Thema: Koma

  1. #1
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    Ich bin der Letzte,
    der um dich weint.

    In der Hoffnung,
    dass deine Augen nicht für immer geschlossen bleiben.

    In dem Glauben,
    dass du meine Stimme hörst,
    dass du meine Berührung spührst,
    wo du auch bist.

    Doch wenn es dein Wunsch ist:Geh!
    Ich werde dich nicht zwingen,
    in einem dunklen Gefängnis zu bleiben.

    In der Gewissheit,
    dass du auf mich warten wirst,
    sage ich auf Zeit Lebwohl.
    Geändert von traumfänger (12.07.2007 um 00:21 Uhr)

  2. #2
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    Ich habe auch einmal einen Komapatienten begleitet, meinen Sohn. Bin bis heute nicht fähig ein Gedicht darüber zu schreiben - Du hast es für mich getan.
    Darf ich es in mein privates Gedichteband eintragen?

    (Bei uns ist es gut ausgegangen)
    Dana

  3. #3
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    Hallo Dana!

    Schön, dass es gut ausgegangen ist.
    Ja, ich habe es für euch und alle anderen Betroffenen geschrieben, weil mich so etwas tief berührt.
    Natürlich kannst du es in deinen Gedichtband übernehmen - ich würde mich sehr darüber freuen.

    Bin positiv überrascht, dass ein so "altes" Gedicht wieder ausgegraben wurde.

    Alles Liebe,
    traumfänger

  4. #4
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    Mir fehlt im Moment ein wenig die Zeit,

    Mir fehlt im Moment ein wenig die Zeit,
    um auf die mannigfaltigen Kommentare
    ausreichend Antwort geben zu können.
    Also ist Prioritäten setzen angesagt.
    Zu diesem möchte ich etwas sagen.
    Erst einmal ein link:

    -Link EDIT-

    Ich habe diese Gedicht am 11.12.2004 so gegen 18:25 Uhr
    geschrieben oder zumindest im Netz veröffentlicht.

    Es trägt den Titel „K o m a“ (…und ich konnte mich gerade
    noch daran erinnern….).






    Dein Schlaf hat uns die Zeit geraubt,
    hat Kindheitsbäume mir entlaubt,
    den Himmel meiner Augen gelb gefärbt,
    mir deinen Traum lang vor dem Tode noch vererbt


    Was willst du jetzt, da deine Sinne sich verweigern?
    Soll ich mit meinem Schmerz dein Blut besteigen?
    Dein Hirn lauscht still den Teufelsgeigern,
    mein Haupt will sich zur schwarzen Tiefe neigen


    Sind unsre Kinder dort in deiner Welt
    das Meer, das deine Insel zart berührt?
    Wird hell auf ihren Tränen unterm Sternenzelt
    der eine leuchten, der dich zu uns führt?


    Der Schmerz, der lauernd an der Straße stand,
    sich als ein Baum um Brust und Herz sich band,
    der ungewollt ein neues, andres Leben für uns fand,
    ich habe ihn mit meiner eignen Hand verbrannt


    Dein Schlaf wird uns der Zeit berauben,
    nicht einen Liebestraum erlauben,
    wo ich dich fand, blieb dieses Band,
    was deine Seele führte in ein kaltes Land


    Jetzt bist du jenes grüne Licht,
    das meiner Augen tiefer Schmerz.
    Wirst in Erinnerung auf ewig nicht
    die starre Linie sein vom toten Herz.






    © by Herbert Gerke 2004

    © by Herbert Gerke / Texte
    © by Melanie Gerke / Fotos & Bilder




    Stillnachdenkliche Grüße


    H e r b e r t
    Geändert von Dr. Üppig (04.05.2014 um 21:14 Uhr)

  5. #5
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    Hallo Ihr beiden,
    ich klinke mich hier erstmal aus, geht noch nicht.

    Trotzdem war es mit Euch heute wie in einer großen Gesellschaft - es fanden sich drei, die miteinander geredet haben. Danke,
    bis bald,
    Dana

  6. #6
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    @Herbert:
    Still und nachdenklich bin ich geworden, als ich dein Gedicht gelesen habe (es hat mich sehr berührt - danke), so wie immer bei diesem Thema.

    Doch gerade um der Trauer Willen dachte ich, ein wenig Hoffnung für all die, die warten, die erwacht sind oder sich wünschen, ohne Sorge gehen zu dürfen, ist auch nötig.


    @Dana:
    Ich danke gerade dir für deinen Beitrag. Irgendwann kannst du es, das weiss ich!

    Ich habe mich gerne mit euch unterhalten und hoffe, wir können das gelegentlich wiederholen. Danke!


    traumfänger

    [Geändert durch traumfänger am 11-08-2005 um 23:00]

  7. #7
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    1
    Lieber Traumfänger,

    ob du meine Zeilen hier nach all den Jahren Lesen wirst?
    Ich bin heute auf deine Zeilen gestoßen und tief im inneren Berührt worden.
    Ich danke dir für dieses wunderschöne, traurige, hoffnungsvolle Gedicht.

    Mit Tränen in den Augen hinterlasse ich dir einen Gruß,
    Sara

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