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  1. #1
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    Es wäre schön, wenn Kritik (positive, wie auch negative käme) und noch schöner, wenn der Inhalt verstanden würde.
    Gruß,
    Aron


    Er stinkt nach Schweiß,
    er ist nicht hübsch.
    Und jeder weiß
    Er ist verrückt.

    Er läuft entlang,
    läuft stinkend fort.
    Er hat den Drang
    An diesem Ort!

    Er stinkt noch mehr,
    doch will es jetzt.
    Es ist nicht schwer,
    Und niemand petzt.

    Ein Mädchen kommt,
    die Schule aus.
    Sie scheint ihm fromm,
    so kommt er raus.

    Die Blume staunt,
    der Sturm tut’s nicht.
    Hat nur geraunt:
    ‚Ich lieb dich nicht!’

    Der Sturm vorbei.
    Die Blum’ geknickt.
    Er geht vorbei,
    hat sich beglückt.
    "China ist ein großes Land, in dem viele Chinesen leben." (Charles de Gaulle)
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  2. #2
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    habs leider nicht verstanden

    Hallo Aron!

    Ich habe Dein Gedicht jetzt einige Male gelsesen und drüber nachgedacht, aber leider verstehe ich es nicht...

    Gruß elli99

  3. #3
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    Ich versuch einfach mal ein bisschen Ordnung da hinein zu bringen und hoffe ich interpretiere nicht irgendwelchen Quark.

    Erzählperspektive ist auktorial, der Protagonist deines Werkes ist ein Mann. Dieser scheint von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein und dessen äußeres ziemlich abstoßend wirkt. Man könnte es -überzeichnet- auch schlicht Abschaum nennen.

    "Er stinkt nach Schweiß,
    er ist nicht hübsch.
    Und jeder weiß
    Er ist verrückt."

    Dein Protagonist läuft also die Straße ("Er läuft entlang, läuft stinkend fort.")an einer Schule entlang ("Ein Mädchen kommt, die Schule aus.").
    Der Mann verspürt während er dort entlang läuft seine sexuelle Begierde wachsen (oder einfach ausgedrückt er wird geil) ("Er hat den Drang [...] doch will es jetzt"). Als dann ein Mädchen aus der Schule in seine Richtung läuft, schnüffelt er seine Chance und verlässt seine dunkele Ecke in der er gewartet hat. ("Sie scheint ihm fromm, so kommt er raus.")
    Die nächste Strophe ist für mich noch etwas undurchsichtig.
    Für mich steht die Blume für das kleine Mädchen und der Sturm für die unbändige Kraft deines Protagonisten. Dieser vergreift sich an dem Mädchen und misshandelt sie ("Vergewaltigung einer Blume"). Zum Schluss liegt das Mädchen, gebrochen in ihrem Stolz und gedemütigt am Boden
    ("Die Blum’ geknickt"), während der Protagonist sich vergnügt hat ("Der Sturm vorbei"). Daraufhin zieht er entlastet und glücklich von dannen.

    Das Thema ist nicht neu, die Umsetzung umso mehr. Jedoch weiß ich nicht (falls ich nicht völlig daneben gelangt habe)ob deine Aussage mit einer etwas weniger komplizierteren Wortwohl nicht besser zum Ausdruck gekommen wäre.

    Deine viersilbige Formulierung find ich passend, genauso wie die Wortarme 1. Strophe in der der Protagonist beschrieben wird.

    Jedoch würde ich bei der vorletzten Strophe aus deinen viersilbigen Strophen rausfallen um die Heftigkeit mehr auszudrücken.

    Ein sehr ansprechendes Werk.

    Mfg Genesis

  4. #4
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    Die Interpretation ist erstaunlich exakt.
    Lediglich dass er an einer Schule entlang läuft ist nicht direkt ersichtlich und von mir auch nicht so gedacht - logisch gedacht muss es jedoch selbstverständlich in der Nähe einer Schule sein.
    Dies ist jedoch nur eine Kleinigkeit.
    Die Schule selbst habe ich ins Spiel gebracht, um die jugendliche Unschuld darzustellen - ein Schulmädchen ist eben nicht eines der bösesten oder verbrauchtesten Wesen dieser Welt.
    Außerdem hat ein Schulmädchen noch so viel vor sich - so viele Türen zu öffnen und so viel Hoffnung in sich.
    Ich wollte zeigen, was zerstört wird.

    Förmlich begeistert hat mich, dass du gesagt hast 'Zum Schluss liegt das Mädchen, gebrochen in ihrem Stolz und gedemütigt am Boden'!
    Das ist absolut das, was ich zeigen wollte.
    Diese desaströse Demütigung ohnegleichen, dieses unbeschreibliche Unglück...mir selbst fehlen die Worte.
    Ich bin froh, wenn es doch deutlich wurde.

    Jedoch weiß ich nicht (falls ich nicht völlig daneben gelangt habe)ob deine Aussage mit einer etwas weniger komplizierteren Wortwohl nicht besser zum Ausdruck gekommen wäre.
    Du selbst hast gewissermaßen die Antwort darauf gegeben.
    'Das Thema ist nicht neu, [...]'
    Wie sollte ich ein für mich so wichtiges Thema neu gestalten, wenn nicht durch neue Wortwahl?
    Da so viele bereits davon berichtet haben - und sie sicherlich nur selten eine umschweifendere Formulierung gewählt haben - schien es mir notwendig von dem bereits vorhandenen Standard abzuweichen.
    Des weiteren stellt sich so eine große Bildlichkeit ein, wie ich hoffe.
    Das Motiv der Blume und die Beschreibung auch sonst sorgen, wenn man es erstmal verstanden hat, für eine Art Aha-Effekt und dieser wiederrum ist eine der wirkungsvollsten Varianten der deutlichen Darstellung eines bedeutenden Themas.

    Jedoch würde ich bei der vorletzten Strophe aus deinen viersilbigen Strophen rausfallen um die Heftigkeit mehr auszudrücken.
    Hätte ich machen können - Zweifels ohne.
    Aber ich finde es so nicht nachteilig.
    Denn so habe ich mich dafür entschieden, darzustellen, welche Unwichtigkeit dieser so schlimme Vorfall für die Gesamtheit hat.
    Eine Kleinanzeige in der Zeitung?
    Vielleicht?
    Dieses Geschehen ist für die Gesellschaft nichtmal wert, zu ihm zu blicken.
    Das wollte ich damit irgendwo ganz subtil vermitteln.
    Wie ich aber sagte, tust du gut daran, diesen Vorschlag zu bringen, danke.

    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Klarheit schaffen - schön, dass du dich damit beschäftigt hast.
    "China ist ein großes Land, in dem viele Chinesen leben." (Charles de Gaulle)
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  5. #5
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    Ich finde deine Umsetzung zu dem eigentlich aggressiven Thema gut und der Vergleich zu einer Blume, die ja wohlbekannt Reinheit und Unschuld darstellt, ziemlich passend.

    Jedoch finde ich die Handlung ein wenig offentsichtlich.

    Ich hätte das Bild weiter auf der Blume aufgebaut, durch den Ausdruck "Mädchen", ist die Handlung sofort schlüssig.

    Ich war ein wenig enttäuscht diese Offentichlichtkeit entdecken zu müssen, denn das Bild der Blume hat mir gut gefallen.

    Trotzdem hast du mein Interesse an deinen Werken geweckt

    Grüsse




    Non scholae, sed vitae discimus!
    Per aspera ad astra!
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    Nach langer Abstinenz zwei neue Werke: Latrodectus mactans mactans
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    Ruine der Zeit
    Roter Schnee
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    On ne voit bien qu'avec le coeur. L'essentiel est invisible pour les yeux! (Antoine de Saint Exupéry)

    KleineSeele

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  6. #6
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    Ein interessanter Einwand und ich kann deine Neigung zur stärker metaphorischen Darstellung auch nachvollziehen, aber ich dachte mir hier folgendes:
    Wenn der Leser durch das Wort 'Mädchen' und die offene Darstellung gezwungen wird, sich alles bildich vorzustellen, und er gar nicht umhin kann, ein Mädchen vor Augen zu haben, dann scheint ihm die plötzliche Metapher erschreckender.
    Es ist ein wenig, als hätte er durch die Vorstellung des Mädchens als solches eine Art Beziehung zu ihr aufgebaut.
    Sie ist 'fromm', sie geht noch in die 'Schule' - das alles macht sie ihm persönlich - er hat Interesse an ihrer Geschichte, weil ich sie nicht versteckt habe.
    Dann kommt die Metapher - was könnte das sein?
    Und -wumm- merkt er, dass die personifizierte Unschuld von eben, dieses sympatische Mädchen, welches so nett vorgestellt wurde nun dank des Abschaums in einen Strudel von Widerlichkeit gerät - diese Verdeutlichung lag mir sehr am Herzen.

    Im Übrigen freut mich, dein Interesse geweckt zu haben - sei stets herzlich eingeladen, mich zu kritisieren!
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  7. #7
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    Aus diesem Blickwinkel habe ich es noch nicht betrachtet, ich denke es liegt an den Neigungen meinerselbst. Ich finde es persönlich viel interessanter, mir das ganze bildliche darzustellen, in mataphorischer Form in die Realität übertragen..

    Jedoch muss ich sagen, dass ich deine tiefere Erläuterung sehr wohl nachvollziehen kann.

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  8. #8
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    Hallo!

    Ich bin der Meinung das dein Gedicht dieses Thema gut beschreibt. Es freut mich, dass du dich an so etwas heran wagst. Da ich diese Situation sehr gut kenne bin ich zufrieden mit deiner Interpretation und diese in ein Gedicht zu fassen.
    Rote Rosen, spitze Dornen;
    Erklären kann man nichts mit Worten!

  9. #9
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    Dass du die Situation 'sehr gut kennst' tut mir aufrichtig leid (da ich von direkter Erfahrung/Erfahrungen aus dem Umkreis ausgehe); mich freut hingegen, dass du auch auf dieser Basis meinst, die Behandlung der Thematik sei gelungen, denn nichts anderes war wohl mein Ziel.
    Dass man sich an so etwas 'heran wagt' halte ich für dringend notwendig - 's ist nicht alles Gold, was scheint...
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  10. #10
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    also ich habe dein gedicht jetzt mehrmals gelesen und ich finde, dass es eines der besten ist die ich bisher hier gelesen habe. ich habe beim ersten mal richtig gänsehaut bekommen, weil du die stimmung und den schmerz des mädchens so um- aber dennoch so intensiv beschreibst
    Jeder der schon etwas ist, hat aufgehört etwas zu werden.

  11. #11
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    Hi
    also ich finde dein gedicht echt super. Mir ist genau das passiert und ich finde dein gedicht stellt nochmal da wie sehr diese menschen das leben von anderen zerstören. Nur leider wird das thema vergewaltigung nicht ernst genug genommen und auch oft zu locker dargestellt. Denn die Person die vergewatligt wird egal ob vom eigenen vater von jemand fremden, wird in ihrem ganzen leben nicht mehr glücklich. In deinem gedicht kann ich meine situation sehr gut wieder spiegeln
    Danke

  12. #12
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    Mir gefällt esgut,es ist anders beschrieben als die bis jetzt zu diesem Thema verfassten Gedichte.Du bist soweit ich es mir denke der erste männl. User der ein solches gedicht verfasst hat,oder irre ich?

    Leider,sehe ich User denen dieses thema real nicht fremd ist,was mich sehr bestürzt.
    Menschen die so etwas grausames und verabscheuungswürdiges machen haben in meinen Augen ihr recht auf Freiheit und sogar auf ihr Leben verloren.

  13. #13
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    ... also die wortfassung is jetzt nich sooo aber sonst .. hüpsche idee ... hoffe nicht aus eigener erfahrung ....

  14. #14
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    mir gefällt und es beeindruckt und berührt mich sehr! mehr kann ich dazu nicht sagen...

    Jay!
    Man muss nicht unbedingt ein Engel sein,
    um anderen Menschen das Gefühl zu geben,
    gebraucht und geliebt zu werden.
    In den Augen der Menschen,
    denen man dieses Gefühl gibt,
    wird man jedoch zu einem Engel.

  15. #15
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    also ich möchte dein werk bestimmt nicht als schlecht abtun jetzt... aber ich hab immer ein komisches gefühl, wenn um so ein thema drumrumgesäuselt wird...und das gefühl hab ich leider. vieleicht weil du grad am anfang eine sehr dominante, direkte sprache gewählt hast. finde dazu passt dann das blümchenbild nicht. da hätte es dann ruhig die realität mit offenen augen seien dürfen und nicht die fsk12-version ...ist natürlich nur ein gefühlsding, hoff du bist jetzt nicht entäuscht oder sauer. lieben gruss

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