1. #1
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    Ich grinste sie mit meinen ungeputzten gelbe Zähnen bleckend an. Sie schaute weg.
    Als meine Augen die Runde machten und ich die verstohlenen Blicke der einzelnen Personen sah, dachte ich nur, dass was ich mir immer dachte:

    Arme Kreaturen, sie haben es nicht geschafft. Ich konnte der Gesellschaft entfliehen bevor sie mich versklavt hat und nun, nun beneidet ihr mich dafür, weil ihr es nicht geschafft habt. Doch den Neid könnt ihr nur in Arroganz ausdrücken und eure Bewunderung nur in Verachtung. Mit Empörung antwortet ihr mir auf meine Fragen und mit kapitalistischen Argumenten meinen Thesen. Das hat euch die Gesellschaft so gelehrt und ihr, die ihr die Krieger eurer Societies seid, wendet das Gelernte schematisch an.
    Ich bin stolz auf euch. Ihr beherrscht euer Handwerk wirklich gut.

    Befriedigt lächelnd schaute ich aus dem Fenster nachdem ich meine Runde zu Ende gedreht hatte.

    Wieder empfand ich dieses überschwengliche Gefühl, das mich gerade zu zum Platzen brachte. Ich musste aber wieder einmal zugeben, dass ich ein bischen narzistisch veranlagt bin, aber das störte mich nicht. Ich konnte es schließlich auch sein, denn ich hatte etwas erreicht.

    Wieder schaute sie rüber. Dieses dumme kleine Mädchen im anderen Abteil. Biedere Zöpfe hatte man ihr gebunden und mit dem Lolly im Mund und den großen Kinderaugen glotze sie mich an - durchdringend.

    "Deine Naivität macht mich krank!" dachte ich mir. Schau weg, du störst mich! Schau weg! Schau weg, hörst du?!

    Sie hörte nicht auf. Sie schaute mich weiter an, ohne Pause. Einfach so - die ganze Zeit. Ihre Lippen verzogen sich nicht. Kein verachtender Gesichtsausdruck. Kein Neid. Kein Ekel. Keine Empörung. Einfach leblos, ohne Ausdruck.
    Ich schaute weg, doch ich spürte ihre Augen. Sie klebten förmlich an meiner Backe.

    Ich konnte mich auf einmal nicht mehr ergötzen. Ich konnte ihr nicht in die Augen schauen. Ich fühlte mich zu gedemütigt.
    Wie konnte so ein kleines Mädchen mich so demütigen? Wie konnte sie nur? "Ich bin erwachsen, sie kann mir nichts. Sie ist nur ein Mädchen, verdammt!"

    Die Bahn kam zum Stehen. Die Türen gingen auf und einige Passagiere warfen mir noch einen verständnislosen oder abgeneigten Blick zu, schüttelten die Köpfe oder wichen meinen Blicken aus. Das störte mich nicht.

    "Hey, Alter! Wie geht's man? Geile Frisur, haste das mit Zuckerwasser oder mit 'ner Gel-Haarspray Mischung gemacht? Sieht echt stark aus und by the way... ich hab mir auch so fette Nietenarmbänder gekauft. Die leg' ich später noch an. Willste sie sehen?" Mein Freund setzte sich neben mich und das kleine Mädchen stieg mit ihrer Mutter aus.

    Das Mädchen hatte mich demütigend geschlagen.

    [Geändert durch Bohemian am 11-01-2005 um 22:05]
    Geändert von Bohemian (31.12.2007 um 02:08 Uhr)
    „Ein alter Weiser hat es empfunden, und es liegt in dem viel bedeutenden Ausdrucke versteckt: sapere aude!
    Erkühne dich, weise zu sein. Energie des Mutes gehört dazu, die Hindernisse zu bekämpfen, welche sowohl die Trägheit der Natur als die Feigheit des Herzens der Belehrung entgegensetzen.“

    - Friedrich Schiller

    Tabula meorum operum

  2. #2
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    Hmm, eigentlich gefällt mir die Geschichte ganz gut. Leider machen die Worte des Mädchens "Hey, Alter! Wie geht's man? Geile Frisur, haste das mit Zuckerwasser oder mit 'ner Gel-Haarspray Mischung gemacht? Sieht echt stark aus und by the way... ich hab mir auch so fette Nietenarmbänder gekauft. Die leg' ich später noch an. Willste sie sehen?" diesen Eindruck kaputt.
    Weitaus interessanter wäre eine bloße Demütigung durch Reaktionslosigkeit geblieben. In dem Moment, wo das Mädchen es gerade geschafft hat, das lyr. Ich zu demütigen, begibt es sich durch seine Worte auf das Niveau des lyr. ichs herab. Dadurch wird der letzte Satz hohl, denn hier hat niemand einen, wie auch immer gearteten moralischen Sieg errungen. Beide haben sich entlarvt.
    Wirklich schade.

    gott

  3. #3
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    Das hast du missverstanden!
    Aber ich muss zu geben; es war vielleicht auch nicht sehr deutlich von mir beschrieben.
    Das Mädchen ist nicht die Person, die zu ihm am Schluß spricht. Es ist ein x-beliebiger Freund. Ich wollte mit diesem Gespräch deutlich machen, warum die Leute ihn so anstarren und abfällig von ihm reden - weil er äußerlich auffällig oder nicht "normal" ist.
    Das Mädchen schaut ihn einfach nur an, nimmt aber sonst nicht weiter teil an der Handlung. Sie bewertet ihn auch nicht wie die anderen Personen, weil sie in ihrer kindlichen Naivität nicht in der Lage dazu ist.
    Aber das Missverständnis hat mir gezeigt, dass ich es nicht deutlich genug habe rauskommen lassen. Vielleicht hat der letzte Satz die Verwirrung gestiftet. Er stand aber nicht im direkten Bezug zu dem kleinen Teil direkter Rede. Er war viel mehr der Satz der den Schlag ins Gesicht zum Ausdruck bringen soll. Ich werde einen Satz anfügen, der den Freund vom Mädchen trennt.
    Trotzdem empfinde ich es als ein Kompliment, dass es dir soweit gefällt. Danke für die Kritik und das Lob!

    Gruß
    Bohemian

    [Geändert durch Bohemian am 11-01-2005 um 14:59]
    „Ein alter Weiser hat es empfunden, und es liegt in dem viel bedeutenden Ausdrucke versteckt: sapere aude!
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  4. #4
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    Also ich habe das nicht so gelesen als käme der Satz von dem Mädchen und daher sehe ich ihn auch als passend an. Tatsächlich war mir vorher nicht ganz klar warum sie ihn so anstarren, was an ihm "besonderes" ist und diese Anrede des Freudes nimmt die letzten Zweifel daran, wer der Kerl ist... finde ich gelungen

    Auch vom Erzählstil gefällt mir das, aber was ich vielleicht anders gemacht hätte:
    Die Geschichte nicht mit einem "ich" einleiten. Und irgendwo hast du das Wort "nachdem" doppelt geschrieben

    liebe Grüße,
    Elvenkiss

    [Geändert durch Elvenkiss am 11-01-2005 um 16:48]
    Andersdenkende sind oft ganz anders, als wir denken.
    Ernst Ferstl

  5. #5
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    Ich denke, das Große und Ganze wurde von unserem Forengott und Elvenkiss schon ausreichend durchleuchtet, dass ich nun eine Legitimation habe, mich kritisch in Details zu verlieren.

    Aufhänger dafür ist die folgende Textpassage:

    Ursprünglich eingetragen von Bohemian
    Ich wollte mit diesem Gespräch deutlich machen, warum die Leute ihn so anstarren und abfällig von ihm reden - weil er äußerlich auffällig oder nicht "normal" ist.
    Reden sie denn tatsächlich abfällig von ihm? Jedenfalls kommt in der Kurzgeschichte selbst kein einziges direktes Zitat vor. Schauen kann man viel, aber wie dieses Schauen denn tatsächlich ausgelegt werden muss, steht auf einem anderen Blatt. Staunendes bzw. erstauntes Schauen, entzücktes bzw. bewunderndes Schauen gibt es auch. In seiner Paranoia, die er sich allein auf Grund einer Nichtigkeit wie "anormal" getragenen Haaren einredet, interpretiert der Erzähler allerdings alles, was von außen auf ihn eindringt, negativ und abwertend. Etwas oberflächliches wie die Haartracht sorgt dafür, dass er in wirklich ekelerregender Weise Vorurteile gegen seine Umwelt hegt. Statt alles "andere" so individuell zu betrachten, wie er sich selbst sieht, schert er allesamt aus derselben arroganten Haltung heraus über einen Kamm; eben jene Arroganz übrigens, die er "den anderen" vorwirft:
    "Arme Kreaturen, sie haben es nicht geschafft."
    "Doch den Neid könnt ihr nur in Arroganz ausdrücken"

    Das alles hat bei mir dafür gesorgt, dass die Sympathie, die ursprünglich wohl auf den Schultern des Protagonisten ruhen sollte, zu Antipathie wurde. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass sich der Protagonist zunehmend in eine Rolle des krampfhaften "Rebellseins" hineingesteigert hat und nun nur noch aus einer beengten, arroganten und vollkommen paranoiden Blickwinkel in die Welt glotzen kann.

    Dies mag an sich ein interessanter Aspekt sein, den in einer Kurzgeschichte zu behandeln sich lohnen könnte. Nicht zuletzt aus deinen Erläuterungen, Bohemian, ging allerdings hervor, dass dies ganz und gar nicht beabsichtigt war. Dafür wären auch in der Geschichte selbst nicht genügend Auslöser, die dafür sorgen, dass der Leser sich kritisch mit dem ihm servierten handelnden Charakter auseinandersetzt.

    Mit Interesse an weiteren Erläuterungen seitens des Autors,
    Jester's Cap.
    [Seit Anfang September bin ich umgezogen an einen Ort, der mich in der Regel vom www fern hält. Eventuelle Antworten, Fragen und Mails kann ich daher leider nur unregelmäßig und an den Wochenenden beantworten. Seht es mir bitte nach. Denn antworten werde ich auf jeden Fall - wenn auch vielleicht etwas verspätet ]

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  6. #6
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    Deine Interpretation ist vollkommen legitim und auch die meiste Zeit über aus gut beobachtet.
    Ich habe keine eindeutige Stellung bezogen, stelle aber sehr die These in den Raum das es solche "Typen" wie das lyr. Ich gibt.
    Der einzige Fehler den ich erkenne, sehe ich in der Behauptung, dass es nirgends im Text geschrieben ist, das sie abfällig von ihm reden. Das mag so stimmen. Doch wenn ich Begriffe wie Neid, Verachtung, Arroganz gegenüber dem Protagonisten und Empörung benutze, ist das "schlecht über ihn reden" bzw. abfällig über ihn reden nicht mehr allzu fern und benötigt nicht umbedingt einer weiteren Erwähnung, sondern kann zwischen den Zeilen heraus gelesen werden. Den Rest deiner Interpretation will ich so stehen lassen, weil er deine Empfindungen ausdrückt.
    Wogegen ich mich aber wehren will, ist der bei dir entstandene Eindruck, das ich dem lyr. Ich die "Sympathie auf die Schultern gelegt habe". Dem ist nicht so und das habe ich auch nirgends ausdrücklich gesagt! Das ist vielleicht deine Empfindung entspricht aber nicht der Wahrheit.
    Auch das ich anhand meines Kommentars dieses Rebellsein als einen gewünschten Effekt abgelehnt haben soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Denn es ist genau das Gegenteil, genau das war einer meiner Hauptgründe weshalb ich es geschrieben habe. Das verbinde ich nicht zwangsläufig - wie du - mit einer Arroganz und engstirnigen Sicht, es kann aber durchaus ein Auswuchs dieses Verhaltens sein, da möchte ich dir nicht widersprechen.
    Ich denke im Übrigen, dass es genügend Aufhänger für eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Charakterzug des Protagonisten gibt, denn jeder, denke ich, kennt diesen Zug. Vielleicht nicht so "extrem" (liegt im Auge des Betrachters) aber es ist durchaus einmal gegeben, dass man der Ansicht ist, man muss etwas durchziehen und dieser Alleingang stößt nicht immer auf die reine Form der Bewunderung.
    Wie das aber auf jeden Leser wirkt, kann ich nur begrenzt beeinflussen, denn ist es ein schmaller Grad zwischen Auseinandersetzbarkeit mit dem lyr. Ich und einer schnell aufkommenden Abgedroschenheit bzw. Überspitzung der Problematik. Das erklärt vielleicht ein bischen weshalb ich den Text nicht übermäßig mit Auslösern vollgestopft habe. Das mag für den einen zu wenig sein, für den anderen aber durchaus genug.
    Danke für die Kritiken und für das Lob im Übrigen. Ich verbleibe mit gespannter Erwartung auf weitere Kommentare zur entfachten Diskussion und natürlich auch auf weitere Kritiken zum geschrieben Text.
    Gruß
    Bohemian
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  7. #7
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    1. Gedanke und Formulierung gefällt mir.
    2. Viele Orthografiefehler, auch Grammatikfehler.
    3. Warum machst du Absätze?
    4. Die Geschichte ist zu absehbar und es fehlt ein Knackpunkt. Mach es wie Dürrenmatt "paradox" und "grotesk"!
    5. Die Überarbeitung mit Spannungskurve will ich lesen!
    Alle Gedanken wurden schon einmal gedacht, es ist unsere Aufgabe sie in neue Zusammenhänge zu bringen.

    Oliver Köhler

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  8. #8
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    Servus zum zweiten, Bohemian!
    Nun, in deiner letzten Stellungnahme mochte mir scheinen, du hättest einiges nicht verstanden, was ich versucht habe, auszudrücken. Einiges wurde sogar komplett missverstanden,
    und du widersprichst dir selbst

    Aber nun erst einmal der Reihe nach:

    Ursprünglich eingetragen von Bohemian
    Doch wenn ich Begriffe wie Neid, Verachtung, Arroganz gegenüber dem Protagonisten und Empörung benutze, ist das "schlecht über ihn reden" bzw. abfällig über ihn reden nicht mehr allzu fern und benötigt nicht umbedingt einer weiteren Erwähnung, sondern kann zwischen den Zeilen heraus gelesen werden.
    In dieser Argumentation befindet sich leider eine kleine Lücke, die du offensichtlich beim Schreiben nicht bemerkt hast: Die Quelle der Information, wie die Leute gucken und wie sie sich verhalten ist kein aktorialer oder neutraler Erzähler (denn dem würde ich diese Informationen durchaus so abkaufen, wie sie dort stehen), sondern ein Ich-Erzähler. Die Beschreibung der Leute kommt also aus einer subjektiven Quelle, und damit noch nicht genug: Eben jene subjektive Quelle wertet das Wahrgenommene pauschal als negativ ab. Da liegt die Vermutung nur zu nahe, dass das subjektive Empfinden beim Ich-Erzähler die Wahrnehmung beeinflusst (und wieder umgekehrt - ein Teufelskreis). Verstärkt wird diese Vermutung durch die extrem arroganten Gedanken des Ich-Erzählers, der keine Möglichkeit verpasst, sich mit seinem "Ich-habe-etwas-erreicht-und-ihr-nicht" über die Leute zu erheben. Er weiß nicht einmal, ob nicht auch einer von jenen "böse starrenden Gesellschaftszombies" das selbe erreicht hat, wie er, sondern schließt vom Äußeren auf das Innere (sie haben keine "Geile Frisur", ergo sind sie massenkonforme Spießer).
    Das ist es, was mich an deinem Ich-Erzähler so anekelt

    Ursprünglich eingetragen von Bohemian
    Wogegen ich mich aber wehren will, ist der bei dir entstandene Eindruck, das ich dem lyr. Ich die "Sympathie auf die Schultern gelegt habe". Dem ist nicht so und das habe ich auch nirgends ausdrücklich gesagt! Das ist vielleicht deine Empfindung entspricht aber nicht der Wahrheit.
    Normalerweise mir ist einem Ich-Erzähler sofort ein Identifikationsmechanismus verbunden. Der Leser sieht alles aus der Perspektive des Ich-Erzählers und kann auch "in ihn hineinsehen". Daher wird der Ich-Erzähler normalerweise verwandt, um dem Leser die Person nahe zu bringen, d.h., sie zu einem Sympathieträger zu machen. Deine Worte verwundern mich daher, da du für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Protagonisten eindeutig die falsche Erzählperspektive gewählt hättest.
    Wenn du jemanden im kritischen Licht präsentieren möchtest, benutze doch die unsichtbare 3. Person als Erzähler, um deinen Charakter quasi im Rampenlicht literarisch sezieren zu können. Du kannst kaum erwarten, dass ein Ich-Erzähler das von selbst tut!

    Ursprünglich eingetragen von Bohemian
    Auch das ich anhand meines Kommentars dieses Rebellsein als einen gewünschten Effekt abgelehnt haben soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
    Brauchst du auch nicht nachvollziehen, habe ich nämlich nie behauptet. Lies' mal meinen Text genauer!

    Ursprünglich eingetragen von Jester's Cap
    Ich habe den Eindruck gewonnen, dass sich der Protagonist zunehmend in eine Rolle des krampfhaften "Rebellseins" hineingesteigert hat
    Und dass mit Rebellion generell Arroganz und Engstirnigkeit einhegehen muss, habe ich ebensowenig behauptet. Ich habe lediglich gesagt, dass dies m.E. bei deinem Protagonisten der Fall ist.

    Schließlich noch etwas, aus dem ich nicht ganz schlau geworden bin:
    Ursprünglich eingetragen von Bohemian
    Ich denke im Übrigen, dass es genügend Aufhänger für eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Charakterzug des Protagonisten gibt
    Ursprünglich eingetragen von Bohemian
    Das erklärt vielleicht ein bischen weshalb ich den Text nicht übermäßig mit Auslösern vollgestopft habe.
    Was genau gilt denn jetzt? Sind nun Auslöser drin oder nicht? Du musst dich entscheiden

    LG,
    Jester's Cap.

    [Geändert durch Jester's Cap am 12-01-2005 um 00:14]
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    Unverhofft

  9. #9
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    @Jester's Cap
    Ich rolle die Argumente mal von hinten auf:

    Die Antwort auf deine letzte Frage ist: Ja, es sind welche drin. Nicht "übermäßig viele" aber "genügend", diese Worte wiedersprechen sich nicht und damit auch nicht die zwei Sätze!

    Und dass mit Rebellion generell Arroganz und Engstirnigkeit einhegehen muss, habe ich ebensowenig behauptet. Ich habe lediglich gesagt, dass dies m.E. bei deinem Protagonisten der Fall ist.
    Ok gut, das kam bei mir falsch herüber. Die Wörter "krampfhaft hineinsteigern" lösten das wohl bei mir aus.

    Brauchst du auch nicht nachvollziehen, habe ich nämlich nie behauptet. Lies' mal meinen Text genauer!
    Du sprachst in deinem zweiten Absatz von diesem "Rebellsein" und im dritten Absatz folgtes du mit einer Art Fazit. In der sich der Bezug von Aspekt, scheinbar, auf das "Rebellsein" bezog. Nachdem du es also als einen interessanten Aspekt bezeichnet hattest, meintest du aber das aus meinen Erläuterungen hervorgehen würde, das er überhaupt nicht von mir beabsichtigt gewesen worden sei. Dem ist nicht so und das wollte ich damit ausdrücken. Das war von mir ein gewünschter und geplanter Effekt oder Aspekt.

    Ich habe die "Ich-Erzähler"-Perspektive bewusst gewählt und sie hatte den gewünschten Effekt. Natürlich resultiert daraus eine Subjektivität, aber es lag auch nie in meinem Interesse eine Objektivität herzustellen. Denn dieses Gefühl und auch dieses rebellische Verhalten resultiert selten aus objektiven Beobachtungen der betroffenen Person oder Verhaltensarten der gegenüberstehenden Personen gegenüber dem lyrischen Ich, das sich so verhält.
    Ich verlange dem Leser keinen Identifikationszwang ab, da er für sich selbst erkennen muss, ob oder ob nicht, er sich mit dieser Art von Auffassung (,der des lyrischen Ichs) identifizieren kann. Deshalb widersetze ich mich auch dieser auktorialen oder "3.Person"-Erzählperspektive.

    @Rotgott

    1. Danke!
    2. Kannst du mir ein paar Beispiele für die orthografischen und Grammatikfehler geben?
    3. Die Absätze sollen eine Art Abgrenzung zwischen dem äußeren Geschehen und dem inneren Geschehen darstellen, dass sich dies leider nicht immer umsetzen ließ, sieht man an den Überlappungen.
    4. Die Geschichte hat keinen richtigen Spannungsbogen und wird auch nie einen richtigen haben. Wie auch? Eine Handlung ist fast nicht existent. Es ist allein eine Darstellung des Verhaltens und der Ansicht des lyrischen Ichs, der sich zwar der für ihn spießerhaft erscheinenden dunklen Masse an Erwachsenen überlegen fühlt, aber einem "inaktiven", kleinen und naiven Mädchen, das ihn nicht anhand seines Aussehens sofort bewertet (ob das nun objektiv oder subjektiv so ist, ist vollkommen irrelevant), unterlegen ist.

    Gruß Bohemian
    „Ein alter Weiser hat es empfunden, und es liegt in dem viel bedeutenden Ausdrucke versteckt: sapere aude!
    Erkühne dich, weise zu sein. Energie des Mutes gehört dazu, die Hindernisse zu bekämpfen, welche sowohl die Trägheit der Natur als die Feigheit des Herzens der Belehrung entgegensetzen.“

    - Friedrich Schiller

    Tabula meorum operum

  10. #10
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    Ich redete nicht von Spannungsbogen, auch wenn ich dies sagte.
    Es ging vielmehr um den Kniff, das Gefühl diese Geschichte hat mir etwas gebracht, das ist zwar da, doch nicht ausgebaut und unscheinbar.
    zu 2.
    "ungeputzten gelbe Zähnen"--> fehlt Komma und "n"
    " ich nur, dass was ich mir "--> "das" mit einem s
    und noch viele, viele mehr, hab nur kein Bock die alle rauszusuchen, bin ja schließlich nicht dein Deutschlehrer.
    Alle Gedanken wurden schon einmal gedacht, es ist unsere Aufgabe sie in neue Zusammenhänge zu bringen.

    Oliver Köhler

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  11. #11
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    Hm, okay. Ich werde es noch einmal durchschauen.
    „Ein alter Weiser hat es empfunden, und es liegt in dem viel bedeutenden Ausdrucke versteckt: sapere aude!
    Erkühne dich, weise zu sein. Energie des Mutes gehört dazu, die Hindernisse zu bekämpfen, welche sowohl die Trägheit der Natur als die Feigheit des Herzens der Belehrung entgegensetzen.“

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