Der Kuss

Kraftlos, wälzt dich, auf dem Humus,
träumst wohl noch von letzter Nacht?
Als dich benebelte jener Kuss
und dir wegnahm all die Macht.

Alles Andere, ist ausgelöscht, vergessen,
weißt nur noch das innige berühren,
verlorst sonst jegliche Interessen,
möchst diese Lippen nur noch einmal spüren.

Der Mond, der Wind, die Sternenlichter,
brachten euch, so intim zusammen,
über den Wolken, gab´s fromme Gesichter,
als sie sahen, der Euren schrammen.

Das hübsche Weibe, mit dem netten Bengel,
ein Paar, schwer zusammenzubringen,
jenseits der Wolken, mühten sich Engel,
indem sie Amors Pfeile fingen.

Eine harte Probe, doch das Wunder,
geschah schließlich zum Ende hin,
dafür um so stärker, mir jeder Menge Zunder,
wie Glyzerin, im Sprengstoff drin.

Endlich war das Phänomen vollbracht,
sprachlose Engel, erhielten neue Flügel,
als in allertiefster dunkler Nacht,
sich Menschen küssten, ohne Zügel.