1. #1
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    auch wenn ihrs am anfang wahrscheinlich nicht ganz versteht ... ein bissal metrik kann nicht schaden
    _________________________

    <font color="#000066">„welch mattes licht vor meiner tür?
    sag, was führet dich heut’ zu mir?

    sieh doch altes mütterlein,
    wer hier edel tritt zur tür herein.“</font><font color="#009900">
    „nicht jetzt mein sohn, nicht jetzt.
    sieh doch nur, mein kätzchen ist verletzt.“</font>

    <font color="#000066">„mein fremder gast, so tretet ein
    in unser gar bescheid’nes heim.

    sieh doch gutes vaterherz,
    wer uns beehr’n mag im kalten märz.“</font><font color="#009900">
    „nicht hier mein sohn, nicht hier.
    sieh doch nur, der mai steht vor der tür.“</font>

    <font color="#000066">„so beehr’ nur mein’s freundes geist,
    der dich gewiss willkommen heißt.

    sieh doch gute freundesseel’,
    wen ich heut zu meinen gästen zähl.“
    </font><font color="#009900">„nicht heut mein freund, nicht heut.
    sieh doch nur, wie er das lichte scheut.
    sieh doch nur, sein lebenselixier
    schon aufgebraucht und schier voll von gier.
    sieh doch nur, sein horizont voll schmerz;
    laufe fort, mein freund, sei stark im herz.“</font><font color="#000066">

    „verzeihet mein’s freund’s benehmen,
    dennoch würd’ ich gern vernehmen,
    was euch in unsre stadt geführt?“

    </font><font color="#cc0000">„ehre, wem ehre gebührt!
    hörst du das weinende kind
    durch stilles flüstern vom wind?
    es ist mein betrübtes licht,
    das sein lachen plötzlich bricht.“</font><font color="#000066">

    „so sag mir doch, wer du nun bist;
    ein teufelskind voll tück’scher list,
    oder gar so rein im himmlisch’ buch.
    bist du segen oder fluch?“</font><font color="#cc0000">

    „man nennt mich gern den schwarzen mann,
    der allzu oft die sense schwang.
    dennoch habe keine furcht vor mir,
    denn genau so wie dein herr im hier,
    diene ich dem gottesstern,
    wie auch du im innern kern.

    fahre nun im feuerwagen
    auf in das göttliche gestirn,
    um mit vollendet leucht’nden gaben
    einzutreten in den firn,
    der den lebensbaum hervorgebracht.
    lasse mich dein führer sein,
    der rein’s licht in dir entfacht.
    möge mir’s dein selig kind verzeih’n.“</font><font color="#009900">

    „sehet, der mai ist schon im kommen;
    huldigt ihm und allen wonnen!
    denn auch der tod und all die frommen,
    haben schon den berg der zeit erklommen!“</font>
    ... selbst der kleinste unter uns vermag den lauf des schicksals zu verändern

  2. #2
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    *wow* .....das ist echt gut,...gefällt mir...

    alles liebe,
    sternentraum
    Stir of time, the sequence
    returning upon itself, branching a new way. To suffer pain, hope.
    The attention
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    "Heavy" by Denise Levertov

  3. #3
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    es ist einfach nur....

    genial... genial... genial...
    You can not change the direction of the wind, but you can always adjust your sails...

  4. #4
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    Thumbs up

    Ein wirklich sehr schönes Gedicht.

    Der Tod ist auch wenn es sich Merkwürdig anhört mein Lieblingscharakter aus diversen Romanen.

    Nochmal : Bravo !

    Gruß Ben.

    Frag nicht warum.Du kannst eh nichts ändern

  5. #5
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    vielen dank fürs lob!!!
    hehe, was mir erst in der mitte des gedichts aufgefallen ist, ist, dass die silbensumme der absätze (fast) immer 8 ergibt (also immer 7-9 oder 8-8). vielleicht irr ich mich jetzt, aber ist 8 nicht die zahl des todes??? das am anfang mit "nicht jetzt mein sohn nicht jetzt" usw. hat zwar nur 6 silben, dafür hat die nächste zeile dann 9, und wenn man einen 6er und 9er graphisch übereinanderlegt, kommt auch wieder ein 8er raus *gg*

    <b>mann bin ich krank</b>

    liebe grüsse,
    .Loki.
    ... selbst der kleinste unter uns vermag den lauf des schicksals zu verändern

  6. #6
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    hi!

    mit der silbenanzahl hast du recht....schon lustig...aber ich denke 8 ist nicht die zahl des todes, sondern der unendlichkeit.....

    alles liebe,
    sternentraum
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