Thema: Der Wecker

  1. #1
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    Smile

    "Um sechs Uhr bin ich aufgewacht,
    ein schöner Morgen - die Sonne lacht.
    Hab' im Kopf ein schönes Bild -
    ... bis der blöde Wecker schrillt!
    Der Ton am Morgen - aggressiv,
    es war schöner, als ich schlief!
    Ich prügle in den Wecker rein,
    bis er stellt sein Wecken ein!
    Kurze Pause - noch kein Laut ...
    kein Kind in das Zimmer schaut.
    Alles still - das Herz schlägt wild,
    vorbei ist's mit dem schönen Bild.
    Ich bin im Kopf noch nicht ganz klar,
    der Streß am Morgen ist schon da.
    Gequält kneif' ich die Augen zu:
    5 Minuten steh'n mir zu!
    Egal wie lang ich schlafen will,
    der Wecker läutet wieder - schrill!
    Ich wünsch' den Wecker ganz weit weg,
    an einen weit entfernten Fleck.
    Mit wutigem Gedankengang,
    droh' ich ihm was schlimmes an!
    Reiß aus der Wand heraus den Stecker,
    von diesem hundsgemeinen Wecker.
    Wünsch' mir, daß in hohem Bogen,
    er aus dem Fenster rausgeflogen;
    und niemand mich mehr stören kann
    ... und fang erneut zum schlafen an.
    Ich träum' schon von Kasernendrill -
    und wieder dieser Ton - ganz schrill!
    Zu spät - gehetzt mit schnellem Schritt
    geb' ich dem Wecker einen Tritt!
    Mit der Ruhe ist es vorbei,
    hör' ich von Kindern das Geschrei!
    So geht das tägliche Programm,
    schon wieder furchtbar nervig an!
    Und nehm' mir vor - wie jeden Tag
    ... daß ich morgen aufsteh'n mag!"

    ----------------------------------------

    "Jeden Tag zu meinem Schrecken,
    muß ich diesen Schläfer wecken!
    Ich kann sie morgens nie versteh'n,
    schafft sie's nicht einmal aufzusteh'n!
    Ich klingle leise und sehr sacht,
    von sechs Uhr morgens bis um acht.
    Bemüh' mich schon um sanftes Wecken,
    um sie nicht auch noch zu erschrecken!
    Was krieg' ich dafür dann zum Dank -
    ich fliege an den nächsten Schrank!
    Ich denke mir: 'Die blöde Kuh' -
    macht sie die Augen wieder zu!
    Sie kam schon aus dem Bett gekrochen
    und hat den Stromkreis unterbrochen!
    Es bleibt mir keine and're Wahl,
    das Wecken wird für mich zur Qual.
    Jetzt klingle ich erst recht sehr laut,
    damit sie's aus dem Bett raushaut!
    Hier hilft mir dann auch kein Geheule,
    sonst krieg' ich nur die nächste Beule.
    Schief hängt schon mein Ziffernblatt,
    das Gehäuse - nicht mehr glatt.
    Der Klingelknopf hat auch schon Dellen,
    und Kratzer sind an allen Stellen.
    Es läuft hier irgendwas verdreht ...
    ohne mich kommt sie zu spät;
    und trotzdem mag sie mich nicht leiden,
    meinen Weckruf will sie meiden.
    Anstatt dankbar, lieb und gut -
    hat sie jeden Tag 'ne Wut!
    Die Menschen sind schon sonderbar,
    als Blech es doch viel schöner war.
    Ein paar Schläge, ein paar Tritte ...
    endlich hör' ich ihre Schritte!
    Na endlich, denk' ich, wird auch Zeit,
    vorbei ist's mit der Schläfrigkeit.
    Gott sei Dank, die Haustür geht -
    und wieder kommt sie weg ... zu spät!"

  2. #2
    Registriert seit
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    229
    *g* Ein richtig süßes und lustiges Gedicht... gefällt mir! Mach weiter so liebe Grüße
    sunshine79
    Es gibt einen einzigen Weg auf der Welt,
    den niemand gehen kann außer Dir.
    Frage nicht, wohin er führt,
    GEHE IHN!

  3. #3
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    26
    Hallo Sunshine79,

    vielen Dank für Deine aufmunternden Worte, ich war beim
    absenden doch etwas zittrig ... Gedichte in der Schublade
    zu lassen ist einfacher. Deine Antwort hat mich sehr
    gefreut.

    Vielen Dank, Venedig

  4. #4
    Registriert seit
    Oct 2001
    Beiträge
    1.201

    Smile

    *lol*....echt super.....vor allem die sichtweise des weckers...der arme...=:0) haben mir total gut gefallen, deine zwei gedichte...

    kann mich nur anschliessen: weiter so!!

    alles liebe,
    sternentraum
    Stir of time, the sequence
    returning upon itself, branching a new way. To suffer pain, hope.
    The attention
    lives in it as a poem lives or a song
    going under the skin of memory.

    "Heavy" by Denise Levertov

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