himmel wird sich erhellen,
und böses Erwachen gibt es nicht mehr.

Francesca