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  1. #1
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    Die Erzählung vom letzten Deutschen


    Hallo und guten Tag, ich bin Deutscher.
    Lang war der Weg, ich komme von weit her,
    Jetzt bin ich illegal in Deinem Land,
    Habe die Zeichen der Zeit schon erkannt.

    Früher haben wir Deine grünen Bäume
    Und all Eure weltpolitischen Träume
    In unseren Schornsteinmassen verbrannt,
    Und Deine Eltern vor Karren gespannt...

    Doch jetzt steht bei uns keine Fabrik mehr,
    Arbeitslose bilden unser größtes Heer.
    Wir haben all´ unsere Konzerne
    Längst verlagert, in fremder Länder Ferne.

    Schöne neue, funkelnde Dritte Welt,
    Jahrhundertlang von Kolonien entstellt,
    Nun beherbergst Du all´ unser Wissen
    Und wir haben uns selbst abgerissen.

    Darum bin ich letzten Endes auch hier,
    Ich will arbeiten, gerne wie ein Tier.
    Ich brauch´ auch nicht viel, bin ganz billig!
    Achtzig Stunden? Mir Recht und willig!

    Arbeitsschutz ist mir gewiß längst egal.
    Versichert? Ich habe doch keine Wahl.
    Kein Haus, kein Auto, wer braucht das heut´ schon?
    Ich will nur überleben, zum Niedrigstlohn.

    Mußtest Du Zöllner mich denn erwischen?
    Laß mich wenigstens den Boden wischen!
    Ach, jetzt ist in Eurem schönen Land kein Platz?
    Und Eure Nacht bläst Asylantenhatz...


    -26|X|04-



    Anmerkung für die Kritiker:
    Diesmal habe ich bewußt und absichtlich die Metrik ignoriert.
    Demnächst folgt eine ausführlichere Erklärung meines Abschieds vom linguistischen Rechenschieber.


    [Geändert durch Danse_Macabre am 27-10-2004 um 20:56]

  2. #2
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    Oh man, ist das bitterböse. Da bleibt einem wahrlich das Lachen im Halse stecken. Typisch linker Zynismus würde ich jetzt spontan sagen, ohne dich allerdings in diese Schublade stecken zu wollen.
    Aber ob die dritte Welt tatsächlich einmal so schön funkelnd sein wird? Ich glaube nicht das es eine derartige Verschiebung der Kräfteverhältnisse geben wird.
    Zur Form: Es liest sich doch sehr gefällig, auch wenn es einige kleine Holperer gibt (was ja nach deiner Aussage beabsichtigt ist).

    Alles Liebe...
    See you in Tel Aviv

  3. #3
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    ja.gut.
    find ich gut. und das lachen blieb mir nicht mal im halse stecken.
    und wenn ich jetzt hier nicht meine arbeitsverweigerung (im kapitalistischen großkonzern) kaschieren müßte, hätte ich auch gelacht.....aber ich bin jung und brauche das geld!

    m.
    (hab ichs doch gleich gewusst)
    Das Schwein trägt seinen Namen zurecht, denn es ist ein sehr unreinliches Tier

  4. #4
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    Nun, das Gedicht entstand nach einem sehr eindringlichen Leitartikel in meiner Tageszeitung, der ssehr deutlich zusammenfaßte, was von vielen immernoch ignoriert wird: Das System Deutschland ist nicht mehr überlebensfähig und kann nur wirtschaftliches Opfer der Globalisierung werden. Ökonomisch ist die Lage relativ aussichtslos, da die Fakten einfach Zahlen diktieren, denen der Abwanderungstrend zwangsläufig entwachsen mußte.

    Das ist längst nicht mehr links, es ist leider schon lange Realität.


    Natürlich habe ich die zu erwartende oder befürchtende Kräfteverlagerung überspitzt dargestellt, doch wer weiß...
    1984 wurde auch der DDR vorraus geschrieben.

  5. #5
    Amouroes Guest
    Nun, Du hast nicht nur nicht auf die Metrik geachtet sondern auch sonst so fast alle kriterien die der Leser von einem gedicht erwarten kann ignoriert. Ich will hier gar nicht näher auf all die kleinen Ungereimtheiten, grammatikvergewaltigungen oder schlechte Wortwahl eingehen.Diese Dinge sollten Dir alle selbst bekannt sein.Zuerst dachte ich das dieses Gedicht eher in die Sparte "Satire" passen würde. Zu offensichtlich schienen mir all die Fehler. Zu pathetisch und unausgearbeitet der Inhalt.Mir blieb also nichts anderes übrig dieses Gedicht ein wenig mit den anderen Werken des dichters zu vergleichen. Wieso also plötzlich diese einfache Sprache (keine großen Metaphern, keine Vergleiche). Warum all diese Fehler in Form und Ausdruck? Die Antwort, den "Untergang des Abendlandes", auch formell darzustellen (eben im Untergang auch der Schreibkultur) schien mir doch zu plump. der Gedanke der Schreiber habe nach dem Motto gehandelt: "Politik in leichter Sprache für die große Masse nach dem Vorbild der Bild-Zeitung" zu abwägig (Schon allene wegen Gesellschaft und nicht Satire) Auch der Inhalt kam mir (wie bereits angedeutet)sehr überzogen und diletantisch vor. Schwarzmahlerei eben, ohne den Versuch diferenziert zu denken (Vor kurzem wurde in 52 Staaten eine Umfrage im Auftrag der UN durchgeführt in der es darum ging wie Optimistisch die Bevölkerung die Zukunft (sowohl die eigene, wie die des Heimatlandes in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht sieht. Deztschland belegte hierbei den 49 Rang. Weit hinter Ländern wir Ruanda oder Sierra Leone und nur knapp vor dem Irak und Weißrussland).

    Gruß
    A.

  6. #6
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    Na, Amouroes, wiedermal die üblichen stereotypen Reflexe?


  7. #7
    Amouroes Guest
    Naja, eigentlich war ich auch noch gar nicht fertig. Mitten im Schreiben ist mir aber eingefallen ob es überhaupt Sinn macht etwas unter Deine Texte zu schreiben, da ich nicht wußte ob Du Kritik oder Diskusionsfähig bist. Deine Reaktion sagt alles darüber aus. Ich wünsche Dir noch viel Spaß beim Gedichte schreiben. Du besitzt sehr großes Talent, besitzt einen grandiosen Intellekt. Eigenschaften die eben nur durch Deine Kritikfähigkeit in den Schatten gestellt werden (In wahrheit fand ich Dein Gedicht nämlich wunderschön und beneide Dich um Deine Kunstfertigkeit). Bei Gelegenheit werde ich einen Thread im Wohnzimmer eröffnen. Dort werde ich Dich dann (natürlich aus purem neid und Unwissenheit) angreifen und Dir somit eine neue Plattform bieten.

    Grüße
    A.

  8. #8
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    Ursprünglich eingetragen von kurushio
    ...Danse oder wie er die Welt sah.

    Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder (die feminine Form wird im folgenden Text der Übersichtlichkeit halber nicht berücksichtigt),

    Mit der Regelmäßigkeit eines Jahreszeitenkalenders herrscht hierzulande mal wieder ein Danse-Debatte, für uns Altgedienten ein wenig ermüdend und viel zu oft gesehen.

    Debatten dieser Art stören den Frieden in diesem Forum massiv, und lenken von seinem Zweck ab.

    Zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung daher folgende Punkte.

    1. Bitte ich alle Mitglieder, Beschwerden über das Verhalten von Moderatoren und Administratoren im der dafür zuständigen Rubrik zu äußern oder mir (bzw., wenn sie mich betreffen, Micha) per eMail zukommen zu lassen.

    2. Wird Fehlverhalten der o.g. Funktionsträger interngeahndet. Die Moderation und Administration von gedichte.com stellt im Interesse ihrer Teamfähigkeit niemanden an den Pranger. (Bei schweren Regelverstößen ist sichtbare Folge natürlich die Entlassung der betreffenden Person aus ihrem Amt.)

    3. Sind persönliche Anfeindungen, Streitereien, etc. in den Gedichte-Threads um jeden Preis und von allen Beteiligten zu vermeiden. Dies ist ein Lyrik-Forum (mit genügend grossem Wohnzimmer, um die Kinder spielen zu lassen, wenn sie unbedingt wollen). On-Topic Mahnungen der Moderation ist Folge zu leisten, ansonsten ist mit Löschungen zu rechnen.

    4. Löschungen der Moderation folgen strengen Richtlinien und gegenseitiger Kontrolle. Wer sich zu unrecht mundtot gemacht fühlen sollte, kann sich an den dafür vorgesehenen Stellen beschweren.

    5. Bitte ich alle an laufenden Danse-Macabre-Diskussionen Beteiligten um die Rückkehr zu Vorkriegspositionen und ein wenig mehr guten Willen. Wer möchte, kann auch noch Besserung geloben.

    kurushio
    - treuhänderischer Administrator, gedichte.com -

    Anmerkung: Dieser Faden ist in Übereinstimmung mit meinem Amt, aber im Angesicht der in meinen Augen vorhandenen Dringlichkeit nicht in Absprache mit der Moderation entstanden.

  9. #9
    Amouroes Guest
    Bei meiner Antwort handelte es sich auch um eine Reaktion auf die Deine. Du siehst also, mit der imaginären Person Danse_Macabre und etwaige Diskusionen um diesen User hat meine Antwort nur recht wenig zu tun. Da allerdings das hochpushen eigener und fremder Texte gegen die Forumregeln verstossen beende ich hiermit die Diskusion. Desweiteren komuniziere ich grundsätzlich nur mit Menschen die der Selbstreflektion fähig sind. Alles andere wäre Zeitverschwendung.

    Thema Beendet
    Gruß
    A.

  10. #10
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    Ich verstehe den Handlungsablauf jetzt noch nicht ganz:

    Da begruesst mich also in S. 1 ein Mann, der mir in S. 2 erzaehlt, dass sie (bei ihm zu Hause?)
    einst unsere gruenen Baeume und weltpolitischen Traeume zwischen unwahrscheinlich vielen Schornsteinen, nahezu in ‘Waeldern’ von Schonsteinen “(Schornsteinmassen”) verbrannt und meine Eltern vor Karren gespannt haben.

    Wann und wo war denn das?


  11. #11
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    Steht im Titel.
    Forenweisheit:
    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

  12. #12
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    Ja?!! Bei mir im Computer erscheint als Ueberschrift immer nur: “Die Erzaehlung vom letzten Deutschen”, bzw. zuvor: “Der letzte Deutsche.” !
    Komisch.
    Kein Wann und Wo. Erst hab' ich es selber gelesen. Dann andere lesen lassen. Immer gleich…
    Na, ich nehme es mal so dahin..

    ______________________________________________________
    Ich glaube die ganze Forenweisheit ( urspruenglich war es wohl auch einst eine “Leserweisheit” ) heisst:…

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil
    - ein Dichter doch, sollte das Schreiben lernen. (?)

  13. #13
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    Inhaltlich ist das nach Lage der Dinge wohl der Weg, den wir eingeschlagen haben. Ich komme nur nicht dahinter, warum der Text links sein soll. Er kann vielleicht als linke Kritik an den Forderungen an die Arbeitnehmer zu verstehen sein, ich sehe ihn aber eher in der Zukunft, die sich eben so entwickelt hat, weil sich die Gewerkschaften HEUTE quer stellen und die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Arbeiter torpedieren. Für mich ist das also eher eine Kritik von rechts.
    Von metrischen Ungereimtheiten und unpassenden Worten rede ich mal nicht, das ist bei dir eh immer Absicht...
    Besucht mich auf meiner Insel des Infantilen
    Letztes Werk:
    Der Makel der Rose

  14. #14
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    Na ja, konnOr, das gibt schon so ein paar Richtungshinweise wohin man ueberall denken koennte, auch fuer mich. Das Gedicht ist ja voller Geheimisse, soweit wie Du bin ich noch gar nicht gekommen, mit links und rechts und unserem Weg so... Und da ist ja auch noch die Sache mit dem Asylanten, der vom Zoellner erwischt wird, also an der Grenze, ins Land noch gar nicht reingekommen, aber doch schon Deutscher ist? Oder ist der schon wieder am Ausreisen? Verstehe ich das alles falsch? Da muss sich doch der Autor was gedacht haben, sonst schreibe ich doch so was nicht? Das haut mich alles ziemlich um.

    Aber ich bin auch immer noch am Gruebeln, warum man ZWISCHEN Schornsteinen was verbrennt? Das hindert mich ungemein, das Gedicht weiter zu erfassen. Normalerweise verbrennt man in Oefen etwas. Na gut, in einen Schornstein koennte man auch was von oben reinschmeissen zum Verbrennen, das geht natuerlich nicht lange gut oder klappt gar nicht.Ist ja eigentlich doch nur soetwas wie ein Auspuffrohr, wie also. Aber da sind nun Schornsteine en masse. Und in dieser Schornsteinansammlung wird verbrannt.. dabei muss sich doch der Autor was gedacht haben??
    All das bremst mich eben sehr bis zu der eigentlichen sicherlich vorhandenen Tiefe der Aussage des Autors vorzudringen und ich bin froh, wenn da jemand mit mehr mir helfen kann, das etwas mehr aufzuschluesseln...

    Aber eines muss ich doch sagen, wenn ein Autor extra gegen das eigene Sprachgefuehl ankaempft und BEWUSST falsche Metrik verwendet, finde ich das sehr tapfer. Ich finde auch gut, dass der Autor das gleich sagt, sonst haette ich glatt gedacht, der kann gar nicht anders schreiben, oder ihm fehlt da etwas.. Das ist ja fuer einen Dichter wie in das eigene Blut schneiden. Das koennen nicht viele!

  15. #15
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    @konn0r:

    Ich meinte nicht das der Inhalt des Gedichtes links ist, sondern eher seine zynische Sprache. Kritik von rechts kommt meist direkter und unverpackter.
    Die Gewerkschaften und ihre Forderungen zu kritisieren würde ich auch nicht als rechts bezeichnen, da man die Gewerkschaften auch nicht mehr als links bezeichnen kann.
    Man sollte generell von dieser Art der falschen Unterscheidung Abstand nehmen.

    Alles Liebe...
    See you in Tel Aviv

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