1. #1
    Registriert seit
    Jan 2002
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    1.756
    Ich werde reden
    mit den weglosen Steinen.
    Das faule Saatgut
    in verbrannte Erde legen,
    stinkende Wunden
    mit bitterem Salz bestreuen.

    Dein einst makelloses Kleid -
    sturmzerwühlt unter den
    Hufen rasender Pferde.
    Die einst duftende Haut
    zerborsten im kalten Strahl
    vergifteter Sterne.

    Leid pocht an Barmherzigkeit.
    Aufgeschlitzte Leiber
    beharren starr auf ihre Namen.
    Blutige Gesichter,
    im Schmerz verloren,
    graben sich tief in den Schlaf der Engel.

    Ich werde reden,
    mit dem scharlachroten Mohn.
    Das Ungeziefer in den Schnabel
    der Schwalbe legen,
    und sanft anklopfen
    an dein Herz aus Kristall.
    Dem Anschein nach bin ich zugleich in meiner Seele und außerhalb meiner Seele, weit ab von der Glasscheibe und dicht davor, gestorbener Steinbrech. Meine Begierde ist unendlich. Ich bin nur vom Leben besessen.

    Rene Char

  2. #2
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    469
    hallo HZL, wie gewünscht: hier meine stichpunktkritik:

    "danach"

    - formal: interpunktion unterstützt den inhalt nicht, es ist ein sich durchlesen.
    - sprachlich: bilderreich und farbbeladen; aber: Metaphorik wirkt überladen, so dass sich die einzelnen Bilder die Bedeutsamkeit und Wirkung streitig machen; Bildersprache ist teilweise zu verquer, so dass die volle Wirksamkeit der Gewalt, Unmenschlichkeit nicht zum Ausdruck kommt (Bsp. str3/z6)
    - thematisch: gute Situationsbeschreibung + Ausarbeitung des „danachs“

    FAZIT: das thema wurde gut bearbeitet, verliert aber aufgrund der (über)gewaltigen und verqueren metaphorik und durch die sich anbietende, aber nicht einbezogene interpunktion an wirksamkeit. (6 pts. von mir)

    hoffe, du kannst was damit anfangen.

    grüße
    AB
    Mehr von mir? Arno Boldt, seit Jahren mit Blog auch auf Wordpress: arnoboldt.wordpress.com

    --------------------------------
    Das letzte Angebot von mir auf dot-com:
    The Lyrical Battleground von Schorschen und mir (+ diverse Gäste im Prolog des Worttanzes).

  3. #3
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    Danke AB, hast mir durch das Übermitteln Deiner Kritik sehr weitergeholfen, indem Du mir Unsicherheiten, bezüglich meines Textes, bestätigt hast.
    Konnte sehr viel damit anfangen.

    Lieben Gruß
    Herbstzeitlose
    Dem Anschein nach bin ich zugleich in meiner Seele und außerhalb meiner Seele, weit ab von der Glasscheibe und dicht davor, gestorbener Steinbrech. Meine Begierde ist unendlich. Ich bin nur vom Leben besessen.

    Rene Char

  4. #4
    Registriert seit
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    Beiträge
    15
    Hallo Herbstzeitlose,

    es ist sehr gut Kritiken zu lesen, sie zeigen einem das was man nicht selbst gelesen hat.
    Dennoch möchte ich Dir ein großes Lob aussprechen.
    Die Kritik brachte auch mit als Leser Deines Gedichtes sehr viel, doch Dein Gedicht stand dem bei mir in nichts nach.

    herzdeswaldes

  5. #5
    Amouroes Guest
    Hast Du gehört Herbstzeitlose: Dein Gedicht stand der Kritik in nichts nach! Na, wenn das ein Lob ist schließe ich mich doch gleich mal an!

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