1. #1
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    Der erste und ein halber Akt eines Gedichtes,daß ich vielleicht nicht zu Ende schreiben werde.
    Ich will's euch trotzdem zeigen.
    Zum besseren Verständnis geht es im ersten Akt um Malleus,den zweitgeborenen,von seinem Vater gehassten Königssohn.Der zweite Akt hingegen beschäftigt sich mit dessen Bruder Celio und seiner Verlobten.
    Sorry wegen der Länge

    Flammen-Epos,I.Akt.

    "Der Feind erwacht"

    Als der Mensch noch einfach dachte,
    und von Schuld und Gnade frei,
    den Göttern jedes Opfer brachte,
    dekadent und voller Blindheit,
    über Schmach und Unrecht lachte,
    ward vom König,unbekümmert,
    Königssohnes Herz zertrümmert.

    Jener blieb alleingelassen,
    einsam,wütend immerdar,
    fern von Vaters Aug' gehalten,
    weil er nur der Zweite war.

    Mehr und mehr ward er vergessen
    und die einstmals reine Seele,
    nun von Teufels Glut besessen,
    gaukelte ihm unterdessen,
    eine feige Lösung vor.

    Stets in Finsternis gewandet,
    glaubte er nun mehr und mehr,
    daß wohl,ohne seinen Bruder,
    er der Stolz des Vaters wär'.

    Doch wie er schon bald erkannte,
    war's die Schuld des Bruders nicht.
    Schuldig war das Herz des Herrschers,
    für den Zweiten schlug es nicht.
    Und so kam's,daß er verfluchte,
    wessen Liebe er stets suchte:
    "Die ist nicht mehr mein Begehr,
    ich hab keinen Vater mehr!"

    Weiter blieb er ungeachtet,
    mit der Zeit wuchs auch sein Wahn
    und in einer dunklen Stunde
    fasste er den kühnen Plan:

    "Vater,dir allein verdank ich,
    jene grauenvollen Schmerzen,
    jenen Hass in meinem Herzen,
    Jahre voller Einsamkeit.
    Warum ist er dir so teuer?
    Warum bin ich dir nichts wert?
    Ich bin größer,weiser,stärker
    und der Beste mit dem Schwert.
    Ihn hast du dir auserkoren,
    an die Hölle mich verloren,
    hast mich Qualen leiden lassen,
    die kein Wort umschreiben mag.
    Tötete doch deine Liebe,
    meiner Seele dunklen Triebe,
    doch auch das verwährst du mir,
    weckst in mir den Wunsch nach Sühne
    und der Rache finst're Gier.
    Meine Zeit ist nun gekommen,
    wisse Alter,daß,wenn ich
    mit stolzem Haupt den Thron erklommen
    und mein Erbe mir genommen,
    deine Welt,so grau und trist,
    ewiglich vorüber ist.
    Doch gönn ich dir nicht die Freude,
    eines Tods durch meine Hand.
    Leiden sollst du,spüren sollst du,
    wie dies schmerzlich zehr'nde Feuer
    jenes dunkle Ungeheuer
    Tag für Tag in mir gebrannt,
    nichts sonst hab ich je gekannt."

    Kaum war dieser Schwur gesprochen,
    griff er schon nach seiner Klinge:
    "Auf daß ich dich am Tag der Wahrheit
    vor mir auf die Knie zwinge!"

    Sprach's und eilte flugs von dannen,
    hasserfüllt,zum Tod bereit,
    und der Kampf zweier Tyrannen,
    schien am Ende nicht mehr weit...


    2.Akt,"Im Garten"

    Derweil unter alten Eichen,
    hielt er sie ganz fest im Arm.
    Wozu braucht der Mensch denn Sonne?
    Liebe hielt ihn immer warm.

    Flüstert Sterne ihr vom Himmel
    zaubert ihrer Augen Glanz,
    zum Gesang von Engelschören,
    forderte er sie zum Tanz.

    Glücklich und auf Wolken schwebend,
    ward sein Herz von ihr besetzt,
    gab es jemals wahre Liebe,
    wann denn,wenn nicht hier und jetzt?

    Und Aurel,die sanfte Schöne,
    fühlte dieses ebenso,
    lag verliebt und fröhlich in
    den Armen ihres Celio.

    Fortsetzung folgt...?

  2. #2
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    *wow*....einfach toll....ich hoffe doch, dass da fortsetzung kommt....du machst einen ja ziemlich neugierig mit diesem gedicht.....*gg*

    alles liebe,
    sternentraum
    Stir of time, the sequence
    returning upon itself, branching a new way. To suffer pain, hope.
    The attention
    lives in it as a poem lives or a song
    going under the skin of memory.

    "Heavy" by Denise Levertov

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