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  1. #1
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    Ich möchte hier mal einen Topic starten, der die Pflege untergegangener Wörter zum Thema hat. Wörter werden als untergegangen bezeichnet, wenn sie in den Sprachwörterbüchern nicht mehr vorhanden oder wenn sie dort als veraltet bezeichnet sind. Ich will jetzt nicht weiter auf die Ursachen des Verschwindens von Wörtern eingehen (Hauptgrund dürfte wohl die kulturelle Entwicklung und die damit verbundene Umbildung des Sprachmaterials sein), sondern mich einmal für viele dieser Wörter einsetzen, weil ich glaube, daß diese zu Unrecht aus dem Geistesleben unserer Kultur gedrängt wurden oder die es wert wären, wegen ihrer Klarheit oder Schönheit wieder in den Sprachgebrauch aufgenommen zu werden.
    Jeder von euch kann diese Liste ergänzen, so wie ich das nach und nach tun werde.


    Glast (Glanz)

    Luftsänger (Singvogel)

    Augentrug

    Eidam (Schwiegersohn)

    Peckenclacker (Schreibmaschine)

    Flimmerdiesel (Fernseher)

    Meuchelpuffer (Pistole)

    Dachschnaufer (Schornstein)

    Selbstverkäufer (Automat)

    Tändelwochen (Flitterwochen)

  2. #2
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    Dir ist aber schon klar, Expulsor, daß ein Teil Deiner Wörter eh nur dem umgangssprachlichen Slang entsprangen, der sowieso kaum jemals lexikalische Anerkennung erfuhren?

  3. #3
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    Wohl kaum Danse.

    Ein Teil der von mir genannten Wörter entstammt dem Volksmund und nicht dem Slang. Volksmund hört da auf wo Slang beginnt (Knarre > Pistole, Matsch-Auge > Fernseher usw). Gerade die Wörter des Volksmund sind in diversen Wörterbüchern hinreichend und eindrucksvoll dokumentiert. Selbst für Wörter des Slang gibt es Nachschlagewerke.

    Was meinst du mit lexikalische Anerkennung? Von Lexika war nie die Rede.


  4. #4
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    Fazzolettli (Taschentuch)

    kommod (bequem)

    Mär (Botschaft)

  5. #5
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    Lichte (Kerze)
    Wenn du kritisiert wirst, musst du etwas richtig machen, im Sport wird auch nur der verfolgt, der den Ball hat.
    Bruce Lee

  6. #6
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    zureicht (ausreicht)

    englisch (engelhaft)

    Erdbau (Souterrain)

    Gastgeboth (Schmaus)

    fadennackend (splitternackt)

    zwagen (waschen, baden)

    Schabab (Auswurf)

    sauersichtig (mürrisch)

    ausheimisch (auswärtig)

    kaltsinnig (gleichgültig)

    überjahrt (sehr alt, hat sich selbst überlebt)

  7. #7
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    Eine gute Idee Expulsor!
    Dennoch meine ich, müßte man nicht jedes Rotwelsh-Wort in den allgemeinen Sprachgebrauch aufnehmen, indem es sowieso nie benutzt wurde.
    Wenn ich jemanden mit einem Meuchelpuffer erschieße, ist das schon ziemlich lächerlich.
    "Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen."
    (Konrad Adenauer)


    "Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsch lecken!"
    (Götz von Berlichingen-Goethe)

  8. #8
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    Meinst du, er ist dann weniger tot?

    Es geht mir in erster Linie nicht um allgemeinen Sprachgebrauch, sondern darum, die Wörter, die aus unserem Geistesleben verschwunden sind (mich interessiert ja auch hauptsächlich das gedruckte Wort wenn ich ehrlich bin) durch diesen Topic zu dokumentieren und festzuhallten.


    Wie immer
    Expulsor

  9. #9
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    Weiß nicht ob das her gehört, jedenfalls wird es mittlerweile nicht mehr gebraucht glaub' ich:

    Oheim

    jdm. hold sein

  10. #10
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    Hi, es ist zwar sehr wenig, und nicht wirklich ein Wort, aber man hat es früher öfters benutzt, und zwar:

    Auf des Schusters Rappen - zu Fuß

    ciao

  11. #11
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    Gastgeboth wird bei uns in der Schweiz immernoch gebraucht.
    Gaschtgeboth
    ein Gast bietet etwas. Das ist doch ganz logisch!
    Sometimes we want to die,
    but than we see all the things
    we love and we know;
    we can't die now!

  12. #12
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    Ebenfalls untergegangen sind:

    Bukert -kleiner Junge
    Fissematenten -Blödelein (obwohl ich das bei Calli wieder gehört habe...)
    Schanz -Pfennig, Ding von geringem Wert
    Säier -Uhr
    Dohle -Hut
    Feiße -hässliche Wohnung, Haus
    Alle Gedanken wurden schon einmal gedacht, es ist unsere Aufgabe sie in neue Zusammenhänge zu bringen.

    Oliver Köhler

    Sport beginnt, wenn Frauen und Männer getrennt bewertet werden.

    Martin Tanz

  13. #13
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    Ehm... Dunia...wo in der Schweiz wohnst du?
    Das hier ist meine Signatur und ich bin stolz darauf.

  14. #14
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    Oheim ist eine veraltete Bezeichnung für Onkel.

    Es gibt aber auch viele Worte, die noch vor gar nicht all zu langer Zeit Gang und Gebe waren und heute kaum noch Verwendung finden

    z.B. Allenthalben und ausbaldowern
    Wat dem einen sin Uhl is dem annern sin Nachtigall

    "If celebrities didn't want people pawing through their garbage and saying they're gay, they shouldn't have tried to express themselves creatively" (Homer Simpson)

    Meine Jüngsten: Sockel der Unschuld und der Rest: My Lyrography

  15. #15
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    Es gibt natürlich viele Wörter der Jugendsprache, die nicht mehr in Gebrauch sind - aus den 70'ern zum Beispiel
    Das hier ist meine Signatur und ich bin stolz darauf.

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