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  1. #1
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    Exclamation Baudelaire

    <center><font size="+2"> <TABLE border="5" bgcolor="red">
    <TD> BAUDELAIRE </TD>
    </TABLE> </font>
    <TABLE BORDER="0" cellpadding="0" CELLSPACING="0">
    <TR>
    <TD WIDTH="180" HEIGHT="240" BACKGROUND="http://home.carolina.rr.com/alienfamily/pixs/bmain.jpg" VALIGN="bottom">

    <FONT SIZE="+1" COLOR="blue"></FONT></TD>

    </TR>
    </TABLE>
    Photo von: CHARLES BAUDELAIRE



    <HR width="700" color="red" noshade>

    Baudelaire, Gott der Weisen und Teufel der Dichter
    Treffender wurde niemals das Böse beschrieben
    Als von dir, Monsieur, der du scheutest die Lichter
    Und dich abwandtest von dieser so frommen Welt
    Zu den Huren, die sanft dich in die Hölle trieben

    Dein Glaube hat diese Erde schon früher verlassen
    Als deine Seele, die nach langwieriger Krankheit
    Zum Himmel schwebte, um sich treibenzulassen
    Vom Wind, der früher in deinen Träumen sang
    Und dabei schwärmte von seiner endlosen Freiheit

    Zu feinsten Staub zerfällt dein Leib noch immer
    Er liegt in den teuflichsten Abgründen begraben
    Doch dringt durch die Erde ein göttlicher Schimmer
    Dein heller Geist strahlt weit und an seiner Macht
    Sieht man deine parasitenartigen Jünger laben

    Sie laben sich an der Kunst deiner treffenden Reime
    Welche die Wahrheit in ihrer kalten Nacktheit zeigen
    Nichts wird verschönt und die gesellschaftlichen Keime
    Mit der Zerstörungswut ihres blindäugigen Hasses
    Sieht man folgsam in die tiefe Hölle hinabsteigen

    Doch zeigen deine Zeilen auch das lange Entbehren
    Der wahren Liebe, die du verzweifelt gesucht hast
    Oft mussten Suchen und Verzweiflung dich lehren
    Dass sich Liebe wandelt von einem Seelenbalsam
    In eine zerfressende Oase der niederdrückenden Last

    Ach Charles, hätt ich dich gekannt zu deiner Zeit
    Himmel und Hölle hätt ich aus den Angeln gehoben
    Nur um dich zu befreien von deinem quälenden Leid
    Und der Einsamkeit deiner gefühlvollen Gedanken
    Die sich ängstlich verhüllten in knöchellangen Roben

    Mein Herz hätt ich dir gereicht, oh, verlorenes Weib
    Mit all meiner Kraft hätt ich's meinem Körper entrissen
    Um zu stärken deinen geschwächten hageren Leib
    Und blutüberströmt mit meinem letzten Atemzuge
    Deine zarten wieder erblühenden Lippen zu küssen

    <HR width="700" color="red" noshade>



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    </IFRAME>
    <A HREF="http://classiclit.about.com/gi/dynamic/offsite.htm?site=http%3A%2F%2Fwww.geocities.com%2FParis%2FMetro%2F1301%2F" target="inside_frame">Gedichte von Baudelaire in Englisch</A></center>

    [Ge&auml;ndert durch BlueSun am 31-01-2002 um 02:17]
    "In der Tube ist immer noch ein Rest Zahnpasta. Denken Sie darüber nach." - Bill Bryson



  2. #2
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    hm....*schäm*...ich muss wahrscheinlich zu meiner schande zugeben das ich diesen dichter überhaupt nicht kenne!
    naja doch dein schreibstiel ist wirklich schön,und somit auch das gedicht,es sagt viel über diesen mann aus! ; )
    Bye yours soul!
    Wer nicht kämpft hat schon verloren!

  3. #3
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    Seine Gedichte sind wirklich klasse, musst du mal lesen. Die gibt es auch in Deutsch als Übersetzung. Ich lese sie manchmal auch in Französisch (natürlich nur mit Wörterbuch).
    "In der Tube ist immer noch ein Rest Zahnpasta. Denken Sie darüber nach." - Bill Bryson



  4. #4
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    *g* ich und französich....ich hab keine ahnung von französich *smile*
    naja aber ich werde es mir mal vornehmen was von ihm zulesen
    bye yours soul
    Wer nicht kämpft hat schon verloren!

  5. #5
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    ich kenne den dichter zwar nicht, aber ich muss sagen dass gedicht ist super...werde mir ein paar gedichte von baudelaire suchen...bin schon gespannt..
    Stir of time, the sequence
    returning upon itself, branching a new way. To suffer pain, hope.
    The attention
    lives in it as a poem lives or a song
    going under the skin of memory.

    "Heavy" by Denise Levertov

  6. #6
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    Ursprünglich eingetragen von Sternentraum
    ich kenne den dichter zwar nicht, aber ich muss sagen dass gedicht ist super...werde mir ein paar gedichte von baudelaire suchen...bin schon gespannt..
    <font color=blue> Danke Sternentraum, ich mag übrigens deinen "Nordwind" in der Gedichtewerkstatt ganz doll.</font>
    "In der Tube ist immer noch ein Rest Zahnpasta. Denken Sie darüber nach." - Bill Bryson



  7. #7
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    danke!! hab schon ein paar gedichte gelesen gestern, und ich muss sagen, baudelaire schreibt wirklich gut. also danke für den indirekten tipp =;0)

    alles liebe,
    sternentraum
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  8. #8
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    <font color=orange>Sternentraum:</font> Das freut mich, dass dir seine Gedichte gefallen. Baudelaire ist einfach mein Lieblingsdichter. Ich bin gerade nach Irland gezogen und habe nicht viel mitgenommen, aber ein Gedichtband von Baudelaire musste mit.


    <font color=green>Expulsor: </font>Wow, es wäre schön einen Fan zu haben. Find ich richtig klasse, dass dir meine Gedichte gefallen. Übrigens die Gedichte von MILTZOW sind auch von mir.

    [Ge&auml;ndert durch BlueSun am 15-01-2002 um 21:58]
    "In der Tube ist immer noch ein Rest Zahnpasta. Denken Sie darüber nach." - Bill Bryson



  9. #9
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    Gedichte von Charles Baudelaire

    hab doch tatsächlich ein paar gefunden viel spaß damit


    Die Märtyrerin

    Rings von Flakons, durchwirktem Stoff umgeben
    Und wollüstigen Gegenständen,
    Von üppigen Gewändern, um die Düfte schweben,
    Gemälden an den Wänden,

    In einem Raum, der lau ist wie ein Treibhaus
    Und unheilschwanger überall,
    Wo letzte Seufzer haucht ein Blumenstrauß
    In einem Sarge aus Kristall,

    Ergießt ein Leichnam ohne Kopf in stetem Fließen
    Auf Kissen seine Wogen
    Von frischem, rotem Blut, das, gierig wie von Wiesen,
    Vom Leinen aufgesogen.

    Gleich den Gesichten, die aus Schatten fahl entlassen
    Unsere Blicke fangen
    Ruht still das Haupt, mit dunkler Haare Massen,
    Darin Geschmeide prangen,

    Auf einem Nachttisch wie Ranunkeln auf dem Teich;
    Verschwommen und gedankenleer
    Stiehlt ein verdrehter Blick, wie Dämmerung bleich,
    Sich aus den Augen her.

    Verlassen auf dem Bett läßt völlig unbedacht
    Der nackte Rumpf sich gehn,
    Wie ihn die Natur erschuf, in der verborgenen Pracht
    Und so unselig schön;

    Ein rosa Strumpf am Bein, den goldener Zwickel ziert,
    Blieb wie ein Souvenir zurück;
    Das Strumpfband heimlich glühend wie ein Auge stiert
    Mit diamantenem Blick.

    Und diese Einsamkeit, die alles übersteigt,
    Dazu ein sehnsuchtsvolles Bild,
    Das aufreizende Augen und Gebärden zeigt,
    Uns dunkle Leidenschaft enthüllt,

    Höllische Küsse bei den seltsamen Gelagen
    Und sündhafte Vergnügen,
    Wie sie den bösen Engelschwärmen wohl behagen,
    Die durch den Vorhang fliegen;

    Doch zeigt die magere Schulter, die so elegant
    Umrissen ist und so fragil,
    Die Hüfte, etwas spitz, die Taille, jäh gewandt,
    Gereizt wie ein Reptil,

    Wie jung sie ist! - Hat sie, die Seele zornentfacht,
    Die Sinne voller Überdruß,
    Sich ganz der Meute der Begierden dargebracht,
    Die blindlings schweifen muß?

    Der Rachelüsterne, dem du, trotz aller Liebe,
    Lebend den Hunger nicht gestillt,
    Fand er das maßlose Verlangen seiner Triebe
    Von dem willfährigen, toten Leib erfüllt?

    Schamloser Leichnam, sag! sollst an den Flechten hoch
    Mit hastigem Arme dich erheben,
    Sag mir, du graues Haupt, hat kalten Zähnen noch
    Er seinen Abschiedskuß gegeben?

    - Weit vom Gespött der Welt, vom Pöbel weit geschieden,
    Von Richtern voller Wißbegier,
    Ruhe in Frieden, seltsames Geschöpf, in Frieden
    In dem geheimnisvollen Grabe hier;

    Dein Mann durchirrt die Welt, dein Bild wird ewig leben
    Und seinen Schlaf bewachen immerdar;
    So wie du ihm, ist er in Treue dir ergeben,
    Bis in den Tod, unverwandelbar.




    Der Vampir

    Du, die wie ein Messerstoß
    In mein stöhnend Herz gedrungen,
    Die wie wilden Heeres Troß
    Wüst und prangend mich bezwungen,

    Die erniedrigt meinen Geist
    Sich zur Wohn- und Lagerstätte;
    Scheusal, an das ich geschweißt
    Wie der Sträfling an der Kette

    Wie der Spieler an die Sucht,
    Wie der Trinker an das Glas,
    Wie an das Gewürm das Aas -
    Sei verflucht du, sei verflucht!

    Mir die Freiheit zu erringen,
    Flehte ich das rasche Schwert,
    Meine Feigheit zu bezwingen,
    Hab ich tückisch Gift begehrt.

    Gift und Schwert - verächtlich böse
    Boten sie mir Wort, die zwei:
    Bist nicht wert, daß man dich löse
    Aus verworfner Sklaverei

    Narr! wenn von der Herrschaft Schrecken
    Dich befreite unser Mut,
    Würdest du mit frischer Glut
    Den Vampir zum Leben wecken.


    Der Besessene

    Die Sonne hüllte sich in Schleier. Wie ihr Strahl,
    O meines Lebens Mond! laß dich von Schatten wiegen;
    Schlaf, rauch nach Herzenslust; sei ernst und sei verschwiegen,
    Und tauche in den Schlund der Öde und derb Qual;

    So lieb ich dich! Allein willst heute du einmal,
    Gleich einem hellen Stern, der Wolkennacht entsteigen,
    An Stätten strahlen, die dem finstren Wahn erliegen,
    Nun gut! Heraus, mein Dolch, es bleibt dir keine Wahl!

    Entflamm dein Auge an der Lüster Glanz und Prangen!
    Entflamme in dem Blick der Flegel das Verlangen!
    Du bist mir immer Lust in Müdigkeit und Gier;

    Sei dunkel wie die Nacht, sei morgenrotes Weben; Mit jeder Faser bebt
    und glüht mein Leib nach dir: Du Höllenrose, ich kann ohne dich nicht leben!




    Nicodemus

    "Möget ihr in interessanten Zeiten leben!"(Fluch)

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  10. #10
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    Re: Gedichte von Charles Baudelaire

    Habe mal ein Photo von Baudelaire zugefügt.
    "In der Tube ist immer noch ein Rest Zahnpasta. Denken Sie darüber nach." - Bill Bryson



  11. #11
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    Question Photo von Baudelaire ?

    wo denn *suchend umschau*?

    hats mit html vielleicht net hingehaun?
    würd mich ja schonmal interessieren...

    Nicodemus

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  12. #12
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    Unhappy hähä:(

    okay ich bin nur ein bisserl blind ...

    Nicodemus

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  13. #13
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    Re: hähä:(

    He, ich hatte mir schon echt Sorgen gemacht!!!

  14. #14
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    Wink sorgen?

    wegen meiner augen?

    Nicodemus

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  15. #15
    Registriert seit
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    Re: sorgen?

    jaja
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