1. #1
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    Seher und Denker

    Unser Hirn: zu achtzig von hundert
    Unser Auge: zu neunundneunzig Teilen
    fast nur aus H2O
    Denker sind zu wenige, kein Wunder!
    Seher, gibt´s die anderswo?

    Stofflich sind wir uns so ähnlich.
    Alles Leben, nichts als Dreck?
    So erst wird manch´ Tat verständlich:
    "Geheiligt sei der Mittel Zweck!"





    [Geändert durch scheurecker anton am 17-03-2004 um 15:29]

  2. #2
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    Ich habe formale Änderungen am Gedicht vorgenommen. (:,", Absatz). Ich hoffe, das ist noch O.K.

  3. #3
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    Thema verfehlt.

  4. #4
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    Dann ist hier wohl doch eine kleine Erklärung von Nöten:

    Das Gedicht handelt davon, wie man menschliches Verhalten erklären soll... einerseits der Panzeraufmarsch gegen Studenten, andererseits der Heldenmut eines Einzelnen. Jede Gehirnmasse eines Menschen besteht zu 99 % aus Wasser - als Erklärung warum so viele primitive Verhaltensweisen, wie Krieg, Unterdrückung, Machtgier in uns liegen - und wir so gut mechanisch lenkbar sind.
    Andererseits ist ein einzelner so heldenmütig und stellt sich gegen alle Panzer ohne Rücksicht auf sein Leben - völlig unerklärlich - sein Hirn besteht auch aus 99% Wasser. Trotz aller Gleichheit und Gleichmacherei - Gleichschaltung (Kommunismus) bestehen gewaltige Unterschiede zwischen den Menschen. - Den mechanischen, Befehle ausführenden primitiven Menschen, und dem Individualistischen Menschen, der sich sogar für eine Idee aufopfert, ohne Befehle...
    "Geheiligt sei der Mittel Zweck": diese Phrase ist als Provokation gedacht, alle Mittel sind manchen Machthabern recht um ihren geheiligten (ideologischen)Zweck , ihre Ziele durchzusetzen... angelehnt an die Phrase: Der Zweck heiligt die Mittel - Umkehrung, geheiligt sei...Anlehnung an "Vater unser" (christl. Dogma).
    "Denker sind zu wenige, kein Wunder"- eindeutig dem Bild zuzuordnen - als Mahnung, auch expressionisch definierbar.
    Beachte auch bei der Einleitung die zugeordneten Metaphern Hirn - Denker, Auge-Seher

    DIES IST EIN EXPRESSIONISTISCHES GEDICHT, DAS MEHRERE INTERPRETATIONSWEISEN ZULÄSST; DIE ART WIE DAS GEDICHT AUFGEZOGEN IST, IST ETWAS ANDERS ALS GEWOHNT; DIES IST BEABSICHTIGT; MAN MUSS DABEI SEIN HIRN UND SEINE VORSTELLUNGSGABE EINSCHALTEN: BEIM ERSTEN DURCHLESEN IST ZUGEGEBENERMASSEN DAS THEMA NICHT ERKENNBAR; VERFEHLT IST ES DESHALB NOCH LANGE NICHT. HIER GIBT ES NUR ZWEIERLEI: entweder man versteht es oder man versteht es nicht. Ich gebe auch noch weitere Erklärungen auf Anfrage.


  5. #5
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    Ich möchte jetzt auch mal dafür plädieren, dieses Gedicht im Wettbewerb zu lassen. Ich habe das Gedicht im Wesentlichen so verstanden, wie anton es hier ausgeführt hat. Seine Art, Aussagen und Inhalte subtil in den Versen zu verstecken, die er kunstvoll verzahnt (z.b. beim anderen Gedicht), mag hier bei einigen (oder auch nur bei einem) auf Unverständnis und wenig Gegenliebe stoßen, ich halte sie jedoch auch für einen Teil gehobener Kunst. Bitte unterwerft die Gedichte hier keinen Konventionen (Metaphern um jeden Preis, übliche Formen), die Kunst ist sich selbst zu schade, von uns genötigt zu werden.
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  6. #6
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    Anton,
    es fehlt der direkte Bezug zum Bild.
    Du gehst nicht auf den Inhalt des Bildes ein.
    Deine "Erklärung" betrachte ich wegen Deiner Lautstärkeverfehlung als hohles Gelaber.

  7. #7
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    Wenn du seine Ausführungen nur aufgrund der "Lautstärkeverfehlung" des Textes, der ja vor Ausrufezeichen und Großdruckbuchstaben nur so wimmelt, ignorierst, machst du es dir ja sehr einfach. Wenn ich mich das nächste mal mit stichhaltiger Kritik auseinandersetzen muss, ziehe ich mich auch auf diese Weise aus der Affäre... obwohl es ziemlich offensichtlich ist.

    Soll er jetzt rollende Panzerkolonnen beschreiben? Ist eine Bildbeschreibung gefragt, oder ein Text, der sich mit der Thematik und den Hintergründen auseinandersetzt? Ich dachte, dass in dieser Hinsicht keine Vorgaben gemacht waren. Wenn Anton das totalitäre System, das für dieses Bild verantwortlich ist, behandelt, halte ich das für in Ordnung. Eine Bildbeschreibung war doch nicht verlangt, oder?
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  8. #8
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    War sie auch nicht.
    Deswegen stimmt die Moderation auch in Zweifelsfällen gemeinsam ab, ob ein Text zugelassen wird.

  9. #9
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    Ich habe selbst bei einem Gedicht des letzten Wettbewerbs sehr lange gebraucht bis ich es überhaupt beurteilen konnte. Auch Danse Macabres Gedichte sind manchmal nicht genau bzw. vollständig zu durchschauen, er bedient sich oft ähnlicher Mittel. Also verstehe ich auch den Einwand der Themenverfehlung nicht, er ist absurd und sogar eines Danse Macabres unwürdig. Das Gedicht war übrigens bewußt so komponiert, es dem Betrachter nicht gerade leicht zu machen - in Anspielung übrigens auf den Titel "Denker und Seher"- man benötigt schon einen gewissen Intellekt und eine entsprechende Vorstellungsgabe, um ein Gedicht dieses Kalibers beurteilen zu können. Und wenn man etwas nicht versteht, steht es jedem offen nachzufragen! Voraberklärungen wurden bisher eher kritisiert, da siee anscheinend Vorstellungsinhalte zu früh festlegt. Daher wurden sie nicht mehr gemacht.



    [Geändert durch Danse_Macabre am 18-03-2004 um 06:53]

  10. #10
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    stimme marot zu.

    grüße.
    AB
    Mehr von mir? Arno Boldt, seit Jahren mit Blog auch auf Wordpress: arnoboldt.wordpress.com

    --------------------------------
    Das letzte Angebot von mir auf dot-com:
    The Lyrical Battleground von Schorschen und mir (+ diverse Gäste im Prolog des Worttanzes).

  11. #11
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    Ich nehme das Gedicht zurück, wenn es Danse Macabre als Themenverfehlung ansieht. Was sagt die Jury?

  12. #12
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  13. #13
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    Falls es der Jury nämlich nicht genehm gewesen wäre, hätte ich den "1-strophigen Terrazzo" in den Wettbewerb gegeben.(Poesie in Flammen) Wäre nämlich interessant auf welchen Platz es gekommen wäre. Das Gedicht "Seher und Denker" ist aber ebenso wie das andere Gedicht in die Kategorie minimax einzuordnen, zumindest sind es tiefschürfende Vorläufer.

  14. #14
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    Übrigens höre ich gerade: In China werden die Schulbücher umgeschrieben. (Das Bild ist ja auf dem Platz des Himmlischen Friedens gemacht worden)
    Hier kennt man anscheinend den "H20 (Wasser)-Effekt" der Gehirne. Auch die Welle des Vergessens scheint in den Gehirnen ein Effekt des Wassers zu sein.

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