Schmerz verschwinde. Schmerz verschwinde. Schmerz verschwinde....

Ruhelos gebannt sitzt Es da, wiegt sich leise summend vor und zurück. Erwartet und befürchtet den keimenden Schmerz. Wieder kriecht er quälend durch Mark und Bein.
Ursprung im Brustkorb. Es ist die Atemlosigkeit, jenes Fernbleiben von Lungenaktivität gewohnt. Geruhsames Versinken im Sauerstoffmangel, im warmen Teppich aus Torf und Mull.
Doch wenn der Schmerz die Atmung lähmt, Luft die Kehle durchströmt, die Lungen nie erreicht. Sitzt Es da. Intoniert stummen Gesang zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
Kehrt die Luft zurück, springt Es auf. Hetzt dahin. Getrieben von zerrendem Feuer. Unruhe in Reinform. Grausames Brennen der Seele. Es tanzt. Wild. Ungestüm. Nur weg mit dem Feuer. Es kreischt und schreit und singt. Ohrenbetäubenden Gesang zwischen Erfüllung und Leere.
Wenn Es dann zur Ruhe kommt. Sich erschöpft niederläßt um Kraft zu tanken. Fließt Es. Zerströmt in alle Richtungen. Es verliert den Sinn von Form und Klarheit. Schlimmer noch als zerhackt zu werden, wird Es eins mit Unrat und Dreck. Und raunt verschwommenen Gesang zwischen Liebe und Haß.
Am Boden liegend, der Hoffnung beraubt. Sonnt Es sich Schmerz. Verachtet und beschwört ihn. Es erstarrt zu ewigem Stein. Kalt und hart. Fest und unbeweglich. Monument der Darberei. Es schweigt den starren Gesang zwischen Vorwurf und Selbstmitleid.

Armes Es.

Sein Geist ist frei von Qualen. Die schneidenden Ketten hat Es selbst geschmiedet.

So hebt Es seine Stimme und singt.
Schmerz verschwinde. Schmerz verschwinde. Schmerz verschwinde.
Und bleibe weg!